Schuppen und Kopfhautpilz: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Sie können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter trockene oder fettige Kopfhaut, Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Pilzinfektionen. In diesem Artikel werden wir die Ursachen von Schuppen und Kopfhautpilz untersuchen, die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen und Tipps zur Vorbeugung geben.

Ursachen von Schuppen

Schuppen entstehen durch eine beschleunigte Zellerneuerung der Kopfhaut. Üblicherweise erneuert sich die Haut alle vier Wochen, aber bei Schuppenbetroffenen passiert dies schneller. Es werden zu viele abgestorbene Zellen abgestoßen, die sich auf der Kopfhaut ansammeln. Diese Hautpartikel verklumpen und zeigen sich als sichtbare Schuppen.

Die Entstehung von Schuppen auf der Kopfhaut hat verschiedene Ursachen:

  • Trockene oder fettige Kopfhaut: Ein häufiger Auslöser ist trockene oder fettige Kopfhaut.
  • Hauterkrankungen: Auch andere Hauterkrankungen wie Schuppenflechte können Schuppen verursachen.
  • Vitamin- oder Mineralstoffmangel: Ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel, insbesondere an Zink oder Omega-3-Fettsäuren, kann ebenfalls zu Schuppenbildung führen. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Gesundheit der Kopfhaut.
  • Hefepilz Malassezia: Bei fettiger Kopfhaut ist oft ein Hefepilz namens Malassezia (Pityrosporum ovale) beteiligt. Dieser vermehrt sich und führt zu Reizungen, die eine schnellere Zellerneuerung fördern.
  • Umwelteinflüsse: Trockene Kopfhaut hingegen entsteht oft durch Umwelteinflüsse wie Kälte oder die Verwendung von aggressiven Haarpflegeprodukten.

Trockene Schuppen

Trockene Schuppen sind klein, weiß oder grau und rieseln oft von der Kopfhaut auf die Schultern. Sie entstehen, wenn die Kopfhaut nicht genug Feuchtigkeit halten kann. Dies liegt häufig an äußeren Faktoren wie kalter Luft, Heizungsluft oder aggressiven Haarpflegeprodukten, die die natürlichen Fettschichten der Haut schädigen. Dadurch kann die Kopfhaut ihre Feuchtigkeit nicht mehr richtig speichern, was zu Juckreiz und vermehrtem Abstoßen abgestorbener Hautzellen führt.

Für die Behandlung sind feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte geeignet, die die Kopfhaut beruhigen. Ideal sind milde Shampoos, die speziell für empfindliche oder trockene Kopfhaut entwickelt wurden.

Fettige Schuppen

Fettige Schuppen sind größer als trockene Schuppen und haften an der Kopfhaut oder den Haaren. Sie erscheinen gelblich und gehen meist mit einer fettigen Kopfhaut einher. Die Hauptursache ist eine übermäßige Talgproduktion.

Häufig ist der Hefepilz Malassezia für die Entstehung fettiger Schuppen verantwortlich. Dieser Pilz ernährt sich von den Ölen der Kopfhaut und fördert die Schuppenbildung. Fettige Schuppen gehen auch oft mit starkem Juckreiz und Rötungen einher.

Spezielle Anti-Schuppen-Shampoos helfen bei diesen Symptomen. Sie bekämpfen den Pilz, regulieren die Talgproduktion und bringen das Kopfhaut-Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht.

Tinea capitis - Ursachen, Symptome und Behandlung | dermanostic Hautlexikon

Schuppenflechte und andere Hauterkrankungen

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronische Hauterkrankung. An der Hautoberfläche entstehen dicke, weiße bis rötliche Schuppenherde, die sogenannten Plaques. Diese Form von Schuppen ist hartnäckig und lässt sich oft nur schwer behandeln. Schuppenflechte tritt in Schüben auf und kann durch Stress, Kälte oder Hautirritationen verschlimmert werden.

Eine herkömmliche Schuppenbehandlung allein ist hier selten erfolgreich. Daher sollten Sie einen Dermatologen oder eine Dermatologin aufsuchen, um eine geeignete Therapie zu erhalten, um die Symptome zu lindern.

Neurodermitis, eine entzündliche Hauterkrankung, verursacht trockene, juckende Haut und kann ebenfalls zu Schuppenbildung führen. Wie bei der Schuppenflechte ist auch hier eine gezielte Behandlung erforderlich, die über herkömmliche Pflegeprodukte hinausgeht.

Anti-Schuppen-Shampoos: Welche sind sinnvoll?

Anti-Schuppen-Shampoos sind in vielen Fällen sinnvoll, besonders wenn sie auf die Bedürfnisse der Kopfhaut abgestimmt sind. Sie wirken gezielt gegen Schuppen, beruhigen die Kopfhaut und regulieren die Talgproduktion.

Abhängig von der Ursache können Sie Schuppen auf verschiedene Weisen behandeln. Bei leichten Schuppen hilft oft schon der Wechsel zu einem sanfteren Shampoo, das speziell für trockene oder empfindliche Kopfhaut entwickelt wurde. Wirkstoffe wie Glycerin helfen dabei, die Hautfeuchtigkeit zu regulieren und die Kopfhaut angenehm geschmeidig zu halten.

Bei fettigen Schuppen bieten Anti-Schuppen-Shampoos mit antimykotischen Wirkstoffen wie Zinkglukonat oder Pirocton Olamin schnelle Linderung. Diese Inhaltsstoffe bekämpfen gezielt den Hefepilz Malassezia, der häufig fettige Schuppen verursacht und zur Entzündung der Kopfhaut führen kann. Es beruhigt die Kopfhaut und lindert unangenehmes Kratzen.

Falls herkömmliche Maßnahmen nicht ausreichen, sollten Sie einen Hautarzt oder eine Hautärztin aufsuchen, um eine individuelle Therapie zu erhalten.

Die richtige Haarpflege bei Schuppen

Die richtige Haarpflege spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Schuppen. Menschen mit Schuppen sollten ihre Haare regelmäßig, aber nicht zu häufig waschen. Zu häufiges Waschen kann die Kopfhaut austrocknen, während zu seltenes Waschen die Talgproduktion erhöht. Die klare Empfehlung lautet, 2 bis 3 Mal pro Woche ein mildes Shampoo zu verwenden, um die Kopfhaut in Balance zu halten.

Wenn Sie Schuppen schnell beseitigen möchten, gibt es einige Sofortmaßnahmen, die das Aussehen der Kopfhaut und Haare verbessern können:

  • Anti-Schuppen-Shampoo: Spezielle Produkte helfen, die abgestorbenen Hautzellen schneller zu lösen und die Kopfhaut zu beruhigen.
  • Haare bürsten: Bürsten oder kämmen Sie Ihre Haare sanft, um lose Schuppen zu entfernen.
  • Nicht Kratzen: Trotz des Drangs, die Schuppen wegzukratzen, sollten Sie dies unbedingt vermeiden. Kratzen reizt die Kopfhaut zusätzlich und kann die Schuppenbildung sogar verschlimmern.

Wenn die Schuppen trotz regelmäßiger Pflege und Anti-Schuppen-Shampoos nicht verschwinden, sollten Sie einen Dermatologen oder eine Dermatologin aufsuchen. Dies gilt besonders dann, wenn die Schuppen von starkem Juckreiz, Rötungen oder Krusten begleitet werden.

Hartnäckige Schuppen und Kopfhautpilz

Hartnäckige Schuppen können oft auf verschiedene Hauterkrankungen wie seborrhoisches Ekzem oder Kleienpilzflechte (pityriasis versicolor) hinweisen. Um diesen hartnäckigen Schuppen effektiv entgegenzuwirken, können Sie spezielle Intensivpflege-Shampoos nutzen. Diese Shampoos sind speziell formuliert, um die Symptome von seborrhoischem Ekzem und Kleienpilzflechte zu lindern.

Ein Pilz auf der Kopfhaut ist eine ansteckende Infektion der Haarfollikel, die Juckreiz, Schuppen, Entzündungen und teilweise Haarausfall verursachen kann. Pilz auf der Kopfhaut wird mit antimykotischen Shampoos und Tabletten behandelt.

Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um Komplikationen wie Narbenbildung oder dauerhaften Haarverlust zu verhindern. Bei einem Pilz auf der Kopfhaut, auch als Tinea capitis bezeichnet, sind neben der Haut vor allem die Haarfollikel - also Strukturen, die die Haarwurzeln umgeben und das Haar in der Haut verankern - von einer Infektion betroffen.

Diese wird durch Fadenpilze (Dermatopythen) verursacht, die in warmen, feuchten Umgebungen gedeihen. Dermatopythen befallen Haut, Haare oder Nägel und verursachen ringförmige, oft juckende Hautveränderungen.

Mit einer frühzeitigen Diagnose und mit entsprechender Behandlung und Pflege kannst du den Kopfhautpilz schnell wieder loswerden. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, übermäßiger Schweißbildung oder Hautverletzungen sind besonders anfällig für Pilzinfektionen. Kämme, Handtücher oder Hüte können eine Infektionsquelle sein. Die häufigsten Erreger sind Hautpilze aus den Gattungen Trichophyton und Microsporum.

Ein Pilzbefall hat unterschiedliche Symptome - je nach Schweregrad und Art der Pilzinfektion:

  • Juckreiz, Haarausfall und rote Flecken: Eine Pilzinfektion der oberen Hautschicht verursacht oft kreisrunde, klar abgegrenzte Hautstellen, in denen die Haare ausfallen. Auf der Kopfhaut zeigt sich ein entzündlicher Ausschlag mit Schuppen und juckender Kopfhaut.
  • Pusteln und Krustenbildung: Bei schwereren Verläufen entstehen eitrige Pusteln oder gelbliche Krusten auf der Kopfhaut. Diese sind häufig ein Zeichen für eine zusätzliche bakterielle Infektion.

Wenn du den Verdacht hast, an einem Pilz auf der Kopfhaut erkrankt zu sein, lass dich zeitnah ärztlich untersuchen. Der Dermatologe oder die Dermatologin untersuchen bei der Diagnose die betroffenen Hautstellen und Haare und entnehmen häufig eine Probe der Schuppen oder Haare, um sie im Labor mikroskopisch zu untersuchen oder zu kultivieren. So lässt sich der genaue Erreger bestimmen und die Behandlung darauf abzustimmen. Eine frühe Diagnose hilft, die Infektion einzudämmen und den Heilungsprozess zu beschleunigen.

In der Regel heilt Tinea capitis bei frühzeitiger Behandlung ohne bleibende Schäden oder Narbenbildung ab. Bei der Behandlung von Pilz auf der Kopfhaut werden Medikamente eingenommen und parallel bestimmte Shampoos oder Cremes angewendet:

  • Antipilz-Shampoos: Spezielle Shampoos mit antimykotischen (pilzhemmenden) Inhaltsstoffen, helfen dir die Kopfhaut zu reinigen und den Pilz abzutöten.
  • Hygiene: Es ist wichtig, dass du während der Behandlung regelmäßig Kämme und Bürsten desinfizierst oder austauschst, um eine erneute Infektion zu vermeiden. Handtücher, Kleidung und Bettwäsche solltest du bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Antimykotische Tabletten: Bei schweren Verläufen der Pilzinfektion kann ein Arzt oder eine Ärztin auch zu einer systemischen Behandlung raten. Häufig werden antimykotische Medikamente über einen Zeitraum von meist mehreren Wochen eingenommen, um die Infektion im Körper zu bekämpfen.

Vorbeugung von Kopfhautpilz

Mit einer guten Hygiene und Pflege der Kopfhaut kannst du einem Pilz auf der Kopfhaut vorbeugen:

  • Regelmäßige Haarwäsche: Wasche dir regelmäßig Haare und Kopfhaut mit einem sanften Shampoo.
  • Saubere Alltagsprodukte: Vermeide die gemeinsame Nutzung von Kämmen, Bürsten und ähnlichen Alltagsprodukten mit Freunden und Freundinnen oder Familienmitgliedern.
  • Richtige Haarpflege: Wasche deine Haare nicht zu oft und pflege deine Kopfhaut richtig: Zu häufiges Waschen mit hautunverträglichen Shampoos können die Hautbarriere der Kopfhaut schädigen, was die Wahrscheinlichkeit einer Pilzinfektion erhöht. Verwende Pflegeprodukte mit milden Waschmitteln.
  • Vorsicht im Umgang mit Haustieren: Da Tiere, insbesondere Katzen und Meerschweinchen, Überträger von Pilzinfektionen sein können, sollten Haustiere bei Verdacht auf eine Infektion mit Pilzen tierärztlich untersucht werden.
  • Keine Hausmittel ohne Absprache: Wende keine Hausmittel auf deiner Kopfhaut an, ohne diese mit deinem Arzt oder deiner Ärztin vorher abzusprechen. Die meisten Hausmittel können bei Pilz auf der Kopfhaut mehr schaden als helfen.

Ringelflechte der Kopfhaut (Tinea capitis)

Die Ringelflechte der Kopfhaut, auch Tinea capitis genannt, ist eine Pilzinfektion. Bleiben die roten, runden Hautflecke unbehandelt, drohen Kahlstellen. Die Infektionskrankheit Ringelflechte wird ausgelöst durch Pilze, die so genannten Dermatophyten.

Neben Hefe- und Schimmelpilzen können auch Dermatophyten bei Menschen zu Erkrankungen führen. Dermatophyten besiedeln die Haut, Haare und Nägel, denn sie ernähren sich von den darin enthaltenen strukturgebenden Faserproteinen, den Keratinen. Bei der Körperringelflechte oder Tinea corporis sind Rumpf, Arme und Beine betroffen. Besonders weit verbreitet sind die Tinea pedis, die Infektion der Füße, Zehenzwischenräume oder Fußsohlen und auch die Infektion der Nägel, medizinisch Onychomykose oder Tinea unguium. Aber auch die Leistengegend und der Bart können befallen werden. Die Infektion der Kopfhaut wird als Tinea capitis bezeichnet.

Ursache der ansteckenden Pilzinfektion der Kopfhaut können unterschiedliche Erreger sein. Für Schlagzeilen sorgt in jüngerer Zeit Trichophyton tonsurans, der sich aufgrund ungenügender Hygiene auch durch Barbershops verbreitet. Es bilden sich kreisförmige, rote, schuppige und stark juckende Areale, die sich zusätzlich bakteriell infizieren können.

Trichophyton tonsurans, landläufig auch "Ringerpilz" genannt, ist in den USA, anderen angelsächsischen und auch arabischen Ländern schon seit einigen Jahrzehnten verbreitet. Durch Kontaktsportarten wie Ringen und Judo kam er auch immer wieder nach Europa. Vereinzelte kleine Ausbrüche konnten bisher schnell eingedämmt werden.

Da Infektionen mit Kopfpilz nicht systematisch erfasst werden, gibt es keine zuverlässigen Zahlen. Es gibt allerdings eine Zunahme, auch wenn die Fallzahlen gerade wieder niedriger sind. Auch im Großraum München haben sich Kopfpilzinfektionen in den letzten Jahren mehr als verzehnfacht.

Der Trend zu Besuchen in Barbershops ist ungebrochen. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede in der Ausbildung von Friseuren und Barbieren, die sich eigentlich nur um Bärte kümmern dürfen. Aufgrund von Ausnahmeregelungen werden in vielen Barbershops aber auch trendige Frisuren, wie Undercuts angeboten. Manchmal werden allerdings verbindliche Hygienevorschriften nicht eingehalten.

Ein weiterer Faktor ist die Corona-Pandemie. Ist die Haut gesund, ist das Risiko einer Pilzinfektion gering. Aber schon kleinste Mikroverletzungen der Hautoberfläche ermöglichen ein Eindringen der Erreger, wie zum Beispiel bei intensivem Körperkontakt im Kampfsport oder beim Haareschneiden und Rasieren.

Gerade bei der Verwendung von Haartrimmern oder Rasiermessern kann es leicht zu solchen Mikroverletzungen kommen. Sind die Trimmer und Klingen nicht vorschriftsmäßig desinfiziert, können Pilzsporen weitergegeben werden. Oft entsteht durch Schweiß ein feuchtes, ungenügend belüftetes Umgebungsklima der Haut, was das Wachstum begünstigt.

Erreger können auf Sportmatten, Haar- und Barttrimmern oder Scheren, Kopfstützen, Kleidung, Bettwäsche und Handtüchern einige Wochen bis Monate überleben, wenn diese nicht regelmäßig und gründlich gereinigt werden.

Tiere können ebenfalls Träger von Erregern sein, die auch bei Menschen Infektionen verursachen. Im Fell und auf der Haut vieler Meerschweinchen lebt zum Beispiel der Dermatophyt Trichophyton benhamiae, oft ohne, dass die Meerschweinchen selbst daran erkranken. Ähnlich ist das bei Microsporum canis. Der Erreger lebt, wie der lateinische Name sagt, auf Hunden, aber vor allem auch auf Katzen, die zu Überträgern werden.

Bei juckenden, meist runden und schuppenden Hautarealen, die sich im Laufe einiger Tage oder Wochen am Kopf oder Körper ausbilden, sollte jeder schnell zum Hautarzt gehen. Nur Ärztinnen und Ärzte können aufgrund ihrer Erfahrung, mithilfe des Mikroskops, PCR-Tests und manchmal auch länger dauernden Laboruntersuchungen, wie beispielsweise Zellkulturen, Pilzinfektionen sicher diagnostizieren oder ausschließen.

Nur dann können weitere Ausbreitung, Komplikationen oder mögliche Spätfolgen verhindert werden. Eine Hautpilzinfektion heilt oder verschwindet niemals von allein, sondern muss immer fachgerecht behandelt werden. Das geschieht bei einer Infektion der Kopfhaut immer mit einer Kombination aus äußerer und innerer Therapie, also mit Salben und Tabletten. Auch spezielle Shampoos kommen dabei zum Einsatz. Die Therapie insgesamt kann leicht mehrere Wochen bis Monate dauern, muss konsequent durchgeführt und der Erfolg und Fortschritt regelmäßig kontrolliert werden. Nur so lassen sich die lästigen Dermatophyten vollständig beseitigen und die Erkrankung heilen.

Mit Hausmitteln, wie zum Beispiel ätherischen Ölen, Joghurt oder Apfelessig, ist keine Heilung möglich. Sie können allenfalls helfen, die Therapie zu unterstützen oder einzelne Symptome zu lindern, wie zum Beispiel den Juckreiz.

Je nach Therapie und Erreger sind nach mehreren Tagen oder Wochen die meisten Hautpilzinfektionen nicht mehr ansteckend.

Scherpilzflechte (Tinea capitis) bei Kindern

Die Scherpilzflechte ist eine Pilzinfektion der Kopfhaut, die häufig bei Kindern auftritt. Tinea bedeutet Pilz, capitis bezieht sich auf den Kopf. Die Scherpilzflechte oder Tinea capitis ist also eine Pilzinfektion der Kopfhaut. Dabei infizieren bestimmte Pilzorganismen, sog. Dermatophyten, die behaarte Kopfhaut, Wimpern und Augenbrauen und lösen schuppige, kahle Stellen mit oder ohne Entzündung aus.

Symptome

Die Erkrankung beginnt als kleines rötliches Knötchen um ein Haar. Im Laufe einiger Tage wird das rote Knötchen blasser und schuppig, und das Haar wird spröde und es bricht. Die Stelle breitet sich aus und bildet weitere Knötchen mit einer typischen Ringform. Einzelne Stellen können nach und nach miteinander verschmelzen. Meist besteht nur geringer Juckreiz, bei einigen Patient*innen kann der Juckreiz jedoch stark ausgeprägt sein. Tinea capitis führt stellenweise zu Haarausfall. Die Infektion führt zu unterschiedlich schweren Entzündungen.

Tinea capitis profunda oder Kerion Celsi ist die Maximalform der Tinea capitis, bei der sich eine stark entzündete, eiternde, bienenwabenartige Stelle auf der Kopfhaut bildet.

Ursachen

Die für Tinea capitis verantwortlichen Pilzarten werden meist durch Katzen, Hunde, Pferde, Affen und Kaninchen übertragen. Die Scherpilzflechte wird aber auch von Menschen selbst weitergegeben, z. B. durch direkten Kontakt oder über Mützen, Haarbürsten, Bettwäsche oder Kleidung. Da die Erkrankung ansteckend ist, können in Kindergärten und Schulen kleinere Epidemien auftreten.

Kälberflechte ist eine Infektion mit einem bestimmten Pilz bei Rindern und Kälbern, die vor allem bei Landwirt*innen auftritt und schwer verlaufen kann. Seltener wird sie auch durch Hunde, Schweine, Schafe, Katzen, Ziegen oder Pferde übertragen.

Häufigkeit

Tinea capitis ist die weltweit häufigste Pilzinfektion bei Kindern. Sie tritt meist bei Kindern unter 10 Jahren auf. Bei Erwachsenen ist sie seltener, die Tendenz nimmt aber zu.

Diagnose

Ein Kind mit juckender Kopfhaut, schuppigem Ausschlag und Haarausfall sollte ärztlich untersucht werden, ob eine Pilzinfektion vorliegt. Dabei sollten andere Hautkrankheiten wie Schuppenflechte ausgeschlossen werden. Die Diagnose kann oft anhand des charakteristischen Aussehens gestellt werden.

Hautabschabungen, Haare und Gewebeproben können entnommen werden und mikroskopisch untersucht werden. Zur Sicherung der Diagnose wird versucht, aus den entnommenen Gewebeproben die verursachenden Pilze im Labor nachwachsen zu lassen.

Eine Untersuchung von entnommenem Genmaterial ist meist genauer und schneller. Familienmitglieder und andere Menschen, die engen Kontakt zu der infizierten Person hatten, sollten ebenfalls auf eine Pilzinfektion untersucht werden.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist es, die Pilzinfektion zu entfernen und Rückfälle zu verhindern. Eine Scherpilzflechte wird in der Regel medikamentös mit Tabletten und in Kombination mit einer Antipilzcreme oder einem Antipilzshampoo behandelt. Die Behandlung sollte bis zur vollständigen Heilung fortgesetzt werden. Ab der 4. Behandlungswoche sollte 14-tägig eine Untersuchung erfolgen und die Therapie ggf. verlängert werden. Dies kann je nach Pilzart 1-3 Monate dauern.

Bei Kindern wird die Scherpilzflechte häufig in Zusammenarbeit mit Spezialist*innen für Hauterkrankungen behandelt.

Kinder, die eine geeignete Behandlung erhalten, können die Schule oder den Kindergarten besuchen, bei bestimmten Pilzarten nach einer Unterbrechung von 1 Woche.

Bürsten und Kämme müssen entsorgt werden. Bettwäsche, Mützen und dergleichen sind zu waschen. Die Haare abzurasieren oder zu kürzen, kann die Behandlungsdauer erheblich verkürzen.

Die übertragenden Tiere, etwa bei der Kälberflechte, sind zu identifizieren und möglichst mitzubehandeln.

Tabelle: Unterschiede zwischen trockenen und fettigen Schuppen

Merkmal Trockene Schuppen Fettige Schuppen
Größe Klein Größer
Farbe Weiß oder grau Gelblich
Aussehen Rieseln leicht Haften an Kopfhaut und Haaren
Ursache Feuchtigkeitsmangel der Kopfhaut Übermäßige Talgproduktion, Hefepilz
Begleitsymptome Juckreiz Starker Juckreiz, Rötungen
Behandlung Feuchtigkeitsspendende Shampoos Antimykotische Shampoos

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Vor allem wenn Juckreiz und Rötungen hinzukommen, sollten Sie einen Facharzt für Dermatologie aufsuchen.

Wenn die Schuppen trotz regelmäßiger Pflege und Anti-Schuppen-Shampoos nicht verschwinden, sollten Sie einen Dermatologen oder eine Dermatologin aufsuchen. Dies gilt besonders dann, wenn die Schuppen von starkem Juckreiz, Rötungen oder Krusten begleitet werden.

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