Schuppen, Nissen und Läuse: Unterschiede und Erkennungsmerkmale

Schuppen, Larven und Läuseeier, auch Nissen genannt: Wissen Sie, worin die Unterschiede liegen? Insbesondere unter Kindern verbreiten sich Kopfläuse schnell. Auch wenn die Parasiten harmlos sind, sollten Sie ihnen schnell den Garaus machen.

Im Folgenden werden die Unterschiede und Erkennungsmerkmale erläutert, um eine schnelle und korrekte Behandlung zu gewährleisten.

Kopfläuse-Video: Läuse & Nissen erkennen in trockenem Haar

Was sind Nissen?

Nissen sind die Eier der Laus. Die Läuseeier sind weiß bis bräunlich und besitzen die Größe eines Sandkorns, also für das menschliche Auge kaum zu erkennen. Sie besiedeln gemeinsam mit den Läusen unsere Kopfhaut.

Sie sind weiß bis leicht bräunlich, oval geformt und weisen die Größe eines Sandkorns auf. Die 0,8 mm kleinen tropfenförmigen Gebilde kleben fest am Haar und lassen sich nicht abschütteln oder auswaschen.

Sind die Läuseeier gelblich bis bräunlich, vielleicht auch leicht gräulich gefärbt, so bedeutet das, dass noch Läuse aus ihnen schlüpfen können. Sie haften nahe der Kopfhaut am Haar, da hier die beste Temperatur für die Entwicklung der Eier herrscht. Besonders oft sind die Läuseeier in der Schläfen- und Nackengegend und hinter den Ohren zu entdecken.

Sogenannte Nissen, also leere Eihüllen, die keine entwicklungsfähigen Eier mehr enthalten, schimmern weißlich. Da Läuseeier, aus denen noch Nymphen schlüpfen können, und leere Nissen manchmal schwer zu unterscheiden sind, gilt als Grundregel: Läuseeier, die weiter als 1 Zentimeter von der Kopfhaut entfernt gefunden werden, sind in der Regel leer.

Das erklärt sich folgendermaßen: Kopfläuse legen ihre Eier möglichst nah der Kopfhaut ab, die Jungläuse schlüpfen nach 6 bis 10 Tagen und das Haar wächst etwa 10 Millimeter im Monat.

Bei einem Kopflausbefall sollten Sie nicht nur darauf achten, die unerwünschten Krabbeltiere wieder loszuwerden, sondern auch sämtliche Nissen entfernen - selbst, wenn diese vermeintlich bereits leer sind. Auch wenn von ihnen keine Ansteckungsgefahr mehr ausgeht, sollten Sie diese aus hygienischen Gründen ebenfalls sorgfältig entfernen.

Was sind Larven?

Larven sind die Jugendstadien der Läuse. Sie können sich noch nicht vermehren oder andere Menschen befallen. Sogenannte Nymphen sind ein Vorstadium zur ausgewachsenen Laus. Es sind sozusagen „junge Läuse“.

Sie legen noch keine Eier und sind auch noch nicht so mobil, das heißt, sie können den Kopf ihres Wirtes kaum verlassen. Ausnahme: Wenn Sie bereits eine Behandlung mit Läusemittel durchgeführt haben und in den Tagen danach beim Auskämmen „Jungläuse“ finden, so besteht zunächst keine Übertragungsgefahr für andere.

Was sind Läuse?

Läuse sind die blutsaugenden Parasiten, welche auf unserer Kopfhaut leben. Sie sind bräunlich und entsprechen in etwa der Größe eines Sesamkorns.

Die flügellosen sechsbeinigen Kopfläuse sind etwa drei Millimeter groß und grau, manchmal auch rötlich, wenn sie gerade Blut gesaugt haben. Sie kleben ihre Eier an den Haaren in der Nähe des Ansatzes fest. Innerhalb einer Woche schlüpft dann die neue Lausgeneration.

Kopfläuse verbreiten sich außerdem rasant - insbesondere unter Kindern. Wenn sie die Köpfe zusammenstecken, klettern die Läuse über die Haare von einem Kopf zum anderen. Daher kommt es auch regelmäßig zu Ausbrüchen in Kitas und Schulen. Grundsätzlich können Läuse aber auch Erwachsene befallen.

Die Parasiten sind etwa zwei bis vier Millimeter lang und vermehren sich sehr schnell. Zwar können die Bisse der kleinen Blutsauger ordentlich jucken, gefährlich sind Kopfläuse jedoch nicht. Sie verteilen kein Gift und verbreiten auch keine Krankheiten.

Was sind Schuppen?

Schuppen sind abgestorbene Hautzellen der Kopfhaut. Man erkennt sie an ihrer weißen Färbung. Weder kleben sie an den Haaren, noch liegt ihre Ursache in einem Kopflausbefall.

Schuppen sind abgestorbene Hautzellen, die sich in Form kleiner weißer oder gelblicher Flocken von der Kopfhaut lösen. Sie sind ein häufiges Phänomen und meist harmlos, können jedoch kosmetisch störend sein.

Ursachen für Schuppen sind in der Regel eine trockene oder fettige Kopfhaut oder seborrhoische Dermatitis. Insbesondere trockene Schuppen, die als weiße oder gelbliche Flocken auf der Kopfhaut sichtbar sind, können Nissen zum Verwechseln ähnlich sehen.

Jeden Tag verlieren Menschen Hautschuppen. Das liegt daran, dass sich die Haut etwa alle vier Wochen erneuert und dabei die alten, abgestorbenen Hautzellen abstößt. Die Schüppchen sind so klein, dass man davon in der Regel nichts mitbekommt. Wenn dieser Vorgang allerdings zu schnell abläuft, verklumpen die Hautzellen und werden in Form von Schuppen sichtbar.

Ursächlich für eine vermehrte Schuppenbildung kann eine hormonelle Umstellung, Stress, aber auch Hauterkrankungen wie zum Beispiel Schuppenflechte sein. Wer unter Schuppen leidet, der sollte ein mildes Shampoo nutzen, das speziell für trockene und empfindliche Kopfhaut entwickelt ist.

Denn normale Haarwaschmittel haben eine entfettende Wirkung und trocknen die Haut zusätzlich aus. Wenn die falsche Haarpflege, Stress und andere Umweltfaktoren als Ursache ausgeschlossen werden können, sollte man einen Hautarzt (Dermatologen) zu Rate ziehen.

Die Behandlung wird dann ganz gezielt auf die betroffene Person abgestimmt, die unter den Schuppen leidet. Weder kleben sie an den Haaren, noch liegt ihre Ursache in einem Kopflausbefall. Ganz gleich, ob Schuppen oder Nissen: Damit sich unsere Kopfhaut schnell wieder von solchen Strapazen erholen kann, ist Ihre Unterstützung gefragt.

Dasselbe gilt, wenn bei Schuppen zusätzliche Beschwerden auftreten oder diese unverhältnismäßig stark beziehungsweise über einen längeren Zeitraum andauern.

Unterscheidung zwischen Schuppen und Nissen

Um sicher zwischen Schuppen und Nissen unterscheiden zu können, sollten Sie auf spezifische Merkmale wie Farbe, Haftung und Position achten. Die folgende Übersicht hilft Ihnen dabei, die Unterschiede auf einen Blick zu erkennen:

Kriterium Schuppen Nissen
Farbe Weiß oder gelblich Gräulich, oft glänzend
Haftung Gleiten leicht aus dem Haar Haften fest am Haar
Position Über die gesamte Kopfhaut verteilt, oft auf der Kleidung sichtbar Vor allem nah an der Kopfhaut, besonders hinter den Ohren und im Nacken
Untersuchung Sichtprüfung reicht oft aus Bei Unsicherheiten mit Lupe

Auf den ersten Blick können die Eier (Nissen) aussehen wie Schuppen. Eine gute Methode, um Schuppen von Nissen zu unterscheiden, ist, sie aus dem Haar zu entfernen. Hier merkt man bereits den größten Unterschied: Während Schuppen leicht aus den Haaren zu entfernen sind, kleben Nissen am Haaransatz fest.

Im Unterschied zu Schuppen kleben Nissen fest am Haar. Die Kopflaus verwendet bei der Eiablage nämlich gezielt klebrige Stoffe, die das Anhaften der Nissen am Haarschaft ermöglichen. Ist das Entfernen der vermeintlichen Hautschuppe schwierig, weil sie am Haar festklebt, handelt es sich wahrscheinlich um eine Nisse.

Läuseeier sind nicht immer weiß, sondern können auch transparent oder bräunlich gefärbt sein. Sie passen sich dabei sogar etwas der Haarfarbe ihres Wirts an: Je heller die Haare, desto transparenter sind auch die Nissen. In der Regel haben sie eine ovale Form. Schuppen sind in ihrer Größe hingegen unterschiedlich, haben oft zackige oder eckige Ränder und sind in der Regel weiß gefärbt. Außerdem sind sie flacher als Nissen.

Die Stelle, an der sich die weißen Stippen befinden, kann ebenfalls einen Hinweis darauf geben, ob es sich um Läuse oder um Schuppen handelt. Denn Kopfläuse legen ihre Eier am liebsten hinter den Ohren, im Nacken oder an den Schläfen ab. Zudem kleben Nissen immer an einem einzelnen Haar fest, während sich Schuppen auf der ganzen Kopfhaut oder zwischen den Haaren verteilen. Oftmals befinden sich Schuppen auch auf den Schultern, wenn sie aus den Haaren fallen.

Was tun bei Kopflausbefall?

Bei Verdacht auf Kopfläuse sollten Sie den Kopf Ihres Kindes genau kontrollieren. Nur frühes Entdecken und (Be-)Handeln verhindert ihre Vermehrung und Verbreitung. Oft (aber nicht immer!) machen sich Kopfläuse durch auffälligen Juckreiz auf dem Kopf bemerkbar.

Durch das Kratzen entstehen manchmal kleine Hautwunden, die sich entzünden und bakterielle Hautinfektionen verursachen können. Um festzustellen, ob Ihr Kind Kopfläuse hat, müssen die Haare und die Kopfhaut genau untersucht werden.

Beim reinen Durchsehen des Haarschopfes können die Kopfläuse aber leicht übersehen werden, besonders dann, wenn nur wenige davon auf dem Kopf sind. Man geht davon aus, dass bei der reinen Sichtkontrolle nur jeder dritte bis vierte Kopflausbefall entdeckt wird.

Will man wirklich Sicherheit, empfiehlt sich das folgende Vorgehen:

  • Feuchten Sie das Haar an und tragen Sie eine handelsübliche Haarpflegespülung auf. Die Pflegespülung erleichtert das Durchkämmen und hindert die Läuse am Weglaufen.
  • Kämmen Sie das Haar mit einem sogenannten Läusekamm (am besten ein Metallkamm aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus) Strähne für Strähne aus; bei dickeren Haaren empfiehlt es sich, zunächst mit einem gröberen Kamm durch die Haare zu gehen, um sie zu entwirren. Der Läusekamm sollte dann fest von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen durchgezogen werden.

Hier sorgt ein Nissenkamm für Abhilfe. Er ist enger als ein Läusekamm gezinkt, sodass Nissen an den Zinken hängenbleiben. Aufgrund der abgerundeten Enden wird die Kopfhaut nicht verletzt. Zur Entfernung von Nissen sind daher spezielle Kämme nötig: die sogenannten Nissenkämme.

Nach der Behandlung ist es wichtig, alle engen Kontakte der letzten drei Wochen zu informieren. Beispielsweise in der Schule, im Kindergarten oder im Sportverein sowie natürlich auch in der Familie und im Freundeskreis. Nur so verhinderst du eine weitere Ausbreitung.

Behandlung von Schuppen

Um Schuppen zu behandeln, bieten sich Anti-Schuppen-Shampoos an, deren Wirkstoffe die Kopfhaut beruhigen und das Gleichgewicht der Hautflora wiederherstellen. Produkte mit Pirocton Olamin, Salicylsäure oder Keluamid können dabei helfen, den Schuppen vorzubeugen und sie zu reduzieren.

Bei hartnäckigen Anzeichen von Schuppen kannst du auf spezielle apothekenpflichtige Wirkstoffe zurückgreifen - wie z. B. Selen-Disulfide. Selen-Disulfide (auch: Selensulfide) können zu einer Verringerung von Haarschuppen innerhalb von drei bis vier Wochen beitragen.

Vichy setzt mit den DERCOS Anti-Schuppen-Shampoos bewusst auf Selen-Disulfide. Dank ihrer Wirkungsweise können die Schuppen-Shampoos bei adhärenten (anhaftenden) und nicht-adhärenten (nicht-anhaftenden) Schuppen sowie bei einem ganzflächigen Schuppenbefall angewendet werden. Die Shampoos entfernen Kopfschuppen bereits ab der ersten Anwendung.

Wichtige Hinweise

  • Hygiene: Läusebefall hat überhaupt nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Tägliches Haarewaschen schützt nicht vor Kopfläusen. Denn Wasser und normales Shampoo können den Parasiten nichts anhaben.
  • Ansteckung: Um sicherzugehen, dass nach der Behandlung mit einem Läusemittel die Tiere nicht den Weg zurück auf den Kopf des Kindes oder eines anderen Familienmitgliedes finden, sollten Sie ein paar vorbeugende Maßnahmen ergreifen: Eine Übertragung über Gegenstände und Textilien ist unwahrscheinlich, weil Kopfläuse hier nicht lange überleben.
  • Haustiere: Haustiere müssen nicht mit behandelt werden: Kopfläuse verbreiten sich nur von Mensch zu Mensch. Übrigens: Läusebefall hat überhaupt nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Tägliches Haarewaschen schützt nicht vor Kopfläusen. Denn Wasser und normales Shampoo können den Parasiten nichts anhaben.
  • Arztbesuch: In der Regel ist ein Arztbesuch nicht nötig. Wichtig ist allerdings, dass du direkt mit einer Therapie beginnst, nachdem du Läuse festgestellt hast. Dazu kannst du dich in der Apotheke beraten lassen. Nach der Behandlung kannst du wieder zur Arbeit gehen.

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