Schwellung nach Augenbrauen Zupfen: Ursachen und Behandlung

Das Zupfen der Augenbrauen ist eine gängige Schönheitsroutine, die jedoch manchmal zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Schwellungen führen kann. In diesem Artikel werden die verschiedenen Ursachen für Schwellungen nach dem Zupfen der Augenbrauen sowie die entsprechenden Behandlungs- und Vorbeugungsmaßnahmen erläutert.

Das Zupfen der Augenbrauen kann zu Reizungen und Entzündungen führen.

Mögliche Ursachen für Schwellungen nach dem Zupfen der Augenbrauen

Es gibt verschiedene Gründe, warum es nach dem Zupfen der Augenbrauen zu Schwellungen kommen kann. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Reizung der Haut: Das Zupfen selbst kann die Haut reizen, insbesondere wenn es schnell oder unsachgemäß durchgeführt wird.
  • Entzündung der Haarfollikel (Follikulitis): Durch das Ausreißen der Haare können Bakterien in die Haarfollikel gelangen und eine Entzündung verursachen.
  • Allergische Reaktion: In seltenen Fällen kann eine allergische Reaktion auf Produkte, die vor oder nach dem Zupfen verwendet werden, zu Schwellungen führen.
  • Angioödem: In sehr seltenen Fällen kann eine Schwellung nach dem Zupfen der Augenbrauen ein Anzeichen für ein Angioödem sein.

Follikulitis als Ursache von Schwellungen

Eine häufige Ursache für Schwellungen nach dem Zupfen der Augenbrauen ist die Follikulitis, eine Entzündung der Haarfollikel. Hierbei kommt es im Verlauf einer Follikulitis zur Bildung von stecknadelkopfgroßen, meist mit Eiter gefüllten Bläschen auf der Haut, die von einem Haar durchbohrt sind. Sie entwickeln sich unter anderem auf der Kopfhaut oder im Gesicht. Begleitend kann es zu drückenden Schmerzen, Juckreiz und Rötungen kommen.

Die häufigste Ursache für eine Follikulitis ist der Erreger Staphylococcus aureus. Das Bakterium kann über Hautkontakt oder die Berührung von kontaminierten Gegenständen übertragen werden.

Behandlung von Follikulitis

In leichten Fällen ist oft keine Behandlung erforderlich. Nur bei ausgeprägten Formen desinfiziert der Arzt den betroffenen Bereich (z. B. mit Dermowas® Lösung) und öffnet eventuell die Pusteln. Danach verordnet er feuchte antiseptische Umschläge bzw. desinfizierende Cremes oder Lotionen, manchmal auch antibiotische Cremes, z. B. mit Fusidinsäure. Bei ausgedehnten Infektionen ist es erforderlich, interne Antibiotika anzuwenden. Diese verabreicht der Arzt in den ersten Tagen der Behandlung oft intravenös, später wird dann auf Tabletten umgestiegen.

Auch einige Hausmittel können den Heilungsprozess bei einer Follikulitis unterstützen. In manchen Fällen haben sich etwa als wirksam erwiesen:

  • warme, mit Kamille angereicherte Kompressen
  • Heilerde
  • Teebaumöl

Wichtig: Versuchen Sie nicht, die Pusteln eigenhändig zu entfernen oder auszudrücken. Die Bakterien können sich so weiter verbreiten. Außerdem besteht das Risiko, eine Blutvergiftung zu bekommen, wenn die Erreger in die Blutbahn gelangen.

Angioödem als seltene Ursache

Angioödeme sind Hautschwellungen, die durch Flüssigkeitsansammlungen in den unteren Hautschichten hervorgerufen werden. Sie können überall an deinem Körper auftreten, vor allem aber im Gesicht sowie an den Händen und Füßen. Der Begriff Angioödem bezeichnet Schwellungen in der unteren Hautschicht (Subcutis). Auch die untere Schicht der Oberhaut (auch Lederhaut oder Dermis) und Schleimhäute können betroffen sein.

Angioödeme sind typische Symptome der Nesselsucht (Urtikaria), allerdings gibt es für ihr Auftreten auch andere Ursachen. Angioödeme können bei Urtikaria an deinen Händen, Füßen, Armen, Beinen und Genitalien sowie im Gesicht auftreten. Dort kann es an Lippen, Zunge und Augen aufgrund der Beschaffenheit der Haut zu besonders starken Schwellungen kommen. Grund für die Anschwellungen sind Flüssigkeitsansammlungen in dem betroffenen Hautbereich. Infolge der dadurch angespannten Haut kann ein Angioödem schmerzhaft sein. Auch Kribbeln, Brennen und Jucken sind möglich.

Experten unterscheiden drei Formen der Hautschwellungen:

  • Histamin-vermitteltes Angioödem (bei Nesselsucht/Urtikaria)
  • Bradykinin-vermitteltes Angioödem
  • "Andere" (oder idiopathische) Angioödeme

Behandlung von Angioödemen

Weniger ausgeprägte Schwellungen an Händen oder Füßen bilden sich spontan zurück und müssen meist nicht behandelt werden. Sind Augen und Lippen betroffen, kann der Arzt den Verlauf verkürzen, indem er Antihistaminika oder Kortison spritzt. Bei Schwellungen am Kehlkopf muss sofort gehandelt werden: Adrenalinspray und eine Sauerstoffmaske helfen gegen die akute Atemnot. Per Infusion geben Ärzte Kortison, Antihistaminika und eventuell weiteres Adrenalin.

Bei einem akuten Anfall mit Schwellungen im Hals- und Kehlkopfbereich sollten sich Betroffene sofort ins Krankenhaus fahren lassen oder einen Notarzt rufen.

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Weitere Ursachen für Lidschwellungen

Neben Follikulitis und Angioödem gibt es noch weitere Ursachen für Schwellungen der Augenlider:

  • Entzündliche Lidschwellungen bei Hautkrankheiten: Entzündliche Hauterkrankungen (Ekzeme) können auch an den Augenlidern zu einer Entzündung (Blepharitis) führen.
  • Allergische Kontaktdermatitis: Dieses akut auftretende Krankheitsbild gehört zu den häufigsten Ursachen entzündlicher Lidhautschwellungen.
  • Atopische Dermatitis (atopisches Ekzem, Neurodermitis): Die Entstehung dieser chronischen Hauterkrankung ist komplex.
  • Seborrhoische Dermatitis (seborrhoisches Ekzem): Ursächlich spielen wohl Veranlagung, eine veränderte Zusammensetzung des Talges sowie Hefepilze (Malassezia furfur) eine Rolle.
  • Rosazea, Augenrosazea: Das ist eine der häufigsten entzündlichen Hauterkrankungen Erwachsener.
  • Entzündliche Lidschwellungen durch Krankheitserreger: Bakterien als Auslöser (Erysipel, Lidabszess, Lidphlegmone).

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist grundsätzlich sinnvoll, eine Follikulitis von einem Arzt abklären zu lassen. So vermeiden Sie die Ausbreitung der Infektion auf andere Körperregionen und können möglichen Komplikationen wie der Furunkel- oder Karbunkelbildung vorbeugen.

In jedem Fall sollten Sie einen Mediziner aufsuchen, wenn Sie an Diabetes leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben und an einer Follikulitis erkrankt sind. Tritt eine Follikulitis besonders oft oder anhaltend auftritt, empfiehlt sich ebenfalls ein Arzttermin. Wichtig: Bestehen Follikulitis und Fieber gemeinsam, sollte umgehend ein Arzt hinzugezogen werden. Es besteht die Gefahr, dass sich eine Blutvergiftung (Sepsis) entwickelt hat.

Bei plötzlich auftretenden Lidschwellungen und akuter Atemnot oder attackenartigen Bauchschmerzen rufen Sie den Rettungsdienst (Notruf: 112).

Vorbeugung von Schwellungen nach dem Zupfen der Augenbrauen

Es gibt einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Schwellungen nach dem Zupfen der Augenbrauen vorzubeugen:

  • Reinigen Sie die Haut: Reinigen Sie die Haut vor dem Zupfen gründlich, um Bakterien zu entfernen.
  • Verwenden Sie saubere Pinzetten: Stellen Sie sicher, dass Ihre Pinzetten sauber und desinfiziert sind.
  • Zupfen Sie in Haarwuchsrichtung: Zupfen Sie die Haare in Haarwuchsrichtung, um Reizungen zu minimieren.
  • Kühlen Sie die Haut: Kühlen Sie die Haut nach dem Zupfen mit einem Kühlpack oder einer kalten Kompresse.
  • Vermeiden Sie Reibung: Vermeiden Sie es, die Haut nach dem Zupfen zu berühren oder zu reiben.

Zusammenfassung

Schwellungen nach dem Zupfen der Augenbrauen können verschiedene Ursachen haben, von einfachen Reizungen bis hin zu seltenen Erkrankungen wie Angioödemen. In den meisten Fällen sind die Schwellungen harmlos und klingen von selbst wieder ab. Wenn die Schwellung jedoch stark ist, anhält oder von anderen Symptomen begleitet wird, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären und eine angemessene Behandlung zu erhalten.

Eine gute Hautpflege kann helfen, Reizungen und Entzündungen zu vermeiden.

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