Schuppen mit Überdachung selber bauen: Eine detaillierte Anleitung

Möchten Sie ein Gartenhaus mit Überdachung selbst bauen? Ein Geräteschuppen im Garten bietet Ihnen Stauraum für Gartengeräte, Gartenmöbel oder Gartendekoration. Hier erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, um Ihren Traum vom eigenen Gartenhaus zu verwirklichen.

Vorbereitung und Planung

Standortwahl

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, ist die Wahl des richtigen Standorts entscheidend. Dennoch sollten Sie bei der Wahl des Standortes einige Aspekte bedenken: Ist der Aufstellort gut erreichbar? Liegt der Schuppen zu abseits, wird er nicht genutzt. Fällt der Geräteschuppen arg ins Auge? Dann sollten Sie besonders auf die Optik des Holzschuppen achten, sonst haben Sie sich schnell satt gesehen. Wird der Geräteschuppen aus Holz von großen Bäumen verschattet? Dann achten Sie besonders auf einen guten Holzschutz! Denn feuchtes Holz fault schnell, besser ist daher ein luftiger, sonniger Standort, an dem der Holz-Geräteschuppen schnell trocknen kann.

Baugenehmigung

Ob Sie eine Baugenehmigung für Ihren Geräteschuppen benötigen, hängt von der Größe und dem Standort ab. Von Bundesland zu Bundesland unterscheiden sich die Vorgaben allerdings. Informieren Sie sich vor der Planung und dem Bau Ihres Geräteschuppens oder Gartenhauses über die Gesetze in Ihrem Bundesland.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der gesetzlichen Vorgaben, die in den einzelnen Bundesländern gelten:

Baurecht (BayBO) - Baugenehmigung (4): Rechtsnatur, Rechtswirkungen, Sonderformen

Baugenehmigungen nach Bundesland

Bundesland Baugenehmigung notwendig?
Baden-Württemberg Baugebiet: bei über 40 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 20 m³ Rauminhalt
Bayern Baugebiet: bei über 75 m³ Rauminhalt
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Berlin Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Brandenburg Baugebiet: bei über 75 m³ Rauminhalt
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Bremen Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 6 m³ Rauminhalt
Hamburg Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Hessen Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Mecklenburg-Vorpommern Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Niedersachsen Baugebiet: bei über 40 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 20 m³ Rauminhalt
Nordrhein-Westfalen Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: nur für Land- und Forstwirtschaft erlaubt
Rheinland-Pfalz Baugebiet: bei über 50 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 10 m³ Rauminhalt
Saarland Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Sachsen Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Sachsen-Anhalt Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Schleswig-Holstein Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 10 m³ Rauminhalt
Thüringen Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung

Auch bezüglich des Abstandes zur Grundstücksgrenze gibt es festgelegte Vorschriften. Die Bundesländer geben hier ebenfalls unterschiedliche Mindestanforderungen vor. Je nach Nutzung beziehungsweise Ausstattung ist es in Ausnahmefällen möglich, ein Gerätehaus direkt an der Grundstücksgrenze zu errichten. Hierbei gilt es, die nötigen Vorkehrungen zum Brandschutz zu treffen. Andernfalls können Sie in der Regel mit einem Mindestabstand von 3 m zum Nachbargrundstück rechnen.

Material und Werkzeug

Am Anfang eines jeden Projektes steht das Bereitlegen beziehungsweise Besorgen aller benötigten Materialien und Werkzeuge:

Material

  • ca. 90 m Konstruktionsholz, 45 x 95 mm, Fichte
  • ca. 45 m Konstruktionsholz, 50 x 150 mm, Fichte
  • ca. 55 m Bretter, 25 x 100 mm, Fichte
  • ca. 15 m Bretter, 32 x 100 mm, Fichte
  • ca. 45 m² Blockbohlenprofil, 26 mm, z.B. Thermofichte oder druckimprägnierte Fichte
  • 9 OSB-3-Verlegeplatten, 1.250 x 2.500 x 22 mm
  • 30 m Unterlegpappe
  • 30 m Dachpappe
  • 540 cm Trauf- bzw. Tropfblech, Aluminium
  • Aluminiumnägel für Trauf- bzw. Tropfblech
  • ca. 40 m² Fassadenbahn
  • ca. 40 m² Steinwolle, 100 mm
  • 40 m² Sperrholz, 5 mm
  • 8 St. Bolzenanker ca. 20 mm, inkl. Unterlegscheiben
  • 168 St. Winkelverbinder
  • ca. 38 m Zugband/Rispenband
  • ca. 21 m Dachpappestreifen oder Mauersperrbahn

Werkzeug

  • Akku-Bohrschrauber
  • Bohrhammer, Bohrer für Stein und Holz
  • Handsäge
  • Kreissäge
  • Säbelsäge
  • Tacker oder Nagler
  • ggfs. Gasbrenner
  • Winkelschleifer
  • Zwingen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Fundament erstellen

Bevor Sie damit beginnen, Ihren Geräteschuppen aufzubauen, benötigen Sie ein solides Fundament. Das kann ein Punkt- oder ein Plattenfundament sein. In der Regel reicht ein Punktfundament aus, bei dem das Gartenhaus von einer Schotterschicht mit einzelnen Betonplatten getragen wird. Alternativ und je nach Gegebenheiten des Gartens können Sie das Fundament auch aus Beton gießen.

2. Holzrahmen vorbereiten

Für die Rahmen werden nur 45 x 95 mm Balken verwendet. Damit ist es leicht, das Gerätehaus an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Der vordere Rahmen ist höher als die anderen, sodass das Dach eine Neigung von etwa fünf Grad hat. In die unteren Querbalken (A, C und E) Löcher (12 mm) vorbohren. Auf den Balkenunterseiten mit einem Tacker jeweils einen Streifen Dachpappe als Schutz gegen Feuchtigkeit befestigen.

3. Bolzenanker als Befestigung am Boden

Das Gartenhaus ist fest mit dem Fundament verschraubt. Um zu verhindern, dass starker Wind den Schuppen verschieben oder gar anheben könnte, haben wir Bolzenanker verwendet, die genau in die vorgebohrten Löcher passen. Wenn die Mutter angezogen wird, zieht sie die Spreizmuffe nach außen zu den Lochwänden. Der Bolzenanker wird dadurch im Bohrloch festgeklemmt. Alternativ können auch Klebeanker verwendet werden. Drei Rahmen haben die gleiche Höhe. Der vordere ist jedoch höher, damit die gewünschte Dachneigung entsteht.

4. Seiten- und Rückseitenrahmen

Jeder der Rahmen besteht aus einem oberen und einem unteren Querbalken. Dazwischen stehen die vertikalen Ständer. Bohrstaub entfernen und Bolzenanker einsetzen. Die beiden Seitenwände auf die gleiche Weise zusammensetzen, aufrichten und auf den Bordsteinen befestigen.

5. Vorderer Rahmen und Dachaufbau

Jetzt ist nur noch die Vorderseite übrig, die „aufrecht“ zusammengesetzt und mit den Seiten verschraubt wird. An der Oberkante sind die Sparren befestigt. Den unteren Querbalken (A) auf den Bordsteinen positionieren und mit den Bolzenanker festschrauben. Sparren (G) an beiden Seiten mit Aussparungen versehen, damit er auf dem vorderen bzw. Nacheinander alle Dachsparren mit Winkelverbindern auf beiden Seiten festschrauben.

6. Dach eindecken

Wir schließen das Dach, indem wir sogenannte Holz Faseprofil lärche verwenden. Diese werden auf den Sparren platziert und ineinandergeschoben, um ein großes Ganzes zu bilden. Wir empfehlen, aufgrund des Gartenhausbereichs gleichzeitig eine Dachisolierung anzubringen. Warum? Bei warmem Wetter kann sich Feuchtigkeit unter der Dachschalung bilden, insbesondere im Bereich des geschlossenen Schuppenteils.

7. Fassadenverkleidung anbringen

Der letzte Schritt besteht darin, die Fassadenverkleidung anzubringen. Hierfür verwenden wir sogenannte „Profilbretter“.

Weitere Tipps und Tricks

Holzschutz

Die Holzpfosten halten länger, wenn Sie sie nicht in die Erde eingraben, sondern mit Pfostenschuhen an Betonblöcken befestigen. Dank seiner Größe können Sie in diesem Schuppen locker Fahrräder und Gartengeräte wie Schubkarre und Rasenmäher unterbringen, aber auch Feuerholz für den Winter trocken und geschützt stapeln.

Organisation im Geräteschuppen

Damit im Geräteschuppen jederzeit Ordnung herrscht und es nicht zu einem chaotischen Durcheinander kommt, teilst du den Innenraum am besten in Kategorien ein. Lege fest, wo Platz für Gartengeräte, Spielsachen oder Außendekoration ist. Mit Regalen schaffst du eine sinnvolle Einteilung und nutzt den Platz in die Höhe optimal aus. Durchsichtige Aufbewahrungsboxen, die du beschriftest, erleichtern dir das Sortieren von Kleinteilen. An einer Werkzeugwand oder in einem Werkzeugkasten findet dein Werkzeug am besten Platz.

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