Meerschweinchen sind beliebte Haustiere, die jedoch eine angemessene Pflege benötigen, um gesund und glücklich zu bleiben. Ein wichtiger Aspekt der Meerschweinchenpflege ist die Hygiene, die sowohl die Reinigung des Stalls als auch die Fellpflege umfasst. In diesem Artikel werden wir uns ausführlich mit der Anwendung von Shampoo, der Behandlung von Parasiten und der allgemeinen Gesundheitspflege von Meerschweinchen befassen.
Jede Tierart sowie jedes Tier benötigt eine auf ihre/seine individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Haltung und Pflege. Art, Alter, Herkunft, Anamnese und der gegenwärtige Gesundheitszustand des Heimtieres sind wichtige Informationen, die es zu berücksichtigen gilt. Manche Heimtierarten sind für bestimmte Erkrankungen anfälliger als andere. In Gruppen oder im Freigehege gehaltene Tiere haben möglicherweise ein höheres Infektionsrisiko als Einzeltiere bzw. Tiere, die reine Wohnungstiere sind.
Ein guter Hygienestandard sollte bei der Tierhaltung selbstverständlich sein. Käfige oder Boxen sind sauber zu halten und mit Kot oder Urin verunreinigte Einstreu ist zu wechseln, um das Risiko von (Re-)Infektionen gering zu halten. Ebenso sind Futter- und Trinkgefäße regelmäßig zu reinigen; täglich sollte frisches Trinkwasser angeboten werden.
Eine schlechte oder nicht artspezifische Ernährung kann dazu führen, dass Heimtiere für Parasiten oder Pilzbefall und für deren Auswirkungen anfällig werden. Das Übertragungsrisiko kann von örtlichen Gegebenheiten abhängen; beispielsweise kommen einige Parasitenarten endemisch in bestimmten Regionen vor, in anderen aber nicht.
Gute Hygiene beugt Krankheiten vor. Sie beginnt bei der täglichen Reinigung der Trinkgefäße und Futternäpfe: bitte täglich mit heißem Wasser ausspülen. Kalkablagerungen regelmäßig entfernen, da sich dort Keime leicht halten. Zum Entkalken eignen sich heißes Wasser und Zitronensäure.
Je nach Tierzahl den Stall mindestens 1× pro Woche komplett reinigen und mehrmals pro Woche nasse Bereiche (Toilettenecken) entfernen. Bei Infektionskrankheiten oder postoperativ häufiger reinigen.
Bewährt ist Kleintierstreu aus unbehandelten Sägespänen (ohne Duftstoffe): saugfähig, weich und kompostierbar. Nicht geeignet: Katzenstreu oder Granulate - Gefahr des Verschluckens (lebensgefährlich) und erhöhtes Risiko für Ballenabszesse.
Gesunde, kurzhaarige Glatthaar-Meerschweinchen sind eigentlich selbstreinigend. Eine besondere Fellpflege ist nicht notwendig. Ab und zu mit einer weichen Bürste lose Haare zu entfernen, schadet jedoch nicht. Über den ganzen Körper verteilt besitzen Meerschweinchen Talgdrüsen. Diese sondern ein Sekret ab, das beim Putzen verteilt wird und das Fell vor Nässe und Schmutz schützt.
Bei langhaarigen Meerschweinchen wie Angora oder Peruanern sieht es anders aus: Sie sollten mindestens einmal pro Woche gebürstet werden, damit das Fell nicht verfilzt. Wenn es doch zu größeren Knoten kommt, hilft meist nur noch die Schere. Bei Peruanern oder Angoras ist außerdem ein regelmäßiger Haarschnitt nötig: etwa alle 6 Wochen auf Bodenlänge zurückschneiden, insbesondere in der Poregion, wo sich das Fell leicht mit Urin vollsaugt.
Meerschweinchen gelten als genügsame Nager, die wenig Pflege benötigen. Bei dem Namen Meerschweinchen könnte man schnell auf die Idee kommen, dass die süßen Tierchen es lieben, im Wasser zu plantschen. Doch der Schein trügt. Meerschweinchen sind sogar wasserscheu. Deswegen sollten Meerschweinchen nur in Ausnahmefällen gebadet werden.
Grundsätzlich ist es nicht notwendig, Meerschweinchen regelmäßig zu baden. Der Grund dafür ist, dass sich die kleinen Nager alleine um ihre Fellpflege kümmern. Ihre Augen bilden ein Sekret, dass die Meeris selbstständig mit ihren Pfötchen im Fell verteilen. Meistens reicht diese Art der Pflege ohne Wasser vollkommen aus, damit die Tiere hygienisch sauber werden.
Nur in seltenen Fällen ist es notwendig, ein Meeri von Kopf bis zu den Pfötchen zu baden. Nur dann, wenn es medizinisch notwendig ist und der Tierarzt ein Bad anordnet, solltest du dein Meerschweinchen baden. Oftmals kannst du ein Vollbad sogar umgehen, indem du die verschmutzten Stellen mit einem nassen Tuch reinigst.
Zudem mögen es die meisten Meerlis einfach nicht, nass zu werden.
WICHTIG: Um das Tier nicht zu verängstigen und Stress zu vermeiden, solltest du ihm auch beim Baden niemals Wasser über den Kopf schütten! Generell sollte das Wasser nicht auf Kopfhöhe des Schweins sein. Benutze eine kleine Putzwanne mit nicht allzu hohem Rand. Du selbst solltest während des Badens auf dem Boden sitzen. Dies hat mehrere Gründe: Wenn du dich über das Meerschweinchen beugst und es umklammert hältst, bedeutet das zusätzlichen Stress für das Tier.
Bei der Wahl des Shampoos musst du vorsichtig sein. Harte Reinigungsmittel sind tabu, da sie der Haut der Tiere schaden. Verwende ausschließlich unparfümierte und sanfte Seifen. Es gibt im Handel spezielle Meerschweinchen-Shampoos mit neutralem pH-Wert zu kaufen.
Vielen Haltern ist nicht bewusst, dass die meisten Parasiten auf sehr vielen Meerschweinchen zu finden sind, durch ein gesundes Immunsystem breiten sie sich jedoch nicht aus und die Meerschweinchen bleiben symptomlos. Wie bereits oben beschrieben, sind Milben und andere Parasiten oft allgegenwärtig, Milben finden sich beispielsweise im Heu, Stroh und auf den Meerschweinchen.
Bei gesunden Meerschweinchen sind sie jedoch in sehr geringer Zahl vorhanden und das Meerschweinchen zeigt keine Krankheitszeichen wie Juckreiz, Schuppen und Haarausfall. Ist das Immunsystem geschwächt, so kann es zur Ausbreitung der Parasiten kommen, so dass Symptome auftreten.
Milben sind der häufigste Parasit des Meerschweinchens, meist ist ein Befall als erstes am schlechten Fell und Auffälligkeiten der Haut zu erkennen. Zum Beispiel kommt es zu Kahlstellen. Die Diagnose stellt der erfahrene Tierarzt oft aufgrund des Krankheitsbildes, ohne genauere Diagnosemethoden. Für eine präzise Diagnostik ist ein Tesaabklatsch und ein Hautgeschabsel notwendig.
Zusätzlich zur Behandlung sollte am Behandlungstag die gesamte Einstreu erneuert, der Boden geputzt, Heu und Stroh ausgetauscht und das Gehege gründlich gereinigt werden, um möglichst viele Parasiten aus der Umgebung zu entfernen. Mittels Kieselgur kann die Umgebung behandelt werden (siehe weiter unten).
Parasiten sind selbstverständlich übertragbar und können auch andere Gruppenmitglieder befallen. Damit ein Meerschweinchen erkrankt, muss es jedoch eine Immunschwäche haben, bei guter Haltung erkranken nur einzelne Tiere der Gruppe, sollte wirklich eine ganze Gruppe oder mehrere Tiere in einer Gruppe erkranken, so sind die Haltungsbedingungen dringend zu prüfen (siehe „Ursachen für einen Befall“).
Ist ein Tier befallen, sollten alle anderen Tiere auch genau abgesucht und untersucht werden. Prinzipiell werden grundsätzlich nur erkrankte Tiere behandelt! Für gesunde Tiere, die mit befallenen Meerschweinchen zusammen leben, besteht keine Notwendigkeit.
Kieselgur (Siliziumdioxid) wird aus Kieselalgen gewonnen und ist ein reiner Naturstoff, der höchst wirksam gegen Milben aller Arten, Flöhe, Haarlinge, Läuse und andere Insekten ist. Er wirkt im Gegensatz zu vielen Tierarzt-Medikamenten rein mechanisch, deshalb kann es auch zu keiner Resistenzbildung kommen.
Kieselgur ist nur wirksam, wenn die Umgebung absolut trocken ist, deshalb sollte während der Anwendung penibel auf eine absolut trockene Umgebung geachtet werden (häufiges Ausmisten, Überdachung des Geheges, kein Kontakt zu Regen, bei hoher Luftfeuchtigkeit vorübergehender Umzug ins Haus, kein feuchtes Fell). Da er sehr schnell wirkt, reicht es, zwei Tage für absolute Trockenheit zu sorgen.
Es reichen bereits Kleinstmengen vom Kieselgur aus, um einen Milbenbefall erfolgreich zu behandeln. Eine größere Menge ist nicht nötig und sollte nicht verwendet werden, da sonst die Atemwege durch die Staubbelastung belastet werden.
Meerschweinchen - besonders in Außenhaltung - können an den Fußballen Hornhaut entwickeln. Rissige Stellen sind empfindlich und begünstigen Entzündungen. Mit wenigen, regelmäßigen Pflegeschritten lässt sich viel vorbeugen.
Sanft einölen: Dünn Olivenöl oder eine unparfümierte Fettcreme auftragen und behutsam einmassieren. Lösende Hornhaut: Vorsichtig mit einer scharfen Hautschere abnehmen (nur lose, abstehende Partien). Alternativen: Pfotenpflege-Cremes aus dem Zoofachhandel (oft im Hundebedarf) sind ebenfalls geeignet.
Das regelmäßige Kürzen der Krallen ist besonders bei Meerschweinchen notwendig, die ganzjährig oder überwiegend in Innenhaltung leben oder sich vorwiegend auf weichem Untergrund bewegen. Nutzen sich die Krallen nicht genügend ab, kann es zu Fehlstellungen der Zehen oder sogar zu Druckgeschwüren an den Füßchen kommen.
Krallen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden. Bei älteren Tieren treten häufiger Fehlstellungen der Zehen auf, sodass ein häufigeres Schneiden erforderlich sein kann. Lieber öfter ein kleines Stück kürzen, als zu lange zu warten und dann zu viel auf einmal.
Die Perinealtasche liegt zwischen Penis und Anus. Darin sitzen Perinealdrüsen, die ein fettiges, klebriges Duftsekret bilden. Mit hormoneller Aktivität, Stress oder sexueller Erregung kann die Produktion zunehmen.
Regelmäßige Sichtkontrolle: Auf Pfropfen, starke Verschmutzung, Rötungen, Geruch achten. Sanft reinigen: Weiches Tuch mit ein paar Tropfen Olivenöl (alternativ Babyöl) anfeuchten, außenliegende Verschmutzungen vorsichtig lösen. Nicht „schrubben“: Schleimhaut ist empfindlich - lieber öfter, dafür sanft arbeiten.
Gelegentlich kann es vorkommen, dass ein Meerschweinchen vermehrt Ohrenschmalz produziert. Dadurch können die Ohren teilweise verstopfen. Mitunter haftet das Ohrenschmalz sogar an den Ohrläppchen. In diesem Fall können die Ohren äußerlich vorsichtig gereinigt werden - ausschließlich in der äußeren Ohrmuschel und niemals im inneren Gehörgang. Dazu eignet sich ein Wattestäbchen, das leicht mit Pflegeöl oder Olivenöl befeuchtet ist.
Die richtige Pflege und Hygiene sind entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Meerschweinchen. Regelmäßige Stallreinigung, Fellpflege, Parasitenkontrolle und die Beachtung besonderer Bedürfnisse wie Fuß- und Krallenpflege tragen dazu bei, dass sich Ihre Meerschweinchen rundum wohlfühlen.
| Bereich | Maßnahmen | Hinweise |
|---|---|---|
| Stallhygiene | Tägliche Reinigung der Trink- und Futternäpfe, wöchentliche Komplettreinigung des Stalls | Verwendung von geeigneter Einstreu, Vermeidung von Katzenstreu und Granulaten |
| Fellpflege | Regelmäßiges Bürsten, besonders bei Langhaarmeerschweinchen, Haarschnitt bei Bedarf | Vermeidung von Verfilzungen, Kürzen des Fells im Genitalbereich |
| Baden | Nur bei medizinischer Notwendigkeit oder starker Verschmutzung | Verwendung von mildem Shampoo, Vermeidung von Wasser im Kopfbereich, sorgfältiges Trocknen |
| Parasitenkontrolle | Regelmäßige Kontrolle auf Milben und andere Parasiten, Behandlung mit Kieselgur oder tierärztlichen Medikamenten | Gründliche Reinigung des Stalls und der Umgebung |
| Fußpflege | Regelmäßige Kontrolle der Fußballen, sanftes Einölen bei rissiger Haut | Vermeidung von hartem Untergrund und falscher Einstreu |
| Krallenpflege | Regelmäßiges Kürzen der Krallen | Verwendung einer speziellen Krallenschere, Vermeidung von zu tiefem Schneiden |
| Pflege der Perinealtasche | Regelmäßige Kontrolle und sanfte Reinigung bei Böckchen | Verwendung von Öl zur Entfernung von Verschmutzungen |
| Ohrenreinigung | Sanfte Reinigung der äußeren Ohrmuschel bei Bedarf | Vermeidung von Reinigung im inneren Gehörgang |
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