Für viele Frauen ist Haarausfall ein sensibles Thema, das oft mit einem sinkenden Selbstwertgefühl und Scham einhergeht. Zwischen 70 und 100 Kopfhaaren verliert ein Mensch pro Tag, was ganz normal ist und mit dem natürlichen Wachstumszyklus des Haares zusammenhängt. Doch viele Frauen leiden im Laufe ihres Lebens unter vermehrtem Haarausfall, der viele verschiedene Ursachen haben kann.
So variiert auch die Dauer dieser Beschwerden, die manchmal nur kurzzeitig infolge hormoneller Veränderungen auftreten, wie zum Beispiel durch einer Schwangerschaft oder die Wechseljahre. Sogar eine falsche Pflege- oder Stylingroutine sowie die Einnahme mancher Medikamente können die Ursache für vorübergehenden Haarausfall sein.
Hormoneller Haarausfall ist eine der häufigsten Ursachen für Haarverlust - sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Schätzungsweise leiden über 50 Millionen Männer und 30 Millionen Frauen weltweit an hormonell bedingtem Haarausfall. Oft beginnt der Haarverlust schleichend: Das Haar wird zunehmend dünner, der Scheitel lichtet sich oder die Geheimratsecken werden sichtbarer. Dieser Prozess kann sich über Jahre erstrecken und ist meist genetisch bedingt - sogenannte androgenetische Alopezie ist dabei die häufigste Form des hormonellen Haarausfalls.
Hormone sind chemische Botenstoffe, die nahezu alle Funktionen im menschlichen Körper steuern - vom Stoffwechsel über den Schlaf bis hin zu Stimmung, Wachstum und Fortpflanzung. Sie werden in speziellen Drüsen produziert und über das Blut zu verschiedenen Zielorganen transportiert. Auch das Haarwachstum wird maßgeblich von Hormonen beeinflusst. Ein Übermaß an Androgenen wie Dihydrotestosteron (DHT) kann beispielsweise die Haarfollikel schrumpfen lassen, was langfristig zu hormonellem Haarausfall führt.
Ebenso können hormonelle Veränderungen während der Menopause, bei Schilddrüsenerkrankungen oder nach einer Schwangerschaft den Haarzyklus stören. Das Ergebnis: vermehrter Haarausfall, der oft psychisch belastend ist - besonders bei Frauen. Hormoneller Haarausfall tritt auf, wenn hormonelle Schwankungen oder ein Ungleichgewicht im endokrinen System den natürlichen Wachstumszyklus der Haare (Anagen-, Katagen- und Telogenphase) beeinträchtigen.
Diese Form des Haarausfalls betrifft sowohl Männer als auch Frauen und tritt häufig in hormonell sensiblen Lebensphasen auf: etwa während der Pubertät, der Schwangerschaft, nach der Geburt, beim Absetzen hormoneller Verhütungsmittel oder während der Menopause. In vielen Fällen liegt eine genetische Disposition vor, bei der die Haarwurzeln besonders empfindlich auf Androgene reagieren.
Östrogen und Progesteron - das sind die zwei Hormone, die hauptsächlich den weiblichen Zyklus bestimmen. Dabei leitet das Östrogen die ersten Hälfte des Zyklus bis hin zum Eisprung ein, während das Progesteron maßgeblich für die biologischen Prozesse der zweiten Zyklushälfte verantwortlich ist. Das Zusammenspiel beider Hormone ermöglicht also einen reibungslosen Ablauf des biologischen Fortpflanzungszyklus.
Doch in den Wechseljahren gerät der weibliche Hormonhaushalt ordentlich durcheinander, das gewohnte Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron funktioniert nicht mehr so einwandfrei. Diese Schwankungen im Hormonhaushalt führen häufig zu Haarausfall, der oft kurzfristig, manchmal aber auch dauerhaft ist.
Tatsächlich kann Haarausfall genetisch bedingt sein. Bis zu 40% aller betroffenen Frauen leiden unter erblich bedingtem Haarausfall. Hierbei spielt eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber dem körpereigenen Botenstoff Dihydrotestosteron (DHT) die entscheidende Rolle: DHT verkürzt nämlich die Wachstumsphase des Haares, bis es immer dünner wird und schließlich ausfälllt.
Dass Frauen erst in voranschreitendem Alter unter Haarausfall leiden, hängt damit zusammen, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen eigentlich vor dem negativen Effekt von DHT schützt.
Verschiedene Hormone beeinflussen den Haarwachstumszyklus, insbesondere die Anagen- (Wachstums-), Katagen- (Übergangs-) und Telogenphase (Ruhephase). Kommt es zu Störungen in diesem fein abgestimmten System, reagieren die Haarfollikel empfindlich - was letztlich zu vermehrtem Haarausfall führen kann.
Die Anzeichen eines hormonell bedingten Haarausfalls können je nach Geschlecht und Art des hormonellen Ungleichgewichts variieren. Hormoneller Haarausfall bei Männern beginnt häufig mit einem Zurückweichen des Haaransatzes an den Schläfen und einer zunehmenden Ausdünnung im Scheitelbereich. Diese Form, auch bekannt als androgenetische Alopezie, kann sich mit der Zeit bis zu vollständiger Glatzenbildung entwickeln.
Bei Frauen äußert sich hormoneller Haarausfall meist durch ein diffuses Ausdünnen der Haare entlang des Scheitels, ohne dass es zu völliger Kahlheit kommt. Die Kopfhaut wird zunehmend sichtbar, insbesondere beim Scheiteln der Haare. Wenn mehrere dieser Symptome gemeinsam mit Haarausfall auftreten, ist eine hormonelle Untersuchung durch einen Facharzt dringend zu empfehlen.
Die Diagnose hormonell bedingten Haarausfalls erfolgt durch eine Kombination aus ärztlicher Untersuchung, Anamnese und gezielten Blutanalysen:
Die Therapie hormonell bedingten Haarausfalls hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab und sollte stets individuell erfolgen. Bei hormonell bedingtem Haarausfall kommen oft speziell entwickelte Medikamente zum Einsatz, die gezielt in den Haarwachstumszyklus eingreifen.
Neben den medizinischen Behandlungen gibt es auch verschiedene natürliche Methoden, um Haarausfall vorzubeugen und das Haarwachstum zu unterstützen.
Die beste Unterstützung gegen Haarausfall während der Wechseljahre ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen und vor allem Proteinen. Denn Eiweiß ist zur Aufrechterhaltung des Haarwachstums zwingend notwendig und auch die Haarwurzeln müssen ausreichend mit den wichtigen Nährstoffen versorgt werden.
Essenziell für gesundes Haar sind Biotin und B-Vitamine, die in fettem Fisch, Nüssen und Ölsaaten enthalten sind. Zink findet sich in Vollkornbrot und Hülsenfrüchten. Hirse, Hafer und Gerste bringen ausreichend Silizium mit, das der Körper benötigt, um Haare zu kräftigen und neu aufzubauen. Ein Vitamin-D-Mangel wird sich ebenfalls negativ auf das Haarwachstum auswirken. Da dieser Stoff allerdings nicht über die Nahrung aufgenommen werden kann, ist viel Zeit draußen in der Sonne wichtig. Vitamin D wird nämlich von der Haut unter Einfluss von UV-B Strahlung produziert.
Um die sensiblen Haare in den Wechseljahre nicht noch mehr zu strapazieren, ist ein sanfter Umgang gefragt. Wer ein Microfasertuch nutzt und die Haare trocken tupft anstatt zu rubbeln, erspart ihnen übermäßige mechanische Reizungen. Das gleiche gilt für einen sanften Kopfkissenbezug aus Samt statt rauer Baumwolle oder Leinen. Eine Haarbürste mit weichen Silikonborsten und gefühlvolle Bewegungen schonen das Haar ebenfalls. Stylingprodukte wie Lockenstab, Glätteisen und Föhn haben auch nur selten etwas am und im Haar verloren und üben sich besser im Verzicht.
Stress-Faktoren meiden: Eine Ursache für den Haarausfall bei Frauen kann psychischer und physischer (in Form einer Krankheit) Stress sein.
Chemikalien: Wenn im mittleren Alter die Haare an Farbe verlieren und grau werden, ist der erste Griff zum Haarfärbemittel vorprogrammiert. Solche und andere Haarpflegeprodukte enthalten allerdings viele Inhaltsstoffe, die das Haar auf Dauer strapazieren und sogar schädigen können.
Hier ist eine Tabelle mit hilfreichen Nährstoffen und Lebensmitteln, die bei der Behandlung von Haarausfall unterstützen können:
| Nährstoff | Lebensmittel | Wirkung |
|---|---|---|
| Biotin und B-Vitamine | Fetter Fisch, Nüsse, Ölsaaten | Essentiell für gesundes Haar |
| Zink | Vollkornbrot, Hülsenfrüchte | Wichtig für Haarwachstum und -reparatur |
| Silizium | Hirse, Hafer, Gerste | Kräftigt und baut Haare neu auf |
| Vitamin D | Sonnenlicht | Fördert das Haarwachstum |
| Proteine | Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte | Notwendig für die Entwicklung von Haarzellen |
tags: #Haarausfall #Progesteron #Ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.