Schuppen: Ursachen, Behandlung und Besonderheiten in der Schwangerschaft

Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Im Allgemeinen entstehen sie durch die natürliche Erneuerung der Haut, bei der alte Hautzellen abgestoßen werden. Problematisch wird es, wenn übermäßig viele Schuppen produziert werden und sich sichtbare Flocken bilden. Kurz gesagt: Schuppen sind eine Ansammlung abgestorbener Hautzellen.

Welche Arten von Schuppen gibt es?

Zunächst einmal sind Schuppen ein sehr häufiges und wiederkehrendes Problem der Kopfhaut, das jeder Zweite irgendwann einmal in seinem Leben erfährt. Aufgrund der hormonell bedingten Talgproduktion sind Männer deutlich öfter betroffen als Frauen. Mediziner unterscheiden zwischen trockenen und fettigen Schuppen, die vor allem aufgrund ihres Äußeren unterschieden werden können:

Trockene Schuppen

Diese Schuppenform zeigt sich als weiße, kleine Flocken, die vom Kopf rieseln und auf der Kleidung landen. In diesem Fall ist der Feuchtigkeitshaushalt auf dem Kopf gestört. Normalerweise produziert die Haut einen schützenden Lipidfilm, um nicht auszutrocknen. Ist dieser Vorgang jedoch gestört, entweicht Flüssigkeit aus der Haut und die Kopfhaut trocknet aus. Einhergehend damit kommt es oft zu juckender Kopfhaut und einem unangenehmen Spannungsgefühl.

Fettige Schuppen

Dieser Schuppentyp zeigt sich als plaqueartige, gelblich-ölige und relativ große Ablagerung auf der Kopfhaut. Fettige Schuppen bleiben eher am Haar und der Kopfhaut kleben, als auf die Kleidung zu rieseln. Bedingt wird diese Schuppenform von einer fettigen Kopfhaut, bei der die Talgdrüsen gestört sind und es zu einer Überproduktion von Talg (Fett) kommt. Grundsätzlich schützt Talg vor einem Feuchtigkeitsverlust der Kopfhaut. Zu viel hingegen wird zum Nährboden von Keimen und Mikroorganismen, wie dem Hefepilz Malassezia furfur, der eine der häufigsten Ursachen für Schuppen ist. Der Talg führt auch dazu, dass die gelblichen Schuppen klebriger sind, was das übermäßige Wachstum des Pilzes Malassezia fördert - einer der häufigsten Ursachen für Schuppen.

Ursachen und Risikofaktoren

Etwa 30 Prozent aller Frauen und 20 Prozent aller Männer leiden zumindest zeitweise an einer starken Schuppung. Ungewöhnlich sind Schuppen nicht - jeder Mensch hat sie. Die Erklärung dafür, warum man Schuppen bekommt, ist: Die menschliche Haut erneuert sich alle vier Wochen. Es lösen sich alte, abgestorbene Hornzellen ab. Sie wandern dazu von der Tiefe an die Oberfläche. Läuft dieser Prozess normal ab, nehmen wir das gar nicht wahr. Wenn er jedoch gestört ist und die Haut die Zellen zu schnell abstößt, verklumpen sie. Hängen Hunderte oder Tausende von ihnen aneinander, entstehen sichtbare Schuppen.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Kopfhaut-Schuppen, die unterschiedliche Ursachen haben:

  • Ursachen für trockene Schuppen: Der Grund für trockene, weiße Schuppen sind vor allem äußere Faktoren. Dazu gehören austrocknende Shampoos und Pflegeprodukte. Oftmals schuppt sich die Haut dann direkt nach dem Haare waschen. Außerdem führen heißes Föhnen, Heizungsluft und ein trockenes Klima dazu, dass die Haut gereizt ist. Extrem trockene Kopfhaut führt demnach zu Schuppen.
  • Ursachen für fettige Schuppen: Zu gelben, fettigen Schuppen auf der Kopfhaut kommt es, weil die Talgproduktion erhöht ist. Typischerweise bilden sich solche Schuppen am Haaransatz im Bereich der Stirn und an den Augenbrauen. Die Schuppen sind größer als die trockenen und fühlen sich oft ölig und klebrig an. Die Kopfhaut ist meist gerötet, weist nässende Stellen auf und juckt.

Bilden sich auf der Kopfhaut gelbe, große Schuppen kann das ein Hinweis auf eine verbreitete Hautkrankheit sein: das seborrhoische Ekzem. Verantwortlich dafür ist in vielen Fällen der Hefepilz Malassezia Furfur. Er gehört zwar auch zur normalen Hautflora, vermehrt sich aber unter günstigen Bedingungen schnell. Ein Risikofaktor ist beispielsweise Stress, weil durch die psychische Belastung das Immunsystem geschwächt ist.

Von fettigen Schuppen sind häufiger Männer betroffen, da sie insgesamt zu fettigerer Kopfhaut neigen. Auch Menschen mit schwachem Immunsystem und Diabetes sind anfälliger dafür.

Treten Schuppen in der Schwangerschaft auf, ist das in der Regel auf die Hormonumstellung zurückzuführen. Das gleiche gilt für Schuppen-Probleme in der Pubertät oder in den Wechseljahren.

Weitere Erkrankungen als Ursache von Schuppen

Meist sind die Ursachen für Schuppen harmlos. In manchen Fällen stecken aber auch Erkrankungen dahinter. Häufige Schuppenauslöser sind unter anderem:

  • Hormonschwankungen: Hormone beeinflussen die Talgproduktion. Sie führen in der Pubertät oft zu fettiger Haut, was die Bildung von gelben, festsitzenden Schuppen auf der Kopfhaut fördert. Bei Frauen führen die Wechseljahre teils zu trockenen Schuppen.
  • Falsche Haarpflege: Häufiges Haarewaschen mit aggressiven Shampoos und heißes Föhnen führen unter Umständen zu trockener Kopfhaut und Schuppen.
  • Ungünstiges Klima: Hitze und trockene Luft verursachen eine trockene Kopfhaut, die Juckreiz und die Bildung von kleinen, weißen Schuppen fördert. Fettige Schuppen entstehen dagegen eher bei hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Erbliche Veranlagung: Experten nehmen an, dass auch die Vererbung bei der Entstehung von Kopfschuppen eine Rolle spielt. Tatsächlich treten innerhalb einiger Familien gehäuft Schuppen auf, was diese These stützt.
  • Stress: Psychische Belastungen wirken sich auf den Stoffwechsel der Hornhaut aus - Schuppen sind die Folge. Ist die Abwehrbarriere der Haut gestört, siedeln sich Hautpilze manchmal leichter an.
  • Psoriasis: Die Kopfhaut-Psoriasis ist eine schwer behandelbare Unterform der Schuppenflechte. Es kommt schon innerhalb sehr kurzer Zeit zu verhornten Hautzellen der Oberhaut. Diese bilden sich vermehrt nach und zeigen die typischen kreisrunden Schuppenflächen.
  • Malassezia furfur: Steigt die Talgproduktion der Kopfhaut, wächst der Hefepilz manchmal stark an und verursacht Entzündungen. Die Kopfhaut zeigt fettige Schuppen und juckt. An aufgekratzten Hautstellen nisten sich zudem leichter Bakterien ein.
  • Atopisches Ekzem (Neurodermitis): Die Erkrankung tritt oft schon im frühen Kindesalter auf. Typisch sind schuppende, stark juckende Hautausschläge. Manchmal ist nur der Kopf-Hals-Bereich betroffen, häufig kündigt stark juckende Kopfhaut Schuppenbildung an.
  • Seborrhoisches Ekzem: Von diesem nicht ansteckenden, chronisch-entzündlichen Hautausschlag sind besonders Gesicht und Kopfhaut betroffen. Typische Symptome sind Juckreiz und gelbliche Schuppen.
  • Kontaktallergien: Manche Menschen reagieren auf Inhaltsstoffe etwa von Haarpflege- oder Kosmetikprodukten mit Juckreiz, Schuppen-, Schorf- und Krustenbildung der Haut.

Schuppen in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist auch Schuppenbildung nicht ungewöhnlich. Das liegt oft an der Hormonveränderung; Stress kann ebenfalls die Ursache sein. Wenn während der Schwangerschaft Schuppen auftreten, ist dies in der Regel auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen, die der Körper in dieser Zeit durchläuft. Die Haut speichert mehr Feuchtigkeit und wird dadurch weicher. Das vollere Haar, das die Schwangerschaft mit sich bringt, ist oft auch trockener und kann schnell spröde wirken.

Ein paar kleine Tricks und an die Schwangerschaft angepasste Pflegeprodukte für Haut und Haar sorgen hier dafür, dass die Frau wieder strahlt. Vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel, wenn die hormonelle Umstellung auf Hochtouren läuft und die Aktivität der Drüsen im Körper angeregt wird, kann es vorkommen, dass die Talgdrüsen zu viel Talg produzieren und in der Folge die Poren verstopfen: Schweiß sowie Abfallprodukte der Haut werden nicht mehr abgeleitet.

Schwangere, die zu trockener Haut oder auch Neurodermitis neigen, sollten sich am besten nach jedem Baden und Duschen sehr gründlich mit einer rückfettenden Lotion eincremen. Sind die Beschwerden stark ausgeprägt, empfehlen Hautärzte eine harnstoffhaltige Urea-Emulsion oder Salben auf Dexpanthenol-Basis.

Gut zu wissen: Nach der Entbindung werden Sie feststellen, dass Ihnen die Haare verstärkt wieder ausfallen und vielleicht sogar kleine Geheimratsecken entstehen. Das ist genau wie ein Brüchigwerden der Nägel ganz normal und liegt am starken Absinken des Östrogenspiegels. Dadurch, dass die Lebenszeit der Haare während der Schwangerschaft verlängert wird, können sie auch trockener werden.

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Was hilft gegen Schuppen?

In den meisten Fällen lassen sich die Anzeichen von Schuppen ohne ärztliche Behandlung mildern. Da die Kopfhaut bei vermehrter Schuppenbildung zu Irritationen neigt, ist die richtige Pflege besonders wichtig. So bildet sie die Grundlage für eine ausgeglichene Kopfhaut mit normaler Schuppenbildung. Dafür musst du zuerst bestimmen, ob du trockene oder fettige Schuppen hast. Wähle daher nur für deine Kopfhaut passende Anti-Schuppen-Shampoos.

Wasche deine Haare möglichst mit lauwarmem Wasser. Heißes Wasser kann die Kopfhaut zusätzlich beanspruchen und so die Anzeichen von Schuppen verstärken. Lasse deine Haare anschließend nach Möglichkeit lufttrocknen, denn heißes Föhnen kann die Kopfhaut zu sehr irritieren. Wenn du deine Haare föhnen möchtest, verwende eine niedrige Temperaturstufe und halte ausreichend Abstand zur Kopfhaut. Eine Warmluftbürste stellt eine schonende Alternative für das Formen der Haare dar.

Auch die Wahl von Kamm und Haarbürste spielen eine Rolle für die Milderung von Schuppen. Vermeide spitze Kämme und Borsten, um die Kopfhaut nicht zusätzlich zu beanspruchen. Für eine ausgeglichene Kopfhaut sind Wildschweinborstenbürsten besonders zu empfehlen. Die Borsten sind in der Lage, Talg von der Kopfhaut aufzunehmen und gleichmäßig in den Haarlängen zu verteilen. So erhalten die Haare einen schönen und gesund aussehenden Glanz.

Neigt die Kopfhaut generell zu Trockenheit, kann ein Sonnenbrand die Haut zusätzlich austrocknen und die Anzeichen von Schuppen verstärken.

Bei besonders hartnäckigen Anzeichen von Schuppen kannst du auf spezielle apothekenpflichtige Wirkstoffe zurückgreifen - wie z. B. Selen-Disulfide. Selen-Disulfide (auch: Selensulfide) können zu einer Verringerung von Haarschuppen innerhalb von drei bis vier Wochen beitragen.

Die Anti-Schuppen-Shampoos sind speziell für trockene und fettige Schuppen entwickelt worden und entfernen Kopfschuppen bereits ab der ersten Anwendung.

Hausmittel gegen Schuppen

Auch eine Kopfhautmaske bewirkt als echtes Hausmittel gegen trockene Kopfhaut und Schuppen wahre Wunder. Ein natürliches Mandelöl beispielsweise ist ein echter Nährstoff-Booster und versorgt Haut und Haaransatz mit Feuchtigkeit. Auch Olivenöl oder Kokosöl haben eine ähnlich positive Wirkung.

Weitere Hausmittel:

  • Apfelessig: Gilt als antioxidativ und antimikrobiell und kann gegen Juckreiz helfen.
  • Kokosnussöl: Kann bei trockener, juckender Kopfhaut wohltuend wirken.
  • Pfefferminzöl: Kann bei Juckreiz helfen, sollte aber mit einem anderen Öl gemischt werden.
  • Teebaumöl: Wirkt antimikrobiell und entzündungshemmend, sollte aber sparsam und verdünnt angewendet werden.

Vorbeugung

Wenn Sie verschiedene Dinge im Alltag beachten, beugen Sie vor allem trockenen Kopfschuppen vor:

  • Vermeiden Sie es, Ihre Haare zu heiß zu waschen oder zu föhnen. Das strapaziert die Kopfhaut und trocknet sie aus.
  • Überlegen Sie genau, welche Haarpflegeprodukte Sie tatsächlich benötigen. Haargel und -schaum verschließen beispielsweise die Kopfhaut - was förderlich für eine Schuppenbildung ist.
  • In der kalten Jahreszeit sollten Sie die Räume, in denen Sie sich häufig aufhalten, regelmäßig lüften oder befeuchten. So vermeiden Sie Schuppen im Winter.
  • Verwenden Sie ein mildes, pH-neutrales Shampoo ohne Duft- und Konservierungsstoffe.
  • Waschen Sie Ihr Haar nicht täglich, idealerweise maximal zweimal pro Woche.
  • Schützen Sie Ihren Kopf gegen starke Sonneneinstrahlung.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und trinken Sie ausreichend Wasser.
  • Versuchen Sie, Stress abzubauen.

Wann zum Arzt?

Schuppen sind für viele Betroffene ein kosmetisches Problem, das sich aber meist ohne ärztliche Hilfe in den Griff bekommen lässt. In folgenden Fällen ist es jedoch wichtig, dass Sie zum Hautarzt (Dermatologen) gehen:

  • Schuppenbildung, die länger als einen Monat besteht oder immer wiederkehrt
  • Starker Juckreiz, Rötung oder Schwellung der Kopfhaut
  • Haarausfall
  • Brennen oder Entzündung der Kopfhaut
  • Nässende oder verkrustete Stellen auf der Kopfhaut

Um der Ursache der Schuppen auf den Grund zu gehen, erhebt der Arzt zuerst im Gespräch Ihre Krankengeschichte (Anamnese). Dabei fragt er zum Beispiel:

  • Seit wann haben Sie Schuppen?
  • Haben Sie schon verschiedene Mittel (z. B. Anti-Schuppen-Shampoo) probiert? Mit welchem Erfolg?
  • Leiden Sie unter starkem Juckreiz?

Dann schaut er sich die Haut Ihres Körpers an. Hautveränderungen an anderen Körperstellen liefern dem Arzt unter Umständen entscheidende Anhaltspunkte. Oft äußern sich Hauterkrankungen auf der Kopfhaut anders als an den weniger behaarten Körperpartien.

Wichtig ist auch die Unterscheidung, ob es sich um trockene oder fettige Kopfschuppen handelt. Gerade bei entzündeter Kopfhaut zeigt ein Erregernachweis, ob ein Pilzbefall, eine bakterielle Infektion oder ein Parasitenbefall vorliegen. Gegebenenfalls nimmt der Hautarzt Blut- und/oder Gewebeprobe ab.

Steht schließlich fest, was die Schuppen verursacht, schlägt der Arzt Ihnen eine geeignete Therapie vor.

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