Haare nehmen einen großen Einfluss auf das physische Erscheinungsbild und können auch zu einem Problem werden. Um dies nachvollziehen zu können, ist es wichtig, zwischen einem „Haarfollikel“ und einer „Follikulären Einheit/FE“ zu unterscheiden.
Als Haarfollikel wird die Struktur bezeichnet, die sich um die Haarwurzel bildet. Der Begriff Follikel stammt vom lateinischen „folliculus“ ab und bedeutet im Deutschen „Bläschen“. Die anatomischen Strukturen, welche die Haarwurzeln bläschenförmig ummanteln und somit das Haar in der Haut verankern werden als Haarfollikel/ Haarbalg/ Folliculus pili bezeichnet. Diese dient dazu, die Haarwurzel zu schützen und davor zu sorgen, dass das Haar selbst in der Haut verankert ist.
Der Ausdruck Haarfollikel stammt aus der menschlichen Anatomie und bezeichnet das kleinste menschliche Organ. Der Haarfollikel ist das kleinste Organ im menschlichen Körper. Er ist nicht nur für das Haarwachstum verantwortlich, sondern auch an verschiedenen physiologischen Prozessen wie der Talgproduktion und der Regulierung der Hauttemperatur beteiligt.
Anatomie der Haut mit Haarfollikel
Viele Erkrankungen, wie beispielsweise Follikulitis, also die Entzündung des Haarfollikels selbst, entsteht in einem bestimmten Bereich dieser Struktur.
Als Haarfollikel, im Lateinischen auch bekannt als Folliculus pili (folliculus= “kleines Säckchen”), bezeichnet man eine längliche Einstülpung des Epithels der Epidermis in die Dermis (Lederhaut) hinein. Es enthält die Haarwurzel und die unteren Teile des Haarschafts und verankert das Haar in der Haut.
Der Haarfollikel selbst besteht aus Hautpapillen - das sind zapfenartige Vorwölbungen, die in der Lederhaut der Haut angelegt sind. Diese Art der Anlagen hast du nicht nur auf der Haut, sondern auch auf der Kopfhaut. Dabei sind die Haarfollikel nicht alle gleichzeitig aktiv.
Das Haarfollikel besteht aus zwei Schichten, einer inneren epithelialen Wurzelscheide sowie einer äußeren bindegewebigen Wurzelscheide.
An der Basis des Folliculus pili befindet sich die Haarzwiebel. Hier sind die dermalen Papillen, die das Haarwachstum reguliert, und Haarmatrixzellen aufzufinden. Die Haarzwiebel und die innere Epithelschicht bilden das Haar.
Am Haarfollikel selbst setzen nicht nur feine Nervenfasern an, sondern auch kleine Muskelzellen. Dadurch ist es möglich, dass die Haare sich aufrichten, wenn dir kalt ist.
Um das Haar geschmeidig zu halten, liegt jedem Haarfollikel eine Talgdrüse. Die Talgdrüsen scheiden den öligen Talg in den Haarfollikel aus. Das Haar wird dadurch weich gehalten und zudem antibakteriell.
Der Haarfollikel spielt eine zentrale Rolle für das menschliche Haar. Es handelt sich um eine in die Lederhaut eindringende Struktur, die zentrale Bedeutung für das Wachstum der Haare hat und somit wichtige Funktionen wie den Schutz vor äußeren Einflüssen und die Wärmeregulation erfüllt.
Der Haarfollikel durchläuft einen Zyklus aus drei Hauptphasen. Dazu gehören die Anagenphase (Wachstumsphase), in der neues Haar gebildet wird und mehrere Jahre andauern kann. Sobald ein Follikel aktiviert wird, wächst der Haarschaft durch die Epidermis durch und wird so sichtbar auf deinem Körper. In dieser Zeit sind verschiedene Hautanhangsgebilde aktiv, die das Wachstum ermöglichen. Darauf folgt die Katagenphase, eine Übergangsphase, die etwa zwei Wochen anhält und in der der Haarfollikel das Haar abstößt. Zuletzt schließt sich die Telogenphase an, eine Ruhephase, in der das alte Haar ausfällt, bevor ein neues Haarwachstum beginnt. Telogenphase: Die sogenannte Ruhephase, in der sich die Haarpapille neu bildet und der Haarfollikel erneuert. Nach der Telogenphase bildet sich die Matrix neu und die Produktion eines Haares beginnt wieder und die Anagenphase folgt.
Des weiteren haben Haare, die durch den Haarfollikel gebildet werden, einige wichtige Funktionen. Sie bilden eine schützende Schicht für die Haut vor ultravioletter Lichtstrahlung. Beispielsweise schirmen Wimpern die Augen ab und schützen das Auge vor direktem Sonnenlicht oder Fremdkörpern.
Phasen des Haarwachstumszyklus
Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, wieso die Zellen, die für das Haarwachstum verantwortlich sind, nicht mehr richtig arbeiten. Es gibt Menschen, die keine Millionen von Haarfollikeln angelegt haben, sondern deutlich weniger.
Haarausfall entsteht durch verschiedene Faktoren, die den Follikel beeinträchtigen. Haarausfall wird durch verschiedene Faktoren, die den Haarfollikel beeinträchtigen, bedingt. Dazu gehören genetische Veranlagung, hormonelle Unstimmigkeiten, Entzündungen des Follikels, ein Nährstoffmangel, Stress oder das Verstopfen eines Follikels durch Talg oder Produkte.
Chronische Entzündungen können Haarfollikel dauerhaft schädigen und zu Narben und Haarausfall führen. Je nach Schwere der Entzündungsreaktionen sind weitere, auch medikamentöse Ansätze erforderlich. Besonders problematisch sind Autoimmunerkrankungen (und damit häufig verbundener Kreisrunder Haarausfall), entzündliche Darmerkrankungen, Psoriasis und chronischer Stress.
Ja, Haarfollikel können “verstopfen”, wobei häufig die angeschlossenen Talgdrüsen betroffen sind. Symptome sind Pickel auf der Kopfhaut, Juckreiz, Schuppenbildung und ein fettiger Glanz. Regelmäßige, gründliche Reinigung mit geeigneten Produkten und gelegentliche Kopfhautpeelings mit AHA/BHA-Säuren helfen bei der Behandlung.
Die häufigste Erkrankung im Bereich der Haarfollikel ist Alopecia Areata. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung. Dabei greift das Immunsystem die Follikel an und zerstören diese nachhaltig. Bis heute ist nicht geklärt, wieso die Erkrankung auftritt und es gibt auch keine wirksame Behandlung. Es sind genauso viele Männer, wie Frauen betroffen und die Erkrankung kann bereits bei der Geburt beginnen oder erst zu einem späteren Zeitpunkt im Leben auftreten. Wissenschaftler vermuten, dass es eine genetische Komponente geben könnte - aber bis heute gibt es keine noch keine belastbare Datenlage.
Ja, durch eine Kombination aus gezielter Pflege und Ernährung können Haarfollikel gestärkt werden. Die Ernährung sollte reich an Proteinen, Biotin, Eisen und Vitamin C sein. In der Pflegeroutine empfehlen sich milde, sulfatfreie Shampoos und das Vermeiden von heißem Wasser. Auch moderne regenerative Ansätze wie PRP-Behandlungen, Mesotherapie oder Low-Level-Lasertherapie zeigen vielversprechende Ergebnisse bei geschädigten Haarfollikeln und können diese kräftiger und widerstandsfähiger machen.
Hier sind einige Tipps, wie du deine Haarfollikel gesund halten kannst:
Unabhängig davon, ob die Stelle klein ist, die gesamte Kopfhaut oder die Körperbehaarung betrifft, bezeichnet man diese Haarlosigkeit als Alopezie. Manche Alopezie-Formen können wieder verschwinden, und die Haare wachsen wieder nach.
Ein oft verwendeter Begriff in der Haarverpflanzung ist „Graft“. Dieser ursprünglich englische Begriff bezeichnet das deutsche Wort „Transplantat“ und wird heute auch im deutschsprachigen Raum relativ oft verwendet.
Um dies nachvollziehen zu können, ist es wichtig, zwischen einem „Haarfollikel“ und einer „Follikulären Einheit/FE“ zu unterscheiden. Die Bezeichnung „Follikuläre Einheit“ beschreibt eine funktionelle Einheit, welche mehrere einzelne Haarfollikel enthält. Die Follikuläre Einheit wird oft mit „FE“ abgekürzt und sie beinhaltet zwischen minimal einem Haarfollikel („Single-Einheit“) und maximal fünf Haarfollikel („5er-FE“ oder „Multieinheit“) und kann entsprechend viele Haare produzieren.
Die Eigenhaartransplantation stellt eine ergänzende Maßnahme bei fortgeschrittener androgenetischer Alopezie dar. Hierbei werden Haare aus dem okzipitalen, nicht androgensensitiven Bereich entnommen und in betroffene Areale transplantiert. Nicht nur bei der männlichen sondern auch bei der weiblichen androgenetischen Alopezie kann eine Verdichtung durch Haarfollikeltransplantation erzielt werden (Evidenzlevel 4). Ergänzend kann als einfachste und vom Betroffenen selber anwendbare Methoden, um Zeichen von androgenetischer Alopezie zu verdecken ein entsprechendes Haarstyling hilfreich sein. Bei starker Ausprägung kommen Haarersatzteile oder Perücken in Frage.
Das Wissen und Verständnis des Patienten schützt ihn vor Missverständnissen und vermeintlich falschen Erwartungen an die eigene Haartransplantation und macht Vergleichbarkeit verschiedener Angebote unterschiedlicher Anbieter möglich.
Der vor der Behandlung vom Arzt erstellte Kostenvoranschlag sollte unbedingt die geplante Anzahl der Follikulären Einheiten sowie den Preis pro Follikulärer Einheit beinhalten. Der Haarausfall-patient sollte sich auf keinen Fall auf ein Pauschalangebot einlassen, in dem er nicht weiß, was genau er für sein Geld bekommt.
Wichtig zu wissen ist auch, dass eine Aufsplittung/Zerteilung der Follikulären Einheiten in kleinere Grafts, eine Schädigung mit sich bringt und folglich zu einer signifikant geringeren Anwuchsrate der Transplantate führt.
| Therapie | Evidenz |
|---|---|
| Topische Minoxidillösung | Hoch (Evidenzlevel 1) |
| Systemische Therapie mit Finasterid | Sehr gut (Evidenzlevel 1) |
| Topische oder systemische Hormonbehandlung | Keine ausreichende Evidenz |
| Chirurgische Behandlung (Haartransplantation) | Evidenzlevel 4 |
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