Warum Shampoo im Auge brennt: Ursachen und was Sie tun können

Die Haarwäsche ist eine alltägliche Routine, doch nicht immer lässt sich ein Kontakt mit den Augen vermeiden. Ehe man sich versieht, gelangt Shampoo in die hochempfindlichen Augen, was stark brennt und äußerst unangenehm ist.

Hier erfahren Sie, warum das passiert und was Sie dagegen tun können.

Ursachen für das Brennen

Shampoos enthalten chemische Substanzen, deren Aufgabe es ist, Fett und Schmutz von Kopfhaut und Haaren zu lösen. Außerdem können, je nach Produkt, Konservierungs- und Duftstoffe enthalten sein. Gelangen diese Stoffe in die Augen, stören sie den Tränenfilm, der das empfindliche Sehorgan schützt. Die Folge: Das Auge wird rot, trocken und brennt.

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Hersteller von Kindershampoos werben gerne mit dem Slogan „Brennt nicht in den Augen“, um Kindern (und deren Eltern) die Angst vorm Haarewaschen zu nehmen. Viele Jungen und Mädchen fürchten die Prozedur, weil vor allem beim Abspülen leicht Shampoo-Reste ins Auge gelangen.

Das Brennen von Shampoo in den Augen kann verschiedene Ursachen haben:

  • Reizende Inhaltsstoffe: Viele Shampoos enthalten Inhaltsstoffe, die die Augen reizen können, wie z.B. Tenside, Duftstoffe und Konservierungsmittel.
  • Aggressive Sulfate: Insbesondere Sodium-Laureth-Sulfate, die für die Schaumbildung verantwortlich sind, können die Augen reizen und sogar betäubend wirken, wodurch die Gefahr möglicherweise nicht sofort wahrgenommen wird.
  • Allergische Reaktionen: Manchmal kann das Brennen auch auf eine allergische Reaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe zurückzuführen sein.

Es ist wichtig zu wissen, dass Shampoos, die keine Irritationen verursachen, meist aggressive Inhaltsstoffe enthalten, die zu einer Betäubung des Auges führen.

Was tun, wenn Shampoo ins Auge gelangt ist?

Wichtig ist sofortiges und gründliches Ausspülen. Gelangt ein großer Schwall Shampoo direkt ins Auge, verursacht er Schmerzen.

Hier sind einige Schritte, die Sie unternehmen können, wenn Shampoo in Ihre Augen gelangt:

  • Nicht reiben: Reiben Sie nicht in den Augen, da dies das Shampoo weiter verteilt und aufschäumt.
  • Augen schließen: Schließen Sie die Augen, um zu verhindern, dass noch mehr Shampoo ins Auge gelangt.
  • Mit klarem Wasser ausspülen: Spülen Sie die Augen sofort mit reichlich klarem, lauwarmem Wasser aus. Neigen Sie den Kopf zur Seite, damit das Wasser das Shampoo aus dem Auge spülen kann, ohne das andere Auge zu berühren.
  • Lider öffnen: Wenn sich die Lider verkrampfen und schwer zu öffnen sind, öffnen Sie sie vorsichtig mit sauberen Fingern, um das gesamte Auge gut zu spülen.
  • Spülvorgang wiederholen: Wiederholen Sie den Spülvorgang mehrmals, um sicherzustellen, dass alle Rückstände entfernt sind.

In der Regel finden sich auf den Produkten selbst oder auf den Verpackungen auch von den Herstellern Hinweise, wie im Notfall vorzugehen ist.

Wann ist ein Arztbesuch erforderlich?

In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden nach wenigen Minuten oder Stunden, vorausgesetzt, Sie haben sämtliche Reste durch gründliches Ausspülen beseitigt. Shampoo in den Augen verursacht demnach selten bleibende Schäden und stellt anders als etwa eine Augenverätzung mit Chemikalien keinen akuten Notfall dar. Dennoch ist es wichtig, die Augen weiterhin zu beobachten.

Suchen Sie einen Augenarzt auf, wenn:

  • Die Beschwerden über mehrere Tage anhalten.
  • Zusätzlich Symptome wie Lichtempfindlichkeit, starke Schmerzen, Lichtblitze oder Doppelbilder auftreten.
  • Sie gerade mit einer Kur, Spülung oder Färbemittel gearbeitet haben.
  • Sie von einer Augenkrankheit betroffen sind oder Ihre Augen nach einer Operation besonders anfällig sind.

Wie kann man den Kontakt mit Shampoo vermeiden?

Um das unangenehme Brennen im Auge zu vermeiden, können Sie folgende Tipps beachten:

  • Kopfhaltung: Halten Sie Ihren Kopf nach hinten geneigt, wenn Sie Shampoo anwenden und ausspülen. So kann es einfach abfließen, ohne dass es Ihnen in die Augen läuft.
  • Augen geschlossen halten: Im Idealfall halten Sie die Augen beim Shampoonieren einfach geschlossen.
  • Nicht reiben: Vermeiden Sie es, beim Duschen in den Augen zu reiben.
  • Milde Shampoos verwenden: Reagieren Ihre Augen sehr empfindlich auf Shampoo, können Sie zur Haarwäsche auch auf Baby- oder Kindershampoo zurückgreifen.

Allergie am Auge

Eine Allergie an den Augen kann viele Ursachen haben. Ebenso wie bei anderen Kontaktallergien ist der sogenannte Epikutantest (Allergietest an der Haut, auch Patch-Test genannt) die wichtigste Untersuchung, um die korrekte Diagnose stellen zu können. In einer aktuellen Studie analysierten Hautärzte und Augenärzte aus den USA die Epikutantests von 215 Patienten mit einer Kontaktallergie am Auge. In den Tests der 215 Patienten mit einer Kontaktallergie am Augenlid zeigten sich positive Reaktionen auf 74 Allergene.

Häufige Allergene am Auge:

  • Metalle wie Nickel oder Gold
  • Schellack
  • Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid (BAK)
  • Antibiotika in Salben oder Tropfen
  • Duftstoffe aus Kosmetika oder Reinigungsmitteln
  • Acryl aus Nagellack
  • Tenside

Den effektivsten Schutz vor einer Allergie am Augenlid bietet natürlich die zielgerichtete Allergenmeidung. Daher ist es wichtig, allergische Symptome am Auge von einem Arzt sorgfältig untersuchen zu lassen, um herauszufinden, auf welche einzelne Substanz man allergisch reagiert. Denn nur dann kann man gezielt darauf verzichten.

Behandlung der gereizten Haut:

  • Kalte Kompressen
  • Antihistaminika
  • Kortisonpräparate (nur kurzzeitig und in niedriger Dosis)

Brennende Augen und Tenside

Tenside sind die waschaktiven Substanzen eines Shampoos. Sie sind dafür verantwortlich, dass Fett- und Schmutzpartikel aus unserem Haar gelöst werden, was Wasser allein nicht schaffen würde. Bekommt man Schaum ins Auge, brennt das höllisch.

Problematische Tenside:

  • Polyethylenglykole (PEG) und verwandte Stoffe (erkennbar an den Silben „PEG“ oder „eth“ in der Inhaltsstoffliste)
  • Sodium Laureth Sulfat
  • Ammonium Laureth Sulfat

Diese Tenside können stark reizend wirken und nicht nur ein unangenehmes Brennen verursachen, wenn Schaum ins Auge läuft, sondern auch die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht bringen. Dies kann dazu führen, dass die Kopfhaut entweder stark austrocknet und sich sogar entzündet. Auch übermäßiges, schnelleres Nachfetten kann eine Nachwirkung des „Angriffs“ auf die Kopfhaut sein.

Alternativen zu aggressiven Tensiden:

  • Kokos- und Zuckertenside

Viele Verwenderinnen, die auf natürliche, milde Tenside umgestiegen sind, berichten, dass ihre Kopfhaut weniger schnell nachfettet, weniger juckt und spannt.

Das Brennen von Shampoo in den Augen ist zwar unangenehm, aber tatsächlich wichtige Funktionen erfüllt. Es schützt unsere Augen vor schädlichen Chemikalien, macht uns auf Inhaltsstoffe aufmerksam, verhindert Folgeschäden oder spätere Verletzungen und sensibilisiert uns für die bewusste Verwendung von Produkten.

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