Ursachen für Schuppen: Was Sie wissen sollten, wenn Sie Ihre Haare zu selten waschen

Viele Menschen glauben immer noch, dass es besser ist, die Haare so selten wie möglich zu waschen, um sie zu schonen. Doch das Gegenteil ist oft der Fall. Wer die Haarwäsche zu lange hinauszögert, riskiert Kopfhautprobleme, die bis hin zu Haarausfall führen können.

Woran erkenne ich, dass ich meine Haare zu selten wasche?

Das ist schwer zu verallgemeinern, da es von verschiedenen Faktoren abhängt. Wenn Ihre Kopfhaut trocken ist und Sie kaum bis keine Stylingprodukte verwenden, kann es ausreichen, die Haare nur einmal pro Woche zu waschen. Allerdings ist das keine allgemeingültige Regel.

Faktoren, die die Häufigkeit der Haarwäsche beeinflussen:

  • Stylingprodukte: Verwenden Sie viele Stylingprodukte oder Trockenshampoo?
  • Schuppen: Haben Sie bereits Schuppen?
  • Kopfhauttyp: Ist Ihre Kopfhaut fettig?

All diese Faktoren sprechen dafür, die Haare öfter zu waschen, idealerweise alle zwei bis drei Tage. Sowohl zu häufiges als auch zu seltenes Waschen können negative Folgen haben.

Faustregeln für die Häufigkeit der Haarwäsche

  • Fettige Kopfhaut: Alle 1-2 Tage waschen. Es ist ein Mythos, dass Sie Ihre Kopfhaut trainieren können, weniger Fett zu produzieren, wenn Sie Ihre Haare seltener waschen.
  • Trockene, empfindliche Kopfhaut: 2 Mal pro Woche reicht oft aus.
  • Lockiges oder dickes Haar: Kann weniger oft gewaschen und dafür reichhaltig gepflegt werden. Einmal pro Woche reicht meist.
  • Feines Haar: Sollte öfter gewaschen werden, da es schneller strähnig wirkt. Verwenden Sie dabei unbedingt ein mildes Shampoo, um die empfindlichen Haare nicht zu schädigen.
  • Schuppen: Können ein Zeichen dafür sein, dass Ihre Kopfhaut durch zu seltenes (oder zu häufiges) Waschen irritiert ist. Bei fettigen Schuppen sollten die Haare etwa alle 1-2 Tage gewaschen werden, bei trockenen Schuppen meist alle 2-3 Tage.

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Fünf Anzeichen, dass Sie Ihre Haare zu selten waschen

Neben offensichtlichen Zeichen wie fettigen Haaren können auch diverse Kopfhautprobleme und sogar Haarausfall darauf hinweisen, dass Sie Ihre Haare öfter waschen sollten.

#1 Fettige Haare

Das offensichtlichste Zeichen ist ein fettiger Ansatz und fehlendes Volumen. Wenn Sie den überschüssigen Talg nicht regelmäßig von der Kopfhaut waschen, werden die Haare strähnig und schwer. Zudem kann der Mix aus abgestorbenen Hautschüppchen und Talg einen Nährboden für Bakterien bilden, was zu einem unangenehmen "Kopfgeruch" führen kann.

#2 Schuppenbildung

Schuppen sind nicht zwingend ein Zeichen für zu seltenes Haarewaschen, aber es kann dazu beitragen. Wenn das Haar selten gewaschen wird, kann sich Talg auf der Kopfhaut ansammeln. Gleichzeitig sterben Hautzellen ab und erneuern sich ständig. Bei seltener Haarwäsche bleiben diese abgestorbenen Zellen länger auf der Kopfhaut, was zu einer Ansammlung von Schmutz, Öl und abgestorbenen Hautpartikeln führt. Diese Ansammlung bildet eine ideale Umgebung für die Vermehrung von Mikroorganismen, wie z.B. dem Hefepilz Malassezia, der natürlicherweise auf der Kopfhaut lebt. Malassezia ernährt sich von den Fetten im Talg, und bei seiner Vermehrung werden Nebenprodukte freigesetzt, die die Kopfhaut reizen können. Diese Reizung führt dann zu einer verstärkten Zellproduktion und einer beschleunigten Abschuppung der Haut, was als Schuppen sichtbar wird.

#3 Juckende Kopfhaut

Eine juckende Kopfhaut kann ein Hinweis darauf sein, dass Sie zu selten waschen. Pflege- und Stylingprodukte, Schmutz, Schweiß sowie abgestorbene Hautzellen können sich auf der Kopfhaut ansammeln. Diese Ansammlungen bieten einen idealen Nährboden für Mikroorganismen wie den Hefepilz Malassezia, der nicht nur Schuppen begünstigen kann, sondern dessen Nebenprodukte die Kopfhaut reizen und Juckreiz verursachen können. Die mangelnde Reinigung der Kopfhaut begünstigt außerdem Hauterkrankungen wie seborrhoische Dermatitis, die mit Juckreiz einhergehen.

#4 Glanzlose Haare

Glanzlose Haare können an Ablagerungen von Styling- und Pflegeprodukten liegen, die dazu führen, dass die Haaroberfläche weniger glatt ist und dadurch das Licht schlechter reflektieren kann. Vor allem wenn Sie zwischen den Haarwäschen viel Trockenshampoo verwenden, können die darin enthaltenen Puderpartikel das Haar stumpf wirken lassen. Ein Tiefenreinigungsshampoo sorgt für einen sauberen Neustart, vor allem in Kombination mit einem glanzgebenden Conditioner.

#5 Haarausfall

Auch verstärkter Haarausfall könnte ein Zeichen dafür sein, dass Sie zu selten waschen. Eine der häufigsten Ursachen für Haarausfall, die indirekt mit seltener Haarwäsche in Verbindung gebracht wird, ist die seborrhoische Dermatitis. Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine Überproduktion von Talg (Sebum) und das Wachstum von den bereits erwähnten Malassezia-Hefepilzen auf der Kopfhaut. Bei unzureichender Reinigung der Kopfhaut kann sich diese Talgproduktion verstärken und die Vermehrung von Malassezia begünstigen, was zu Entzündungen und Reizungen führt. Chronische Entzündungen der Kopfhaut können dann zu Haarausfall führen, so die Annahme. Regelmäßiges Waschen hilft, diese Probleme zu vermeiden. So bleibt die Kopfhaut gesund und frei von Reizungen, und die Haare behalten ihren natürlichen Glanz.

Was tun gegen Schuppen?

In den meisten Fällen lassen sich die Anzeichen von Schuppen ohne ärztliche Behandlung mildern. Da die Kopfhaut bei vermehrter Schuppenbildung zu Irritationen neigt, ist die richtige Pflege besonders wichtig. So bildet sie die Grundlage für eine ausgeglichene Kopfhaut mit normaler Schuppenbildung. Dafür müssen Sie zuerst bestimmen, ob Sie trockene oder fettige Schuppen haben. Wählen Sie daher nur für Ihre Kopfhaut passende Anti-Schuppen-Shampoos.

Weitere Tipps zur Milderung von Schuppen:

  • Waschen Sie Ihre Haare möglichst mit lauwarmem Wasser. Heißes Wasser kann die Kopfhaut zusätzlich beanspruchen und so die Anzeichen von Schuppen verstärken.
  • Lassen Sie Ihre Haare anschließend nach Möglichkeit lufttrocknen, denn heißes Föhnen kann die Kopfhaut zu sehr irritieren. Wenn Sie Ihre Haare föhnen möchten, verwenden Sie eine niedrige Temperaturstufe und halten Sie ausreichend Abstand zur Kopfhaut.
  • Vermeiden Sie spitze Kämme und Borsten, um die Kopfhaut nicht zusätzlich zu beanspruchen. Für eine ausgeglichene Kopfhaut sind Wildschweinborstenbürsten besonders zu empfehlen.
  • Schützen Sie Ihre Kopfhaut vor direkter Sonneneinstrahlung, um Sonnenbrand, Rötungen, Trockenheit, Juckreiz und Schuppenbildung zu vermeiden.

Die richtige Pflege bei trockenen und fettigen Schuppen

Ein dem Kopfhauttyp angepasstes Reinigungs- und Pflegeverhalten kann dabei helfen, die Schuppen einzudämmen.

Trockene Schuppen

Trockene Schuppen erkennst du leicht daran, dass sie „rieseln“. Sie entstehen, wenn die Kopfhaut sehr trocken ist und zu wenig Talg produziert wird. Dem natürlichen pH-Wert der Haut angepasste Shampoos mit milden Tensiden sind bei einer trockenen, zu Schuppen neigenden Kopfhaut geeignet. Der Wirkstoff Ichthyol hat sich darüber hinaus als Anti-Schuppen-Wirkstoff bewährt.

Folgende Tipps können dir helfen, deine Kopfhaut zu beruhigen und die Schuppen in den Griff zu bekommen:

  • Sogenannte Syndets reinigen mild und haben gleichzeitig eine rückfettende Wirkung.
  • Empfehlenswert sind hautberuhigende Inhaltsstoffe, wie z. B. Panthenol oder Allantoin.
  • Wirkstoffe wie Polidocanol können Juckreiz stillen und über mehrere Stunden reduzieren.
  • Nicht zu heiß und nicht zu lange duschen.
  • Nach dem Haare waschen kann die Kopfhaut mit speziellem Kopfhautwasser hydratisiert werden.
  • Nahrungsergänzungsmittel können die Hautbarriere unterstützen.

Fettige Schuppen

Fettige Schuppen sind daran zu erkennen, dass sie nicht rieseln. Sie „kleben“, bedingt durch die erhöhte Talgproduktion (Seborrhoe), auf der Kopfhaut und am Haaransatz. Im Gegensatz zu den trockenen Schuppen sind sie gelblich und häufig etwas größer. Shampoos für fettige Kopfhaut helfen dabei, die übermäßige Talgproduktion zu reduzieren. Es empfiehlt sich, das Gespräch mit einem/r Dermatolog*in zu suchen und die Ursachen abzuklären.

Darüber hinaus raten wir dir zu Folgendem:

  • Shampoos mit Octopirox, Selendisulfid und Teebaumöl wirken fungizid (pilzhemmend) und können somit schuppenlösend wirken.
  • Achte beim Haarewaschen darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist - das fördert sonst nur die Talgproduktion.
  • Pflanzliche Extrakte aus Kamille oder der Rosskastanie helfen dabei, die Kopfhaut zu beruhigen.
  • Lasse mindestens zwei Tage zwischen den Haarwäschen vergehen.
  • Juckreiz kann mit dem DERMASENCE Polaneth Kühlenden Kopfhaut-Liquid entgegengewirkt werden.
  • Trockenshampoos mit einer milden Formulierung können dir dabei helfen, das Haarewaschen um einen Tag hinauszuzögern.
  • Pflegeprodukte für die Haare solltest du nur auf die Längen und Spitzen auftragen.
  • Spülungen und Haarmasken ordentlich ausspülen, damit eventuelle Rückstände das Haar nicht fettig aussehen lassen.
  • Reinige deine Haarbürste regelmäßig.
  • Bitte föhne deine Haare nicht zu heiß - dies reizt die Kopfhaut nur unnötig.

Ein weiterer, allgemeingültiger Tipp: Shampoos müssen nicht viel schäumen, um die Kopfhaut gründlich zu reinigen. Viel Schaum ist häufig nur ein Anzeichen dafür, dass die eingesetzten Tenside sehr günstig waren - und können die Haut unnötig reizen. Achte beim nächsten Kauf eines Shampoos darauf, dass diese mild formuliert, pH-hautneutral (pH-Wert von circa 5) sind und die passenden Wirkstoffe enthalten sind. Deine Kopfhaut wird es dir danken!

Hausmittel gegen Schuppen

Hier ist eine kompakte Übersicht über bewährte Hausmittel gegen Schuppen:

  • Apfelessig-Spülung: Verdünnt mit Wasser wirkt sie leicht antibakteriell und reguliert den pH-Wert der Kopfhaut.
  • Teebaumöl: Ein paar Tropfen, die ins Shampoo gemischt werden, können Pilze und Bakterien reduzieren.
  • Aloe Vera: Beruhigt gereizte Kopfhaut, spendet Feuchtigkeit und reduziert Juckreiz.
  • Kokosöl: Nährt trockene Kopfhaut und kann bei trockenen Schuppen helfen. Es sollte nur kurz einwirken gelassen und gründlich ausgewaschen werden.
  • Backpulver/Natron: Ein leichtes Peeling entfernt abgestorbene Hautzellen, sollte aber nur sparsam verwendet werden.
  • Olivenöl oder Jojobaöl: Für trockene Kopfhaut ein paar Tropfen leicht einmassieren und über Nacht einwirken lassen. Am Morgen gründlich auswaschen.
  • Regelmäßige Bürstenmassagen fördern die Durchblutung, lösen sanft abgestorbene Hautzellen und verteilen die natürlichen Öle.

Wann Schuppen ein Fall für den Arzt sind

Die meisten Schuppen sind harmlos und lassen sich durch gezielte Pflege in den Griff bekommen. Ein Arztbesuch ist jedoch sinnvoll, wenn die Kopfhaut stark gerötet, entzündet oder schmerzhaft ist, sich großflächig und hartnäckig Schuppen bilden oder Haarverlust auftritt. Wenn herkömmliche Anti-Schuppen-Shampoos über Wochen hinweg keine Besserung bringen, sollte ein Dermatologe oder Trichologe die Ursache abklären. Mögliche zugrunde liegende Erkrankungen sind seborrhoisches Ekzem, Psoriasis oder andere Hautstörungen, die eine spezifische Behandlung erfordern.

Regelmäßiges Waschen hilft, diese Probleme zu vermeiden. So bleibt die Kopfhaut gesund und frei von Reizungen, und die Haare behalten ihren natürlichen Glanz. Wie oft Sie am Ende allerdings wirklich Ihre Haare waschen sollten, ist wie bereits erwähnt schwer zu pauschalisieren.

FAQ's Was tun gegen Schuppen

  • Hilft Apfelessig gegen Schuppen? Apfelessig kann gegen Schuppen helfen, da er den pH-Wert der Kopfhaut reguliert und eine leicht antibakterielle Wirkung hat.
  • Wie lange dauert es, bis Anti Schuppen Shampoos wirken? Anti-Schuppen-Shampoos zeigen oft nach ein bis zwei Wochen regelmäßiger Anwendung erste Effekte.
  • Kann Stress Schuppen verursachen? Ja, Stress kann Schuppen begünstigen.
Kopfhauttyp Empfohlene Häufigkeit der Haarwäsche Besondere Pflegehinweise
Fettige Kopfhaut Alle 1-2 Tage Verwenden Sie ein mildes, talgregulierendes Shampoo. Vermeiden Sie reichhaltige Spülungen und Masken am Haaransatz.
Trockene, empfindliche Kopfhaut 2 Mal pro Woche Verwenden Sie ein feuchtigkeitsspendendes Shampoo ohne aggressive Inhaltsstoffe. Tragen Sie nach der Wäsche eine leichte, feuchtigkeitsspendende Spülung auf.
Lockiges oder dickes Haar Einmal pro Woche Verwenden Sie reichhaltige Pflegeprodukte, um das Haar mit Feuchtigkeit zu versorgen.
Feines Haar Öfter, je nach Bedarf Verwenden Sie ein mildes Shampoo, das das Haar nicht beschwert. Vermeiden Sie Produkte, die das Haar strähnig wirken lassen.
Schuppen Je nach Art der Schuppen (fettig oder trocken) alle 1-3 Tage Verwenden Sie ein Anti-Schuppen-Shampoo, das auf den jeweiligen Schuppentyp abgestimmt ist. Beachten Sie die Anweisungen des Herstellers.

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