In der Welt der Haarpflege zeichnet sich ein Trend ab, der sowohl umweltfreundlich als auch effektiv ist: festes Shampoo. Diese kompakten Trockenprodukte reduzieren nicht nur Verpackungsmüll, sondern bieten auch zahlreiche Vorteile für die Haare und die Kopfhaut. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von festen Shampoos auf Zuckerbasis, ihre Inhaltsstoffe, Anwendung und gibt Tipps zur optimalen Nutzung.
Festes Shampoo ist ein kompaktes Stück Shampoo, dem das Wasser entzogen wurde. Die waschaktiven, schäumenden Substanzen sind häufig natürliche Tenside, zum Beispiel auf Zucker- oder Kokosbasis. Pflegende Öle sowie natürliche Farb- und Duftstoffe werden dazu gemischt. Danach wird das fertige Shampoo zum Trocknen in Form gegossen.
Das Shampoo-Bar wird immer beliebter, weil es alle Charakteristika eines typgerechten Haarshampoos aufweist, keine Konservierungsstoffe braucht, praktisch auf Reisen ist, keine Kunststoffverpackung benötigt und eine tolle Umweltbilanz vorweisen kann.
Viele Anbieter von festem Shampoo sind bislang Naturkosmetik-Hersteller. Da der Begriff nicht geschützt ist, solltest du hier auf Zertifizierungen achten.
Festes Shampoo punktet mit vielen Vorteilen:
Während eine herkömmliche Flasche Shampoo durchschnittlich für circa 30 Haarwäschen ausreicht, ist aus einem Solid-Shampoo sicher das Zweifache herauszuholen.
Die Anwendung von festem Shampoo ist einfach, erfordert aber möglicherweise eine kurze Eingewöhnungszeit:
Nachhaltigkeits-Aktivistin Louisa Dellert empfiehlt, eine dünne Scheibe vom Stück abzuschneiden und damit zu arbeiten.
Die Wahl des passenden Shampoos ist elementar, besonders bei sensibler Kopfhaut. Achte beim Kauf des Shampoos auf die Wahl des passenden Haartyps (normal, fettig, trocken, fein, koloriert, reparaturbedürftig). Zusätzlich solltest du auf den Zustand deiner Kopfhaut achten.
Als ein Vorteil von festem Shampoo gilt, dass nur der leichte, selbstgemachte Schaum die empfindliche Kopfhaut berührt, und dass kein konzentriertes Flüssigprodukt mit möglicherweise reizenden Inhaltsstoffen direkt auf die vorgeschädigte Kopfhaut kommt.
Äußere Einflüsse wie Heizungsluft, Klimaanlagen, Umweltverschmutzung, Strapazen durch Farb- oder Dauerwellbehandlungen und auch die UV-Strahlung beeinflussen den Zustand der Kopfhaut. Juckt oder spannt deine Kopfhaut? Innerlich können Stress sowie Störungen des Hormon- und Vitaminhaushalts, der allgemeine Alterungsprozess oder Stoffwechselstörungen die Kopfhaut reizen.
Bei sensibler Kopfhaut ist die Hornschicht als Schutzbarriere der Kopfhaut für hautreizende äußere Einflüsse durchlässiger. So können Wärme, Kälte oder Chemikalien ungehindert tief in die Haut eindringen: Entzündungen, Rötungen, Juckreiz und Spannungsgefühle sind die Folge. Nur wenn die Hornschichtbarriere ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt ist, kann sie ihre Funktion erfüllen.
Moderne Shampoos bestehen laut dem “Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e.V.”(IKW) durchschnittlich aus 20 Stoffen, nämlich Tensiden, Pflege- und Wirkstoffen sowie Hilfsstoffen.
Der pflegende Anteil eines festen Shampoos besteht je nach Produkt aus Fetten und Ölen wie Sheabutter, Glycerin, Milchsäure, Jojoba-, Oliven-, Mandelöl und Kakaobutter. Kräuterwirkstoffe und Fruchtextrakte sind enthalten, genau wie Färbemittel und Duft natürlicher oder synthetischer Herkunft.
Um Staub, Schmutz, Schweiß und Fett von den Haaren und der Kopfhaut waschen zu können, muss erstmal die Spannung der Oberflächenstruktur herabgesetzt werden, wofür Tenside sorgen. Beim Waschvorgang werden Schmutzteilchen durch die Kopfmassage abgelöst, zerteilt und im Tensid-Wassergemisch abgewaschen. Tenside sind auch für den Schaum zuständig.
Es wird zwischen natürlichen und synthetischen Tensiden unterschieden. Ein natürliches Tensid kann sehr aggressiv sein und ein synthetisches durchaus mild. Grundsätzlich ist die biologische Abbaubarkeit aber wichtiger als der natürliche oder synthetische Ursprung des Tensids.
Folgende Tenside auf natürlicher Kokos- oder Zuckerbasis gelten als mild und gut biologisch abbaubar, sie schäumen dafür weniger:
Als eher aggressive Waschsubstanzen werden folgende Tenside bezeichnet:
Die Sulfate sind Salze der Schwefelsäure. Sie sind meist wasserlöslich und kommen in der Natur vor. Für viel Schaum in Shampoos sorgen Sodium Lauryl Sulfate, die den Schmutz anziehen, da sie negativ geladen sind. Sie haben eine stark entfettende Wirkung und können - insbesondere empfindliche Kopfhaut - austrocknen. Im fortgeschrittenen Stadium kann dies zu Allergien führen. In die Augen soll SLS nicht gelangen, da es eine reizende Wirkung hat.
Die europäische Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 regelt, welche Inhaltsstoffe in Kosmetika enthalten sein dürfen und welche ausgeschlossen sind. Bei einigen Inhaltsstoffen werden darüber hinaus genaue Höchstmengen oder Beschränkungen des Einsatzbereiches vorgeschrieben - denn auch auf die Dosis kommt es an. Die Hersteller sind dazu verpflichtet, die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben für jedes einzelne Produkt umfassend zu dokumentieren.
Ausdrücklich benannte Haarseifen bestehen typischerweise aus Laugen, Fetten und Ölen. Es können auch Pflanzenextrakte, ätherische Öle oder Farbstoffe als Inhaltsstoffe enthalten. Haarseifen werden gesiedet und müssen, in Form gegossen, noch mehrere Wochen reifen. Bei eher fettigem Haar solltest du schauen, dass die Haarseife nicht zu viel pflanzliches Öl enthält.
Nach der Wäsche mit einer Haarseife bringt eine saure Spülung mit Essigwasser bessere Kämmbarkeit und Glanz. Für die saure “Rinse” in einen Liter Wasser einen Esslöffel Essig oder Zitronensäure geben und dein Haar damit spülen.
Hier eine Auswahl empfehlenswerter fester Shampoos:
| Produktname | Beschreibung |
|---|---|
| "Jumping Juniper Shampoo Bar" von Lush | Reguliert die Talgproduktion. |
| "Shampoo-Bar Grapefruit-Zedernholz" von Jolu Naturkosmetik | Vulkanerde und Himalayasalz für mehr Volumen. |
| "Festes Shampoo mit Mandarine-Basilikum" von alverde Naturkosmetik | Sanfte, Natrue-zertifizierte Reinigung mit Shea-Butter. |
| "Waterless Shampoo Bar mit Brokkolisamenöl und Bergamottöl" von Stop The Water While Using Me | Für besonders geschmeidiges Haar. |
| "Nessi" Festes Shampoo von Sauberkunst | Hilft gegen Schuppen. |
| "Festes Shampoo für normales Haar" von Foamie | Schaumig und mit Baumwollkordel befestigt. |
| "Vanille-Kokos-Shampoo" von Lamazuna | Für trockenes Haar, handgefertigt in Frankreich. |
Festes Shampoo oder Haarseife keinesfalls in der feuchten Dusche liegen lassen, sonst quellen diese puddingweich auf und reißen später beim Trocknen mit groben Furchen ein. Die feste Haarpflege am besten nach der Benutzung in einer geriffelten Seifenschale abtropfen und trocknen lassen.
Was auch super klappt, ist die Ablage auf einem Massagehandschuh, weil da viel Luft an das Shampoo-Bar oder die Haarseife kommt und die überschüssige Flüssigkeit schnell nach unten abtropft.
Ein Magnetseifenhalter ist eine moderne und minimalistische Möglichkeit, das Solid-Shampoo oder die Haarseife direkt in der Dusche oder im Bad aufzuhängen, griffbereit zu haben und gleichzeitig trocknen zu lassen.
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