Kernseife Shampoo Rezept: Natürliche Haarpflege einfach selbstgemacht

Zugemüllte Weltmeere, für die Gesundheit schädliche Silikone oder hohe Kosten: Es gibt viele Gründe, sein Shampoo selber zu machen. Rund 80 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmen laut Schätzungen derzeit im Meer, und laut WWF werden es jedes Jahr bis zu zwölf Tonnen mehr - was in etwa einer neuen Lastwagenladung Müll pro Minute entspricht. Auch das feine Mikroplastik Silikon, das sich eigentlich um das Haar legen und es geschmeidig machen soll, reichert sich immer mehr in der Umwelt an.

So hat die europäische Chemikalienagentur ECHA die Silikon-Arten D4 und D5 in Fischen, im Schnee und sogar im Feinstaub in der Luft nachweisen können. Beide Arten stehen in der EU übrigens seit 2015 auch auf der Liste für nicht sichere Stoffe und könnten laut Versuchsreihen sogar krebserregend sein.

Um chemische Inhaltsstoffe und Plastik in Shampoos zu vermeiden, setzen wir daher lieber auf natürliche Shampoos für die Haare. Es macht die Haare genauso sauber wie chemisches Shampoo, bringt es zum Glänzen, versorgt es mit Feuchtigkeit und schützt die Farbe. Dabei kostet das DIY-Produkt nur wenige Euro, sorgt gleichzeitig für ein lupenreines Gewissen bezüglich der Umwelt und schadet dabei weniger der eigenen Gesundheit.

Mittlerweile scheint es für jeden Haartyp das richtige Shampoo zu geben. Doch die Wahrheit ist, dass herkömmliche Shampoos aus dem Drogeriemarkt viele Inhaltsstoffe enthalten, die der Haarpracht und der Umwelt gleichermaßen schaden. Wünschen Sie sich ein nachhaltiges Shampoo, das auf Schadstoffe verzichtet und keinen Plastikmüll produziert? Ob für fettiges, trockenes oder dünnes Haar: Shampoos gibt es heute wie Sand am Meer.

Doch trotz der zahlreichen Wirkversprechen wird eines meistens nicht berücksichtigt: die Umwelt. Schließlich enthalten herkömmliche Haarshampoos zahlreiche umweltschädliche Stoffe wie Silikone, Parabene, Tenside und Mikroplastik. Naturkosmetik-Shampoos bieten hingegen eine ausgezeichnete Alternative. Sie sind frei von künstlichen Inhaltsstoffen und setzen sich stattdessen aus rein natürlichen Zutaten zusammen. Und das Beste: Ein Bio-Shampoo können Sie in nur wenigen Schritten selbst machen - ganz im Sinne von Zero Waste im Alltag!

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DIY-Grundrezept für natürliche Shampoos mit Seife

Als Basis für Ihr selbst gemachtes Shampoo dient eine einfache Seifenlauge, die Sie mit nur zwei Zutaten schnell und einfach herstellen können.

Haarshampoo mit Kernseife oder Naturseife: Flüssigseife selber machen

Zutaten:

  • 15 g Kernseife
  • Küchenhobel
  • 250 ml warmes (nicht heißes!) Wasser

Anleitung:

  1. Für das Shampoo die Kernseife mit einem Küchenhobel zerkleinern.
  2. Die Seifenspäne mit Wasser mischen - fertig ist die Flüssigseife, die als Basis für alle Shampoos zum selber herstellen dient.

Tipp: Alternativ funktioniert auch fertige Flüssigseife, die man etwa bei Alverde oder Denn’s kaufen kann.

Bevor Sie mit der Herstellung Ihres ersten Shampoos beginnen, lohnt es sich, ein Blick auf mögliche Inhaltsstoffe zu werfen und was diese bewirken. Sie können dann selbst entscheiden, was Ihnen und Ihrem Haar davon guttut.

Shampoo selber machen: Diese Zutaten sind unverzichtbar

Um zu verstehen, wie sich Shampoo-Rezepturen zusammensetzen, lohnt sich ein genauerer Blick auf mögliche Inhaltsstoffe:

  • Tenside: Diese Substanzen lösen Schmutz und Fett von Haar und Kopfhaut. In ihrer natürlichen Form sind sie beispielsweise in Seifenkraut, Waschnüssen und Kokosglucosid vorhanden. Die Konsistenz des Haarshampoos zwischen flüssiger und fester Form hängt davon ab, ob Natrium- oder Kaliumsalze von Fettsäuren enthalten sind.
  • Pflanzenöle: Die pflegende Wirkung von Pflanzenölen wie Jojobaöl, Kokosöl oder Olivenöl ist mittlerweile allseits bekannt. Sie verleihen dem Haar Geschmeidigkeit und Glanz, glätten die Haarstruktur und wirken Haarbruch entgegen. In maßvollen Mengen verleihen sie dem Haar ein gesundes Aussehen. Achtung: Zu viel Öl macht das Haar natürlich fettig.
  • Feuchtigkeitsspender: Um trockenes Haar zu revitalisieren und einer Schuppenbildung vorzubeugen, können natürliche Feuchtigkeitsspender wie Aloe Vera, Honig oder Glycerin im Shampoo verwendet werden.
  • Ätherische Öle: Einen verführerischen Duft bekommt Ihr DIY-Shampoo durch ätherische Öle wie Lavendel, Rosmarin oder Teebaum.

Shampoos selber herstellen für alle Haartypen

Das Grundrezept für Ihr DIY-Shampoo können Sie noch beliebig variieren und an Ihre Bedürfnisse anpassen. Je nach Auswahl und Zusammenstellung der Zutaten können Sie Shampoo für trockenes oder leicht fettendes Haar oder eine trockene Kopfhaut herstellen.

Hier sind einige Rezepte für verschiedene Haartypen:

Shampoo selber machen: Fettiges Haar

Wenn Sie mit fettigen Haaren zu kämpfen haben, liegen Sie mit einem Brennnessel-Shampoo genau richtig. Die beruhigende Brennnessel reguliert die Fettbildung und sorgt dafür, dass die Kopfhaut weniger schnell nachfettet.

Zutaten:

  • 100 g Brennnesselblüten
  • 100 ml Flüssigseife
  • 3-4 Tropfen Lavendelöl

Zubereitung:

  1. Die Brennnesselblätter mit heißem Wasser aufgießen und fünf Stunden ziehen lassen.
  2. Den Brennnessel-Sud mit der Naturseife mischen.
  3. Für den Duft und als antibakteriellen Zusatzstoff etwas ätherisches Lavendelöl hinzufügen.

Anwendung:

Das selbst gemachte Naturshampoo für fettiges Haar direkt am Haaransatz in die Kopfhaut einmassieren. Dort entfernen Brennnessel und Lavendel direkt den überschüssigen Talg. Das Shampoo anschließend nur lauwarm ausspülen, denn heißes Wasser würde die Talgproduktion wieder anregen.

Shampoo selber machen: Trockenes Haar

Für trockene und spröde Haare empfiehlt sich ein mildes Kokos-Shampoo - egal, ob von Natur aus trocken oder durch etwa regelmäßiges Färben. Kokosmilch überzeugt mit ihren feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften, mit denen sie trockenen Haaren wieder auf die Sprünge hilft. Mit der rückfettenden Wirkung des Kokos-Shampoos haben trockene Haare keine Chance mehr.

Zutaten:

  • 1 TL flüssiger Honig
  • 100 ml Kokosmilch
  • 50 ml Flüssigseife

Zubereitung:

  1. Den Honig zunächst warm und flüssig machen. Anschließend die Kokosmilch mit dem Teelöffel Honig mischen.
  2. Das Honig-Kokosmilch-Gemisch mit der Naturseife vermengen.

Anwendung:

Das Haarshampoo mit Kokosmilch im gesamten Haar einmassieren und auch gut in die trockenen Spitzen verteilen. Dafür eignet sich zum Beispiel eine Tangle-Teezer-Bürste, die man auch auf trockenem Haar anwenden kann. Nach dem Waschen noch etwas Kokosöl in die Spitzen geben, schon ist trockenes Haar Vergangenheit.

Shampoo selber machen: Feine Haare

Zutaten:

  • 2 EL Rizinusöl
  • 1 TL feines Salz
  • Ein Ei
  • 100 ml Flüssigseife

Zubereitung:

  1. Die Flüssigseife mit dem Rizinusöl mischen.
  2. Anschließend das feine Salz hinzugeben.
  3. Zum Schluss im Mixer mit dem Ei verquirlen.

Anwendung:

Das Shampoo vor allem am Ansatz einmassieren, damit Ei und Rizinusöl dort für den Volumen-Boost sorgen können. Anschließend gründlich für mehrere Minuten ausspülen. So läuft das Shampoo auch noch über die Spitzen und reinigt dieses ganz sanft, ohne dass das Ei sie verklebt.

Shampoo selber machen: Für schnelleres Haarwachstum

Falls Sie sich schnelleres Haarwachstum wünschen, entscheiden Sie sich am besten für ein stimulierendes Rosmarin-Shampoo. Das Kraut ist als altbewährtes Hausmittel für die Haar- und Kopfhautpflege bekannt. Rosmarin wirkt nicht nur belebend und erfrischend, sondern sorgt auch dafür, dass die Haare schneller wachsen.

Zutaten:

  • 50 g frischer Rosmarin
  • 50 ml Flüssigseife
  • 3-4 Tropfen Rosmarinöl

Zubereitung:

  1. Zunächst den Rosmarin aufgießen und etwa drei Stunden ziehen lassen.
  2. Den Sud mit Seife mischen.
  3. Anschließend das Rosmarinöl dazugeben.

Anwendung:

Rosmarin fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Und bessere Durchblutung bedeutet schnelleres Haarwachstum. Daher das Shampoo mit Rosmarin mehrere Minuten auf die Kopfhaut einmassieren und erst danach ausspülen.

Shampoo selber machen: Für schwarzes Haar

Zutaten:

  • Schwarzer Tee
  • 50 ml Flüssigseife
  • Zitronensaft von einer halben Zitrone

Zubereitung:

  1. Zunächst den Schwarztee aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen.
  2. Den starken Tee mit der Naturseife mischen.
  3. Den Zitronensaft hinzugeben und gut verrühren.

Anwendung:

Das Naturshampoo in den Längen und auf dem Haaransatz gut verteilen und etwa drei Minuten wirken lassen. Durch die schwarze Farbe des Gemischs werden dunkle Haare wieder farblich frischer. Den Rest einfach kurz ausspülen.

Shampoo selber machen: Für blondes Haar

Kamille ist ein natürlicher Weichmacher - das bedeutet, dass die Blüten gegen krause und splissige Haare wirken. Hinzu kommt, dass die Kamille Ihrer Haarmähne einen ganz neuen Glanz und Schimmer verleihen kann, ohne sie unnötig zu beschweren.

Zutaten:

  • 50 g Kamillenblüten
  • 50 ml Flüssigseife
  • Saft von einer halben Zitrone

Zubereitung:

  1. Zunächst die Kamillenblüten aufgießen und etwa zwei Stunden ziehen lassen.
  2. Den Kamillen-Sud mit der Naturseife mischen.
  3. Anschließend den Zitronensaft hinzugeben und abfüllen.

Anwendung:

Das Naturshampoo in den Längen und auf dem Haaransatz gut verteilen und etwa drei Minuten wirken lassen. Kamille und Zitrone haben eine aufhellende Wirkung und lassen Ihr Blond sofort wieder frischer aussehen. Den Rest des Shampoos ausspülen.

Shampoo selber machen ohne Seife

Selbstverständlich können Sie Haarshampoo auch in seifenfreier Rezeptur herstellen. Beliebte Haarpflege-Trends wie die No-Poo-Methode nutzen diese Vorgehensweise, um das Haar zu schonen und sanft zu reinigen.

Mit seinem pH-Wert von 5,5 ist selbstgemachtes Shampoo auf Roggenmehl-Basis besonders bei irritierter und juckender Kopfhaut hilfreich. Anders als die zuvor vorgestellten Shampoos müssen Sie Roggenmehl-Shampoo vor jeder Haarwäsche frisch anrühren.

Zutaten:

  • 4 Esslöffel Roggenmehl
  • 200 - 300 Milliliter Wasser (je nach Haarlänge)

So geht’s:

Beide Zutaten in eine Schüssel geben und klumpfrei verquirlen. Das Roggenshampoo sanft ins feuchte Haar einmassieren und gründlich ausspülen. Mögliche Reste entsorgen.

Tipps und Tricks

  • Haltbarkeit: Da in Naturshampoo ausschließlich Hausmittel und Lebensmittel enthalten sind, ist die Haltbarkeit begrenzt. Sie sollten das Shampoo daher, wie Lebensmittel auch, im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält es sich etwa 14 Tage und sollte dann neu angemischt werden.
  • Umstellung: Wer von herkömmlichem Haarshampoo auf Naturshampoo umsteigt, sollte wissen, dass gerade die Umstellungsphase etwas schwierig sein kann. Kopfhaut und Haare durchleben einen regelrechten Entzug und müssen sich erst an die neuen, reinen Inhaltsstoffe gewöhnen. Nach rund einem Monat sollte die Umstellung aber vollendet sein.
  • Glanz: Wem der Glanz durch Silikone dann immer noch fehlt, der kann sein Haar nach dem Waschen mit Apfelessig spülen. Der ist einer der besten natürlichen Glanzspender und Weichmacher für die Haare!

tags: #Kernseife #Shampoo #Rezept

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