Schuppige Haut im Gesicht nach dem Duschen: Ursachen und Lösungen

Raue und gerötete Stellen, sich abschälende Hautpartien oder Juckreiz - schuppige Haut hat viele Gesichter. Ihre Ursachen sind genauso vielfältig wie ihre Erscheinungsform. Die gute Nachricht zuerst: Solltest du schuppige Haut bei dir bemerken, ist das kein Grund zur Panik. Die Hauterscheinung tritt bei den meisten Menschen im Laufe ihres Lebens auf und verschwindet oft genauso schnell wieder. Dennoch musst du dich nicht mit schuppiger Haut abfinden.

Ursachen für schuppige Haut

Schuppige Haut kann verschiedene Ursachen haben. Trockene Haut ist eine der häufigsten Ursachen für schuppige Haut (Xerose). Trockene Haut betrifft viele Menschen. Neben der Schuppenbildung äußert sie sich mitunter durch Juckreiz und Spannungsgefühle. Die Haut benötigt ausreichend Feuchtigkeit, um geschmeidig und gesund zu bleiben.

Äußere Einflüsse wie kaltes Wetter, niedrige Luftfeuchtigkeit und starke Sonneneinstrahlung entziehen der Haut ihre natürliche Feuchtigkeit. In stark geheizten Innenräumen kann die trockene Luft ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Hautfeuchtigkeit haben. Erkrankungen wie Psoriasis oder Ekzeme sind häufige Ursachen für eine gestörte Hautbarriere, die sich in schuppiger Haut äußern kann.

Innere und äußere Faktoren

Letztlich können verschiedene Ursachen wie äußere und innere Faktoren wie auch bestimmte Erkrankungen und Medikamente hinter trockener Haut stecken.

  • Äußere Faktoren: Umweltfaktoren wie Kälte, niedrige Luftfeuchtigkeit und starke Sonneneinstrahlung setzen der Haut zu und lassen sie austrocknen. Auch trockene Luft infolge des Heizens oder einer Klimaanlage ist eine Belastung für die Haut. Berufliche Tätigkeiten, bei denen die Hände immer wieder mit Wasser oder Chemikalien in Kontakt kommen, können die Schutzschicht der Haut angreifen. Langes, heißes und sehr häufiges Duschen oder Baden schwächt die Hautbarriere. Gleiches gilt für alkalische Seifen und Reinigungsmittel mit einem basischen pH-Wert zwischen 7 und 14, die das saure Milieu der Haut stören können.
  • Innere Faktoren: Untersuchungen zeigen, dass Xerodermie bei älteren Menschen häufiger auftritt - insbesondere bei Personen über 60. Ein Grund: Mit zunehmendem Alter nimmt die Aktivität der Talgdrüsen ab, was der Haut Feuchtigkeit entzieht. Zudem können hormonelle Veränderungen in der Menopause und Schwangerschaft zu trockener Haut führen. Auch eine genetische Veranlagung ist ein möglicher Auslöser. Eine Mangelernährung kann ebenfalls trockene Haut begünstigen, etwa wenn dem Körper Vitamin D und A sowie Zink und Eisen fehlen. Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr und übermäßiges Schwitzen sind weitere mögliche Ursachen für eine Xerosis cutis. Rauchen schädigt die Haut. Aufregung, Anspannung und Stress sind weitere Faktoren, die der Haut zusetzen und eine Xerodermie begünstigen können.
  • Erkrankungen: Verschiedene Hauterkrankungen sind häufig von trockener Haut begleitet, etwa allergische Kontaktekzeme, Schuppenflechte und Neurodermitis. Auch Infektionen mit Pilzen und Bakterien führen oftmals zu trockener Haut. Trockene Haut kann auch eine Begleiterscheinung von inneren Erkrankungen wie Nierenschwäche, Diabetes mellitus und Schilddrüsenunterfunktion sein. Gleiches gilt für bestimmte Lebererkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und rheumatische Erkrankungen. Psychische Erkrankungen, die einen Waschzwang zur Folge haben, können die Haut belasten. Auch bei einer Magersucht ist trockene Haut häufig.
  • Medikamente: Verschiedene Arzneimittel können eine Xerosis cutis als Nebenwirkung haben. Dazu zählen Kortison, Blutdrucksenker (Betablocker), Cholesterinsenker, entwässernde Mittel und entzündungshemmende Medikamente.

Symptome bei trockener Haut

Typische Anzeichen für trockene Haut sind:

  • Spannungsgefühl und Juckreiz
  • Schuppende, raue und glanzlose Haut
  • Hautrisse und Falten
  • Schlaffe und blasse Haut
  • Rötungen und brennende Schmerzen

Die Xerodermie kann alle Körperteile betreffen, tritt aber häufig in Bereichen mit weniger Talgdrüsen auf, zum Beispiel an den Unterschenkeln, Unterarmen, Händen und Füßen.

Was hilft gegen trockene Haut? Neun wertvolle Tipps

Mit trockenen Hautstellen müssen Sie sich nicht abfinden. Es gibt meist viele Möglichkeiten, der Trockenheit entgegenzuwirken und so zum Beispiel den Juckreiz zu mildern.

Trockene Haut: 5 Tipps und wie Sie sich schützen können - im Winter wie im Sommer!

  1. Vermeiden Sie langes und heißes Baden und Duschen: Achten Sie darauf, nicht zu heiß und zu lange zu baden und zu duschen, denn das kann die Haut chronisch entfetten. Das Wasser sollte eher lauwarm als heiß sein, die Bade- und Duschzeit fünf Minuten nicht überschreiten. Waschen Sie sich am besten mit sanften Reinigungsprodukten, die einen sauren pH-Wert haben und damit dem natürlichen pH-Wert der Haut ähneln. Trocknen Sie sich nach dem Duschen oder Baden ab und verwenden Sie dafür keine rauen Handtücher.
  2. Denken Sie bei trockener Haut ans Eincremen: Unmittelbar nach der Dusche oder dem Bald sollten Sie eine Feuchtigkeitscreme auf der Haut an Gesicht und Körper auftragen. Salben und Cremes können die in Ihrer Haut vorhandene Feuchtigkeit dann bestmöglich einschließen. Greifen Sie lieber zu einer Salbe oder Creme als zu einer Lotion. Denn: Dank ihrer fettigeren Textur können Salben und Cremes dem Feuchtigkeitsverlust der Haut besser entgegenwirken. Als besonders wirksam haben sich Produkte mit Urea erwiesen. Empfohlen werden auch Salben und Cremes mit Inhaltsstoffen wie Jojobaöl, Glycerin, Hyaluronsäure und Lanolin.
  3. Achten Sie auf verträgliche Pflegeprodukte: Lassen Sie Pflegeprodukte mit reizenden Inhaltsstoffen wie Alkohol, Alpha-Hydroxysäure (AHA) und Duftstoffen links liegen. Sie können die Haut irritieren. Wichtig zu wissen: Produkte mit dem Label „unparfümiert“ können Chemikalien enthalten, die den Geruch anderer Inhaltsstoffe neutralisieren oder überdecken. Oftmals reizen sie trockene Haut. Wählen Sie besser Pflegeprodukte, die als „parfümfrei“ deklariert sind.
  4. Behalten Sie die Luftfeuchtigkeit im Blick: Besonders im Winter ist die Luft in Innenräumen sehr trocken und die Luftfeuchtigkeit niedrig. Diese Bedingungen trocknen die Haut aus. Es gilt: Idealerweise beträgt die Luftfeuchtigkeit 40 bis 60 Prozent. Mithilfe eines Hygrometers können Sie den Wert leicht ermitteln. Für ein gutes Raumklima empfiehlt es sich, alle zwei Stunden einige Minuten lang stoßzulüften. Bei trockener Luft kann zudem ein Raumluftbefeuchter helfen.
  5. Greifen Sie zu hautfreundlicher Kleidung: Ist die Haut trocken und rau, können sogar Kleidung und Waschmittel zu Reizungen der Haut führen. Greifen Sie auf weiche Materialien wie Baumwolle oder Seide zurück und wählen Sie eher lockere Kleidung, um dies zu vermeiden. Sie möchten im Winter nicht auf den Wollpullover verzichten? Eine Kleidungsschicht zwischen Haut und Wolle schont die Haut. Zum Waschen Ihrer Kleidung können Sie Waschmittel verwenden, die als hypoallergen gekennzeichnet und somit frei von hautreizenden Parfüms sind.
  6. Sorgen Sie für Entspannung im Alltag: Anhaltender Stress kann die Hautbarriere stören. Versuchen Sie daher, immer wieder für Ruhepausen zu sorgen und probieren Sie zum Beispiel verschiedene Entspannungsmethoden aus. Langfristig kann es Stressgeplagten zudem helfen, regelmäßig körperlich aktiv zu werden, Hobbys nachzugehen und Freundschaften zu pflegen.
  7. Trotzen Sie trockener Haut an den Händen: Die Hände sind im Alltag vielen Reizen und Belastungen ausgesetzt. Das bedeutet: Die Haut muss hier besonders viel aushalten. Schützen Sie sich, indem Sie im Winter draußen Handschuhe tragen. Bei Tätigkeiten im Haushalt, bei denen Ihre Hände nass werden und mit reizenden Stoffen in Berührung kommen, können Sie ebenfalls Handschuhe verwenden.
  8. Trinken Sie genug: Nicht nur an heißen Sommertagen ist es wichtig, regelmäßig zu trinken. Denken Sie auch in der kalten Jahreszeit daran, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und so die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Als Getränk empfiehlt sich vor allem Wasser. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) rät dazu, 1,5 Liter pro Tag zu trinken.
  9. Ernähren Sie sich ausgewogen: Eine einseitige und vitaminarme Ernährung hat einen negativen Einfluss auf das Hautbild. Achten Sie daher auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr und sorgen Sie für einen abwechslungsreichen Speiseplan. Besonders Vitamin A und D sowie Eisen und Zink sollten Sie ausreichend über die Ernährung zuführen.

Die richtige Hautpflege beginnt beim Reinigen

Schon beim ersten Pflegeschritt, der Reinigung, kannst Du Deine Haut unterstützen. Wichtig: Verwende ein Waschgel, das mild reinigt, aber nicht entfettet. Besonders geeignet sind moderne Tenside pflanzlichen Ursprungs. Diese reinigen sanft und schonen den natürlichen pH-Wert der Haut.

Wirkstoffe, die Deiner Haut helfen, Feuchtigkeit zu speichern

Pflegeprodukte bei trockener Haut sollten vor allem zwei Dinge können: Feuchtigkeit spenden und sie in der Haut halten. Dafür eignen sich sogenannte „Feuchthaltefaktoren“ besonders gut. Dazu zählen unter anderem:

  • Glycerin: Ein echter Klassiker, der Wasser bindet und für ein geschmeidiges Hautgefühl sorgt.
  • Hyaluronsäure: In Form von Sodium Hyaluronate ist sie in der Lage, große Mengen Wasser zu speichern - für ein pralleres Hautbild.
  • Betaine & Zuckerverbindungen: Diese Inhaltsstoffe versorgen die Haut langanhaltend mit Feuchtigkeit.
  • Pflanzenöle: Jojobaöl, Hanföl und Kokosöl helfen dabei, die Hautbarriere zu regenerieren und schützen vor Feuchtigkeitsverlust.

Auch natürliche Pflanzenextrakte wie Rosmarin und Rosenwasser beruhigen die Haut und machen sie widerstandsfähiger gegen äußere Reize.

Diese Stoffe besser vermeiden

Nicht alles, was in Pflegeprodukten steckt, ist für trockene Haut geeignet. Auf der Negativliste stehen vor allem:

  • Aggressive Tenside wie Sulfate in hoher Konzentration
  • Starke Peelings und mechanische Reizungen
  • Synthetische Duftstoffe - vor allem, wenn Deine Haut zu Rötungen neigt

Auch häufiges oder zu heißes Waschen kann der Haut schaden - besser sind lauwarme Temperaturen und ein pH-hautneutrales Waschprodukt.

Alltagstipps für ein entspanntes Hautgefühl

  • Raumklima verbessern: Luftbefeuchter oder Schalen mit Wasser auf der Heizung helfen im Winter.
  • Regelmäßige Pflege: Am besten morgens und abends eincremen - im Winter gerne etwas reichhaltiger.
  • Serum & Creme kombinieren: Ein Feuchtigkeitsserum zieht schnell ein und versorgt die Haut tiefenwirksam. Darüber schützt die Feuchtigkeitscreme als zweite Schicht.
  • Nach dem Duschen nicht warten: Pflegeprodukte direkt auf die noch leicht feuchte Haut auftragen - so wird Feuchtigkeit besser eingeschlossen.

Wann ein Arztbesuch ratsam ist

Wenn Sie die oben genannten Tipps umsetzen, sollte das Ihre trockene Haut besänftigen. Meist tritt in der Regel innerhalb von zwei Wochen eine Besserung ein. Ist das bei Ihnen nicht der Fall, suchen Sie bitte eine Dermatologin oder einen Dermatologen auf.

Darum sollte trockene Haut behandelt werden

Ist die Haut zu trocken, ist ihre Barrierefunktion gestört. Das ist nicht nur unangenehm, der Körper ist dann auch schlechter vor schädlichen Einflüssen geschützt. Es besteht die Gefahr, dass die Haut sich entzündet. Die richtige Pflege wirkt dem entgegen. Wird trockene Haut behandelt, kann sich zudem das Risiko für Hautreizungen und allergische Hautreaktionen verringern. Bei sehr trockener Haut kann eine verschreibungspflichtige Salbe oder Creme erforderlich sein. Möglicherweise ist die Xerodermie bei Ihnen auch ein Anzeichen für eine behandlungsbedürftige Hauterkrankung. Ist eine Krankheit für die trockene Haut verantwortlich, kann deren Behandlung für Linderung sorgen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin berät Sie dazu.

Zusammenfassung

Trockene und schuppige Haut ist behandelbar. Sanfte und regelmäßige Pflege ist unerlässlich bei extrem trockener Haut. Die richtigen Pflegeprodukte für trockene Haut sorgen dafür, dass schuppige Haut sich schnell wieder erholt. Trockene Hautstellen können an verschiedenen Körperstellen auftreten. Sanfte, feuchtigkeitsspendende Reinigungsprodukte und die Verwendung von Feuchtigkeitscreme mit Hyaluron helfen dabei, Haut intensiv zu hydratisieren.

Tabelle: Tipps zur Vermeidung schuppiger Haut nach dem Duschen

Tipp Beschreibung
Duschen Sie nicht zu heiß Verwenden Sie lauwarmes Wasser, um die Haut nicht auszutrocknen.
Verwenden Sie milde Reinigungsprodukte Wählen Sie Produkte ohne aggressive Inhaltsstoffe oder Duftstoffe.
Tupfen Sie die Haut trocken Vermeiden Sie starkes Rubbeln mit dem Handtuch.
Cremen Sie sich sofort ein Tragen Sie Feuchtigkeitscreme auf, wenn die Haut noch leicht feucht ist.
Peelen Sie sanft Entfernen Sie abgestorbene Hautzellen, aber nicht zu oft.

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