Seborrhoisches Ekzem: Ursachen, Symptome und Behandlung

Das seborrhoische Ekzem - auch seborrhoische Dermatitis genannt - ist eine nicht ansteckende Entzündung der Haut. Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind schuppige Flecken im Gesicht und am Kopf. Der Hautausschlag ist nicht ansteckend, tritt bei Erwachsenen aber immer wieder auf. Cremes und Shampoos können die Beschwerden lindern. Bei Säuglingen ist keine Behandlung nötig.

Etwa 3 bis 10 von 100 Menschen haben damit zu tun. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Typischerweise tritt der schuppige Hautausschlag zum ersten Mal im jüngeren Erwachsenenalter oder ab dem 50. Lebensjahr auf. Die Erkrankung verläuft bei Jugendlichen und Erwachsenen chronisch mit mal mehr, mal weniger stark ausgeprägten Symptomen. Die Hautveränderungen können auch für eine gewisse Zeit ganz abklingen - oft im Sommer.

OFT nervig, SELTEN schlechtes Omen: Seborrhoische Dermatitis (Achtung: ausführliches Video)

Wie sieht ein seborrhoisches Ekzem aus?

Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind Hautflecken, die mit gelblichen, fettig glänzenden Schuppen besetzt sind. Auf heller Haut erscheinen die Flecken rot. Auf dunkler Haut sehen die schuppigen Stellen eher wie hellere Flecken aus.

Die nicht juckenden Ekzeme können an diesen Körperbereichen auftreten:

  • an der behaarten Kopfhaut und am Haaransatz
  • an und zwischen den Augenbrauen
  • an den Wangen und dort vor allem in den Hautfalten, die von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln ziehen

Der Ausschlag kann sich auch auf andere Körperbereiche ausbreiten, häufig über dem Brustbein und auf dem Rücken im Bereich der Brustwirbelsäule. Auch Hautfalten können betroffen sein - zum Beispiel unter der Brust sowie in der Achsel- oder Leistenregion.

Charakteristisch für das seborrhoische Ekzem sind fettige, weißliche bis gelbliche Schuppen, die zusammenhängende Herde bilden. Darunter sind die betroffenen Hautpartien gerötet, was Zeichen einer Entzündungsreaktion ist.

Im Gesicht tritt das Ekzem wahrscheinlich deshalb vermehrt auf, da die Haut in diesem Bereich besonders fettig ist. Dadurch können abgestorbene Hautzellen verkleben und sich gelbliche Schuppen bilden.

Abgrenzung zu anderen Hauterkrankungen:

Bei Neurodermitis jucken die entzündlichen Hautveränderungen und bestehen auf heller Haut aus unscharf begrenzten Rötungen und teilweise kleinen Bläschen. Auf dunkler Haut wirken von Neurodermitis betroffene Stellen noch dunkler als die umgebende Haut. Außerdem entstehen anstatt Bläschen eher kleine, feste Knötchen (Papeln).

Wenn schuppige, nicht juckende Hautrötungen oder -aufhellungen an den typischen Stellen auftreten, ist die Diagnose einfach. Meist reichen ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese) und eine anschließende körperliche Untersuchung aus. Die Ärztin oder der Arzt versucht dabei vor allem, andere Hauterkrankungen auszuschließen, die dem seborrhoischen Ekzem ähneln können. Dazu gehören die Schuppenflechte (Psoriasis) oder die Neurodermitis (atopische Dermatitis). Bei diesen Erkrankungen verändert sich die Haut aber in der Regel an anderen Körperstellen.

Ursachen und Risikofaktoren

Vermutlich führen mehrere Faktoren zu den schuppigen Hautflecken. Zum Beispiel können eine erhöhte Talgbildung der Talgdrüsen und die normalerweise unproblematische Besiedlung der Haut mit einem Hefepilz (Malassezia furfur) an der Entstehung des Ekzems beteiligt sein.

Auch Bakterien, Stress, eine familiäre Veranlagung, Hormone, Nervenerkrankungen wie etwa Parkinson und ein geschwächtes Abwehrsystem können eine Rolle spielen.

Noch ist nicht vollständig geklärt, was zu einer seborrhoischen Dermatitis führt, Forschende nehmen an, dass verschiedene Faktoren die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, erhöhen. Ein möglicher Auslöser ist ein Hefepilz namens „Malassezia furfur“. Dieser ist Teil der normalen Hautflora, bei Erkrankten kann er aber übermäßig vorkommen.

Wahrscheinlich sind auch die Talgdrüsen besonders aktiv, dadurch bilden sie mehr Talg als üblich. Es ist denkbar, dass Hormone am Krankheitsgeschehen beteiligt sind: Durch einen erhöhten Androgenspiegel kann die Talgproduktion aus dem Takt geraten. Auch können Bakterien und Stress die Erkrankung auslösen. Die familiäre Veranlagung scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen. Nicht zuletzt können Medikamente die Wahrscheinlichkeit für eine seborrhoische Dermatitis erhöhen, etwa das Antidepressivum Lithium oder auch spezielle Neuroleptika.

Im Zusammenhang mit dem seborrhoischen Ekzem vermutet man auch einen genetischen Faktor: Fast die Hälfte der Menschen tragen eine Veranlagung für das Ekzem in sich. Allerdings bricht die Hauterkrankung nur bei einem kleinen Bruchteil tatsächlich aus. Die genetische Veranlagung kann in Zusammenhang mit anderen Faktoren den Ausbruch des seborrhoischen Ekzems begünstigen.

Viele Menschen mit seborrhoischem Ekzem stellen fest, dass sich die Erkrankung bei Stress verschlechtert. Auch das Klima kann sich offenbar auf das seborrhoische Ekzem auswirken.

Die genauen Ursachen und Risikofaktoren des seborrhoischen Ekzems sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass mehrere Aspekte, die sich gegenseitig beeinflussen, bei der Entstehung eine Rolle spielen.

Zusammenfassend spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  • Erhöhte Talgproduktion
  • Hefepilz Malassezia furfur
  • Genetische Veranlagung
  • Stress
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Hormone
  • Bestimmte Medikamente

Diagnose

Meist kann der Arzt die Diagnose seborrhoisches Ekzem relativ einfach stellen, wenn die entsprechenden Symptome vorliegen: schuppige, nicht juckende Rötungen der typischen Hautregionen. Ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und anschließende körperliche Untersuchung sind häufig ausreichend. Nur in seltenen Fällen sind weitere Untersuchungen nötig.

So kann mithilfe eines Abstrichs im Labor geprüft werden, ob es sich um eine bakterielle Hautinfektion wie die Borkenflechte handelt.

Behandlungsmöglichkeiten

Jugendliche und Erwachsene können die entzündeten Hautstellen mit bestimmten Medikamenten zum Auftragen behandeln, um die Beschwerden zu lindern.

Dazu gehören:

  • teerhaltige Shampoos
  • Cremes mit Salicylsäure
  • Cremes oder Shampoos mit Antipilzmitteln
  • entzündungshemmende Cremes oder Gele mit Kortison

Medikamente einzunehmen, ist in der Regel nicht nötig.

Ist die Diagnose trotz körperlicher Untersuchung unklar, kann der Arzt oder die Ärztin einen Abstrich ins Labor schicken, um eine Infektion auszuschließen. Steht fest, dass es sich, etwa im Gesicht, um ein seborrhoisches Ekzem handelt, existieren verschiedene Behandlungen. Oral einzunehmende Medikamente sind nicht nötig, stattdessen wird die Hautstelle lokal therapiert: Die Kopfhaut profitiert von teerhaltigen Shampoos und Waschlösungen mit pilzhemmenden Eigenschaften. Außerdem steht eine große Bandbreite an Cremes bereit. Medizinerinnen und Mediziner beraten, welche Creme gegen das seborrhoische Ekzem hilft - infrage kommen auch salicylsäurehaltige Cremes oder solche mit Antipilzmitteln. Manchmal sind auch entzündungshemmende Cremes und Kortison-Gele notwendig. Je nachdem, wie stark die Entzündungen ausfallen und um welches Produkt es sich handelt, dauert die Behandlung mehrere Tage bis wenige Wochen.

Bei stark entzündlichen Formen der seborrhoischen Dermatitis kann der Arzt vorübergehend Glukokortikoide in Form von Salben verordnen, welche die Entzündungsreaktion eindämmen. Ist die Schuppenbildung besonders ausgeprägt, finden sogenannte Keratolytika Verwendung - wie etwa Salizylsäure und Harnstoff.

Um das Wachstum der am seborrhoischen Ekzem beteiligten Malassezia-Pilze zu hemmen, werden zur Therapie meist Cremes oder Shampoos mit speziellen Wirkstoffen wie z. B. Ketoconazol und Ciclopirox verwendet. Darüber hinaus eignen sich auch Shampoos mit Zinkpyrithion oder Seleniumsulfid.

Zur Linderung der Entzündungen, die mit dem seborrhoischen Ekzem einhergeht, können Kortisonpräparate eingesetzt werden. Auf der behaarten Kopfhaut werden sie als Shampoo oder Schaum aufgetragen, auf der übrigen Haut in Form von Cremes oder Salben. Bei längerer Anwendung können Kortikoide zu einem Ausdünnen der Haut führen. Gerade im Gesicht sollten daher alternativ Wirkstoffe aus der Gruppe der Calcineurin-Inhibitoren eingesetzt werden (z. B. Pimecrolimus, Tacrolimus).

Hausmittel und Tipps:

  • Sonne tanken: Sonnenstrahlen können nicht nur das Gemüt aufhellen, sondern sind auch bei einer seborrhoischen Dermatitis empfehlenswert. Dabei ist der Sonnenschutz wichtig. Herkömmliche Sonnenschutzmittel reichen aus, um sich gemäß dem eigenen Hauttyp vor UV-Strahlen zu schützen.
  • Stress reduzieren: Da Stress sich ungünstig auf das seborrhoische Ekzem auswirkt, sollte der Lebensstil möglichst stressarm sein. Dabei helfen entspannende Maßnahmen, wie Yoga oder Achtsamkeitsübungen.
  • Sparsam schminken: Betroffene bedecken die Hautstellen oft mit Make-up. Das kann jedoch die Hautporen verschließen und andere Hautprobleme hervorrufen - ein leichtes Make-up und milde Pflegeprodukte mit einem geringeren Fettanteil vertragen Betroffene meist gut.

Menschen mit seborrhoischen Ekzemen sollten versuchen, die Haut nicht zusätzlich mit aggressiven Reinigungsmitteln zu reizen. Besser sind pH-hautneutrale Produkte ohne Duftstoffe und Alkohol.

Ein besonderer Sonnenschutz ist bei einem seborrhoischen Ekzem nicht nötig. Licht und Luft an die Haut zu lassen, zum Beispiel am Strand, kann die Beschwerden vielmehr lindern. Es genügt, sich je nach Hauttyp angemessen vor UV-Strahlen zu schützen.

Zur Pflege der Haut eignen sich milde, nicht zu fetthaltige Pflegeprodukte.

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Bedenken sollte immer ein Arzt konsultiert werden.

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