Schuppen bei Kindern: Ursachen und wirksame Hausmittel

Lästige Schuppen machen vor keinem Alter halt. Nicht nur Erwachsene leiden unter Schuppen: Auch bei Babys, Kindern und Jugendlichen kann es vorkommen, dass die Kopfhaut juckt und schuppt. Dann ist es wichtig, Schuppen von Erkrankungen wie Kopfgneiß und Milchschorf zu unterscheiden.

Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Schuppen bei Kindern und stellt bewährte Hausmittel vor, die auf sanfte Weise Linderung verschaffen können. Zudem wird erläutert, wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Ursachen von Schuppen bei Kindern

Die Bildung von Schuppen ist ein normaler Prozess, da sich die Haut ständig erneuert. Neue Hautzellen wandern innerhalb eines Monats aus tieferen Hautschichten an die Oberfläche, verhornen und werden abgestoßen. Sichtbare Schuppen entstehen, wenn dieser Prozess gestört ist. Dabei sind Schuppen nicht gleich Schuppen.

Generell können folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • Trockene Kopfhaut: Ursache ist meist eine trockene Kopfhaut. Sie entsteht, weil die Kopfhaut zu wenig Talg produziert oder zu wenig Feuchtigkeit speichert.
  • Fettige Kopfhaut: Ursache für fettige Schuppen ist eine erhöhte Talgproduktion der Kopfhaut. Fettige Schuppen sind häufig etwas größer und haften als gelbliche Flocken an Kopfhaut und Haaren.
  • Häufiges Haarewaschen: Wer die Haare zu oft, zu heiß oder mit zu aggressiven Mitteln wäscht, spült unter Umständen auch die Öle und Fette weg, die die Kopfhaut vor dem Austrocknen schützen sollen.
  • Umwelteinflüsse: Sowohl eisige Temperaturen als auch Sommerhitze, starker Wind oder niedrige Luftfeuchtigkeit können das Gleichgewicht der Haut stören und dafür sorgen, dass die Kopfhaut spannt.
  • Hauterkrankungen: Bestimmte Erkrankungen der Haut wie Schuppenflechte oder Neurodermitis können trockene Kopfhaut hervorrufen.
  • Allergien: Natürlich kann die Kopfhaut auch allergisch reagieren, beispielsweise auf die Inhaltsstoffe bestimmter Haarpflege-Produkte.
  • Hormonelle Veränderungen: Die hormonelle Veränderung in der Pubertät und die dadurch gesteigerte Talgproduktion ist häufig der Auslöser.

Es ist nicht immer auf den ersten Blick festzustellen, ob es sich um Läuse oder Schuppen handelt. Schuppen, wie wir sie von Erwachsenen kennen, treten üblicherweise vornehmlich bei älteren Kindern auf.

Wenn kleine Kinder Schuppen haben, liegt meist eine Erkrankung wie Kopfgneiß, Milchschorf oder Neurodermitis vor. Milchschorf ist eine entzündliche Erkrankung und tritt meist ab dem dritten Lebensmonat auf. Die Kopfhaut schuppt sich und juckt. Das ist sehr unangenehm. Oftmals sind Babys, die unter Milchschorf leiden, unruhig und weinerlich. Kein Wunder, denn durch das Kratzen kann sich die Kopfhaut zusätzlich entzünden. Dann entstehen Wunden, die später verkrusten oder sogar nässen.

Kopfgneiß ähnelt sehr einem Milchschorf, ist jedoch harmloser und leichter zu behandeln. Die Schuppen auf der Kopfhaut entstehen durch eine übermäßige Talgproduktion, meist innerhalb des ersten Lebensmonates. Sie sind fettig, weich und auf die Kopfhaut begrenzt. Andere Körperstellen sind von Kopfgneiß nicht betroffen. Juckreiz tritt in der Regel nicht auf.

Für die Pflege einer gesunden Kopfhaut ist es wichtig, Kopfgneiß von Milchschorf unterscheiden zu können.

7 Tipps gegen Schuppen, die wirklich helfen

Hausmittel gegen Schuppen

Hausmittel gegen Schuppen bieten eine sanfte und natürliche Alternative zu herkömmlichen Produkten, besonders bei juckender Kopfhaut. Als natürliche Heilmittel gegen juckende Kopfhaut werden ganz ähnliche Rezepturen empfohlen, wie sie auch bei trockener Haut allgemein, bei trockenen Lippen im Winter oder bei trockenen Händen zum Einsatz kommen.

Einige bewährte Hausmittel können beruhigend auf die Kopfhaut wirken und besitzen antibakterielle oder entzündungshemmende Eigenschaften. Diese helfen dabei, das Gleichgewicht der Kopfhaut wiederherzustellen, die Schuppenbildung zu reduzieren und Juckreiz zu lindern. Ein weiterer Vorteil von Hausmitteln ist, dass sie oft weniger irritierend sind.

Zu den beliebtesten Hausmitteln zählen:

  • Aloe Vera: Der Saft der echten Aloe ist für seine feuchtigkeitsspendenden, entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Konzentrierte Aloe-vera-Gele, beispielsweise aus der Drogerie, versprechen entsprechend stressfreie Haut. So geht's: Das Gel bei Juckreiz möglichst direkt auf die Kopfhaut auftragen und mit kreisenden Bewegungen einmassieren.
  • Kokosöl: Kokosöl gilt, unter anderem wegen seiner rückfettenden Wirkung, als bewährter Feuchtigkeitsspender und kann deshalb helfen, trockene Kopfhaut zu pflegen. Das zart duftende Fett schmilzt erst bei ca. 25 Grad Celsius. Daher einen halben Teelöffel zunächst in der Hand erwärmen und dann an den juckenden Stellen einmassieren. Kokosöl hilft übrigens auch gegen trockene Haare. Das Öl dazu einfach in die Haarlängen einmassieren und über Nacht einwirken lassen.
  • Olivenöl: Auch ein Test mit Olivenöl ist einen Versuch wert: Dafür einfach einige Tropfen Öl, am besten mit einer Pipette, auf die Kopfhaut träufeln und - möglichst über Nacht - gründlich einwirken lassen.
  • Quark: Bei trockener Haut können Milchprodukte wie Quark oder (Natur-)Joghurt beruhigend wirken, da sie Feuchtigkeit spenden und Spannungsgefühle lindern. Wer's versuchen will, massiert zwei bis drei Esslöffel Naturquark in die Kopfhaut ein, lässt ihn fünfzehn Minuten einwirken und spült die Reste anschließend mit einem milden Shampoo aus.
  • Apfelessig: Als mit Wasser verdünnte Lösung aufgetragen, soll er die Talgdrüsen reinigen und den pH-Wert regulieren.

Öle wie Kokosöl oder Olivenöl einfach direkt auf die Kopfhaut träufeln und sanft einmassieren.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Hausmitteln

Dennoch ist die Dosierung hier oft problematisch und auch die Wirksamkeit ist individuell unterschiedlich. Hautärztin Kubek hält von Hausmitteln wenig: Aus dermatologischer Sicht kann man so etwas nicht empfehlen. Die Dosierung dieser Stoffe ist überhaupt nicht standardisiert.

Die Folge: Je nach Menge und Anwendung können die Hausmittel die Kopfhaut weiter austrocknen oder die Schutzbarriere der Haut schädigen. Das wiederum kann die Schuppenbildung verstärken.

Bevor Sie Haarschuppen eigenständig mit Hausmitteln behandeln, sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen. Generell können Hausmittel gegen Schuppen für Linderung sorgen, indem sie die Symptome mildern.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Unabhängig davon, wie gut die Hausmittel anschlagen, ist es wichtig, zu klären, warum sich die Kopfhaut trocken anfühlt.

Ärztliche Hilfe bei juckender Kopfhaut ist notwendig, wenn der Juckreiz Ihr tägliches Leben beeinträchtigt, länger anhält (über mehrere Tage bis Wochen) oder immer wieder auftritt und Sie die Beschwerden nicht selbständig beherrschen können.

Johanna Kubek sagt: Sind noch andere Beschwerden da wie Juckreiz, Brennen, Nässen, muss man den Arzt aufsuchen. Denn auch allergische Reaktionen, Infektionen, Ekzeme oder Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis können Ursache für Schuppen sein.

Als weitere Ursachen für trockene Kopfhaut kommen ein Nährstoffmangel (aufgrund einer unausgewogenen Ernährung), hormonelles Ungleichgewicht oder Wechselwirkungen mit Medikamenten infrage, die die Talgproduktion der Kopfhaut beeinflussen und so Spannungsgefühle verursachen können.

Tipps für gesunde Kopfhaut und Haare

  • Milde, wenig tensidhaltige Haarshampoos mit feuchtigkeitsspendenden oder rückfettenden sowie pflegenden oder beruhigenden Inhaltsstoffen verwenden.
  • Haare nicht öfter als nötig waschen. Lauwarmes Wasser schont Haare und Kopfhaut. Haare immer gründlich ausspülen, Rückstände von Pflegeprodukten können die Kopfhaut belasten.
  • Weiche Bürsten verwenden; spitze Borsten reizen die Kopfhaut. Nicht zu heiß föhnen und ausreichend Abstand halten. Starke Hitze trocknet Kopfhaut und Haare aus. Keine aggressiven, zum Beispiel alkoholhaltigen, Stylingprodukte verwenden.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Körper alle Nährstoffe erhält, die er braucht, sowie genug Feuchtigkeit. Davon profitiert auch die Gesundheit der Kopfhaut. Essen Sie viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, wenig mageres Fleisch und Fisch. Außerdem sollten Sie täglich mindestens anderthalb Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken.
  • Stress und Anspannung können die Kopfhaut negativ beeinflussen. Versuchen Sie, Stress abzubauen. Dabei können Meditation, Yoga oder Progressive Muskelentspannung helfen.

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