Schuppen im Ohr: Ursachen und Hausmittel

Ein Kitzeln oder Jucken im Ohr hat oft nur übertriebene Ohrhygiene als Grund. Durch den Eingriff in den natürlichen Abwehr- und Schutzmechanismus des Ohres kann es zu schuppiger und rissiger Haut, entzündlichen Veränderungen sowie Infektionen kommen und folglich zu Ohrenjucken. Wenn die Ohren jucken, steckt häufig ein gestörtes Milieu im Ohr dahinter. Der Grund dafür ist meist eine zu gut gemeinte Ohrenhygiene. Dadurch greifen Betroffene in den natürlichen Selbstreinigungsmechanismus des Ohres ein und machen es Erregern wie Bakterien leicht, sich festzusetzen.

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Mögliche Ursachen für Juckreiz im Ohr

Weiterhin kommen folgende Ursachen für das Jucken im Ohr in Betracht:

  • Äußere Gehörgangsentzündung (Otitis externa)
  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte
  • Zu wenig oder zu viel Ohrenschmalz
  • Pilze und Bakterien
  • Pilzinfektionen (vor allem im Sommer)
  • Diabetes mellitus
  • Stress
  • Allergien und Unverträglichkeiten

Bei Neurodermitis und Schuppenflechte kommt es zu trockener, roter und schuppiger Haut und einem quälenden Juckreiz. Das stundenlange Tragen von In-Ear-Kopfhörern schränkt die Belüftung der Ohren ein und sorgt für eine feucht-warme Umgebung im Gehörgang. Dies schafft ideale Bedingungen für das Wachstum von Erregern.

Was Sie vermeiden sollten

Auch wenn Kratzen bei einem Kitzeln im Ohr normalerweise keine anhaltende Linderung bringt, können es manche Betroffene nicht lassen. Juckt es im Ohr, lindern Sie mit Fingern, Stiften oder anderen Gegenständen keinesfalls Ihr Leid. Auf diese Weise kann es sogar zu Verletzungen im Inneren des Ohrs kommen. Im schlimmsten Fall beschädigen Sie das Trommelfell.

Verzichten Sie zudem am besten auf Wattestäbchen. Für die Ohrmuschel eignen sie sich zwar, im Gehörgang können Wattestäbchen allerdings ungewollte Probleme auslösen. Meistens drücken Sie bei Gebrauch das Ohrenschmalz tiefer ins Ohr, was den Abtransport erschwert. Bei der Reinigung der Ohren heißt es: Weniger ist mehr! Die empfindliche Ohrhaut reagiert auf den Eingriff von außen mit juckenden Gehörgängen und es kommt zu trockenen Ohren. Das kann so weit gehen, dass sich ein Gehörgangsekzem (entzündliche Hautveränderung im Bereich des äußeren Gehörganges) entwickelt, bei dem die Haut rissig und schuppig wird. Auch eine äußere Gehörgangsentzündung ist möglich. Sie zeigt sich zusätzlich zum Juckreiz im Ohr durch mittelstarke bis starke Ohrenschmerzen und einen geschwollenen Gehörgang.

Hausmittel und Behandlungsmöglichkeiten

Die Konsistenz des Ohrenschmalzes ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. CERUSTOP® Ohrenöl-Spray wird in den äußeren Gehörgang gesprüht, dringt ins Ohrenschmalz ein und macht es löslicher.

Stress gilt als Auslöser für viele unterschiedliche Beschwerden, auch für den Juckreiz im Ohr. Bei Stress werden Stresshormone ausgeschüttet, die sich negativ auf das Hautbild auswirken. Entspannungsübungen, Yoga oder Sport können bereits helfen, den Körper und die Seele zu beruhigen. Möglicherweise helfen Tees mit Passionsblume, Lavendel oder Melisse dabei, ausgeglichener zu werden und das Stressempfinden zu reduzieren.

Jucken im Ohr können Sie vermeiden, wenn Sie das Ohr nicht täglich reinigen. Zu häufiges Säubern, auch wenn es nur mit Wasser ist, trocknet die Haut aus und macht sie anfälliger für einen Keimbefall. Richtige Ohrhygiene: Vor allem der Einsatz von Wattestäbchen kann mehr schaden als nützen. Man kann dabei die empfindliche Ohrhaut verletzen - ein willkommenes Eingangstor für Bakterien und Pilze. Kommt es zu einer Entzündung, ist auch ein Jucken im Ohr möglich.

Sind Pilze die Auslöser der Beschwerden, verschreibt der Arzt oft ein sogenanntes Antimykotikum. Es bekämpft die Erreger und behandelt damit auch das Jucken. Wird das Jucken im Ohr durch Neurodermitis oder Schuppenflechte ausgelöst, können spezielle Salben Linderung verschaffen.

Entsteht das Jucken im Ohr durch den Kontakt mit Shampoo oder anderen Körperpflegeprodukten, sollten diese vermieden werden. Manchmal führt ein längerer Badeaufenthalt dazu, dass die Ohren jucken.

Hält ein Jucken im Ohr länger an, sollte der Ursache auf den Grund gegangen werden. Häufige Ursachen sind bakterielle Infektionen, meist in Form einer Gehörgangsentzündung oder eine Hauterkrankung wie Schuppenflechte, ein Hautpilz oder Neurodermitis. Je nach Erkrankung helfen Ohrentropfen oder Hautsalben gegen den Juckreiz.

Bei oberflächlichem Juckreiz in der Ohrmuschel oder am äußeren Gehörgang kann ein antiseptisch wirkendes Hausmittel zum Einsatz kommen: ein mit isopropylhaltigem Alkohol getränkter Wattebausch, der vorsichtig in die Ohrmuschel eingelegt wird - nicht in den Gehörgang selbst. Der Alkohol wirkt desinfizierend und kann eine beginnende bakterielle oder fungale Besiedlung eindämmen. Gleichzeitig hat er einen austrocknenden Effekt, der überschüssige Feuchtigkeit entfernt - ein wichtiger Faktor zur Prävention von Otitis externa. Diese Methode ist nicht für Kinder oder Menschen mit empfindlicher Haut zu empfehlen, da Alkohol zu Irritationen führen kann. Eine ärztliche Abklärung ist ratsam, bevor alkoholbasierte Mittel regelmäßig angewendet werden.

Eine kühlende Kompresse stellt eine einfache, jedoch medizinisch sinnvolle Maßnahme zur Symptomlinderung bei juckenden Ohren dar. Kälte hat eine vasokonstriktive Wirkung, reduziert lokale Entzündungszeichen und kann juckreizlindernd wirken, indem sie die Nervenleitfähigkeit vorübergehend hemmt. Die Anwendung erfolgt durch ein in ein sauberes Tuch gewickeltes Kühlpad, das für 5 bis 10 Minuten auf die betroffene Ohrpartie gelegt wird.

Nicht immer braucht es Medikamente, um juckende Ohren zu beruhigen - oft können einfache Hausmittel helfen, besonders wenn der Juckreiz nicht durch eine ernsthafte Infektion, sondern durch trockene Haut, Reizung oder eine falsche Ohrenpflege ausgelöst wird.

Hausmittel bei Schuppenflechte im Ohr

Aloe Vera, zum Beispiel, hat eine entzündungshemmende und lindernde Wirkung. Sehr gut hilft auch Teebaumöl. Es spendet Feuchtigkeit und hat vor allem im Falle von Hautschuppung eine wohltuende Wirkung, da es das Gefühl der Hautreizung an den Ohren lindert. Man kann auch zwei Teelöffel Natriumbicarbonat mit etwas Wasser vermischen, um eine Kompresse herzustellen, die man einige Minuten auf betroffene Hautpartien legen kann. Es empfiehlt sich jedoch, einen Experten zurate zu ziehen, bevor eine eigenständige Behandlung der Haut mit Hausmitteln erfolgt.

Olivenöl ist für viele Betroffene erst einmal das Mittel der Wahl, um die Schuppen im Ohr zu lösen. Es ist auch die bessere Methode, als es mit den Fingernägeln zu versuchen. Die Ohrmuschel kann damit sanft eingerieben werden. In den Gehörgang kommt das Öl am besten mit einer Pipette - und nicht mit einem Wattestäbchen.

Weitere Tipps

  • Pflanzliches Öl kann auch hinter den Ohren gut zum Schuppenlösen verwendet werden.
  • Wer lieber etwas aus der Apotheke nutzen möchte, kann dort nach extrem fließenden Mitteln fragen, die quasi zwischen die Schuppen kriechen und sie so lösen.
  • Als Hausmittel können hinter dem Ohr auch Umschläge mit entzündungshemmenden Bädern angewendet werden. Dazu gibt es in der Apotheke Badezusätze, die in entsprechend geringer Menge aufgelöst und mit einem Lappen hinters Ohr gebracht werden können.
  • Ein weiteres äußerliches Mittel ist die Burowsche Lösung, auch essigsaure Tonerde genannt.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Wird das Jucken im Ohr quälend und kommen weitere Beschwerden wie Ohrenschmerzen, Fieber oder (eitriger) Ausfluss hinzu, sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen. Dann steckt eventuell eine Infektion dahinter, welche die Behandlung mit einem speziellen Medikament notwendig machen kann. Stellt der Arzt einen Bakterienbefall fest, muss er unter Umständen ein Antibiotikum verschreiben.

Der HNO-Arzt wird Sie nach dem Verlauf der Krankheit und eventuell vorhandenen Grunderkrankungen wie Allergien oder Diabetes befragen und die Ohren mithilfe von speziellen Instrumenten genau untersuchen. Dabei kann er auch feststellen, ob sich möglicherweise ein Ohrenschmalzpfropf gebildet hat und diesen gegebenenfalls entfernen. Ebenso ist es möglich, dass der Facharzt einen Abstrich nimmt, um den Erreger nachzuweisen und die Behandlung anzupassen.

Wenn Sie über einen längeren Zeitraum den Eindruck haben, das Ohr juckt ständig, gehen Sie zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser kann mit einer Otoskopie die Ursache des Juckens feststellen. Gleiches gilt natürlich bei Schmerzen. Nicht zu lange warten sollte man vor allem, wenn Kinder sagen, sie hätten Ohrenschmerzen.

Flüssigkeit und Jucken im Ohr können auf eine Ohrinfektion, wie Otitis externa oder Otitis media, hindeuten. Diese Symptome können auch durch Allergien, Hautirritationen oder ein Übermaß an Ohrenschmalz verursacht werden. Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um eine präzise Diagnose und geeignete Behandlung zu erhalten.

Schuppenflechte im Ohr

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche Erkrankung der Haut, die überall am Körper auftreten kann, auch an den Ohren. Sie kann ein oder beide Ohren befallen, am Ohrläppchen, an tieferliegenden Bereichen, auf Ebene der Hörschnecke oder sogar im Gehörgang auftreten, wo sie besonders unangenehm werden kann. Bei schwerhörigen Personen kann sie außerdem zu großen Problemen beim Tragen von Hörgeräten führen.

Eine Schuppenflechte in den Ohren ist oft die Folge der Ausdehnung einer Schuppenflechte der Kopfhaut und befällt für gewöhnlich die Vertiefung der Ohrmuschel; sie kann aber auch die gesamte Ohrmuschel und den Bereich hinter den Ohren erfassen. Die mit einer Psoriasis verbundene Komplikationen ähneln denen eines Ohrenschmalzpfropfens: die Schuppen der Hornhaut lösen sich ab und vermischen sich mit dem Ohrenschmalz.

Ob es sich um einen Fall von Schuppenflechte oder Dermatitis handelt, erkennt man bereits an den Schuppen: bei einer Schuppenflechte sind sie trocken, bei einer Dermatitis eher fettig. Auch die betroffenen Hautpartien unterscheiden sich. Eine Schuppenflechte befällt vor allem die Ellbogen, Knie und den Bereich des Steißbeins, während diese Hautpartien bei einer Dermatitis nicht betroffen sind. Die Schuppenflechte kann außerdem auch die Fingernägel erfassen.

Die Psoriasis im Ohr kann genetisch oder durch äußere Faktoren bedingt sein.

  • Genetische Faktoren: Schuppenflechte ist eine Autoimmunkrankheit und wird durch eine Fehlfunktion des Immunsystems verursacht.
  • Externe Faktoren: Stress könnte ein Risikofaktor sein, aber auch physische Traumen wie Verbrennungen, Narben oder Stoßverletzungen können eine Rolle spielen. Die Krankheit kann auch durch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Mittel gegen Malaria oder Betablocker verursacht werden.

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