Ein ungleiches Ermittlerduo, kantiges Hauptstadtflair, gesellschaftlich relevante Themen und jede Menge Humor - dazu die unverwechselbare Berliner Schnauze und die legendäre Wollmütze des Hauptkommissars: "Ein starkes Team" ist als eine der langlebigsten deutschen Krimiserien längst Kult. Nun feiert die ZDF-Reihe ihren 100. Fall - und zugleich das 30-Jahre-Dienstjubiläum von Otto Garber, dem Hauptdarsteller Florian Martens seit der Premiere 1994 seinen Stempel aufdrückt.
Das Ermittlerteam von "Ein starkes Team".
Zum großen Jubiläum ermittelt er gemeinsam mit Kollegin Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) in einem aufregenden Mordfall - dem Anlass angemessen mit jeder Menge nostalgischer Anspielungen auf die letzten Jahrzehnte. Die Spur führt unter anderem in Ottos Stammkneipe, auf die Pferderennbahn - und zu gleich zwei alten Gegenspielern. Der Jubiläumsfall beginnt mit einem Toten im Berliner Tiergarten. Alexander Möwe, Mitarbeiter eines Instituts für Altersforschung, wurde offenbar ermordet, nachdem er brisante Unterlagen entwendet hatte.
Es geht um Millionen, denn das Unternehmen BOGESTA forscht unter Leitung von Vanessa Zimmermann (Neda Rahmanian) tatsächlich an einer Formel für das "ewige Leben". Während Linett interessiert scheint, entgegnet Otto: "Was willst du denn mit einem Mittel gegen das Altern? Du bist doch noch jung und knackig im Vergleich zu mir altem Sack." Oder: "Statt Rente mit 63 dann mit 360 oder wie?"
Die gewohnte Tonalität ist auch für den 100. Und der erlaubt sich anlässlich der doppelten Null eine Menge hübscher Referenzen und Rückblicke: Die Spur führt zu illegalen Pokerrunden ausgerechnet in Ottos Stammkneipe ("Das Bier kann ja nüscht dafür") und zu zwei seiner alten Gegenspieler, die sich zur Zusammenarbeit entschlossen haben: Der zwielichtige Rainer Michaelsen (Oliver Stritzel) wird von zwei jungen Frauen (Sinje Irslinger und Meira Durand) beklaut und beauftragt den noch zwielichtigeren Bruno Wirth (Jochen Nickel), einen wichtigen Aktenkoffer wiederzufinden.
Ganz wunderbar: Otto erinnert sich an die beiden alten Feinde anhand der Originalszenen aus alten "Ein starkes Team"-Fällen, die 20 respektive 30 Jahre zurückliegen. Die herrlichen Ausschnitte zeigen den jungen Florian Martens, mit etwas mehr Haar unter der Wollmütze, etwa in der gerade einmal zweiten Folge der Reihe, "Erbarmungslos" aus dem Jahr 1995. Damals brachte er Wirth in den Knast - und während der so tut, als könne er sich nicht erinnern, gesteht Otto: "Den werd ich nie vergessen. Der Typ wollte mich umlegen, und nicht nur einmal". Der habe wieder Dreck am Stecken - "So wat riech ich." - "Sie haben sich kaum verändert. Wie machen Sie das?", spielt auch der andere alte Gegenspieler Michelsen auf die Langlebigkeit der Serie an. "Ich hab Sie damals gekriegt. Ich werd sie wieder kriegen", entgegnet Otto gewohnt trocken.
Zu sehen ist in den nostalgischen Rückblickszenen auch Maja Maranow, die Martens 1994 für den ersten Film "Gemischtes Doppel" (damals noch als einzelne Ost-West-Krimikomödie konzipiert) gewann und fortan als seine Partnerin Verena Berthold zu sehen war. 2015 stieg Maranow aus der Reihe aus, ein Jahr später erlag sie ihrem Krebsleiden. Vor allem ihren Humor vermisse er schmerzlich, sagt Florian Martens.
Auch wenn die Zusammenhänge und Zufälle in diesem Jubiläumsfall (Regie: Johannes Grieser, Buch: Leo P. Ard) ein wenig konstruiert wirken - der große Showdown, die nostalgischen Bezüge, Linett als eingeschleuste Pokerspielerin und Nils als motivierter Neuzugang entschädigen dafür. Ebenso wie der sonst grummelige Otto, der sein LKA-Dienstjubiläum dann doch irgendwie feiern will, aber nur auffällig viele Absagen erhält. Denn eigentlich geht es diesmal natürlich weniger um den Fall als darum, einen der dienstältesten TV-Kommissare und eine der kultigsten Krimireihen im deutschen Fernsehen zu ehren.
Der Charme dieser Reihe war nie nur die Krimihandlung. Es sind die Dialoge, das Timing - und der herrlich trockene Witz: Als Hipster-Neuzugang Nils etwa fragt: "Was hast du denn gegen Hafermilch?", erwidert Otto: "Ist die Frage ernst gemeint?". Eben so wenig fehlen dürfen der ewige Running Gag rund um den Pathologie-Flirt mit Dr. Simkeit (Eva Sixt) sowie die von Anfang an in jeder Folge wechselnden Geschäftsideen der guten Kommissariats-Seele Sputnik.
Dessen Darsteller Jaecki Schwarz erinnert sich noch gut an den allerersten Drehtag: "Der spielte in einer Hähnchenbude - ich weiß noch, wie die Kleidung und sogar die Haare hinterher nach dem Bratfett rochen." Diesmal hat ihm Otto einen Job auf der Pferderennbahn verschafft, damit er mal "an die frische Luft kommt". Und vielleicht auch, damit er ihm den ein oder anderen Tipp verschafft - schließlich ist Otto Pferdewettenliebhaber, ebenso wie sein Darsteller Florian Martens, der sogar mehrere Rennpferde besitzt. Dass die Jubiläumsfolge zum Teil - und vor allem im großen Finale - auf der Rennbahn spielt, ist eine weitere Ehrerbietung an die besondere Verbindung von Hauptfigur und Hauptdarsteller.
Martens und Otto verschmelzen wie nur wenige Schauspieler mit ihrer Rolle. Die Wollmütze, seine Klamotten - alles von Martens selbst entwickelt. "Ich gehe für den Otto nie in die Maske", sagt er im Interview mit uns: "Dann würde ich ja wie ein Schauspieler aussehen, das will ich vermeiden."
Dass Otto nur in einer einzigen Folge keine Mütze trug, ist ein weiterer liebevoller Funfact nach 100 Folgen. Und Otto ist es auch, der den Berliner Lokalkolorit in die Reihe trägt. Florian Martens, gebürtiger Ost-Berliner, war früher Baumaschinist, hat als Baggerfahrer Stadtteile wie Marzahn mit aufgebaut. Auch viele andere Darsteller stammen aus Ostberlin - und nicht nur das: Die Drehbücher werden auf Hochdeutsch geschrieben, dann "eingeberlinert" - von Martens und Jaecki Schwarz höchstpersönlich.
Bei der Zusammenarbeit der beiden mit Berliner Schnauze versehenen Originale, die zu DDR-Zeiten gemeinsam bei der Volkspolizei dienten, entsteht Authentisches. Jenes "unverwechselbare Berliner Flair" lobt auch auch Stefanie Stappenbeck, die seit 2016 als Ermittlerin dabei ist. Sie hebt hervor, wie stark die Reihe in der Stadt verankert ist: "Berlin ist mehr als Kulisse, es ist ein eigener Charakter."
Als zweites Thema neben der umfassenden Selbstbetrachtung und angemessenen Selbstbeweihräucherung behandelt die Jubiläumsfolge das ewige Leben - und blickt damit natürlich ebenfalls herrlich selbstironisch auf eine der langlebigsten Krimireihen: "In Würde und Schönheit altern, das ist mein Plan für die nächsten 40 Jahre", lässt Martens seinen Otto an einer Stelle sagen - und meint damit zugleich sich, seine Figur und die Reihe als solche.
Ja, "Ein starkes Team" wird älter und wirkt vielleicht auf manche altbacken. Man könnte aber auch sagen: zeitlos."Ein starkes Team" war nie avantgardistisch. Aber es war immer ehrlich, bodenständig und wohl gerade deshalb so langlebig. Und Florian Martens? "Otto ist für viele eine Identifikationsfigur", weiß er. Er ziehe seine Figur durch, "weil es mir noch Spaß macht".
Darauf hoffen auch über die 100 hinaus wohl nicht nur eingeschworene Fans, sondern alle, denen traditionsreiches Fernsehen und stabile Krimiunterhaltung etwas bedeuten. Denn wer will schon Sätze wie diesen missen: "Schade, dass das Mittel gegen das Altern noch nicht auf dem Markt ist. Da kriegt lebenslänglich nochmal eine ganz neue Bedeutung."
Meist mit kahlem Kopf oder einer Mütze bedeckt, ist Schauspieler Florian Martens im Fernsehen oder bei öffentlichen Auftritten zu sehen. Doch in seinen jungen Jahren zierten noch braune Haare den Kopf des Schauspielers. Auf dem Foto aus dem Jahr 1993, kurz bevor Florian Martens die Rolle bei „Ein starkes Team“ angenommen hat, posiert er in einem braunen Sakko und schwarzen T-Shirt für die Kamera. Da muss man glatt zweimal hinsehen!
Florian Martens in jungen Jahren mit Haaren.
Auf diesem Bild aus demselben Jahr posiert Florian Martens in einem rot-karierten Holzfällerhemd und Dreitagebart. So kennen wir den Schauspieler heute. Florian Martens begeistert der „Ein starkes Team“-Darsteller seit Jahrzehnten als Kriminalhauptkommissar „Otto Garber“ die ZDF-Zuschauer. Sein markanter Look mit Glatze gibt dem Schauspieler einen eindeutigen Wiedererkennungswert, doch diesen hatte er nicht immer.
Auf diesen Bildern von früher ist der Fernseh-Kommissar fast nicht wiederzuerkennen.
Mal im Einsatz: Das „starke Team“ Florian Martens und Maja Majanow sprechen im Interview über ihre Fälle. Zuerst waren sie sich noch spinnefeind. Ein Kuss-Szene hätten sie noch nie gehabt.
Seit 1994 ermittelt das Duo Otto und Verena (Florian Martens und Maja Majanow) als „Starkes Team“ im ZDF. Die Krimis erreichen meist mehr als 20 Prozent Marktanteil, Tendenz steigend. Der aktuelle Fall „Gnadenlos“ führt das Berliner Ost-West-Duo am Samstag um 20.15 Uhr auf die Spur brutaler Menschenhändler.
„Gnadenlos“ ist Ihr 50. gemeinsamer Auftritt als „Starkes Team“. Fühlen Sie sich wie auf Ihrer Goldenen Hochzeit?
Maranow: Da klingt ja fast so ein Beerdigungston an! Wenn ich nicht ständig auf das Jubiläum hingewiesen worden wäre, wäre es mir gar nicht aufgefallen. Wir haben ja nie einen Vertrag über eine Laufzeit abgeschlossen, sondern immer von Teil zu Teil entschieden, ob wir weitermachen.
Martens: Es hatte ganz entspannt begonnen: als einzelne Krimikomödie. Das roch gar nicht nach Reihe. Wir haben dazwischen immer wieder interessante Angebote angenommen, wie die Großproduktionen mit Dieter Wedel, und mit dem „Starken Team“ pausiert. Wie die Zeit vergangen ist, merke ich daran, dass bei den Dreharbeiten zum ersten Film meine Tochter Rosa geboren wurde, die gerade 18 geworden ist.
Sie haben 18 Jahre lang also eine Reihe gedreht, ohne zu merken, dass es eine Reihe ist?
Martens: Ja, weil die anderen Angebote überwogen. Wenn nur noch der Otto übrig bleiben würde, dann würde mir auffallen, dass ich ihn womöglich schon viel zu lange gespielt habe.
2003 hatten Sie im Interview mit der Berliner Zeitung zum 25. Fall erklärt, dass sie auf keinen Fall noch mal so lange „Ein Starkes Team“ spielen wollten!
Maranow: So kann man sich irren. Eben weil wir vertraglich nicht über eine Folge hinaus gebunden sind, macht es einfach immer noch Spaß. Die maximal 60 Drehtage, die wir pro Jahr miteinander verbringen, die halten wir sehr gut aus.
Martens: Ich habe meine Karriere nie langfristig durchgeplant, bin immer nur ehrgeizig für das nächste Projekt. Weil mein Beruf Schauspieler und nicht TV-Kommissar ist, stehe ich gerade wieder auf der Bühne. Im „Theater am Kurfürstendamm“ sprach mich eine ältere Dame an: Ach, Herr Martens, schön, dass Sie auch mal zu einer Premierenfeier kommen! Ich sage: Ich stand doch auf der Bühne - und sie: Ach Sie waren das! Für mich ein großes Kompliment!
Werden Sie denn auf der Straße auch als Otto angesprochen?
Martens: Ja, in Pankow, dem einzigen Bezirk im Ostberliner Zentrum, in dem noch Einheimische leben. Ich wollte eigentlich nach 20 Jahren im Scheunenviertel ins Bötzow-Viertel ziehen, wo meine Verwandtschaft mütterlicherseits lebte. Aber da habe ich meine Wurzeln nicht mehr gefunden. Da gibt es ja nur noch Bioläden, und wenn ich beim Bäcker eine Schrippe kaufen will, brauche ich einen Dolmetscher.
Als das „Starke Team“ 1994 auftauchte, sah es in Berlin noch anders aus ...
Martens: Ja, Otto kaufte seine Kippen schwarz beim Vietnamesen, hat beim Verhör auch mal zugeschlagen, den Staatsanwalt als Arschloch tituliert und nie seine Kippe aus dem Mund genommen. Das ginge heute nicht mehr.
Maranow: Nur vorm Küssen hast du die Zigarette mal rausgenommen - als echter Gentleman.
War das etwa ein Kuss zwischen Otto und Verena?
Maranow: Nein, wir hatten doch noch nie eine Kuss-Szene zusammen! Verena ist zwar einmal in Ottos Bett aufgewacht, konnte sich aber nicht erinnern, wie sie da reingekommen ist - es bleibt eine unvollendete Geschichte. Als Paar könnten Verena und Otto gar nicht zusammen arbeiten.
Martens: Im ersten Fall waren wir uns anfangs spinnefeind, schon wegen Ost und West. Als ich sie dann in der Schlusstotalen in den Arm nahm, wurde gleich spekuliert, ob das auch eine private Annäherung sein würde.
Maranow: Haben wir uns wirklich im ersten Teil umarmt? Ich erinnere mich daran, dass ich Dir zum Schluss einen ordentlichen Tritt in den Hintern gegeben habe!
Martens: Nein, nein! Dein Tritt kam erst in Teil Drei, draußen auf dem alten Militärflughafen.
Müssen sich Verena und Otto immer an den Zeitgeist anpassen?
Martens: Unser Redakteur vom ZDF meinte mal, der Otto käme in irgendeiner jugendlichen Zielgruppe nicht so gut an. Doch den Vorschlag, dass sich Otto rasieren, mit dem Rauchen und Berlinern aufhören und statt Wollmütze ein Basecap tragen sollte, habe ich sofort abgelehnt. Heute dagegen heißt es: Otto soll unbedingt so bleiben, er habe einen ganz hohen Wiedererkennungswert.
Gab es solche Vorschläge auch für Verena?
Maranow: Ja, sie sollte sich mehr aufbrezeln, auch mal ein Kostümchen tragen. In Prada-Teilchen in sozialen Brennpunkten? Da hab ich nur gesagt: Wo soll denn meine Waffe hin, soll ich die aus der Handtasche zaubern?
Wie viele Mützen hat Otto in den 18 Jahren verbraucht?
Martens: Einige. Die erste hatte meine Mutter noch gehäkelt, die hatte so eine Krempe und darunter quollen noch schwarze Locken hervor. Seit ich die Haare nicht mehr habe, trage ich ganz simple Wollmützen: Die gab“s für’n Fünfer bei Karstadt. Eine ist sogar mal bei Biolek versteigert worden.
Maranow: Ich hatte anfangs auch eine Mütze - so eine Schiebermütze. Da hieß es immer: Wir sehen dein Gesicht nicht! Ich musste sie so weit hinten tragen, dass es komplett bescheuert aussah. Dann haben wir sie entsorgt.
In der 50. Folge „Gnadenlos“ bekommt Otto Besuch von seiner Tochter aus Amerika. War Susanne Bormann schon mal als Ottos Tochter zu sehen?
Martens: Noch nie. Anne-Sophie Briest hat mal eine Tochter gespielt, Lavinia Wilson und dann noch zwei andere. Es kam ja immer mal eine uneheliche Tochter dazu.
Tauchen eigentlich auch mal Verwandte von Verena auf?
Maranow: Verena ist Waise. Ihr Vater ist gestorben, ihre Mutter auch.
Martens: Was, wann ist denn die Mutter gestorben?
Maranow: Aber ja, danach hatten wir doch diese Brückenszene, wo ich mich übergeben muss und Otto kommt dazu und fragt: Biste schwanger?
Ein neuer Fall für Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Otto Garber (Florian Martens). «Scharfe Schnitte» aus der erfolgreichen ZDF-Krimiserie «Ein starkes Team» läuft am Samstag um 20.15 Uhr.
Der Anschlag ist das Werk einer Profikillerin und galt vermutlich dem Besitzer des Salons, Starfriseur Benno Rohde (herrlich schmierig: Harald Schrott). Nach und nach wird den Ermittlern klar: Der zwielichtige Rohde hat fast so viele Feinde wie Haare auf dem Kopf. Er hat eine Ehe zerstört, einen Konkurrenten angeschwärzt und auch offenbar andere unsaubere Dinge getan. Doch reicht das als Motiv?
Otto sind die Ermittlungen zwischen Schere und Waschbecken nicht so ganz geheuer. Der freundliche Brummbär mit kahlem Haupt unter der Wollmütze war das letzte Mal vor Jahrzehnten beim Friseur. «Da hat es noch 1,10 Mark gekostet.» Ost-Mark versteht sich. Dass das Team bei den Ermittlungen auf den Promi-Schönheitschirurgen Dr. Patrick Schönfeld (Roland Koch) stößt und plötzlich auch noch Altersfalten ein Thema werden, macht es für Otto nicht besser. Er hat Alpträume.
Überhaupt treibt alle plötzlich das Thema Haare um. Teamchef Reddemann (Arnfried Lerche) trauert dem einstigen Hippie-Schopf nach. Sebastian Klöckner (Matthi Faust) grübelt über seinen Schnitt nach, den der eitle Star-Coiffeur als «Körperverletzung» verunglimpft hat. Und Sputnik? Der rasiert seinen Kollegen die Köpfe. Der Darsteller Jaecki Schwarz hatte jüngst das Ende seiner TV-Karriere verkündet, dabei aber ausdrücklich seine Mini-Rolle in «Ein starkes Team» ausgenommen.
Mit gutem Grund. Zu den großen Vorzügen der Reihe gehört die große Kontinuität der Macher. Der Regisseur Martin Kinkel und der Drehbuchautor Leo P. Ard haben schon viele Folgen des Dauerbrenners inszeniert und bleiben sich treu. Wieder einmal ist ein eigenartiger Mord nur der Anlass, in einen neuen Mikrokosmos der Hauptstadt einzutauchen und Schrulligkeiten des Ermittlerteams genüsslich offenzulegen. Erneut halten sich Crime und Witz die Waage.
Die Spielfreude des Ensembles ist auffällig, und auch kleine Nebenrollen sind mit hochkarätigen Darstellern wie Vladimir Burlakov («Oktoberfest 1900») besetzt.
Am 4. Januar verstarb die "Ein starkes Team"-Darstellerin Maja Maranow. Dass die 54-Jährige schon drei Jahren an Brustkrebs litt, wusste nur ein kleiner Kreis. Dazu gehörte Maranows langjähriger Kollege und Ex-Lebenspartner Florian Martens, der nun im "Stern" über die Krankheit der Schauspielerin sprach.
"Sie hatte eine fast schon panische Angst davor, dass irgendetwas davon in die Boulevardzeitungen gelangen könnte", berichtete Martens, der mehr als 20 Jahre gemeinsam mit Maranow vor der Kamera stand und in den 90er Jahren mit ihr liiert war.
Der Darsteller erinnert sich, dass Maranow sich nach dem Ausbruch der Krankheit für einige Zeit zurückzog, um sich mittels Chemotherapie behandeln zu lassen. Als die Behandlung Wirkung zu zeigen schien, kehrte Maranow wieder vor die Kamera zurück. "Sie sah blendend aus, obwohl sie stark abgenommen hatte. Sie war guter Dinge. Zu Beginn trug sie noch eine Perücke, weil sie ihre Haare während der Chemotherapie verloren hatte, aber sie wirkte so, als hätte sie die Krankheit hinter sich gelassen", sagte Martens.
Doch die Besserung war nicht von langer Dauer. Im vergangenen Sommer kehrte der Krebs zurück und beeinträchtigte nun auch Maranows Arbeitsfähigkeit: "Maja klagte über Kopfschmerzen, vergaß auch mal ihre Texte, hatte kurze Aussetzer, die sie verzweifeln ließen", so Martens. In der Folge musste die Arbeit an einer bereits begonnene Episode nach einigen Drehtagen abgebrochen werden.
Am Samstag nach Maranows Tod strahlte das ZDF die letzte "Ein starkes Team"-Folge mit ihr aus. Über acht Millionen Zuschauer verfolgten den letzten Auftritt - ein Ergebnis, über das sich Martens nicht freuen kann: "Ich kann darüber nicht in Jubel ausbrechen, da ich weiß, welchem Umstand wir diesen Rekord zu verdanken haben.
tags: #florian #martens #haare
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