Bei Schuppen gibt die Kopfhaut vermehrt Hautpartikel ab. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein und reichen von Krankheiten wie Neurodermitis über Symptome von Stress, Reaktion auf falsches Shampoo oder zu heißes Föhnen. Eine einfache Lösung gegen Schuppen versprechen sogenannte Anti-Schuppen-Shampoos.
Marken wie Head&Shoulders werben im TV unter anderem mit Slogans wie "Wer es hat, hat keine Schuppen". Doch halten die Shampoos wirklich, was die Hersteller versprechen und sind die Inhaltsstoffe unbedenklich? Diesen Fragen hat sich ÖKO-TEST in der Ausgabe 5/2023 gewidmet.
In einem Test wurden insgesamt 27 Shampoos untersucht, die zur Bekämpfung von Schuppen ausgelobt sind. Bei sieben Produkten handelt es sich um zertifizierte Naturkosmetik. Dabei unterscheiden sich die Shampoos auf den ersten Blick vor allem beim Preis: Während günstige Eigenmarken bereits für weniger als 1 Euro pro 250 Milliliter angeboten werden, kosten die teuersten Shampoos bis zu 20 Euro bei der gleichen Menge.
Neben den Inhaltsstoffen haben die Experten auch die enthaltenen, maßgeblichen Anti-Schuppen-Wirkstoffe geprüft.
Von insgesamt 27 Shampoos gegen Schuppen schneiden sieben "sehr gut" ab. Unter den Testsiegern befindet sich auch ein günstiges Produkt vom Drogeriemarkt dm. Weitere sieben schneiden "gut" ab. Neben günstigen Eigenmarken von Edeka, Aldi, Rossmann und Co. landen hier auch bekannte Namen wie Nivea und Swiss O-Par.
Vier Anti-Schuppen-Shampoos schneiden "befriedigend" ab. Grund für die Abwertung sind hier primär nachgewiesene PEG/PEG-Derivate.
Fünf Produkte im Test schneiden nur "ausreichend" ab. Hier werden zusätzlich in vielen Shampoos halogenorganische Verbindungen nachgewiesen. Im Alpecin-Shampoo weist das Labor stattdessen das umweltbelastende Phosphonat Tetrasodium Etidronate nach.
Das Schlusslicht bilden ebenfalls bekannte Marken. So fällt Schwarzkopf & Henkel mit der Note 5 durch. Drei weitere kassieren von den Experten Note 6 - darunter auch der bekannte Marktführer Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo von Procter & Gamble.
Öko-Test hat 27 Anti-Schuppen-Shampoos getestet und kam dabei zu einem durchwachsenen Ergebnis. „Sehr gut“ und „gut“ haben vor allem die Shampoos aus zertifizierter Naturkosmetik abgeschnitten. Die gute Nachricht vorweg: Immerhin ein kritischer Stoff ist in der Schuppenbekämpfung Geschichte. Wie Öko-Test berichtet, ist der „reproduktionstoxische“ Stoff Zinkpyrithion gemäß EU-Vorschrift seit gut einem Jahr verboten und wurde auch in keinem Produkt mehr gefunden.
Bei konventionellen Anti-Schuppen-Shampoos gibt es große Unterschiede in Preis und Qualität. Zum Beispiel landet das teuerste Produkt hier auf dem letzten Platz. Leider sind auch nicht alle kritischen Stoffe aus den Shampoos verbannt worden. Dabei geht es zum Beispiel um das umstrittene Mittel Climbazol gegen Pilzbefall, das in zumindest einem getesteten Shampoo enthalten ist.
Laut den Experten von Öko-Test seien in fast allen konventionellen Shampoos Sodium Laureth Sulfate enthalten, die die Haut anfällig für Schadstoffe machen können. Deshalb sind hier leider nur sieben von 20 Produkten besser als „befriedigend“. Vier von ihnen fallen komplett durch, drei davon sogar mit der Note „ungenügend“, was einer 6 entspricht.
Hier ist eine Auswahl der getesteten Shampoos und ihrer Bewertung:
| Marke | Produktname | Bewertung |
|---|---|---|
| dm | Alverde Pflegeshampoo Anti-Schuppen | Sehr gut |
| Edeka | Elkos Hair Anti-Schuppen-Shampoo Hydro Balance | Gut |
| Procter & Gamble | Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo | Ungenügend |
| Schwarzkopf & Henkel | [Produktname] | Mangelhaft |
Es ist wichtig zu beachten, dass die Testergebnisse von ÖKO-TEST auf spezifischen Kriterien basieren und die persönliche Erfahrung variieren kann.
Der Grund für juckende Kopfhaut ist meist eine Störung der natürlichen Feuchtigkeits-Balance der Haut. Oft bilden sich bei juckender Haut auch Schuppen. Wenn die natürliche Hautbarriere durchlässig ist und schädliche Substanzen eindringen, können kleine Entzündungen entstehen, die verschiedene Symptome wie Juckreiz, Rötungen oder Spannungsgefühl auslösen. Mit der richtigen Pflege für trockene und juckende Kopfhaut lassen sich die Symptome jedoch schnell und effektiv lindern. Hier sollte man möglichst zu Produkten mit hauteigenen Feuchthaltefaktoren wie Urea oder Lactat greifen. Denn diese Wirkstoffe lindern den Juckreiz, pflegen und helfen auch gegen Schuppen. Solche Shampoos gibt es zum Beispiel in der Apotheke.
Extreme Schuppen entstehen vornehmlich durch eine sehr trockene Kopfhaut. Diese kann unter anderem durch trockene Heizungsluft im Winter, ein heißes Klima im Sommer, stark entfettende oder austrocknende Shampoos und auch durch zu häufiges Haarewaschen sowie zu heißes Föhnen entstehen. Wenn du darauf achtest, diese Faktoren zu meiden, kann das schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung sein. Auch gibt es Hausmittel gegen Schuppen, die eine Hilfe bei juckender Kopfhaut darstellen.
Ansonsten kann wie bei der juckenden Kopfhaut neben dem richtigen Shampoo, auch eine Ernährungsumstellung oder die Vermeidung von Stress helfen. Bei der Suche nach dem besten Anti-Schuppen-Shampoo solltest du nach Formulierungen auf der Flasche Ausschau halten, die beruhigende und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe gegen Juckreiz sowie antimykotische und antimikrobielle Wirkstoffe versprechen.
Wie bereits erwähnt sind die Inhaltsstoffe auf die Haarstruktur und die Effekte, die das Shampoo erzielen soll, abgestimmt. Dennoch gibt es einige Inhaltsstoffe, die auf der Liste der Inhaltsstoffe regelmäßig zu finden sind. Beispielsweise Pflanzenextrakte, Duftstoffe, Konservierungsstoffe und Öle.
Leider machen es einem die Hersteller alles andere als leicht und greifen bei der Auflistung der Inhaltsstoffe mit Vorliebe auf komplizierte chemische Bezeichnungen zurück, die gute und schlechte Inhaltsstoffe gleichermaßen fremd wirken lassen.
Verspricht ein Shampoo Geschmeidigkeit und Glanz, sind meist Silikone im Spiel. Sie legen sich wie ein Film um das Haar und sorgen so für eine weiche und glänzende Oberfläche. Während Silikone oft haptische und optische Wunder wirken, beschweren sie allerdings allen voran feines Haar auch und sorgen zudem für schnelles Nachfetten. Und: Silikone lassen sich nicht einfach so ausspülen. Das bedeutet, dass sich bei jeder Haarwäsche neue Silikon-Partikel auf den Haaren und der Kopfhaut ansammeln und beides künstlich versiegeln. Weitere Pflege dringt dann erst gar nicht mehr zu den Haaren vor.
Es wird zwischen wasserlöslichen und nicht wasserlöslichen Silikonen unterschieden, wobei erstere als besser gelten - zumindest was die Verträglichkeit für Haut und Haar betrifft. Im Test haben wir daher vor allem nicht wasserlösliche Silikone als problematisch bewertet. Gut für die Umwelt sind allerdings beide Varianten nicht, denn die feinen Partikel können im Klärwerk nicht komplett herausgefiltert werden.
Das ist die Hauptaufgabe von Parabenen im Shampoo. Allerdings steht das Konservierungsmittel in Verdacht, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Sicher ist, Parabene wirken zumindest schwach hormonähnlich. Sie ähneln dem Hormon Östrogen. In puncto Umwelt können wir Entwarnung geben: Auch in Erdbeeren, Traubensaft und Co. kommen von Natur aus Parabene vor.
Sulfate sind Schwefelsalze oder -ester. Sie weisen eine starke Reinigungskraft auf und schäumen. Viel Schaumbildung wird bei Shampoos oft mit Sauberkeit und guter Reinigungskraft verbunden. Das synthetische Polyethyenglykol (PEG) verbindet Wasser mit Ölen. Das ist allerdings auch schon der einzige positive Effekt dieses Inhaltsstoffes. Tatsächlich können Shampoos mit PEGs Rückstände des krebserregenden Stoffes Dioxan enthalten.
Mikroplastik soll für gute Kämmbarkeit sorgen und gehörten in Shampoos und anderen Kosmetika viele Jahre zu den Standardzutaten. Wirklich sinnvoll sind die winzigen Partikel allerdings nicht. Vor allem nicht für die Umwelt. Mikroplastik gelangt nahezu ungehindert in die Natur, wo es gar nicht oder nur sehr, sehr langsam abgebaut wird. Aus diesem Grund ist die Verwendung von Mikroplastik in immer mehr Ländern - auch in Deutschland - verboten.
Damit ihr Shampoo optimal wirken kann, lohnt es sich beim Haarewaschen ein paar Dinge zu beachten. Schon bevor es unter die Dusche geht, können Sie Ihr Haar auf die bevorstehende Wäsche vorbereiten. Viele von uns verwenden beim Einschäumen der Haare zu viel Shampoo. Dabei ist bereits eine haselnussgroße Menge ausreichend. Mehr sollte - bei einem guten Shampoo - nicht nötig sein. Allen voran, weil stets nur der Ansatz und die Kopfhaut eingeseift werden sollten. Wird das Shampoo ausgespült, werden Längen und Spitzen automatisch mit gewaschen.
Stellen sie sicher, dass Sie ihre Haare gründlich Auswaschen. Shampooreste können das Haar unnötig beschweren und für schnelles Nachfetten sorgen. Deshalb so lange spülen, bis sich die Haare wirklich sauber und frei von Schaum und Shampoo anfühlen.
Anti-Schuppen-Shampoos gründlich einmassieren und eventuell kurz einwirken lassen.
Auch wenn in unserem Test viele Produkte mit vorwiegend natürlichen Inhaltsstoffen vertreten waren, bleibt bei den Flüssig-Shampoos stets das Problem der Verpackung. Immer mehr Menschen wechseln deshalb zu festem Shampoo oder Haarseifen, die einfach in einer umweltfreundlicheren Pappschachtel verpackt werden können.
Wie bei jeder Seife sind auch hier die Grundzutaten Fette und Laugen. Je nach Rezepturen gesellen sich dann noch unterschiedliche Öle dazu. Allerdings kommt es bei der Verseifung - ein komplizierter Prozess, dessen Erklärung hier den Rahmen sprengen würde - häufig zu Überfettung. Sicher, manche Haare mögen sich darüber freuen. Aber meistens führt dieser Effekt zu schweren und, wie sich erraten lässt, fettigen Haaren. Dem kann man mit einer sauren Rinse allerdings gut entgegenwirken. Die Rinse lässt sich ganz einfach selbst herstellen, indem man zwei Esslöffel Apfelessig zu einem Liter Wasser hinzugibt.
Festes Shampoo ist quasi flüssiges Shampoo, dem Wasser entzogen wurde. Viel mehr Unterschiede gibt es gar nicht. So schäumt eine Haarseife ebenso wie sein flüssiger Bruder und kann zudem mit den gleichen pflegenden Ergebnissen punkten. Deshalb entscheiden sich immer mehr für feste Shampoos, zumal diese umweltfreundlich in Papier oder Pappe verpackt werden können.
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