Die Haarfarbe ist ein faszinierendes Merkmal, das durch komplexe genetische Mechanismen bestimmt wird. Obwohl die Vorhersage der Haarfarbe eines Kindes schwierig sein kann, da die Vererbung dieses Merkmals noch nicht vollständig verstanden ist, lassen sich dennoch einige Tendenzen ableiten. Dieser Artikel beleuchtet die genetischen Grundlagen von schwarzem Haar in Kombination mit blonden Haaren.
Bekannterweise wird die Haarfarbe von zwei Pigmenten bestimmt: Eumelanin (braun/schwarz) und Phäomelanin (rötlich). Die Haarfarbe wird allerdings additiv polygen vererbt. Das bedeutet, dass ein genetisches Merkmal (wie die Haarfarbe, Hautfarbe oder Körpergröße) nicht nur durch ein Gen vererbt wird.
Es gibt also nicht nur einen "Schalter" mit zwei Möglichkeiten (wie "schwarzes Haar" ODER "rotes Haar"), sondern beliebig viele Variationen (wie man ja an der ganzen Bandbreite von Haut- und Haarfarben sehen kann). Ganz egal welche genetischen Anlagen man nun in sich trägt, der Phänotyp "schwarze Haare" ist dominant. (Das heißt aber nicht, dass die Anlage hellem Haar nicht auch im Genmaterial vorhanden wäre. Sie kam nur nicht zur Ausprägung.
Verantwortlich für die Haarfärbung ist das Pigment Melanin. Es wird von speziellen Hautzellen, den Melanozyten, produziert und in die Haare eingelagert. Von dem Farbstoff gibt es zwei Varianten: das dunkle Eumelanin und das helle Phäomelanin.
Eine große Menge Eumelanin und kaum Phäomelanin sorgen für schwarze Haare. Blonde Haare enthalten wenig von beiden Pigmenten. Der Haarfollikel verliert beim Alterungsprozess seine Fähigkeit, Melanin zu bilden.
Mehrere Gene sind an der Produktion beteiligt, so etwa das Gen MC1R („Melanocortin 1 Rezeptor“), das am besten erforscht sei. „Fällt es aus, wird kein dunkles Pigment gebildet“, erklärt er. Dann entsteht aus dem Ausgangsstoff Tyrosin mehr Phäomelanin, was zu einer rötlichen Haarfarbe führt. Haben beide MCR1-Gene eines Menschen diesen Funktionsverlust, wird das Haar feuerrot.
Einmal angelegt, muss die Haarfarbe aber nicht so bleiben. So haben vor allem Kinder europäischer Abstammung oft helle Haare und dunkeln im Laufe ihrer Entwicklung nach. Ein Phänomen, dass auch im Tierreich verbreitet ist, erinnert Kämper.
Im Laufe ihrer Entwicklung und insbesondere durch die hormonellen Veränderungen in der Pubertät werden dann die Enzyme aktiviert, die für die Produktion des dunklen Melanins erforderlich sind. „Und das überdeckt dann eben die blonde Färbung“, so der Genetiker.
Grundsätzlich gibt es auch bei den Genen, die die Haarfarbe bestimmen, solche, die anderen übergeordnet sind, erläutert der Wissenschaftler. So ist das Gen, das für die Einlagerung der Farbe ins Haar zuständig ist, dem überlegen, das die Farbe herstellt.
Bekommt ein Kind von einem Elternteil das blonde und vom anderen das dunkle Gen, wird es dunkelhaarig - das dunkle Gen ist dominant. Blond wird das Kind nur, wenn es von beiden Elternteilen das blonde - rezessive - Gen erhält. Das kann aber in den Erbanlagen der Eltern vorhanden sein, auch wenn sie dunkelhaarig sind, sagt Kämper.
Viele Menschen seien bei der Haarfarbe „heterozygot“, haben also sowohl das dunkle als auch das blonde Gen in ihren Anlagen. Aber trotz der rezessiven Vererbung und der damit verbundenen geringen Wahrscheinlichkeit, als Blondschopf durchs Leben zu gehen: Aussterben werden die Blonden nicht, obwohl dieses Szenario immer wieder heraufbeschworen wird. Schließlich sei die Erbanlage weiter vorhanden, auch wenn sie oft verdeckt sei.
Dass Vogelbabys weißflauschig sind und Affenbabys eine hellere Hautfarbe haben, signalisiere ihre Schutzbedürftigkeit. Bei den Affen auch, dass sie sich innerhalb ihre Gruppe mehr rausnehmen dürfen als ältere Mitglieder, die dieses Merkmal verloren haben. „Die Kinder haben zwar die Proteine, die die Farben machen, sie sind aber noch nicht angeschaltet“, erklärt er.
Vererbt werden Haarfarben dominant-rezessiv. „Ich habe von jedem Gen zwei Kopien, nämlich je einen Chromosomensatz von der Mutter und vom Vater“, erklärt er.
Die Tabelle zeigt, wie die beiden Farbstoffe die Vererbung beeinflussen:
| Haarfarbe | Eumelanin | Phäomelanin |
|---|---|---|
| Schwarze Haare | Sehr viel | Kaum |
| Braune Haare | Viel | Wenig |
| Blonde Haare | Wenig | Viel |
| Rote Haare | Kaum | Hauptsächlich |
Es ist bekannt, dass das Eumelanin dabei die braunen und schwarzen Haartöne bestimmt, während das Phäomelanin blonde und rote Haarfarben prägt.
Die Forscher identifizierten 124 Gene, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Haarfarbe spielen. Von mehr als 100 war zuvor keine Verknüpfung mit Pigmentierungen bekannt.
Die genaue Funktion dieser Erbnalagen bei der Entstehung der Haarfarben bleibt zwar unklar. Die Fülle an genetischen Einflussfaktoren erklärt aber, warum die bisher bekannten Erbanlagen kaum Voraussagen über die Haarfarbe eines Menschen anhand seines Erbguts ermöglicht haben.
Wie sie berichten, können sie anhand der genetischen Merkmale nun sehr genau bestimmen, ob jemand rötliches oder schwarzes Haar hat. Bei Blond- und Brauntönen bleibt die Zuordnung hingegen weiterhin unsicher.
Es gibt drei Arten von natürlichem Melanin. Sie sind:
Haare ohne Melaninpigmente werden weiß. Somit fehlen weißen Haaren sowohl Eumelanin- als auch Phäomelaninpigmente vollständig. Weißhaarige Menschen reflektieren Licht aufgrund der optischen Aktivität der Farbe. Meistens werden gefärbte Haare weiß oder grau, wenn die Melanozytenaktivität aufhört.
Die Vererbung der Haarfarbe ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Gene, wobei die Menge und Art des produzierten Melanins eine entscheidende Rolle spielen. Während dunkle Haarfarben tendenziell dominant sind, können rezessive Gene für blonde Haare auch über Generationen hinweg weitergegeben werden und unerwartet zum Vorschein kommen.
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