Spliss erkennen, Ursachen verstehen und wirksam behandeln

Wenn die Haare stumpf und spröde sind, es ihnen an Glanz fehlt und sie zu Spliss neigen, dann schlägt sich das häufig auch auf das Gemüt der betroffenen Personen wider. Spliss, auch bekannt als kaputte Spitzen, ist genau das, wonach es klingt - Haare, die an den Enden (dem ältesten Teil des Haarschafts) beschädigt und so natürlich gespalten wurden. Spliss bezeichnet die Spaltung der Haarspitzen, bei der sich die Spitze und die Enden des Haares in zwei oder mehrere Teile aufteilen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Spliss erkennen, welche Ursachen dahinterstecken und wie Sie ihn effektiv behandeln und vorbeugen können.

Haarspliss, auch bekannt als gespaltene Haarspitzen, bedeutet, dass das Haar an den Enden in zwei oder mehr Stränge aufgespalten ist. Spliss entsteht unglaublich schnell und häufig bleibt als einzige Möglichkeit das Abschneiden der kaputten Spitzen.

Wie äußert sich Spliss?

Spliss kann bei jedem Haartyp auftreten. Ob das Haar trocken oder strapaziert ist, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, denn in beiden Fällen sind die äußeren Folgen dieselben.

Die Haare:
  • erscheinen glanzlos und strohig
  • sind sogar störrisch
  • lassen sich nur schwer in Form bringen
  • werden spröde und porös
  • neigen schnell zu Spliss

Die weitere Folge kann sogar Haarbruch sein.

Es gibt verschiedene Arten von Spliss, die auf unterschiedliche Schädigungen hinweisen:

  1. Kerze: Deine Haarspitzen werden immer dünner und ähneln dem Docht einer Kerze.
  2. Knoten: Vor allem bei lockigen oder Afro Haaren bilden sich kleine Knoten. Die Haarenden verschlingen sich ineinander.
  3. Ast: Bei der gängigsten Form von Spliss teilen sich die Enden Deiner Haare in zwei gleichmäßige Äste.
  4. Dreizack: Bei fortgeschrittenen Schäden, wie dem Dreizack, auch Gabel genannt, spaltet sich Dein Haar weiter in drei unterschiedlich dicke Enden auf.
  5. Baum: Diese Art zeigt Dir, dass Deine Haare sich bereits an mehreren Stellen spalten und der Spliss höher in Deinen Lockenschopf zieht.

Gespaltene Spitzen, die in einer Gabelung enden, gehören zu den häufigsten Arten von Spliss. Kaputte Spitzen in einem Baum oder einem verzweigten Muster weisen typischerweise darauf hin, dass eine Seite der Haarfaser stärker geschädigt ist als die andere. Manchmal kommt es bei Menschen mit lockigem Haartyp vor, dass sich an einzelnen Haarsträhnen kleine Knoten bilden.

Gründe für Spliss

Um die Ursachen für Spliss verstehen zu können, sollte man zunächst wissen, wie das Haar aufgebaut ist. Dein Haar wächst aus der Wurzel und ist in Schichten aufgebaut. Die Basis ist von einer Hülle, dem sogenannten Cortex umgeben. Das Haar besteht aus drei Schichten: der äußeren Schuppenschicht, der dicken Faserschicht und dem Mark. An der Haarwurzel befindet sich eine Talgdrüse.

Spliss entsteht, wenn die Haarstruktur beschädigt wird - meist durch Hitze, falsche Pflege oder Umweltfaktoren. Besonders die Haarspitzen leiden, weil sie älter, trockener und anfälliger für Reibung sind. Leidet die Schuppenschicht durch täglichen Feuchtigkeitsmangel, wird der Cortex freigelegt und Deine Haare fransen an den Spitzen aus.

Nun, alle kaputten Spitzen entstehen, weil das Haar auf irgendeine Art beschädigt wurde.

Ursachen für trockene Haare

Bei eben diesen Talgdrüsen liegt die häufigste Ursache für trockenes Haar. Das Haar wird an dieser Stelle mit zu wenig Fett versorgt, wodurch die äußere Schuppenschicht nicht wie bei gesundem Haar glatt überlappt, sondern absteht. Der Grund für trockene Haare liegt also kurz gesagt bei einer nicht geschlossenen Schuppenschicht aufgrund fehlender Talgversorgung.

Lange Haare werden schneller trocken, denn je länger das Haar ist, desto weniger Talg gelangt von den Talgdrüsen bis in die Haarspitzen. Seltener können aber auch Krankheiten wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Mangelernährung sowie eine hormonelle Umstellung durch Schwangerschaft oder die Wechseljahre ursächlich sein.

Ursachen für strapaziertes Haar

Die Hauptursachen für strapaziertes Haar sind äußere Einflüsse und starke Belastung der Haare. Dies geschieht durch häufiges Färben (vor allem Blondieren), Dauerwelle oder chemisches Glätten. Auch falsche und zu häufig verwendete Stylingprodukte können der Grund für strapaziertes Haar sein.

Ebenfalls schädlich für die Haare sind UV-Strahlen, Chlorwasser und Salzwasser, sowie Heizungsluft und häufiges Tragen von Mützen. Das Haar wird durch Föhnen, Schaumfestiger und aggressives Shampoo gestresst und trocknet schnell aus. Während bei trockenem Haar aber nur die äußere Schuppenschicht betroffen ist, ist das strapazierte Haar deutlich mehr geschädigt, sodass auch die dicke Faserschicht betroffen sein kann.

Bereits scheinbar kleine Faktoren wie zu viel Zeit zwischen den Haarschnitten verstreichen zu lassen oder zu warmes Wasser können die Entstehung von Spliss begünstigen. Der ständige Kontakt der Haare mit bestimmten Stoffen bzw. Materialien wie Mützen, Schals oder Pullovern aus Wolle beschleunigt die Entwicklung von Spliss. Sogar Deine Ernährung beeinflusst die Stärke Deiner Haarenden.

Hier ist eine Tabelle mit den häufigsten Ursachen für Spliss:

Ursache Beschreibung
Häufiges Färben und Blondieren Chemische Prozesse schädigen die Haarstruktur.
Hitzestyling Föhnen, Glätten und Lockenstab entziehen dem Haar Feuchtigkeit.
Falsche Pflegeprodukte Produkte mit Silikonen und Sulfaten trocknen das Haar aus.
Umwelteinflüsse UV-Strahlung, Chlor- und Salzwasser belasten das Haar.
Mechanische Belastung Reibung durch Kämmen, Bürsten und Kleidung.
Mangelnde Feuchtigkeit Trockene Luft und zu wenig Feuchtigkeitspflege.

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Was tun gegen Spliss?

Die traurige Wahrheit ist: Der schon bestehende Schaden kann nie vollständig repariert werden. Wenn du einmal Haarspliss oder kaputte Spitzen hast, gibt es keine wirkliche Möglichkeit sie loszuwerden (außer sie abzuschneiden und so Spliss zu entfernen). Spliss wirkt sich irgendwann auf jeden aus, aber mit dem richtigen Haarpflegeprogramm kannst du Haarspliss den Garaus machen, bevor er überhand nimmt!

Es bringt nichts, Spliss nur optisch zu kaschieren - um Spliss zu entfernen, ist die tatsächliche Entfernung notwendig.

Regelmäßiges Schneiden

Regelmäßiges Schneiden ist die effektivste Methode, um Spliss zu entfernen. Regelmäßiges Haareschneiden ist der beste Weg, um ihre Haarlänge zu erhalten. Haben sich die Haarspitzen erstmal gespalten, wird dieser Spalt zwangsläufig immer größer werden.

Spliss, der durch besonders hohe Beanspruchung entsteht, beginnt oft an den Spitzen und kann sich entlang des Haarschafts nach oben ausbreiten, wenn er nicht behandelt wird. Unbehandelter Haarspliss kann dazu führen, dass sich das Haar von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern weiter aufspaltet.

Einfach und effektiv: Spitzen schneiden hilft gegen Spliss - das ist soweit nichts Neues. Sind die Haarspitzen gespalten, verhindert diese Schnitttechnik, dass Haarspliss sich ausbreitet und das Haar weiter schädigt. Die Methode eignet sich besonders gut, wenn der Haarschaden noch nicht weit fortgeschritten ist und sich auf einige Millimeter beschränkt.

Es gibt verschiedene professionelle Schnitttechniken, die weitere Haarschäden verhindern und das Haar damit insgesamt kräftigen. Je nach Haartyp oder Schwere der Schädigung können auch ein Care Cut oder Twist Cut das Mittel der Wahl sein.

Wir empfehlen, den Splissschnitt professionell beim Friseur durchführen zu lassen. Besonders effektiv ist der Friseur Splissschnitt mit heißer Schere. Diese Methode versiegelt die Haarspitzen direkt nach dem Schnitt und verhindert so neue Schäden durch Reibung oder Hitze.

Die richtige Haarpflege

Mit der richtigen Pflege, feuchtigkeitsspendenden Produkten und schonender Behandlung kann die Haarstruktur gestärkt und Schäden wie Spliss vermieden werden. Die richtige Auswahl an Haarpflege-Produkten ist ein echter Gamechanger, wenn es darum geht, Spliss zu vermeiden oder zu behandeln.

Die meisten Pflegeprodukte sind sowohl für trockenes als auch strapaziertes Haar geeignet. In den sogenannten Repair-Produkten für strapaziertes Haar befinden sich dann die positiven Moleküle namens kationaktive Polymere, die das Haar an den geschädigten Stellen reparieren. Für trockenes Haar hingegen werden spezielle Friseurprodukte mit feuchtigkeitsbindenden Lipiden verwendet.

Es gibt eine Vielzahl an Shampoos, Conditionern, Haarmasken und Leave-in-Produkten, die speziell entwickelt wurden, um die Schuppenschicht zu stärken und die Haarstruktur zu schützen. Achte darauf, Produkte zu wählen, die zu deinem Haartyp passen, denn nur so können sie ihre volle Wirkung entfalten. Leave-in-Produkte sind ideal, um die Spitzen zwischendurch zu pflegen und die Haare vor neuen Schäden zu bewahren.

Hier sind einige Tipps für die richtige Haarpflege:

  • Shampoo: Sowohl bei trockenem als auch strapaziertem Haar sind Produkte ideal, die zusätzlich Feuchtigkeit spenden. Achten Sie darauf, dass keine Tenside enthalten sind. Positiv hingegen sind Keratin, Panthenol und ungesättigte Fettsäuren (z.B. in Olivenöl) zu bewerten. Ebenfalls zu empfehlen sind Shampoos mit Aloe Vera, Meeresmineralien und Algen.
  • Haarkur: Dieselben Inhaltsstoffe, die für Shampoos zu empfehlen sind, sind auch für Haarkuren gut geeignet. Bei Haarkuren ist jedoch darauf zu achten, dass es sich möglichst um solche handelt, die nicht ausgewaschen werden müssen. Des Weiteren sollte sowohl bei Shampoos als auch bei Haarkuren darauf geachtet werden, dass sie frei von Parabenen, Farbstoffen und Silikonen sind.
  • Hausmittel: Pflanzliche Öle wie Olivenöl, Mandelöl oder Kokosöl eignen sich besonders gut, denn der hohe Vitamin E-Gehalt sorgt dafür, dass die obere Haarschicht abgedichtet und repariert wird. Des Weiteren ist Eigelb bekannt dafür, den Proteinmangel bei trockenen Haaren auszugleichen und dem Haar wieder schöneren Glanz zu verleihen. Selbiges gilt auch für Mayonnaise und Honig.

Schonende Behandlung

Neben der Verwendung der richtigen Pflegeprodukte kann auf einige Kleinigkeiten geachtet werden, die in Summe die Haare sehr schonen:

  • Nach der Haarwäsche die Haare nicht mit einem Handtuch trocken rubbeln.
  • Die Haare nicht nass kämmen oder bürsten, da sie dann viel empfindlicher sind.
  • Die Haare am Besten mit einer Bürste aus Naturborsten oder Holz kämmen, da die Haarstruktur auf diese Weise nicht geschädigt wird.
  • Das Haar nie zu heiß föhnen, sondern lieber auf einen Fön mit starkem Luftstrom achten, der weiter weg vom Haar gehalten werden kann.
  • Haare nicht über Kopf föhnen, weil die Haarspitzen dann übertrocknet werden.
  • Bei der Verwendung von Haarspray sollte beim Aufsprühen ein Abstand von mindestens 20 cm eingehalten werden.
  • Die Haare im Sommer mit einem Hut vor dem UV-Licht schützen.
  • Bei Spliss sollten die Spitzen abgeschnitten werden, damit es nicht zum Abbrechen der Haare kommt.
  • Angewohnheiten wie das Spielen mit Haarsträhnen oder Zwirbeln einer Haarlocke sollten möglichst schnell abgelegt werden, da so Schmutz auf die Haare übertragen und diese noch strapazierter werden können.
  • Es sollte möglichst auf Haargummis verzichtet werden, vor allem auf solche mit Metall, da dies die Haarstruktur weiter beschädigen könnte.
  • Im Winter kann die trockene Heizungsluft die Haare besonders angreifen. Entsprechend ist es ratsam, die Luft feucht zu halten, was nicht nur den Haaren, sondern auch der Atmung hilft.

Ernährung

Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Eine Mangelversorgung von Eisen, Zink, Kupfer und Vitaminen kann zu trockenen und strapazierten Haaren führen. Achte auf eine ausgewogene Ernährung, setze auf nährstoffreiche Lebensmittel und versuche, anhaltenden Stress zu vermeiden.

Kokosöl

Kokosöl ist ein echtes Allround-Talent und wird unter anderem auch in der Haarpflege eingesetzt. Kokosöl enthält verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die dabei helfen das Haar zu reparieren und die Haarstruktur neu aufzubauen. Natürlicher Antioxidantien wie Vitamin E schützen das Haar zusätzlich vor äußeren Umweltbelastungen. Das Kokosöl legt sich wie ein Film um die Haare und verhindert dadurch, dass Feuchtigkeit austreten kann.

Worauf bei Kokosöl zu achten ist: Ist das Kokosöl hingen nativ, kaltgepresst, ungebleicht und unraffiniert, ist es optimal zur Haarbehandlung geeignet.

Tipps zur Anwendung von Kokosöl:

  • Kokosöl kann wie ein Conditioner bei Bedarf täglich angewendet werden.
  • Dazu werden je nach Haarlänge 2-3 EL Kokosöl direkt nach dem Shampoonieren ins feuchte Haar einmassiert und nach kurzer Einwirkzeit wieder ausgewaschen.
  • Nach der Haarwäsche kann das Kokosöl auch in die trockenen Haarspitzen eingerieben werden, wobei es nicht extra ausgewaschen werden muss.
  • Eine weitere Möglichkeit zur Verwendung von Kokosöl besteht in Form einer Haarmaske über Nacht.

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