Holzfenster für Gartenhaus selber bauen: Eine umfassende Anleitung

Viele Gartenhausbesitzer stehen vor der Frage, ob sie ihre Fenster selbst bauen oder fertige Modelle kaufen sollen. Gerade bei älteren Gartenhäusern oder speziellen Größenwünschen kann der Selbstbau eine attraktive Option sein. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung, wie Sie ein Holzfenster für Ihr Gartenhaus selber bauen können, und gibt nützliche Tipps zur Materialauswahl und Montage.

Diskutieren wir, wie man Holzfenster für ein Gartenhaus selber bauen kann. Viele Gartenbesitzer nutzen ihr Gartenhaus als Gästezimmer, Hobby- oder Arbeitsraum.

Es soll ein einfaches Stallfenster mit Plexiglasscheibe gebaut werden, wobei das Plexiglas per umlaufender Nut in den Rahmen gesteckt wird.

Materialauswahl und Vorbereitung

Holzart: Für den Fensterrahmen eignet sich besonders gut Leimholz, da es formstabil und witterungsbeständig ist. Fichtenholz ist eine gängige und preiswerte Option.Verglasung: Für einfache Gartenhäuser reicht Acrylglas (Plexiglas) aus. Für eine bessere Isolierung kann auch Echtglas oder Isolierglas verwendet werden.

Werkzeug und Materialliste:

  • Holz für den Rahmen (z.B. Fichte, 50 mm stark)
  • Plexiglas oder Echtglas
  • Holzleim (wasserfest)
  • Schrauben oder Dübel
  • Holzschutzlasur
  • Akkuschrauber
  • Bohrmaschine
  • Stichsäge
  • Kreissäge
  • Hobel
  • Oberfräse (optional)
  • Schleifpapier
  • Zwingen
  • Maßband, Bleistift, Winkel

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Fenster selber bauen

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, ist es wichtig, die genauen Maße des Fensters festzulegen und eine detaillierte Stückliste zu erstellen.

1. Rahmenhölzer vorbereiten

Schneiden Sie die Dielen mit Überlänge grob vor. Anschließend werden die Dielen in etwa 70 mm breite Streifen aufgeschnitten. Richten Sie die Hölzer auf dem Abrichthobel und bringen Sie sie danach im Dickenhobel auf Maß.

  1. Zuschnitt: Sägen Sie die Holzleisten für den Rahmen auf die benötigte Länge zu. Achten Sie auf präzise Schnitte, idealerweise mit einer Gehrungssäge für die Eckverbindungen.
  2. Profil erstellen: Fräsen Sie mit einer Oberfräse oder einer Kreissäge mit entsprechendem Sägeblatt eine Nut für die Aufnahme der Plexiglasscheibe. Diese Nut sollte umlaufend im Rahmen vorhanden sein.
Quelle:Youtube

2. Eckverbindungen herstellen

Für die Eckverbindungen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Gehrung: Die Leisten werden im 45-Grad-Winkel zugeschnitten und verleimt. Diese Methode ist optisch ansprechend, erfordert aber sehr präzises Arbeiten.
  • Schlitz und Zapfen: Eine traditionelle, sehr stabile Verbindung, die jedoch mehr Aufwand erfordert.
  • Dübel: Einfacher herzustellen als Schlitz und Zapfen, aber dennoch stabil. Hier werden Dübellöcher gebohrt und die Leisten mit Dübeln und Leim verbunden.

Die jeweiligen Rahmenhölzer werden nun ausgekontert. Stellen Sie sie hierzu außen bündig zusammen und markieren auf den Querfriesen die Bereiche des Rahmenholzes, die im folgenden Arbeitsschritt herausgeschnitten werden.

Bevor die Rahmen verleimt werden, werden die unteren Querfriese von Blend- und Flügelrahmen auf 15° für den Wasserablauf schräg geschnitten.

Dann bohren oder fräsen Sie jeweils zwei Dübellöcher für die Eckverbindung. Wasserfesten Leim angeben, Dübel einstecken und auch die Kontaktflächen beleimen!

Jetzt können Sie die Rahmenhölzer ineinanderstecken und mit zwei langen Schraubzwingen verpressen.

Prüfen Sie über die Diagonalmaße, dass die Rahmen rechtwinklig sind. Ggf. zusätzlich flach aufspannen, um Verzug zu verhindern.

3. Rahmen verleimen und verschrauben

Geben Sie wasserfesten Holzleim auf die Verbindungsstellen und fixieren Sie den Rahmen mit Zwingen. Achten Sie darauf, dass der Rahmen rechtwinklig ist. Nach dem Trocknen des Leims können Sie die Verbindungen zusätzlich mit Schrauben verstärken.

4. Falz anlegen

Zunächst wird an Blendrahmen und Flügel ein Falz angelegt. Dies erledigen Sie am Parallelanschlag der Säge.

Das Sägeblatt wird hierzu auf die Falztiefe eingestellt. Diesen ersten Falzschnitt zunächst bei allen Profilen setzen.

Dann folgt der Gegenschnitt, durch den der Falz entsteht.

Quelle:selbst.de

5. Plexiglas einsetzen

Messen Sie die Plexiglasscheibe aus und schneiden Sie sie passgenau zu. Setzen Sie die Scheibe in die Nut ein und fixieren Sie sie mit Glasleisten. Diese werden entweder genagelt oder geschraubt. Achten Sie darauf, dass die Scheibe dicht abschließt, um Zugluft und Feuchtigkeit zu vermeiden.

Schneiden Sie die Glasleisten auf Gehrung zu. Für die Montage beim Spielhausumbau haben wir den Rahmen außen in Wandstärke gefalzt. Das Fenster wird von innen eingesetzt. Außen werden bei der Montage Blendleisten auf dem Rahmen angebracht.

Vor dem Einglasen den Glasfalz und die Glasleisten mit Vorlegeband bekleben.

Danach legen Sie die einfachen Fensterglas-Scheiben ein. Bei unserer Fenstergröße reicht 3 mm starkes Glas aus.

Nun setzen Sie von innen die Glasleisten ein. Sie sollten in den Gehrungen bündig abschließen, aber nicht zu stramm sitzen.

Die Glasleisten mit Stauchkopf-Drahtstiften festnageln. Die Drahtstifte zum Schluss mit dem Senkstift behutsam ins Holz treiben.

Mit transparentem Fenster-Silikon werden die Gläser dann rundum innen und außen versiegelt.

6. Oberflächenbehandlung

Schleifen Sie den fertigen Rahmen ab und behandeln Sie ihn mit einer Holzschutzlasur. Dies schützt das Holz vor Witterungseinflüssen und verlängert die Lebensdauer des Fensters. Tragen Sie die Lasur in mehreren Schichten auf und lassen Sie sie gut trocknen.

Für den Wetterschutz haben wir die Fenster mit Düfa Holzschutzgrund grundiert und zweimal mit Dauerschutzlasur gestrichen. Holzschutzgrund bewahrt die Fenster vor Bläue.

Schleifen Sie alle Oberflächen und brechen Sie die Kanten.

7. Montage der Beschläge

Bringen Sie die Beschläge für das Fenster an. Je nach gewünschter Funktion können dies Scharniere, Fenstergriffe oder Kippbeschläge sein. Achten Sie auf eine korrekte Montage, damit das Fenster einwandfrei funktioniert.

Anschließend richten Sie den Flügel exakt mittig im Rahmen aus und spannen ihn dort fest.

Mit einer Bohrlehre für dreiteilige Einbohr-Fensterbänder setzen Sie zunächst die Mittelbohrung in den Flügel und anschließend die beiden Löcher in den Rahmen. Beachten Sie die Anschlagsseite und die Öffnungsvariante!

So sollte das Bohrbild nun aussehen. Tipp: Wenn Sie keine Bohrschablone besitzen, können Sie Aufschraubbänder verwenden!

Vorteil der Einbohrbänder ist, dass Sie die Fenster einstellen können. Die drei Bandteile werden einzeln eingedreht, die Einschraubtiefe definiert das Spaltmaß.

Zuletzt wir der Bolzen eingesetzt und das Spaltmaß kontrolliert.

Flügel und Rahmen sind nun grob fertig. Prüfen Sie nochmals die Funktion in der späteren Einbaulage.

Funktionstest: Wenn der Flügel hängt oder gar schleift, muss nachgestellt werden.

8. Einbau des Fensters

Setzen Sie das fertige Fenster in die vorbereitete Öffnung im Gartenhaus ein. Richten Sie es mit einer Wasserwaage aus und fixieren Sie es mit Keilen. Verschrauben Sie den Rahmen mit dem umliegenden Holz des Gartenhauses. Dichten Sie die Fugen mit Silikon oder Dichtungsband ab, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Was noch fehlt ist der sogenannte Wetter- oder Wasserschenkel. Dieser sitzt auf dem unteren Flügel-Rahmenholz.

Achtung: Es ist etwas riskant sehr kleine Profile auf der Tischkreissäge zu schneiden!

Schneiden Sie ihn auf der Kreissäge zu oder hobeln Sie ihn auf dem Dickenhobel in einer solchen Lade. Auch die Glasleisten so herstellen!

Der Wasserschenkel wird unten noch mit einer sogenannten Tropfnut ausgestattet, damit Wasser nicht entlang der Unterkante zwischen Fenster und Rahmen läuft.

Den Wasserschenkel auf der Öffnungsseite auf 85° schräg zuschneiden. Der Schenkel ist nur wenige Millimeter kürzer als die lichte Breite des Blendrahmens!

Leimen Sie den Wetterschenkel gegen den Flügel.

Nun den Vorreiber auf dem Rahmen montieren und den Streichdraht in den Flügel einlassen.

Anschließend schneiden Sie die Glasleisten auf Gehrung zu.

Hier die Variante mit Kippfunktion. Beidseitig werden hier die Klapphalter montiert.

Vor dem Einglasen den Glasfalz und die Glasleisten mit Vorlegeband bekleben.

Danach legen Sie die einfachen Fensterglas-Scheiben ein. Bei unserer Fenstergröße reicht 3 mm starkes Glas aus.

Nun setzen Sie von innen die Glasleisten ein. Sie sollten in den Gehrungen bündig abschließen, aber nicht zu stramm sitzen.

Die Glasleisten mit Stauchkopf-Drahtstiften festnageln. Die Drahtstifte zum Schluss mit dem Senkstift behutsam ins Holz treiben.

Mit transparentem Fenster-Silikon werden die Gläser dann rundum innen und außen versiegelt.

Für die Montage beim Spielhausumbau haben wir den Rahmen außen in Wandstärke gefalzt. Das Fenster wird von innen eingesetzt. Außen werden bei der Montage Blendleisten auf dem Rahmen angebracht.

Zusätzliche Tipps

  • Holzschutz: Verwenden Sie ausschließlich wasserfesten Leim und behandeln Sie das Holz mit einer hochwertigen Holzschutzlasur, um es vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung zu schützen.
  • Dichtigkeit: Achten Sie auf eine sorgfältige Abdichtung der Fugen, um Wärmeverluste und das Eindringen von Feuchtigkeit zu vermeiden.
  • Sicherheit: Wenn Sie Wert auf Einbruchschutz legen, verwenden Sie Sicherheitsglas und stabile Beschläge.

Fenster nachträglich einbauen

Es ist durchaus möglich, Fenster nachträglich in ein Gartenhaus einzubauen. Hierfür sind folgende Schritte notwendig:

  1. Öffnung vorbereiten: Messen Sie die genauen Maße des Fensters und übertragen Sie diese auf die Wand des Gartenhauses. Bohren Sie an den Ecken der markierten Fläche Löcher und sägen Sie die Öffnung mit einer Stichsäge aus.
  2. Fenster einsetzen: Setzen Sie den Fensterrahmen seitlich in die Aussparung ein und fixieren Sie ihn mit Keilen. Achten Sie darauf, dass der Rahmen waagerecht und senkrecht ausgerichtet ist.
  3. Befestigung: Verschrauben Sie den Rahmen mit der Wand des Gartenhauses. Achten Sie auf gleichmäßige Abstände und vermeiden Sie ein Überdrehen der Schrauben.
  4. Abdichtung: Dichten Sie die Fugen zwischen Rahmen und Wand mit Dichtband oder Silikon ab, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Das nachträgliche Einsetzen von Fenstern ist grundsätzlich möglich.

Um das Fenster nachträglich einzubauen, musst du auch hier zunächst die Blenden abmontieren.

Miss dann die genauen Maße des Fensters ab und zeichne diese, am besten mit einem Bleistift, auf deine Gartenhauswand.

Bohre an den Ecken der aufgezeichneten Fläche Löcher in die Wand, an diesen Löchern kannst du nun mit einer Stichsäge beginnen, entlang der Linien, die Fläche auszusägen.

Ist die Fläche herausgesägt, brauchst du nur noch die Fensterkonstruktion seitlich einsetzen und mit den Blenden an der Wand fixieren.

Fenster abdichten

Undichte Fenster können zu Wärmeverlusten und Feuchtigkeitsproblemen führen. Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihre Fenster richtig abdichten:

  • Dichtungsbänder: Selbstklebende Schaumstoff- oder Gummibänder können in den Falz des Fensters geklebt werden, um kleine Lücken zu schließen.
  • Silikon: Für größere Fugen eignet sich Silikon. Tragen Sie es gleichmäßig auf und ziehen Sie es mit einem Fugenglätter ab.
  • Kompriband: Dieses vorkomprimierte Dichtband dehnt sich nach dem Einbau aus und dichtet die Fuge zuverlässig ab.

Es kommt vor, dass die Fenster eines Gartenhauses undicht werden. Besonders wenn die Fenster großen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind oder starkem Wind.

Bemerkbar macht sich dies oft durch feuchte Stellen direkt unter dem Fenster oder wenn es plötzlich in deinem gemütlichen Gartenhaus zieht.

Auch "schwitzende" Fenster (Achtung: Schimmelgefahr!) oder eine geringere Schalldämpfung von lauten Geräuschen, sind Anzeichen für eine undichte Stelle.

Sogenannte Dichtungsbänder sind als selbstklebende Schaumstoffbänder oder als Gummibänder in jedem Baumarkt erhältlich. Diese müssen, nach gründlicher Reinigung der Auflagefläche des Fensterrahmens, lediglich aufgeklebt werden.

Wichtig ist, dass du das Dichtungsband rundherum am Fenster anbringst. Damit garantierst du, dass weder unten noch oben oder an den Seiten, Wasser, Luft oder Lärm eintreten kann.

Reinigen und trocknen Sie die Anschlussflächen, bevor Sie diese abdichten. Schließen Sie die Fuge zwischen Rahmen und Wand mit Dichtungsband oder Kompriband. Verwenden Sie außen wetterfestes Silikon und innen überstreichbares Acryl. Versiegeln Sie offene Holzschnittkanten mit Holzschutzlasur und montieren Sie Abschlussleisten sauber. Prüfen Sie die Abdichtung jährlich und erneuern Sie sie bei Rissen oder Ablösungen.

Fensterbank Montage - Schritt für Schritt Anleitung

Acrylglas als Alternative

Acrylglas (Plexiglas) ist eine gute Alternative zu Echtglas, besonders für Gartenhäuser. Es ist leichter, bruchsicherer und lässt sich gut verarbeiten.

Vorteile von Acrylglas:

  • Bruchsicherheit: Acrylglas ist deutlich bruchsicherer als Echtglas.
  • Gewicht: Es ist leichter und einfacher zu handhaben.
  • Bearbeitung: Acrylglas lässt sich gut sägen, bohren und fräsen.
  • Kosten: In der Regel ist Acrylglas günstiger als Echtglas.

Mit nach Maß geschnittenen Acrylglas Platten sehen Ihre Gartenhausfenster in kürzester Zeit wieder brandneu aus. Budgetbewusst, einfach selbst zu machen.

Anleitung zum Austausch mit Acrylglas:

  1. Glasleisten entfernen: Entfernen Sie die alten Glasleisten vorsichtig mit einem Meißel oder Schraubendreher.
  2. Maße nehmen: Messen Sie die Größe der Acrylglasplatten, die Sie benötigen. Berücksichtigen Sie die Nutgröße im Fensterrahmen.
  3. Glasband anbringen: Bringen Sie Glasband in einem Abstand von 2 mm vom Rand in der Nut der Fensterrahmen an.
  4. Acrylglas einsetzen: Setzen Sie die Acrylglasplatten ein und befestigen Sie sie mit neuen Glasleisten.
  5. Abdichten: Dichten Sie die Acrylglasfenster mit Verglasungsdichtmittel ab, um ein schönes Finish zu erzielen.
Quelle:kunststoffplattenonline.de

Kostenübersicht

Die Kosten für ein selbstgebautes Fenster hängen von den verwendeten Materialien und der Größe ab. Hier eine grobe Übersicht:

Material Kosten (ca.)
Holz (Fichte) 20 - 50 €
Plexiglas 15 - 30 €
Holzschutzlasur 10 - 20 €
Beschläge 10 - 30 €
Leim, Schrauben, etc. 5 - 10 €

Diese Tabelle stellt die beliebtesten Modelle vor.

  • Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung.

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