Immer wieder entdecken Spaziergänger und Naturliebhaber Raupen und fragen sich, um welche Art es sich handelt. Die Farbe ist oft ein wichtiges Merkmal zur Identifizierung, wobei die Färbung der Raupe lediglich ein Kriterium darstellt. Es ist selten, dass man sich auf den ersten Blick sicher sein kann, um welche Raupenart es sich handelt, da in Deutschland über 3700 Arten von Schmetterlingen und somit auch Raupen leben.
Dieser Artikel soll Ihnen helfen, schwarz-gelbe Raupen mit Haaren zu bestimmen und die potenziellen Gefahren, die von ihnen ausgehen, besser einzuschätzen.
Bevor uns ab Mai wieder zahlreiche Schmetterlinge umflattern, müssen sie sich erst einmal entwickeln. Das tun sie in 4 Stadien. Begonnen mit der Eiablage geht es innerhalb einiger Wochen über das Raupen- und Puppenstadium zum fertigen Schmetterling. Um sich gut entwickeln zu können, braucht das Insekt Nahrung. Diese nimmt sie als Raupe zu sich und zwar in Form von Blättern, Früchten, Samen, Blüten und Wurzeln.
Alle Raupen haben einen Kopf, einen Rumpf, der aus 14 Segmenten besteht, und einen Hinterleib, 16 Beine und kleine Fühler. Ansonsten sehen die Raupen aber sehr verschieden aus. Vor allem farblich unterscheiden sie sich. Daher kann man sich bei der Bestimmung von Raupen an der Farbgebung orientieren. Sie werden in grüne, braune, schwarze und bunte Exemplare eingeteilt.
Hinweis: Einzig und allein die Farbe schwarz-gelb ermöglicht keine eindeutige Identifikation der Raupenart.
Dass Schmetterlinge nicht nur schön sind, sondern beim Bestäuben von Pflanzen helfen, wissen wir alle. Raupen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem:
Gleich vorweg: Treten Raupen nur vereinzelt auf und nicht in Massen, dann richten sie in der Regel nur geringe Schäden an, die man als Gartenbesitzer tolerieren kann oder die gar nicht ins Gewicht fallen. Allerdings gibt es auch Raupen, die Pflanzen so schädigen können, dass diese nicht überleben - der Buchsbaumzünsler ist so ein Geselle. Oder es gibt Raupen, die sogar gefährlich sind, wie der Eichenprozessionsspinner (dazu gleich noch mehr).
Raupen können verschiedene Schäden verursachen:
Die meisten Raupen sind für uns Menschen ungefährlich.
Die bekannteste Raupe, die nicht nur ganze Eichenwälder nachhaltig schädigen, sondern auch uns Menschen gefährlich werden kann, ist der Eichenprozessionsspinner. Bis Mitte der 1990er Jahre war er eher selten anzutreffen, seitdem kommt es im Frühling immer wieder zu Massenauftreten, vor allem in Franken. Hier besiedeln die Raupen ganze Eichenwälder und sorgen so für Kahlfraß und gesperrte Bereiche. Der Grund sind die gesundheitlichen Gefahren, die von der Raupe ausgehen. Die Tiere besitzen viele tausend Härchen, die mit Widerhaken ausgestattet sind. Die Haare sind innen hohl und enthalten als Brennsubstanz Thaumetopoein, ein lösliches Eiweiß.
Je nach der Empfindlichkeit reichen die gesundheitlichen Risiken von Hautreizungen wie Rötungen, Juckreiz, Brennen und Ausschlag bis hin zu allergischen Reaktionen, die sich in Schwellungen, Schwindel, Nesselsucht, Atembeschwerden oder Anaphylaxie äußern können. Bei Kontakt mit den Augen sind Bindehautentzündungen möglich. Auch das Einatmen der feinen Härchen kann zu Atemwegsbeschwerden führen.
Was tun bei Kontakt?
Wer betroffen ist, sollte die Haut gründlich abduschen, die Haare waschen sowie die Kleidung wechseln und bei 60 Grad in der Maschine waschen. Kühlen der betroffenen Stellen, eine kortisonhaltige Hautcreme sowie antiallergische Medikamente (Antihistaminika) können die Beschwerden bei Kontakt mit den Brennhaaren der Raupen lindern.
Nest entdeckt?
Nestern sollte man sich nur in Einmal-Schutzbekleidung und mit einer Atemmaske nähern. Experten raten jedoch davon ab, die Nester selbst abzutragen. Professionelle Schädlingsbekämpfer saugen die Nester mit Industriestaubsaugern ab. Anschließend müssen sie sachgerecht entsorgt werden, etwa durch Verbrennung in geschlossenen Anlagen.
Um die Nester zu entfernen, setzen Städte und Landkreise unter anderem heißes Wasser oder Schaum aus Hochdruckreinigern ein. Durch die Hitze werden die Brennhaare der Raupen unschädlich. Außerdem soll die Ansiedlung von natürlichen Fressfeinden die Raupenplage eindämmen. Auch bestimmte Fadenwürmer, sogenannte Nematoden, werden im Kampf gegen die Raupen eingesetzt. Die kleinen, lichtempfindlichen Parasiten werden nachts gespritzt, wenn die Raupen zu ihren Futterplätzen wandern. Im Frühjahr sind die Raupen noch klein und die Haare nicht ausgebildet, dann können sie auch mit einem Biozid bekämpft werden, das auf die Blätter der Bäume gesprüht wird. Die Raupen fressen die Blätter und sterben ab.
Die Goldafterraupe kann durchaus mit dem Eichenprozessionsspinner verglichen werden. Denn auch sie nistet in größeren Gespinsten auf Bäumen, vor allem auf Obstbäumen, aber auch in Hecken. Und auch sie hat viele tausend Härchen, die als Brennhaare bezeichnet werden. Sobald die Härchen, die innen hohl sind, gebrochen werden, wird das Nesselgift Thaumetopoein freigesetzt.
Kommt es zu Juckreiz oder Rötungen, können Cremes oder Aloe Vera durchaus Linderung verschaffen, bei Schwellungen helfen kalte Umschläge. Die Raupen des Goldafters sind schwarz mit orangfarbenen und weißen Punkten versehen. Die feinen Härchen schimmern bräunlich und sind nicht besonders lang. Sofern die Raupen nicht in Massen auftreten, bleiben die Schäden meist im Rahmen.
Hinter den schwarz-gelben Raupen steckt wahrscheinlich der Jakobskrautbär (Tyria jacobaeae) aus der Familie der Eulenfalter (Erebidae). Die Raupen dieses Nachtfalters sind gelb mit schwarzen Querstreifen. Aus der Raupe des Jakobskrautbärs entsteht nach dem Verpuppen im Frühjahr des darauffolgenden Jahres ein Schmetterling. Der Falter ist schwarz und hat karminrot gemusterte Flügeln.
Die Giftigkeit der Raupen stammt von ihrer Nahrung. Denn diese essen bevorzugt das Jakobskreuzkraut, das ebenfalls giftig ist. Anschließend speichern die Raupen das Gift in ihrem Körper und werden selber giftig.
Die auffällige schwarz-gelbe Färbung der Raupen signalisiert Gefahr. Sie fressen hauptsächlich das giftige Jakobskreuzkraut, wodurch sie selbst giftig und ungenießbar für ihre Fressfeinde werden.
Der Jakobskrautbär ist in ganz Europa verbreitet und kommt auch in Australien und Amerika vor. Er lebt an offenen, sonnigen Plätzen wie Wiesen, Weiden, Straßenränder und Böschungen.
Das Jakobskrautbär-Weibchen legt die Eier, in kleinen Gruppen an der Unterseite von tiefsitzenden Blättern ab. Ende Mai schlüpfen die ersten Raupen, welche gesellig, oft in größeren Gruppen an einer Pflanze sitzen. Zum Überwintern verpuppen sie sich am Boden in einem Kokon.
Der Falter ist laut der Roten Liste Deutschlands als ungefährdet eingestuft, da die Art vielerorts an Bestand zunimmt. Dabei handelt es sich aber, in der Regel nicht um langfristig stabile Lebensräume.
Wieso ist der Jakobskrautbär giftig?
Die Giftigkeit der Raupen stammt von ihrer Nahrung. Denn diese essen bevorzugt das Jakobskreuzkraut, das ebenfalls giftig ist. Anschließend speichern die Raupen das Gift in ihrem Körper und werden selber giftig.
Ist der Jakobskrautbär gefährdet?
Der Deutsche Naturschutzbund ordnet den Falter mitsamt Raupe in einigen Regionen in Deutschland als gefährdet ein. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft wurde die bevorzugte Nahrungspflanze zurückgedrängt. Folglich empfehlen die Naturschützer, die betreffenden Pflanzen zwischen Mai und August nicht zu mähen.
Das Krainer Widderchen, auch Esparetten-Widderchen genannt, ist ein schwarzer Falter mit auffällig roten Punkten. Seine Raupe ist eher unscheinbar grün mit schwarzer Musterung. Beide, sowohl Raupe, als auch Falter, sind giftig, denn sie produzieren Blausäure.
Verbreitet ist das Insekt vor allem südlich der Mittelgebirge. Die Raupen treten bereits im Herbst auf, häuten sich zweimal und halten dann Winterruhe. Ab April werden sie wieder aktiv und beginnen mit dem Fressen, ehe sie sich nach 4 weiteren Häutungen verpuppen.
Die Berührung der Raupen ist für uns Menschen noch nicht gefährlich, bedenklich wird es aber, wenn wir eine Raupe verschlucken. Dies tut wohl kaum jemand, doch gerade bei Kindern ist hier größte Vorsicht geboten. Schon 70 Milligramm des Giftes können dabei zum Tod führen.
Außer Jakobskrautbären kommen noch andere Schmetterlinge infrage, deren Raupen teilweise eine schwarz-gelbe Färbung haben. Bei der Identifizierung spielen neben dem Aussehen weitere Kriterien eine Rolle wie die Größe der Raupe, die Jahreszeit, der Verbreitungsort und die Futterpflanzen.
Wenn Sie schwarz-gelbe Raupen in Ihrem Garten entdecken, sollten Sie diese umsiedeln, statt sie zu bekämpfen.
Der Jakobskrautbär gilt als gefährdet, daher sollten Sie die Raupe keinesfalls töten. Setzen Sie die Tiere einfach an einen Ort um, an dem reichlich Jakobskreuzkraut wächst und sie keine Schäden anrichten. Nehmen Sie dafür einen dünnen Ast und heben die Raupe damit an.
Nicht alle Raupen sind Schädlinge. Einige Arten sind sogar nützlich und tragen zur Artenvielfalt bei:
Dank seiner vier Augenflecken ist das Tagpfauenauge unverwechselbar. Und auch als schwarze Raupe mit weißen Pünktchen und fleischigen Dornen kann sich dieser allseits bekannte Schmetterling durchaus sehen lassen.
Nicht alle Raupen richten jedoch einen weitreichenden Schaden an. Es gibt unzählige verschiedene Raupenarten. Raupen bestimmen und erkennen ist sehr wichtig, denn nicht alle schaden Ihren Pflanzen oder Ihrer Ernte.
Die schädlichsten Raupen fressen entweder komplette Pflanzenteile runter oder lassen nur ein Skelett übrig. Beim Auftreten der ersten Fraßspuren oder Erkennen erster Jungraupen an den Blättern sollten Sie bei bekannten Schädlingen unverzüglich mit den empfohlenen Produkten behandeln. Aber auch andere Maßnahmen können helfen.
Es lassen sich längst nicht alle Raupen bestimmen. Auch junge Raupenstadien sind optisch oft schwer zu erkennen.
Die Klopfprobe hilft: Halten Sie ein weißes Blatt Papier unter Blätter und Äste und klopfen Sie darauf.
Weltweit gibt es über 180.000 Schmetterlingsarten, allein in Deutschland sind es 3.700. Demzufolge gibt es auch genauso viele Raupen.
Bernhard Konzen konnte am 26.10.2022 gleich zwei Besondere Meldungen abgeben. Es handelt sich beide Male um Nachtfalter aus der Familie der Bärenspinner (Arctiinae), welche er an der Mosel, in der Nähe von Klotten gefunden hat.
Der Falter kann von 29 bis 42 Millimeter groß werden. Die Vorderflügel sind weiß gefärbt und sind mit vielen roten und schwarzen punkten besetzt, genau wie der Kopf. Die Hinterflügel sind hellblau mit einem grauen Rand und einzelnen grauen Punkten. Der Hinterleib ist rein weiß. Die Raupen sind grau und tragen weiße Linien am Rücken und auf der Seite. Außerdem hat jedes Segment eine orange Querlinie. Der Punktbär kommt vor allem in Afrika, dem Mittelmeerraum, in Mittel- und Südostasien vor. Die Art lebt vor allem in Grassteppen und ernährt sich von raublättrigen Pflanzen. Sie leben je nach Vorkommen in einer oder in zwei Generationen, in wärmerem gleichbleibenden Klima entstehen diese aber kontinuierlich.
Hier ist eine Tabelle, die einige wichtige Raupenarten und ihre Merkmale zusammenfasst:
| Raupenart | Farbe | Merkmale | Gefahr |
|---|---|---|---|
| Eichenprozessionsspinner | Graubraun | Brennhaare mit Widerhaken | Hautreizungen, allergische Reaktionen |
| Goldafter | Schwarz mit orangen und weißen Punkten | Bräunliche Brennhaare | Hautreizungen |
| Jakobskrautbär | Schwarz und gelb geringelt | Lange, weiße Haare | Giftig durch Aufnahme von Jakobskreuzkraut |
| Tagpfauenauge | Schwarz mit weißen Punkten | Fleischige Dornen | Ungefährlich |
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