Shampoo für trockenes Haar: Ein umfassender Testbericht von Stiftung Warentest

Unser Haar steht unter Stress: Sonne, Waschen und Bürsten, Färben und Föhnen strapazieren es. Die Folge: Es wird splissig, lässt sich schwer kämmen und fühlt sich spröde an. Viele Menschen greifen dann zu Repair-Shampoos, also aufbauenden und pflegenden Intensiv-Shampoos, die strapaziertem Haar wieder Glanz und Geschmeidigkeit verleihen. Doch halten die Shampoos auch wirklich, was sie versprechen oder kann man genauso gut auf ein normales Shampoo zurückgreifen?

Die Stiftung Warentest hat 17 verschiedene Repair-Shampoos getestet, darunter 12 flüssige, 5 feste Shampoos und 4 Naturkosmetik-Produkte. Auch wenn Repair-Shampoos keine Wunder bewirken können, sind sich die Tester*innen einig, dass die Haareigenschaften nach der Anwendung spürbar verbessert werden. Das Haar sieht wieder glänzender und gesünder aus und bei den meisten Produkten wird auch die Kämmbarkeit verbessert.

Ein gutes Shampoo für geschädigtes Haar hilft, die Haarstruktur zu glätten und es so leichter kämmbar, geschmeidig und glänzend zu machen. Ihre Wirkung verdanken Repair-Shampoos - wie auch Conditioner - verschiedenen Pflegestoffen wie etwa Silikonverbindungen. Ihr Nachteil: Sie sind teils biologisch schwer abbaubar. Auch die Angabe „ohne Silikone“ ist kein Garant für ein umweltfreundliches Pflegeshampoo, viele andere Pflegestoffe sind ebenfalls schwer abbaubar. Welche Auswirkungen das für die Umwelt hat, ist unzureichend erforscht.

Im Repair-Shampoo-Test haben Friseurinnen für die Stiftung Warentest alle Produkte an je 20 Testpersonen mit leicht bis mittelstark geschädigtem Haar angewendet. Sie beurteilten, wie gut sich die Produkte anwenden ließen und bewerteten die Pflegeeigenschaften und -Wirkungen − zum Beispiel Geschmeidigkeit und Glanz des Haars nach der Anwendung. Auch gefärbte Haare profitieren von den Pflegeeigenschaften der Repair-Shampoos. Farbschutzshampoos sind dagegen nicht zu empfehlen.

Testergebnisse der Stiftung Warentest

Der Shampoo-Vergleich der Stiftung Warentest legt das Hauptaugenmerk auf Pflegeeigenschaften und Anwendung: Kommen die festen Shampoos und die Haarseifen hier an die Flüssigen heran? 20 Männer und Frauen benutzten die Mittel zu Hause, im Prüfinstitut wurden ihre Haare von Friseurinnen gewaschen.

Etwas schlechter schnitten die Haarseifen ab. Sie haben zudem ein Problem: Beim Waschen können sich weißliche Rückstände bilden. Folge: Die Haare quellen auf und lassen sich nicht gut kämmen. Um zu ergründen, wer in Sachen nachhaltige Produktion, Verpackung, Transport und Entsorgung die Nase vorn hat, haben wir Ökobilanzen erstellt.

So verbrauchen feste Haarpflegeprodukte zwar bei Herstellung und Transport weniger Energie. Die größte Umweltbelastung entsteht jedoch bei der Haarwäsche selbst - unter anderem durch den Wasserverbrauch und die Erwärmung des Wassers. Bezieht man diese Faktoren in den Vergleich mit ein, dann schrumpft der Unterschied zwischen festen und flüssigen Shampoos zusammen. Oder anders ausgedrückt: Wer weniger Wasser verbraucht, hilft der Umwelt.

Die festen Shampoos benötigen erheblich weniger Verpackung als flüssige Varianten. Allerdings verspielt ein festes Shampoo im Test diesen Vorteil. Stiftung Warentest hat Shampoo getestet. Dabei zeigt sich: Teuer ist nicht automatisch gut. Überraschenderweise hat ein günstiges Discounter-Produkt den ersten Platz unter den flüssigen Shampoos belegt. Bei den festen Shampoos hat die Eigenmarke von dm den Spitzenplatz erreicht, obwohl sie vergleichsweise günstig ist. Der Gewinner unter den Haarseifen befindet sich im mittleren Preissegment. Alle drei Produkte erhielten insgesamt eine „gute“ Bewertung. Kein einziges Produkt konnte jedoch die Bewertung „sehr gut“ erzielen.

Im Shampoo-Test der Stiftung Warentest wurden neben acht herkömmlichen flüssigen Shampoos auch sechs feste Shampoos und vier Haarseifen untersucht. Die Experten bewerteten verschiedene Kategorien wie Pflegeeigenschaften, Anwendung, Deklaration und Werbeaussagen sowie Verpackung. Zusätzlich wurden die Produkte im Labor auf den Duftstoff Lilial getestet, der als bedenklich für die Fortpflanzungsfähigkeit gilt. Erfreulicherweise wurde in nur einem der 18 getesteten Shampoos dieser kritische Stoff gefunden.

Keine Sorgen muss man sich hingegen um die Gewinner machen. Überraschenderweise hat ein günstiges Discounter-Produkt den ersten Platz unter den flüssigen Shampoos belegt. Bei den festen Shampoos hat die Eigenmarke von dm den Spitzenplatz erreicht, obwohl sie vergleichsweise günstig ist. Der Gewinner unter den Haarseifen befindet sich im mittleren Preissegment. Alle drei Produkte erhielten insgesamt eine „gute“ Bewertung. Kein einziges Produkt konnte jedoch die Bewertung „sehr gut“ erzielen.

Das beste Shampoo im Test:

  • Flüssiges Shampoo: Das Cien Tag für Tag Frucht/Vitamin Shampoo Power & Volumen Normales Haar von Lidl.
  • Festes Shampoo: Das Alverde Festes Shampoo mit Mandarine-Basilikum-Duft für normales Haar von dm.
  • Haarseife: Die Finigrana Haarseife Rosmarin.

Hier ist eine Tabelle, die die Ergebnisse des Tests zusammenfasst:

Kategorie Produkt Bewertung
Flüssiges Shampoo Cien Tag für Tag Frucht/Vitamin Shampoo (Lidl) Gut (1,9)
Festes Shampoo Alverde Festes Shampoo Mandarine-Basilikum (dm) Gut (2,1)
Haarseife Finigrana Haarseife Rosmarin Gut (2,4)

Tipps zur Anwendung und Inhaltsstoffe

Ob flüssig, fest oder Haarseife - auf welche Variante die Wahl fällt, kann viele Gründe haben. Während die flüssigen Produkte zunächst leichter in der Anwendung erscheinen, kann es bei ihnen schnell zur Überdosierung kommen. Flüssiges Shampoo war über Jahre hinweg die gängige Haarpflege. Für die zähflüssige Konsistenz der Shampoos sorgen etwa 70 bis 90 Prozent Wasser. Diese verdünnen ein Gemisch aus Tensiden, die für die reinigende Wirkung sorgen, Schaumstabilisatoren sowie Pflege- Duft- und Farbstoffen. Aufgrund ihres hohen Wassergehalts benötigen die Flüssigen meist auch eine Konservierung gegen mikrobiellen Befall. Diese liefern bei konventionellen Produkten Zusätze wie Benzoate, Sorbate oder Salicylsäure.

Feste Shampoos gleichen, was waschaktive und pflegende Inhaltsstoffen betrifft, den flüssigen Varianten. Sie haben jedoch einen sehr niedrigen Wassergehalt, weil ihnen Wasser entzogen wurde. Erst muss das feste Waschstück mit etwas Wasser angeweicht werden, dann kann man wie beim Händewaschen etwas Shampoo aufschäumen oder die Seife direkt über das nasse Haar reiben und einmassieren. Eine ovale Form lässt das Shampoo besser in der Hand liegen. Nach dem Benutzen sollte das feste Shampoo-Stück wieder gut trocknen können, auf einer Seifenschale, in einem Netz oder in einer Nylonsocke.

Haarseifen sind rein optisch zunächst nicht von festem Shampoo zu unterscheiden. Die Stücke werden allerdings auf komplett anderer Basis hergestellt und enthalten keine Tenside. Stattdessen binden freie Fettsäuren die Schmutzpartikel. Für die Herstellung einer Seife werden Fette oder Öle mit einer Lauge "verseift". Für Duft und Farbe werden - zumindest bei den Naturkosmetik-Haarseifen - ausschließlich natürliche Substanzen hinzugefügt. Wenn Haarseifen verwendet werden, dann muss nach dem Waschvorgang nochmals mit einer Spülung gearbeitet werden. Diese saure Rinse aus Wasser und Essig oder Zitronensäure beseitigt den weißen Laugenbelag auf den Haaren und neutralisiert Kalk im Wasser.

Bei der Wahl des Haarpflegeprodukts spielen individuelle Kriterien eine Rolle: Welche haarigen Problemfälle stehen an, welcher Haartyp bin ich, möchte ich gesundheitlich bedenkliche Stoffe vermeiden, soll die Verpackung eine möglichst geringe Umweltbelastung verursachen und wie wichtig ist mir die Beschaffenheit des Shampoos? Mit einem Shampoo für normales Haar liegen Sie eigentlich nie falsch. Es kann aber sein, dass Sie dennoch nach speziellen Pflegeeigenschaften suchen. So gibt es spezielle Wirkstoffe, die ein Nachfetten der Haare verzögern können, trockenes Haar pflegen und juckende Kopfhaut beruhigen.

Manchmal werden Funktionen wie eine Glanzgarantie, leichte Kämmbarkeit oder das Vermeiden von elektrisiert-fliegendem Haar bei feinen Haaren mit zusätzlicher Chemie erkauft - beispielsweise dem Zumischen von Silikonen. Diese werden nicht in allen Belangen positiv beurteilt: Sie bilden eine schützende glatte Schicht ums Haar, was der Struktur zunächst gut tut. Wer bestimmte Inhalte vermeiden möchte, ist gut beraten, immer die Zutatenliste kritisch zu prüfen.

Eine möglichst umweltfreundliche Verpackung, die wenig Müll erzeugt und in der Herstellung wenige Ressourcen verbraucht, liegt im Trend. Das versuchen zunehmend auch die Anbieter von Shampoos umzusetzen. Bei flüssigen Pflegeprodukten wird es - sofern kein Selbstabfüllen in Unverpackt-Läden möglich ist - ohne Plastik-Umverpackung oder Glas kaum gehen. Wer ökologisch handeln möchte, kann tatsächlich auf die festen Shampoos oder Haarseifen umsteigen, die sind häufig lediglich in Karton oder Papier verpackt. Für flüssige Produkte gilt: Wählen Sie möglichst große Produktportionierungen, denn das spart Plastik. Wenn recyceltes Material verwendet wird, ist das meist auf der Verpackung angegeben.

Was sind die Ursachen für trockenes Haar?

  • Du bürstest deine Haare zu oft.
  • Du wäschst deinen Schopf zu oft.
  • Zu wenig oder die falsche Pflege.
  • Du setzt deine Mähne zu viel Hitze oder UV-Strahlung aus.
  • Du färbst deine Haare zu oft.

Welche Inhaltsstoffe sind gut für trockene Haare?

  • Shea Butter
  • Olivenöl
  • Leinsamen-Öl
  • Kokosöl
  • Aloe Vera
  • Urea
  • Arganöl
  • Panthenol
  • Avocado-Öl
  • Rizinus-Öl

12 Tipps gegen trockene Haare:

  1. Viel Wasser trinken
  2. Hitze vermeiden
  3. INCI-Liste checken
  4. In ein gutes Shampoo und Conditioner investieren
  5. Einmal pro Woche eine Haarmaske oder eine Tiefenpflege-Behandlung gönnen
  6. Weniger Shampoo verwenden
  7. Dusche mit einer kalten Spülung für dein Haar beenden
  8. Eine Bürste mit Naturborsten verwenden
  9. Haare sanft trocknen
  10. Regelmäßige Friseurbesuche
  11. Haaröle wie Argan- oder Kokosnussöl verwenden
  12. Kissenbezüge und Haargummis aus Seide verwenden

Die Menge macht's. Ausgebildete Friseurinnen kommen mit weniger als der Hälfte an flüssigem Shampoo als die Anwender zu Hause aus. In diesem Fall gilt das Prinzip "viel hilft viel" absolut nicht. Auch beim Haarewaschen heißt es: sparsam sein. Verwenden Sie einen Spar-Duschkopf, drehen Sie den Wasserhahn ab, während Sie sich einseifen. Manche mögen's heiß, jedoch sollten Sie der Umwelt zuliebe beim Haarwaschen lieber auf mittlere Wassertemperaturen setzen. Es gehört mittlerweile fast schon zum guten Ton, bei Plastik genau hinzusehen und wiederverwertbare Verpackungen zu wählen. Beim Entsorgen sollten Sie allerdings genau hinsehen, ob Sie für eine bessere Verwertbarkeit nicht noch zusätzlich trennen müssen. Häufig erfordern Deckel der Plastikflaschen für eine bessere Handhabe andere Materialien.

Produkte gegen Trockene Haare

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