Die Entscheidung, sich ein Jahr lang nicht zu rasieren, ist für viele Frauen ein großer Schritt. Es ist eine Entscheidung, die oft mit Fragen der persönlichen Freiheit, der gesellschaftlichen Erwartungen und der eigenen Körperwahrnehmung verbunden ist. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Frauen, die diesen Weg gegangen sind, und untersucht die vielfältigen Aspekte der Körperbehaarung in unserer Gesellschaft.
Viele Frauen, die sich gegen die Rasur entscheiden, tun dies als eine Art Trotzreaktion gegen das Patriarchat. Die Frage, warum Frauen ihren Körper enthaaren müssen und warum Körperhaare nur bei Frauen als unhygienisch gelten, steht dabei oft im Vordergrund. Diese Fragen führten dazu, dass viele Frauen den Rasierer liegen ließen und aufhörten, Haare unter den Armen und in der Intimzone zu entfernen.
Es ist erstaunlich, wie viele Emotionen ein paar Haare oder keine Haare an Frauen auslösen können. Haare an Frauen polarisieren, besonders wenn sie von der Norm abweichen und dem Male Gaze nicht mehr schmeicheln. Als "behaarte" Frau in dieser Gesellschaft wird man im besten Fall angestarrt, im schlimmsten Fall bekommt man die volle Ladung patriarchalen Hasses ab. Dieser Hass richtet sich gegen Frauen, die es wagen, ihren natürlichen Körper zu feiern.
Trotz des Widerstandes können sich viele Frauen ihren Körper heute nicht mehr anders vorstellen - denn sie haben nicht nur das Gefühl, sich ein Stück weit die Kontrolle zurückgeholt zu haben, sondern sie fühlen sich auch sexier und weiblicher als je zuvor!
Im Sommer werden Frauen, die sich nicht rasieren, oft mit dummen Sprüchen konfrontiert oder von Männern und Frauen gleichermaßen angestarrt. Sie müssen sich dann Diskussionen darüber gefallen lassen, wie unhygienisch sie doch seien. Auf Dating-Apps bekommen sie Kotz-Emojis geschickt oder Nachrichten wie „Du bist so hübsch, aber es gibt da so eine Erfindung, die heißt Rasierer“.
Es braucht einige Jahre, um an den Punkt zu gelangen, an dem einen all das nicht mehr verunsichert. Viele Frauen genießen mittlerweile sogar die irritierten Blicke der Menschen, die versuchen, sie in eine Schublade zu stecken, aber nicht wissen, in welche. Sie kriegen die Achselhaare, die mittlerweile taillenlange blonde Matte, das Make-up und die oftmals figurbetonte Kleidung einfach nicht zusammen.
Äußere Einflüsse spielen eine große Rolle bei der Entscheidung für oder gegen die Rasur. In der Vogue wurde beispielsweise geschrieben, dass „der volle Busch nun der neue Brasilianer ist" und dass Frauen es nun besser finden, ihre Schamhaare etwas "schön zu machen", als sie ganz abzuholzen.
Ob nun Pornos dran schuld sind, „pädophile" Schönheitsstandards oder die patriarchalische Abneigung gegen die natürlichen Körperfunktionen der Frauen - all das spielt eine Rolle. Tatsache ist, dass viele Menschen, besonders Hetero-Männer, wenig bis gar keine Schamhaare attraktiv und einen unberührten Busch abschreckend finden.
Es ist wichtig zu betonen, dass Körperbehaarung nicht automatisch feministisch ist, und keine Körperbehaarung ist nicht automatisch unfeministisch. Was feministisch daran ist, ist, dass man die Wahl hat. Du hast die Wahl, ob du es glatt oder behaart haben möchtest. Und es ist nichts Falsches daran, die Wünsche deines Partners oder deiner Partnerin in deine Entscheidungen einfließen zu lassen, solange du es tust, weil du es willst und weil beide das Endresultat sexy finden.
Viele Frauen haben gelernt, ihre Körperhaare zu lieben und sich sexy und weiblich mit ihnen zu fühlen. Im Gegensatz zu früher, als sie versuchten, ihre “femininen” Attribute zu negieren, zelebrieren sie sie jetzt nicht nur, sondern betonen sie extra. Sie haben lange versucht, sich in dieser Welt zu verstecken, die alles Weibliche als schwach darstellt, die Frauen unterdrückt und sie gleichzeitig hypersexualisiert. Jetzt haben sie keine Angst mehr, herauszustechen.
Es ist ein Erfolgserlebnis für viele Frauen, sich von den gesellschaftlichen Erwartungen zu befreien und ihren Körper so zu akzeptieren, wie er ist: behaart und trotzdem - oder genau deswegen - wunderbar weiblich.
In einer Partnerschaft ist es wichtig, offen über Vorlieben bezüglich der Körperbehaarung zu sprechen. Solange es den Partner oder die Partnerin nicht einschränkt oder verletzt, ist es völlig okay, klar zu kommunizieren, was einem gefällt. Der Ton macht die Musik. Wenn jemand so mit oder über dich spricht, dann hat der- oder diejenige schlimmere Probleme als gesellschaftlich entwickelte Haarpräferenzen.
Einige Frauen meinen, dass sie es auch gerne für ihren Partner oder ihre Partnerin machen, wenn es sich für sie besser anfühlt. Das spiegelt sich auch ganz klar in den Zahlen wider. Laut einer Studie von der Universität Leipzig rasieren sich fast 90 Prozent der 18- bis 25-jährigen Frauen ihre Schamhaare ab. Aber nicht nur die Intimbehaarung wird fleißig entfernt: Ein Großteil der Frauen, die regelmäßig ihre Körperbehaarung entfernen, setzen den Rasierer auch an Achseln, Beinen und anderen Körperstellen an.
Es gibt verschiedene Methoden zur Haarentfernung, jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Rasieren ist schnell und einfach, kann aber zu Rasurbrand führen. Waxing ist teuer, zeitaufwendig und schmerzhaft. Epilieren spart Zeit, tut aber verdammt weh.
Viele Frauen haben verschiedene Methoden ausprobiert, um die Zeit, die sie mit der Rasur verbringen, zu verkürzen oder zu erleichtern. Von Rasiercremen bis hin zu Wachsen und Epilieren. Letzteres spart ihrer Meinung nach am meisten Zeit, tut dafür halt verdammt weh.
Wichtig ist, die Haut nach der Rasur zu pflegen, um Irritationen zu vermeiden. Es gibt Aftershave Body Lotionen, die helfen können, die Haut zu beruhigen und zu hydratisieren.
Einige Frauen mit sensibler Haut haben ihre Rasurprobleme (gereizte / gerötete Haut) so gelöst:
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Rasieren | Schnell, einfach, kostengünstig | Kann zu Rasurbrand führen, Haare wachsen schnell nach |
| Waxing | Haare wachsen langsamer nach, Haut bleibt länger glatt | Teuer, zeitaufwendig, schmerzhaft |
| Epilieren | Haare wachsen langsamer nach, Haut bleibt länger glatt | Schmerzhaft, zeitaufwendig |
Die Tatsache, dass Körperbehaarung zunehmend akzeptiert wird, stimmt viele Frauen hoffnungsvoll, dass feministische Werte immer mehr zur Normalität werden und dass die geschlechtsspezifischen Erwartungen allmählich von allen Seiten untergraben werden. Es würde nicht überraschen, wenn unrasierte Achselhöhlen im Laufe der 2020er Jahre in dieser Generation zu einem Klischee werden. Wenn das passiert, wird es eine Erleichterung sein und das Thema nicht mehr so politisch aufgeladen sein.
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