Mittel gegen Haarausfall bei Frauen ab 40: Ursachen und Lösungen

Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß. Haare erneuern sich beim Menschen ständig. Sie hören nach einer bestimmten Zeit auf zu wachsen und fallen aus, neue Haare wachsen nach. Und auch lichteres Haar ist mit zunehmendem Alter keine Seltenheit. Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als hundert Haare aus oder es entstehen haarfreie Stellen, liegt Haarausfall vor.

Haarausfall hat viele Gesichter, ein Einzelschicksal ist (starker) Haarverlust jedoch nicht. Die häufigste Art ist der hormonell erblich bedingte Haarausfall (auch androgenetische Alopezie) - bis zu 40 Prozent der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Anzeichen dieser Form.

Haarverlust kann Männer und Frauen gleichermaßen treffen. Damit er nicht zur gänzlichen Haarlosigkeit (Alopezie) führt, sollten frühzeitig geeignete Vorbeuge- und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Formen von Haarausfall

Ganz allgemein gibt es vier Hauptformen des Haarausfalls. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihres Erscheinungsbildes und ihrer Ursachen:

  • Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie): Ist die häufigste Ursache von Haarausfall - bei Männern und Frauen. Es fallen mehr Haare aus, als Neue nachwachsen. 95% der von haarverlustbetroffenen Menschen leiden daran. Die psychische Belastung ist oft erheblich. Erblich bedingter Haarausfall zählt trotzdem nicht als Krankheit. Die Krankenkasse übernimmt daher die Kosten für Behandlungen oder Präparate nicht.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten. Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Fallen die Haare komplett aus, sprechen Experten von einer Alopecia areata universalis. Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit. Durch einen Angriff des Immunsystems werden die Haare in ihrem Wachstum so stark gestört, dass sie ausfallen.
  • Diffuser Haarausfall: Ist eine häufige Form von Haarverlust. Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, chronische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, schwere Infekte wie eine Grippe, Mangelernährung (beispielsweise Eisen, Zink, Selen, Vitmin D oder Vitamin A) oder eine Chemotherapie.
  • Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis): Tritt meist als unangenehme Begleiterscheinung von Krankheiten oder Infektionen der Kopfhaut auf. Er zeigt sich durch kahle Stellen. Die Haarwurzeln sind durch die Erreger beschädigt oder gänzlich zerstört. Zusätzlich kommt es zur Narbenbildung. Diese Form des Haarausfalls kann nur behandelt werden, wenn die Ursprungskrankheit gefunden wird.

Ursachen von Haarausfall bei Frauen ab 40

Haarverlust bei Männern und Frauen kann viele Ursachen haben. Diese können nur durch einen Dermatologen zweifelsfrei diagnostiziert werden.

  • Hormonelle Veränderungen: Frauen leiden häufig auch unter Haarausfall aufgrund einer Veränderung im Hormonhaushalt. In den Wechseljahren lässt die Produktion von Östrogen und Progesteron nach - den beiden wichtigsten weiblichen Sexualhormonen. Es kommt zu Hormonschwankungen und einem unregelmäßigen Eisprung, bis dieser schließlich ganz ausbleibt. Besteht ein Ungleichgewicht zwischen weiblichem Östrogen und männlichem Testosteron, lassen die männlichen Hormone die Haarfollikel schrumpfen. Die Haarwurzel wird schwach.
  • Erbliche Veranlagung: Bei 95% stecken genetische Faktoren dahinter. Erblich bedingter Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, betrifft ungefähr 70 - 80% aller Männer und rund jede zweite Frau. Ob eine anlagebedingte Empfindlichkeit gegen Androgen auch bei Frauen schuld am erblich bedingten Haarausfall ist, ist aktuell noch unklar.
  • Weitere Ursachen: Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Dazu zählen schwere Ekzeme der Kopfhaut oder Pilzerkrankungen. Auch Druck und Zug auf die Haare kann zum Ausfall führen.

Haarausfall in den Wechseljahren

Viele Frauen klagen während der Wechseljahre über Haarausfall und zu dünnes Haar. Während der Wechseljahre kommt es zu einer Reihe von hormonellen Veränderungen im weiblichen Körper. Diese Veränderungen können sich unter anderem in der Struktur, dem Volumen sowie im allgemeinen Erscheinungsbild der Haare äußern.

Auch die Haarwurzeln reagieren sensibel auf die hormonellen Veränderungen:

  • Fettiges Haar: Da Androgene (männliches Sexualhormon) die Aktivität der Talgdrüsen anregen, werden die Wechseljahre oft von einer erhöhten Talgproduktion der Kopfhaut begleitet.
  • Brüchiges Haar: Durch einen Mangel an Keratin wird das Haar häufig brüchig. Die Haare können dann z. B. beim Färben oder Blondieren buchstäblich abbrechen.
  • Dünnes Haar: Dünner werdendes Haar wird auch als Miniaturisierung bezeichnet. Das Haar verliert insgesamt an Volumen und wirkt weniger dicht.
  • Locken: Einige Frauen beobachten, dass sie in den Wechseljahren plötzlich Locken bekommen.
  • Stumpfes Haar: Nicht selten verliert das Haar während der Wechseljahre an Spannkraft und Glanz.
  • Trockenes Haar: Trockene, spröde oder strohige Haare sind ebenfalls ein häufiger Begleiter der Wechseljahre.

Diagnose von Haarausfall

Bei der Untersuchung fragen Ärztin oder Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.

Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan.

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall bei Frauen zu behandeln. Die Wahl der Therapie hängt stets von der Ursache ab.

  • Medikamente: Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können. Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Allerdings kann das Medikament Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden und Haarwuchs im Gesicht verursachen. Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.
  • Koffein-Präparate: Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
  • Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.

Wichtig: Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden.

Haarausfall bei Frauen: Ursachen, Lösungen und Behandlungsmöglichkeiten

Weitere Tipps und Tricks

Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, wie Frauen dünne Haare pflegen und kaschieren können. Mittlerweile haben sich einige Friseurinnen und Friseure darauf spezialisiert. Beim Fönen - und auch bei starker Sonneneinstrahlung - ein Hitzeschutzspray auftragen. Für mehr Volumen Haarspray und Styling-Schaum für den Haaransatz verwenden.

Grundsätzlich gilt: Wer sich ausgewogen und ausreichend ernährt, muss in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel gegen Haarausfall einnehmen.

Tipp: Bürste und kämme deine Haare am besten im trockenen Zustand. Ist das Haar nass, neigt es schneller dazu, zu brechen.

Das richtige Shampoo bildet eine wichtige Grundlage für das Erscheinungsbild der Haare. Ein Shampoo sollte das Haar intensiv, aber schonend reinigen und auf dein Haarbedürfnis abgestimmt sein. Bei trockener Kopfhaut sollte das Shampoo zudem Juckreiz mildern und gleichzeitig die sensiblen Haarfasern stärken. Auch bei Haarausfall gibt es spezielles Shampoo. Tipp: Wasche deine Haare nicht zu häufig. Eine Haarwäsche zwei- bis dreimal pro Woche ist in der Regel ausreichend.

Ernährung und Nährstoffe

Neben der passenden Pflege spielt auch die richtige Ernährung eine große Rolle für schönes Haar in den Wechseljahren. Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung schützt du deinen Körper vor einem Nährstoffmangel. Integriere daher überwiegend frisches Obst und Gemüse in deine Ernährung. Auch Nüsse, mageres Fleisch und Fisch tragen zu einer ausgewogenen Nährstoffversorgung bei, ebenso wie ungesättigte Pflanzenöle. Eine sehr zuckerhaltige Ernährung und ein erhöhter Insulinspiegel dagegen können das Wachstum der Haare auf Dauer beeinträchtigen.

Während der Wechseljahre kommt es häufig zu einem Mangel an Mikronährstoffen, da sich der Stoffwechsel mit zunehmendem Alter verlangsamt. Nährstoffe werden so zum Teil weniger effektiv aufgenommen:

  • Eisen: Eisenmangel ist sehr weit verbreitet und Studien sehen einen Zusammenhang zwischen zu wenig Eisen und Haarausfall.
  • Biotin: Biotin ist auch als Vitamin H oder Vitamin B7 bekannt. Es wird vom Körper unter anderem zur Herstellung des Proteins Keratin benötigt.
  • Zink: Zink ist ein unverzichtbares Spurenelement, das an zahlreichen Prozessen des Körpers beteiligt ist. Eine Aufnahme über die Nahrung ist hierbei notwendig, da der Körper nur geringe Mengen Zink speichert. Die Versorgung kann in der Regel über die Nahrung sichergestellt werden. Kommt es allerdings zu einem Mangel, kann dieser langfristig zu Haarverlust beitragen.
  • Vitamine: Vitamine sind grundsätzlich unverzichtbar für den Erhalt der normalen Körperfunktionen. Vitamin A ist an der Fettsynthese der Haarfollikel beteiligt. Vitamin C regt die Durchblutung der Kopfhaut an und stimuliert unter anderem die körpereigene Kollagenproduktion. Vitamin D kann laut Studien den Zyklus des Haarwachstums beeinflussen.

Generell gilt: Eine gesunde Lebensweise hat positiven Einfluss auf unseren Körper. Besonders während der Wechseljahre kann sich das auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Regelmäßige Bewegung etwa kurbelt die Durchblutung an und hebt zugleich die Laune. Versuche, Stress und Hektik so gut es geht von deinem Alltag fernzuhalten. Gönne dir wohlverdiente Auszeiten zum Entspannen. Darüber hinaus ist ein möglichst geringer Konsum von Alkohol und Nikotin empfehlenswert.

Zusammenfassung

Haarausfall bei Frauen ab 40 kann verschiedene Ursachen haben, darunter hormonelle Veränderungen, erbliche Veranlagung und Mangelernährung. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung durch einen Dermatologen ist entscheidend, um den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu fördern. Neben medikamentösen Behandlungen können auch eine ausgewogene Ernährung, die richtige Haarpflege und Stressmanagement helfen, den Haarausfall zu reduzieren.

Ursache Behandlungsmöglichkeiten
Hormonelle Veränderungen Hormonersatztherapie, Anti-Androgene
Erbliche Veranlagung Minoxidil, Finasterid
Mangelernährung Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel (Eisen, Zink, Biotin, Vitamine)
Kopfhauterkrankungen Medikamentöse Behandlung der Erkrankung

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