Silbershampoo und Blaushampoo: Die Geheimnisse strahlender Haarfarben

Wer seine Haare blond, weiß oder grau trägt, sollte die Anschaffung eines Silbershampoos in Erwägung ziehen. Denn egal ob natürlich, gefärbt oder gesträhnt: Silbershampoo ist ein wahrer Lebensretter für besagte Haarfarben. So entfernt es dank Komplementärprinzip gelblich-orange Verfärbungen und bringt kühle Farbnuancen so richtig zum Strahlen. Doch auch für Brünette gibt es eine Lösung, um unerwünschte Farbstiche zu neutralisieren: das Blaushampoo.

Was ist Silbershampoo und wie funktioniert es?

Silbershampoo gegen Gelbstich ist ein spezielles Shampoo, das entwickelt wurde, um unerwünschte Gelb-, Messing oder Kupferstiche in blondem, grauem oder weißem Haar zu neutralisieren. Es enthält in der Regel violette und/oder bläuliche Farbpigmente, die das Haar entfärben oder »abmattieren«. Das Ganze funktioniert dank des Prinzips der Komplementärfarben. Die violetten oder bläulichen Pigmente wirken als Gegenspieler zu den gelblichen und orangen Reflexen im Haar. Obwohl sie an sich keine bleichende Wirkung haben, kann eine Wäsche mit Silbershampoo das Haar heller aussehen lassen, da das Blond ohne den Gelbstich reiner und kühler wirkt. Deshalb gibt es beim Friseur nach dem Blondieren oft noch eine violette Tönung. Silbershampoo ist eine einfachere und günstigere Methode, zuhause zwischendurch einen ähnlichen Effekt zu erzielen.

Bestandteile von Silbershampoos:

  • Farbstoffe: Für den entfärbenden bzw. ausgleichenden Effekt in Silbershampoos sind die enthaltenen Farbpigmente verantwortlich, meist violett, blau oder eine Kombination aus beidem. Üblicherweise erkennt man sie in der Liste der Inhaltsstoffe an den Begriffen Acid Violet 34 oder CI 60730. Die Konzentration der enthaltenen Pigmente kann je nach Produkt stark variieren: Manche Silbershampoos sind durchsichtig und haben nur einen ganz dezenten Lilastich, während andere fast Schwarz aussehen. Bei manchen Shampoos sind zudem Glanzpigmente zugesetzt, sodass das Shampoo lila schimmert.
  • Silikone: Wie bei herkömmlichen Shampoos gibt es auch bei Silbershampoos solche mit und ohne Silikone. Und wie bei allen anderen Shampoos auch umhüllen die Silikone im Silbershampoo die Haare, machen sie kämmbarer und glatter und lassen sie glänzender und gesünder aussehen. Der Nachteil: Da einige Silikone sich nicht so einfach auswaschen lassen, sondern sich auf Dauer auf dem Haar anreichern, können sie das Haar beschweren und kraftlos oder stumpf werden lassen. Davon ist helles und feines Haar stärker betroffen als dickes, dunkles oder krauses Haar - diese Haartypen können von den beschwerenden Eigenschaften unter Umständen sogar profitieren. Da Silbershampoo vorwiegend auf feinem, hellen und durch eventuelles Färben sowieso schon strapaziertem Haar angewendet wird, finden wir den Einsatz von Silikonen hier eher unglücklich. Im Test gab es deshalb Punktabzüge und wir empfehlen kein Silbershampoo mit Silikonen.
  • Tenside: Die meisten Silbershampoos in unserem Test enthalten Sodium Laureth Sulfate (SLES) als Haupttensid. Obwohl es auch SLES-freie Silbershampoos auf dem Markt gibt, sind diese Produkte eher selten. Sodium Laureth Sulfate hat die Funktion, Schmutz und Öl von Haar und Kopfhaut zu entfernen und bildet einen reichhaltigen Schaum. Das in verschiedensten Kosmetika weitverbreitete Tensid hat einen äußerst schlechten Ruf, da es die Haut austrocknen und Reizungen hervorrufen kann. Die Betonung liegt allerdings auf dem Wort »kann». Während alle mit sehr sensibler Haut, Hauterkrankungen und bekannten Allergien SLES tatsächlich meiden sollten, heißt das nicht, dass normale Haut nicht damit klarkommt. In unserem Test hatten wir bei keinem Silbershampoo Probleme mit irritierter Kopfhaut.

Grundsätzlich wird Silbershampoo wie ein normales Shampoo verwendet und einfach auf die nassen, ungewaschenen Haare aufgetragen. Anschließend aufschäumen, einmassieren und für einen stärkeren Effekt einwirken lassen - je nach Hersteller lautet die Empfehlung zwei bis zehn Minuten. Anschließend das Silbershampoo ausspülen und die Haare wie gewohnt trocknen und stylen. Wer mag, kann den Effekt noch mit passenden Conditionern und Haarmasken intensivieren. Auch mit einem anfänglichen häufigeren Einsatz von Silbershampoo kann das Ergebnis optimiert werden.

Top Silbershampoos im Test

Unser Fazit: Silbershampoo ist nicht gleich Silbershampoo. Bei einigen Produkten im Test fanden wir die Pigmentkonzentration viel zu schwach. Andere bekamen Punktabzüge wegen unliebsamer Inhaltsstoffe - unter anderem Silikone, die uns aus verschiedenen Gründen in Silbershampoos mehr stören als in anderen Shampoos.

  • Langhaarmädchen Shampoo Silver Blonde: Tolle Pigmentierung, tolle Inhaltsstoffe, toller Preis - unser Testsieger! Das Silbershampoo mit Lavendelöl und Pfingstrose-Extrakt macht die Haare wunderschön weich - und das ganz ohne Silikone. Die langen, blonden, leicht strapazierten Haare unserer Testerin fühlen sich nach dem Waschen mit diesem Produkt kraftvoll und geschmeidig an, haben einen tollen Grip und viel Volumen. Der Violettton des Silbershampoos ist satt und dunkel. Beim Kontakt mit Wasser verwandelt sich die Flüssigkeit in einen stabilen, feinen Schaum, den man problemlos mehrere Minuten auf dem Haar einwirken lassen kann, ohne dass einem ständig violettes Wasser ins Gesicht läuft. Der Duft ist bei diesem Produkt relativ stark und ebenso blumig wie das Design zu 97 Prozent aus Recyclingplastik bestehenden 300-ml-Flasche. Weitere Pluspunkte: Das Langhaarmädchen Shampoo Silver Blonde ist vegan, frei von Mikroplastik, ohne Parabene und kostet nur knapp fünf Euro.
  • Fanola No Yellow Shampoo: Beim Fanola No Yellow Shampoo ist der Name Programm: Gelbe Reflexe im Haar haben keine Chance! Das Silbershampoo hat mit Abstand die stärkste Violettpigmentierung im Test und wirkt intensiver als alle anderen Shampoos. Das geleeartige Silbershampoo für jede Haarstruktur ist wirklich extrem dunkel und scheint fast Schwarz aus der 350-Milliliter-Flasche zu fließen. Auch der Schaum ist richtig violett, leider aber nicht ganz so stabil wie bei unserem Testsieger, sodass die empfohlene Einwirkdauer von bis zu fünf Minuten eher kürzer ausfällt. Auch dieses Silbershampoo ist silikonfrei sowie frei von Mikroplastik und tierischen Inhaltsstoffen.
  • Schwarzkopf Professional BC Color Freeze Silver Shampoo: Für alle, die mit Silbershampoos aufgrund der oft aggressiven Tenside in der Vergangenheit Probleme hatten, ist das Schwarzkopf Professional BC Color Freeze Silver Shampoo auf jeden Fall einen Versuch wert. Als eines der wenigen enthält das Silbershampoo kein SLS/SLES. Die Rezeptur verzichtet darüber hinaus auf jegliche tierische Bestandteile sowie Silikone. Einige potenziell reizende PEG-Derivate sind zwar enthalten, dennoch ist das Silbershampoo insgesamt betrachtet eines der mildesten in unserem Test. Die Farbe des Shampoos ist dunkelviolett mit Stich ins Blau. Richtig toll finden wir auch, wie gepflegt und weich sich die Haare beim und nach dem Waschen anfühlen.
  • Olaplex Nº4P Blonde Enhancer Toning Shampoo: Okay, wir schließen uns dem Hype an. Das stylishe Olaplex Nº4P Blonde Enhancer Toning Shampoo hält, was viele Influencer versprechen: Es reinigt mild, hat ordentlich Farb-Power und dabei nur wenige Nachteile. In der Rezeptur steckt ein guter Mix aus schonenden Tensiden, intensiven Farbpigmenten und pflegenden Inhaltsstoffen, die die Haarstruktur stärken: Bis-Aminopropyl Diglycol Dimaleate ist der zentrale, patentierte Bestandteil der Olaplex-Technologie, die dabei hilft, beschädigte Disulfidbindungen im Haar zu reparieren. Gleichzeitig ist das Olaplex Shampoo äußerst effektiv im Kampf gegen unerwünschten Gelbstich. Die Violettfärbung gehört zu den stärksten im Test.

Blaushampoo: Die Lösung für braunes Haar

Mit Blaushampoo entfernst du den unerwünschten Rotstich aus deinem Haar. Die Silber-Shampoo-Alternative für Brünetten sorgt für kühle Reflexe im Braun. Schon von Blaushampoo gehört? Dabei handelt es sich hierbei ebenfalls um ein korrigierendes Treatment zur Beseitigung eines unerwünschten Farbstichs. Statt wie beim Silber- oder Lilashampoo den Gelbstich im Blond zu entfernen, neutralisiert Blaushampoo den Rot-, Kuper oder Orangestich in braunem Haar. Der Effekt: Braun erscheint damit kühler und satter.

Wer sollte Blaushampoo benutzen? Und wer nicht?

Gefärbte Brünetten kennen es: Nach einer gewissen Zeit kippt das einst satte Braun aufgrund von häufigem Waschen oder durch UV-Strahlung und du bekommst einen Rotstich. Bei Rot-, Kupfer- oder Orange-Schimmer kommt Blaushampoo ins Spiel. Es eignet sich ideal, um deine braunen Haare kühler beziehungsweise aschiger erscheinen zu lassen. Denn hier werden unerwünschte Rotpigmente und alle Shades, die darunterfallen, entzogen. Damit ist die Anwendung von Blue Shampoo prima für Brünetten mit Highlights, Ombré oder auch zum Farberhalt. Ein No-go stellt Blaushampoo hingegen für Blondinen mit Gelbstich dar. Sie sind weiterhin besser damit bedient, Silber-Shampoo mit Lila-Pigmenten zu benutzen.

So machst du deine Haar mit Silbershampoo kaputt ...

Top Blaushampoos für asch-braunes Haar

Wer nach Blaushampoo sucht, wird überrascht sein: So eine große Auswahl wie bei Silbershampoo wirst du nicht finden. Die meisten Blue Shampoos sind unter den professional Haircare-Linien angesiedelt und eher seltener in der Drogerie vertreten. Die COSMO-Favoriten stelle ich dir nachfolgend vor.

  • L’Oréal Professional Chroma Crème: Eines der beliebtesten Blaushampoos ist das L'Oréal Professionnel Paris Serie Expert Chroma Crème Shampoo Blau. Eigens für hellbraunes bis dunkelbraunes Haar gedacht, kontert es das Orange im Haar, das du etwa nach dem Urlaub in der Sonne oder vielem Waschen ohne Farbauffrischung bekommen kannst. Die Farbkorrektur setzt dafür auf blaue Farbpigmente, die sich auf die orangenen Untertöne legen. Dadurch nimmt das Haar einen kühleren Farbton an und es wirkt insgesamt aschig. Extra-Tipp: Anwender:innen empfehlen, das Shampoo mit Handschuhen zu verwenden, um blauen Händen vorzubeugen.
  • John Frieda Blue Crush Shampoo: Das günstigste Blaushampoo aus diesem Vergleich muss sich gar nicht hinter den Profi-Produkten verstecken, denn es tut, was es soll. Nämlich die Haarfarbe vertiefen und dein kühles Braun strahlen lassen. Auch dieses Shampoo von John Frieda ist richtig richtig blau. Vorsicht also vor blauen Händen - und auch die Fliesen im Bad sollten sofort abgespült werden. Erste Ergebnisse sind laut Hersteller bereits nach einer Haarwäsche drin. Passend dazu gibt es einen Conditioner, der wieder Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit zuführt.
  • Schwarzkopf Goodbye Orange Shampoo: Das Goodbye Orange Shampoo ist in erster Linie zur Neutralisation von orange-roten Untertönen im Braun gedacht. On top soll es gefärbte Haare länger kühl und bis zur nächsten Coloration frisch erhalten. Anders als bei vielen farbkorrigierenden Shampoos strapaziert es das Haar dank der Bonding-Technologie - du kennst sie vielleicht von Olaplex und Alternativen - nicht.

Wie unterscheidet sich Blaushampoo von Silbershampoo?

Blaushampoo ist speziell für braunes oder brünettes Haar konzipiert, um orangefarbene Töne zu neutralisieren, während Silbershampoo violette Pigmente enthält, die gelbe Töne aus blondem, grauem oder weißem Haar ziehen.

Wie verwendet man Blaushampoo richtig?

Wir hatten ja bereits geklärt, dass Blaushampoo kein reguläres Shampoo zur täglichen Haarwäsche ist. Doch wie genau wird es dann angewandt? Hier eine übersichtliche Anleitung zur Verwendung von Blaushampoo:

  • Hautschutz: Trage ein altes Handtuch um deine Schultern, um Flecken auf der Kleidung zu vermeiden. Blaushampoo kann Haut und Kleidung verfärben. Viele Anwender:innen raten sogar zur Verwendung von Einmalhandschuhen, um die Hände zu schützen.
  • Menge: Gib eine ausreichende Menge Blaushampoo in deine Handfläche. Die Menge hängt von der Haarlänge und -dichte ab, aber eine walnussgroße Menge ist oft ein guter Ausgangspunkt.
  • Verteilung: Verteile das Shampoo gleichmäßig im feuchten Haar, konzentriere dich dabei besonders auf die Bereiche mit unerwünschten Orangetönen. Massiere das Shampoo sanft in die Kopfhaut und das Haar ein.
  • Einwirkzeit: Lass das Blaushampoo je nach Anweisung des Herstellers 3 bis 5 Minuten einwirken. Bei Bedarf kannst du es etwas länger einwirken lassen, aber achte darauf, dass es nicht zu lange bleibt, um ein Überpigmentieren zu vermeiden.
  • Gründliches Ausspülen: Spüle das Shampoo gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis das Wasser klar ist und keine Shampoo- und Farbreste mehr im Haar sind.
  • Conditioner oder Maske: Verwende einen feuchtigkeitsspendenden Conditioner oder eine Haarmaske, um das Haar zu pflegen und Austrocknung zu vermeiden. Blaushampoo kann bei häufigem Gebrauch austrocknend wirken.

Wie oft sollte ich blaues Shampoo benutzen?

Blaushampoo ist nicht zur langfristigen täglichen Reinigung der Haare gedacht, sondern ein Treatment. Es sollte bei akuter Unzufriedenheit mit einem sichtbaren Rot- oder Orangestich in der Regel ein- bis zweimal pro Woche verwendet werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Silbershampoo ist ideal für blonde, graue und weiße Haare, um Gelbstiche zu neutralisieren und kühle Farbnuancen zu verstärken. Blaushampoo hingegen ist die perfekte Wahl für braunes Haar, um unerwünschte Rot- und Orangestiche zu entfernen und einen kühlen, satten Braunton zu erzielen. Die richtige Anwendung und Produktwahl sind entscheidend für ein optimales Ergebnis.

tags: #schwarzkopf #shampooing #bleu #test

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen