Schädliche Inhaltsstoffe in Shampoos: Was Sie vermeiden sollten

Für viele Menschen sind die Haare ein wichtiges Erscheinungsmerkmal. Regelmäßige Friseurbesuche und das tägliche Styling gehören für die meisten zur Routine. Hinzu kommt das Waschen der Haare mit Shampoos, die speziell auf verschiedene Haar- und Stylingtypen abgestimmt sind. Doch viele Shampoos enthalten Inhaltsstoffe, die potenziell schädlich sein können. Dieser Artikel beleuchtet, welche Inhaltsstoffe Sie besser vermeiden sollten, um Ihre Haare und Kopfhaut gesund zu halten.

Warum ist es wichtig, schädliche Inhaltsstoffe zu vermeiden?

Haare sind oft das Erste, was ins Auge fällt, und spiegeln oft den allgemeinen Gesundheitszustand und die Pflege wider. Hersteller von Haarprodukten wie Shampoos legen großen Wert darauf, mit ihren Inhaltsstoffen möglichst viele gängige Probleme wie spröde Haare, Spliss oder fettiges Haar anzugehen. Allerdings können einige dieser Inhaltsstoffe mehr schaden als nützen.

Viele herkömmliche Haarprodukte enthalten Stoffe, die den Locken mehr schaden als nützen. Locken brauchen besonders viel Feuchtigkeit und Pflege - doch viele herkömmliche Produkte enthalten Inhaltsstoffe, die genau das Gegenteil bewirken.

Studien zeigen, dass Haarprodukte die dritthäufigste Kategorie von Kosmetik-Artikeln sind, die mit Krebsfällen in Verbindung gebracht werden (8,3%).

Shampoo selber machen - mit diesen natürlichen Hausmitteln klappt's!

Die größten Übeltäter unter den Inhaltsstoffen

Ein Blick auf die Rückseite von Shampooflaschen zeigt, dass viele Anbieter Inhaltsstoffe verwenden, die zumindest kritisch zu betrachten sind. Hier sind einige der bekanntesten Beispiele:

1. Silikone

Viele Shampoos enthalten Silikone, die einen glatten und glänzenden Film auf die Haare legen. Dadurch sehen die Haare gesünder aus und lassen sich leichter kämmen. Silikone bewirken, dass unsere Haare leichter kämmbar, glänzend und glatter werden. Klingt ja erst einmal nicht schlecht… ABER sie bilden dabei einen Film auf (Kopf-) Haut und Haaren und lassen sich (auch wenn es von manchen Herstellern gerne behauptet wird) nicht auswaschen, da die Stoffgruppe der Silikone nicht wasserlöslich ist.

Doch während solche Ziele mit Silikon relativ gut erreicht werden, hat Silikon auch negative Effekte. So werden Haare und Kopfhaut in gewisser Weise versiegelt und natürliche Funktionen wie das Abtragen von Schadstoffen enorm erschwert. So wird nicht nur unser Haar sondern auch unsere Kopfhaut bei jeder Wäsche immer mehr versiegelt (Build-up Effekt). Sie kann nicht mehr atmen und keine Schadstoffe mehr ausscheiden, was dazu führt, dass Schadstoffe über andere Hautstellen ausgeschieden werden.

Woran du sie erkennst: Meide alles mit den Endungen „-cone“, „-conol“ oder „-siloxane“.

Bessere Alternative: Brokkolisamen Öl und Kaktusfeigen Öl haben übrigens eine ebenfalls stark glättende Wirkung auf Dein Haar und tragen dazu bei, dass Du Deine Haare leichter kämmen kannst und sie schön glänzen - und das ganz ohne lästigen Build-Up Effekt.

2. Propylenglykol

Oft in der Produktbezeichnung etwas versteckt und durch den chemischen und komplizierten Namen von Laien überlesen, ist das Propylenglykol. Während die positiven Eigenschaften ein gewisser Feuchthaltungseffekt sowie eine Konservierung sind, schadet Propylenglykol oft mehr. So kann Propylenglykol die Kopfhaut stark reizen, im schlimmsten Fall sogar mit allergischen Reaktionen. Das hängt zwar immer von der jeweiligen Person ab, allerdings sind gewisse Gefahren durchaus vorhanden.

Propylene Glycol wird aus Erdöl gewonnen und wird in Shampoos gerne als Feuchthaltemittel eingesetzt. Propylene Glycol steht im Verdacht, die Haut durchlässiger für Schadstoffe zu machen.

Gesunde Alternative: klingt ähnlich, ist aber doch ganz anders: Pentylene Glycol ist ein Feuchtigkeitsspender, der in der Naturkosmetik zugelassen ist und den selben Zweck erfüllt.

3. Mikroplastik

Das wohl prominenteste Beispiel der Shampoo-Inhaltsstoffe, die in der Kritik stehen, stellt Mikroplastik dar. Auch dieses wird auf Erdölbasis gefertigt. So ist Mikroplastik insgesamt recht ähnlich zu den Silikonen und wirkt durch eine aufbauende Form, die sich nach und nach auf der Hautoberfläche und den Haaren absetzt. Einerseits werden die Haare selbst negativ beeinflusst, da sie beschwert werden und Mikroplastik ebenso wie Silikone deren Atmungsaktivität eingeschränkt. Andererseits hat das Mikroplastik aufgrund der geringen Größe und der dadurch fehlenden Möglichkeit, dieses aus dem Wasser zu filtern, erhebliche Umweltauswirkungen.

4. PEGs (Polyethylenglykole)

PEGs sind in der Herstellung besonders günstige und vielseitig einsetzbare Tenside. Daher sind sie in herkömmlichen Shampoos auch weit verbreitet. Aus Verbrauchersicht haben PEGs allerdings wenig Vorteile. PEGs weichen die Zellwände auf und begünstigen so das Eindringen schädlicher chemischer Stoffe in unseren Körper. Außerdem können Shampoos, die PEGs enthalten, Rückstände des krebserregenden Stoffes Dioxan enthalten.

Woran du sie erkennst: PEGs sind anders als die Formaldehyde in der INCI-Liste recht einfach zu sehen, weil sie meist die Großbuchstaben PEG und eine Zahl im Namen tragen, also beispielsweise PEG-9 oder PEG-14 Glyceryl Oleate. Zudem solltest Du auf die Silbe „eth“ achten, da Soffe mit dieser Silbe ebenfalls zu dieser Stoffgruppe gehören. Wusstest Du das Sodium Laureth Sulfat (SLS) zu den bekanntesten Polyethylenglykolen gehört?

5. Parabene

Parabene verhindern, dass Shampoos und andere wasserhaltige Kosmetika von Bakterien und Schimmelpilzen befallen werden und werden daher sehr oft als Konservierungsmittel eingesetzt. Die Gefährlichkeit dieser Stoffgruppe besteht darin, dass sie dem Hormon Östrogen sehr ähnlich ist und so unseren Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen kann.

Woran du sie erkennst: Endungen wie „-paraben“.

6. Sulfate (SLS/SLES)

Jetzt kommen wir zu den am häufigsten verwendeten Tensiden (das sind die waschaktiven Substanzen in einem Produkt) in Shampoos: Sodium Laureth Sulfate und Sodium Lauryl Sulfate. Durch ihre stark entfettende, schaumbildende Wirkung und ihre günstige Herstellung sind sie bei vielen Herstellern sehr beliebt und in fast jedem herkömmlichen Shampoo oder Conditioner zu finden.

Diese Tenside sind synthetisch und können sogar Rückstände von Dioxan und Nitraten enthalten, welche als Auslöser vieler Krebserkrankungen unter Verdacht stehen. Sie sind unter anderem auch deshalb heftig umstritten, da sie für Organschäden an Herz, Leber, Augen (grauer Star) und Gehirn mitverantwortlich sein sollen.

Woran du sie erkennst: Achte auf alles, was auf „-sulfate“ endet.

7. Synthetische Farbstoffe und Duftstoffe

Viele Shampoos enthalten synthetische Farbstoffe, die nicht selten schädliche Auswirkungen auf unseren Körper haben. Die meisten Farbstoffe werden unter der Bezeichnung CI (= Color-Index) plus einer fünfstelligen Zahl an den hinteren Stellen der Inhaltsangabe (INCI) gekennzeichnet. Oft kommen Azofarbstoffe zum Einsatz, von denen einige im Verdacht stehen, aromatische Amine oder Anilin freizusetzen, welche als krebserregend gelten. Farbstoffe dienen rein dem Marketing und Hersteller erhoffen sich so, die Attraktivität ihrer Produkte zu steigern.

Shampoos enthalten häufig synthetische Duftstoffe um den Eigengeruch der im Shampoo verarbeiteten Chemikalien zu überdecken. Bei vielen Menschen lösen diese Duftstoffe allerdings starke allergische Reaktionen aus. Die sehr häufig eingesetzten Moschusverbindungen haben sogar eine krebserregende und erbgutschädigende Wirkung.

8. Formaldehyde

Shampoos und andere Pflegeprodukte enthalten häufig Formaldehyde, welche langfristig viele gesundheitliche Schäden im Körper verursachen können. Formaldehyde haben die Eigenschaft Stoffe miteinander zu verbinden und diese fest und widerstandsfähig machen.

Formaldehyde werden ebenfalls von der Industrie gerne zu Konservierungszwecken eingesetzt und gelten nicht nur als stark hautirritierend sondern sogar als krebserregend. Formaldehyd wird sogar zur Leichenkonservierung eingesetzt.

9. Weichmacher

Beide Inhaltsstoffe werden als Weichmacher in herkömmlichen Shampoos eingesetzt und gelten als stark allergene Stoffe und sind sogar giftig. Sie können mit anderen chemischen Inhaltsstoffen des Shampoos reagieren und gefährliche Nitrosamine bilden.

10. Oxybenzone

Oxybenzone werden als UV-Schutz in Shampoos oder in andere Kosmetikprodukte eingearbeitet, besonders in Color-Shampoos sind sie häufig anzutreffen.

Wie man schädliche Inhaltsstoffe erkennt

Das Erkennen chemischer Shampoo-Inhaltsstoffe kann eine Herausforderung sein, da viele Substanzen in der Liste der Inhaltsstoffe mit komplexen Namen aufgeführt werden. Eine Möglichkeit, chemische Shampoo-Inhaltsstoffe zu erkennen, ist die Verwendung einer App oder einer Online-Datenbank, die die Sicherheit von Inhaltsstoffen bewertet.

Eine weitere Möglichkeit ist das Lesen der Etiketten auf den Shampoo-Flaschen und das Aufpassen auf bekannte problematische Inhaltsstoffe wie Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Laureth Sulfate, Phthalate, Parabene, Triclosan und Triclocarban. Zusätzlich kann es hilfreich sein, sich über die verschiedenen Arten von Shampoo-Inhaltsstoffen und deren Funktionen zu informieren.

Hier kannst Du Deine Kosmetikprodukte auch bereits vor dem Kauf auf ihre Inhaltsstoffe überprüfen.

Alternativen zu Shampoos mit schädlichen Inhaltsstoffen

Vermeidung chemischer Shampoo-Inhaltsstoffe kann dazu beitragen, Gesundheitsprobleme zu vermeiden und eine bessere Entscheidung bezüglich des verwendeten Shampoos zu treffen. Eine beliebte Alternative zu chemischen Shampoo-Inhaltsstoffen ist die Verwendung von natürlichem Shampoo auf Pflanzenbasis, das aus natürlichen Inhaltsstoffen wie Kräutern, Früchten und Ölen hergestellt wird.

Eine weitere Alternative ist die Verwendung von selbstgemachtem Shampoo, das aus einfachen Zutaten wie Aloe Vera, Honig, Zitrone und Apfelessig hergestellt wird. Es ist auch möglich, Shampoo durch alternative Reinigungsmethoden zu ersetzen, wie beispielsweise die Verwendung von Heilerde oder Teerseife.

Bei Naturkosmetik bist Du vor schädlichen Inhaltsstoffen in der Regel sicher.

Milde Shampoos: Eine sanfte Alternative

Mildes Shampoo für die Haare bietet sanfte Pflege für empfindliche Kopfhaut - wenn es auf reizende Stoffe wie Silikone, Sulfate oder Parabene verzichtet. Ein mildes Haarshampoo ist die Basis für gesundes Haar und eine ausgeglichene Kopfhaut.

Milde Shampoos nehmen einen sanfteren Ansatz. Sie reinigen Dein Haar genauso effektiv, aber sie lassen die natürlichen Feuchtigkeitsdepots Deiner Kopfhaut und Haare intakt. Der Vorteil? Deine Kopfhaut behält ihr Gleichgewicht, was wiederum dazu beiträgt, Schuppenbildung und Juckreiz zu reduzieren.

Insbesondere die synthetisch hergestellten Teerfarbstoffe nutzen giftige Erdölprodukte wie Anilin, welches sogar Deine Leber angreifen und Erbgut schädigen kann.

Bessere Alternative: Achte auf Produkte, die mit natürlichen ätherischen Ölen (z. B. Alkohol in Haarpflege - Gut oder schlecht?Nicht jeder Alkohol trocknet Dein Haar aus!

Die Curly Girl Methode und Inhaltsstoffe

Du würdest gerne mit der Curly Girl Methode starten wollen, aber welche Inhaltsstoffe solltest du ab jetzt meiden? Wir geben dir einen Überblick an „schädlichen“ Inhaltsstoffe, damit du eine bessere Produktauswahl für die Pflege und das Styling deiner Locken treffen kannst!

Die Curly Girl Methode, entwickelt von Lorraine Massey, läuft im Grunde darauf hinaus, Produkte zu vermeiden, die bestimmte "schädliche" Inhaltsstoffe enthalten. Du wählst Produkte, die dem Haar keine Feuchtigkeit mehr entziehen und die das Haar wirklich pflegen.

Zum Beispiel trocknen Sulfate und Alkohol das Haar aus und Silikone und Mineralöle bilden eine Schicht um das Haar, sodass Feuchtigkeit und andere Produkte nicht mehr in das Haar eindringen können.

Hier eine Tabelle mit Inhaltsstoffen, die bei der Curly Girl Methode vermieden werden sollten:

InhaltsstoffgruppeBeispieleWarum vermeiden?Bessere Alternative
SulfateSodium Lauryl Sulfate (SLS), Sodium Laureth Sulfate (SLES)Trocknen Haar und Kopfhaut ausSulfatfreie Shampoos mit sanften Tensiden wie Sodium Cocoyl Isethionate (SCI) oder Decyl Glucoside
SilikoneDimethicone, CyclopentasiloxaneVersiegeln das Haar, verhindern FeuchtigkeitsaufnahmePflanzliche Öle (Arganöl, Jojobaöl)
Austrocknende AlkoholeEthanol, IsopropylalkoholEntziehen dem Haar FeuchtigkeitFeuchtigkeitsspendende Alkohole
Mineralöle und WachseParaffinum Liquidum, PetrolatumVersiegeln Haar und Kopfhaut, schwer auszuwaschen

Tipps für den Kauf von Shampoos ohne schädliche Inhaltsstoffe

  • Lesen Sie die Inhaltsstoffliste genau: Achten Sie auf die genannten Inhaltsstoffe und meiden Sie Produkte, die diese enthalten.
  • Nutzen Sie Apps und Online-Datenbanken: Verwenden Sie Apps, die Inhaltsstoffe bewerten, um sicherzustellen, dass Sie sichere Produkte wählen.
  • Achten Sie auf Zertifizierungen: Vertrauenswürdige Zertifizierungen wie EWG Verified oder USDA Organic bieten eine gute Orientierung.
  • Wählen Sie natürliche Öle statt Silikone: Verwenden Sie Produkte mit natürlichen Ölen wie Argan-, Jojoba- oder Kokosöl.

Bereits diese kleine Auswahl an Beispielen zeigt, dass die gängigen Shampoos aus dem Supermarkt oftmals über schädliche Inhaltsstoffe verfügen, bei denen ein kleiner Mehrwert für größere Schäden in Kauf genommen wird. Hinweis: Viele Inhaltsstoffe werden unter spezifischen Namen aufgeführt und sind dementsprechend nicht exakt deckend mit den hier aufgeführten Namen. Entsprechend ist es ratsam, vor dem Kauf genauer jeden Inhaltsstoff zu recherchieren oder direkt auf Produkte mit einer übersichtlichen Liste an Inhaltsstoffen zurückzugreifen.

tags: #shampoo #inhaltsstoffe #vermeiden

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen