Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte der Familie Seyfert und des Friseurhandwerks in Klaffenbach, Deutschland, und verwebt persönliche Schicksale mit lokalen Ereignissen. Dabei werden sowohl öffentliche Auftritte eines Jugendlichen, der über den Umgang mit der Demenz seines Vaters berichtet, als auch historische Recherchen über lokale Handwerksbetriebe beleuchtet.
Es ist ein berührender Auftritt von Oskar Seyfert, einem 16-jährigen Jugendlichen, der sehr offen aus seinem Leben erzählt. Keine Selbstverständlichkeit, denn Oskar Seyfert ist erst elf Jahre alt, als bei seinem 54-jährigen Vater die Diagnose Demenz gestellt wird. Die Erinnerungen an diese für ihn und seine Familie schwierige Zeit hat Seyfert in einem Buch festgehalten, das den Titel „Vom Privileg, einen kranken Vater zu haben“ trägt. Oskar Seyfert ist mit seiner Mutter aus Hamburg gekommen, um einige Passagen vorzulesen und sich den Fragen des Publikums zu stellen. Das ist nicht nur sehr zahlreich erschienen, sondern es haben sich auch etliche junge Menschen daruntergemischt. Sehr zur Freude der Verantwortlichen.
Pfarrerin Henriette Freidhof freut sich zu Beginn der Lesung daher umso mehr, viele junge Menschen aus der Gruppe der Konfirmanden begrüßen zu dürfen. Die Pfarrerin fungiert an diesem Abend auch als Moderatorin. Zuvor nimmt sie zusammen mit ihren Mitstreiterinnen aus der Steuerungsgruppe den Dank und die Anerkennung von Bürgermeister Matthias Renschler für das Engagement im Rahmen des Modellprojekts und für die Organisation der Veranstaltung entgegen. Oskar Seyfert legt ohne Umschweife los und liest einige Passagen aus seinem Buch vor, die damit beginnen, sein Leben als Kind in einer privilegierten Familie zu thematisieren: „Damals habe ich mich oft gewundert, wie einfach das Leben so ist.“ Die folgenden Zeilen erzählen den Schnitt im Leben des Kindes, als der Vater die Diagnose Demenz erhält. Seyfert schildert in seinem Buch Erinnerungen, die den Charakter seines Vaters zeigen, und sagt dazu: „Davon hätte ich gerne mehr.“ Er erzählt auch, dass der Vater ihm einen Brief hinterlassen hat, den er aber erst mit 18 Jahren öffnen darf.
„Der Brief treibt mich um“, gibt der junge Mann auf der Bühne zu, der sich vom Inhalt die Beantwortung einiger Fragen erhofft, die er seinem Vater nicht mehr stellen kann. Schon nach der kurzen Lesung ist für die Besucher klar, dass trotz des schweren Schicksals, das Oskar Seyfert und seine Familie erleiden mussten, auf der Bühne ein aufgeräumt und reflektiert wirkender junger Mann sitzt, der mit seiner Situation nicht hadert, sondern versucht, Positives daraus zu ziehen. Dieser Eindruck verfestigt sich vor allem bei der anschließenden Fragerunde. Viele Gäste melden sich und fragen etwa nach dem Umgang innerhalb der Familie mit dem Vater, wie und ob sich Oskar Seyferts Kontakt zu seinen Freunden verändert habe, ob die Schulnoten unter der Situation litten oder ob es für ihn eine Erleichterung gewesen sei, als der Vater in der Endphase der Krankheit ins Heim kam. Letzteres bejaht Seyfert.
Eine Frau stellt schließlich die Frage, die wohl den meisten beim Lesen des Buchtitels durch den Kopf ging: „Warum ist es ein Privileg, einen kranken Vater zu haben?“ Oskar Seyfert stellt klar, dass es nicht darum gehe, die Krankheit an sich als Privileg zu sehen. Sondern die Privilegien, die für ihn daraus resultierten. Wie etwa, das Buch schreiben zu dürfen. Oder dass der Zusammenhalt innerhalb der Familie gewachsen sei. Generell wirbt Oskar Seyfert dafür, offen mit der Krankheit umzugehen.
Die Klaffenbacher Hauptstraße 57 war die Lösung des Bilderrätsels Nr. 43 aus der Mai-Ausgabe 2022 des Klaffenbacher Anzeigers. Im Jahr 1880 erwarb Richard Theodor Seyfert den Grundbesitz vom Eigentümer des benachbarten Bauerngutes Hauptstraße 53, den älteren Klaffenbachern als Schindler-Gut bekannt. Die Bebauung dürfte etwa zur gleichen Zeit erfolgt sein. Der Zugang zum neu gebauten Haus erfolgte, wie auf dem Foto ersichtlich, ursprünglich über eine Treppe direkt von der Straße. Später wurde eine seitliche Zufahrt auf dem Grundstück angelegt. Um 2013 wurde der Garten terrassiert. Es erfolgte eine Verlängerung des Hauses um ca. 5 Meter unter Aufstockung einer in den 1980er Jahren angebauten massiven Garage.
Richard Theodor Seyfert wurde am 09.05.1860 in Klaffenbach als Sohn des Strumpfwirkers Christian Friedrich Seyfert geboren. Ab Ostern 1866 besuchte er die Schule in Klaffenbach, die sich damals in der Hauptstraße 91 befand. 1872 zog er mit seinen Eltern nach Harthau. Er erlernte den Beruf eines Klempners. Es ist zu vermuten, dass er als Geselle auf die Walz ging, denn sein Zuzug nach Klaffenbach ist am 29.07.1881 aus Neuruppin vermerkt. Das Klempnerhandwerk führte er in seinem Haus aus. In den Adressbüchern 1893 und 1901 ist Richard Theodor Seyfert als Hausbesitzer und Klempner verzeichnet. Er verstarb am 11.06.1912 in Klaffenbach.
Wahrscheinlich übernahm Otto Uhlig, geboren 17.07.1887 in Klaffenbach als Sohn des Fabrikarbeiters Richard Uhlig, das Geschäft. Er hatte den Beruf eines Klempners erlernt. Im Adressbuch von 1913 ist Otto Uhlig als Klempner in der Hauptstraße 57 genannt. Das Haus Adorfer Straße 1, das in Klaffenbach als die Klempnerei Uhlig bekannt ist, wurde im Jahr 1913 erbaut. Neben der Werkstatt hatte Otto Uhlig bis 1964 auch ein Ladengeschäft. Seine Nachfolger in der Klempnerei waren Sohn Max und Enkel Heinz. Im Adressbuch von 1927 ist Erwin Schulze, Färbermeister, als Eigentümer des Grundbesitzes Hauptstraße 57 vermerkt. Sein Enkel Andreas Schulze, dessen Vater Alfred den etwas älteren Klaffenbachern als Sportlehrer im Gedächtnis ist, bewohnte bis nach 1990 das Haus. Heute ist Eigentümer die Familie Sträubel.
Nicht vergessen werden soll, dass seit Mitte der 1920er Jahre der Hilfsbahnassistent Paul Weisbach mit seiner Familie in der Hauptstraße 57 wohnte. Ob er aus der Dynastie der in Witzschdorf ansässigen Familien Weißbach stammt, die auch Vorfahren der Familie Fritzsche, Hauptstraße 33 in Klaffenbach sind, bedarf noch Nachforschungen. Zu seinen Nachfahren gehört die Familie Winkler in Klaffenbach.
Wie in der vom Geschichtsverein Klaffenbach e.V. publizierten Zeitung „Der Historische Klaffenbacher“ Heft 4 vom Mai 2020 nachzulesen, war der Friseur Walter Seltmann, bevor er Anfang der 1930er Jahre sein Friseurgeschäft in der Hauptstraße 120 (ehemals Gaststätte St.
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