In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ein Gartenhaus aus Wellblech selber bauen können. Wir zeigen Ihnen die notwendigen Schritte, von der Planung bis zur Fertigstellung, und geben Ihnen wertvolle Tipps und Tricks für ein erfolgreiches Projekt.
Trapezblech, auch bekannt als Wellblech, erfreut sich wachsender Beliebtheit bei der Dacheindeckung und Fassadenverkleidung. Es überzeugt durch seine Robustheit, lange Lebensdauer und einfache Montage. Auch im Privatbereich, auf Carports und Gartenhäusern, ist das Material beliebt. Es sieht moderner und hochwertiger aus als Bitumen und ist nicht so schwer und teuer wie Dachschindeln. Unterschiedliche Farbtöne (Rot, Grün, Grau) machen es vielseitig.
Nach eingehender Recherche entscheiden wir uns für Trapezblech. Die trapezförmig gekanteten Profilbleche aus Aluminium sehen modern aus, haben ein geringes Transport- und Eigengewicht und sind dank Beschichtung vor Witterung und Korrosion geschützt. Mit Sonne, Sturm, Hagel und dem bayerischen Winter muss es ebenfalls fertigwerden.
Bevor Sie mit dem Bau beginnen, ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Dazu gehört die Klärung der Baugenehmigung, die Festlegung der Größe und Nutzung des Gartenhauses sowie die Auswahl der Materialien und Werkzeuge.
Nicht jedes Gartenhaus kann ohne behördliche Genehmigung errichtet werden. Die Genehmigungspflicht hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe, der Standort auf dem Grundstück sowie die Nutzung. Viele kleine Gartenhäuser oder Geräteschuppen lassen sich ohne bürokratischen Aufwand errichten. Sobald jedoch eine größere Konstruktion geplant ist oder die Hütte als Aufenthaltsraum genutzt werden soll, gelten oft strengere Vorschriften.
Wer sich nicht sicher ist, sollte sich frühzeitig beim örtlichen Bauamt informieren.
Hier ist eine Liste der Werkzeuge, die Sie benötigen könnten:
Tipp: Insbesondere, wenn Sie häufig an Fassade, Balkon oder in hohen Räumen arbeiten, hat sich das schnell amortisiert. Wir empfehlen Ihnen nicht, ein Gerüst zu mieten, sondern es gleich zu kaufen. Ideal sind Modelle wie das Corda Montagegerüst von Krause mit einer Arbeitshöhe von fünf Metern (ca.
Ob als Bausatz oder selbst geplant - wenn Sie ein Gartenhaus bauen wollen, brauchen Sie auf jeden Fall ein stabiles Fundament. Einen sehr kleinen Geräteschuppen können Sie eventuell noch auf Waschbetonplatten stellen, die ebenerdig platziert sind. In der Regel kommen Sie bei kleineren und leichteren Gartenhäuschen mit einem Punkt- oder einem Streifenfundament aus Beton aus, ansonsten sollten Sie sicherheitshalber eine Fundamentplatte betonieren.
Achten Sie dabei immer darauf, dass das Fundament frostfrei gründet - also mindestens 80 cm tief angelegt ist oder wenigstens eine sogenannte Frostschürze hat. Beim Streifenfundament ist der Aufbau ähnlich, es wird lediglich in Fundamentstreifen und nicht durchgehend angelegt.
Nachdem das Fundament fertiggestellt wurde, beginnt der eigentliche Aufbau der Hütte. Ob Sie einen Bausatz verwenden oder Ihre Gartenhütte nach Bauplan oder Bauanleitung errichten - der Grundaufbau ist und das benötigte Werkzeug ist ähnlich: Ein stabiles Ständerwerk, tragfähige Wände und ein wetterfestes Dach sind essenziell.
Das Ständerwerk bildet die tragende Struktur der Hütte. Die senkrechten Holzpfosten müssen exakt ausgerichtet und sicher befestigt werden. Optimaler Abstand zwischen den Pfosten: ca. Sobald die senkrechten Pfosten sicher stehen, werden die waagerechten Querträger befestigt.
Die Wände verleihen der Hütte für den Garten ihre Form und schützen das Innere vor Witterungseinflüssen. Beim Eigenbau mit Bauanleitung besteht die Wahl zwischen Massivholzbrettern, OSB-Platten oder Nut-und-Feder-Brettern. Die Wände werden von außen an den Querträgern des Ständerwerks verschraubt. Wer die Gartenhütte als Aufenthaltsraum nutzt, kann zwischen Außen- und Innenwand eine Dämmung integrieren. Bei einem Bausatz-Gartenhaus sind die Wände oft bereits vorbereitet und müssen nur noch verschraubt werden.
Das Dach schützt die Gartenhütte vor Witterungseinflüssen. Eine ausreichende Neigung ist essenziell, um Staunässe zu vermeiden. Abstand der Balken: ca. Auf die Dachbalken wird ein stabiler Untergrund für die spätere Abdichtung aufgebracht. Um das Dach wetterfest zu machen, gibt es verschiedene Methoden. Bei einem Bausatz mit Bauanleitung ist das Dach oft bereits vorgeschnitten und muss nur noch montiert werden.
Tipp: Ein kleiner Dachüberstand schützt die Wände zusätzlich vor Regen.
Sorgfältig verlegte Dachbretter sind die Grundlage für ein optimal gedecktes Gartenhaus. Achten Sie darauf, die Dachbretter exakt parallel zueinander, bündig und ohne Zwischenräume zu montieren. Klopfen Sie die Dachbretter dazu leicht zusammen und schrauben diese an den Quersparren fest. Tipp: Nehmen Sie selbstbohrende Schrauben, diese verhindern ein eventuelles Aufsplittern des Holzes.
Um die gerade verlegten Dachbretter zu schützen, werden nun Dachpappbahnen darauf verlegt. Verwenden Sie dazu Dachpappe mit möglichst großer Breite - dadurch reduzieren Sie die Anzahl der Übergänge. Denn je mehr Überlappungen es gibt, desto mehr potenzielle Eintrittsmöglichkeiten könnten mit der Zeit entstehen. Arbeiten Sie beim Verlegen von unten nach oben. Das heißt: Beginnen Sie mit der unteren Bahn, damit über die Überlappung der oberen Dachpappbahn das Regenwasser problemlos abfließen kann und nicht unter die untere Bahn gerät. Verwenden Sie zur Befestigung der Dachpappe stets Dachpappstifte und achten Sie darauf, dass die Abstände zwischen diesen nicht zu groß ausfällt.
Die Trapezbleche werden nicht direkt auf den Dachbrettern selbst befestigt, denn ansonsten würde sich viel Kondenswasser zwischen Trapezblech sammeln. Für die nötige Hinterlüftung und Wärmeregulierung bei hohen Außentemperaturen zwischen Trapezblech und Gartenhausdach sorgt eine Querlattung.
Damit die Luft auch unter den Dachlatten zirkulieren kann, legen Sie in ausreichendem Abstand Unterlagepads zur Hinterlüftung darunter und schrauben die Latten an diesen Stellen schließlich am Holzdach des Gartenhauses fest. Um zu verhindern, dass sich zwischen den Trapezblechen und dem Dach des Gartenhauses Laub und Ungeziefer sammelt, befestigen Sie ein Lüftungsgitter entlang der unteren Dachkante, das den Zwischenraum zwischen der untersten Querlatte und den Dachbrettern sicher abdeckt.
Mit dem abgeschlossenen Rohbau folgt der Feinschliff. Die Tür wird in den vorbereiteten Rahmen eingesetzt und mit Scharnieren befestigt. Falls Fenster vorgesehen sind, können sie nun montiert und abgedichtet werden. Zum Abschluss wird die gesamte Hütte mit einer wetterfesten Lasur oder Lackierung behandelt. Besonders an Schnittkanten kann ungeschütztes Holz schnell Feuchtigkeit aufnehmen - eine sorgfältige Versiegelung verlängert die Lebensdauer der Hütte erheblich. Wer die Hütte langfristig nutzen möchte, kann nun Regale oder eine Werkbank im Innenraum einbauen.
Da wir das Dach ohnehin schon anfassen, verlängern wir es gleich noch auf der dem Garten zugewandten Seite. Diese Konstruktion soll Fahrrädern als Unterstand dienen.
Um die Verlängerung möglichst stabil zu gestalten, bringen wir vier Stützelemente aus einfacher Fichte an. Die größte Herausforderung besteht darin, sie so anzufertigen, dass sich die natürliche Neigung des Dachs daran entlang fortsetzt. Passen alle vier Elemente, fixieren Sie diese mit Schrauben an der Außenwand des Gartenhauses.
Die Latten sind Teil der Unterkonstruktion, auf der die Trapezbleche verschraubt und an der die Regenrinnen aufgehängt werden. Prüfen Sie mit der Wasserwaage die Ablaufrichtung des Wassers für die Regenrinne, sägen die Rinnenelemente zu und montieren sie.
Ablaufstutzen etwas eingerückt von der senkrechten Außenlatte auf die Latte setzen und mit Nägeln fixieren. Mindestens die Stärke des Ortgangbretts auf Rinne anzeichnen, mit Blechschere ausschneiden. Danach vom Ablaufloch bis zur Außenseite des Ortgangbretts messen und diese Länge mit der Metallsäge von der Regenrinne absägen. Die Enden entgraten. Über die gesamte Rückseite des Kastenrinnen-Abschnitts mehrere Wülste Kleb- und Dichtstoff auftragen - und zwar nicht zu sparsam!
Element in den Ablaufstutzen setzen, festnageln. Die zwei Meter lange Kastenrinne einsetzen, ihr Ende auf der Latte anzeichnen. Um die Enddeckel anzubringen, das schräg gebogene Blech gerade biegen. Blech, das am Ortgangbrett anliegt, ... schräg abschneiden. Klebstoff in die Falz geben, Enddeckel aufsetzen, sanft festklopfen. Zum Trocknen mit Klebeband fixieren.
Zwei Fallrohrbögen in den Ablaufstutzen stecken, Abstand vom unteren Rand zur Wand messen, dort anzeichnen und ein Loch bohren. Bundschraube der Fallrohrschelle bis zum gemessenen Abstand eindrehen. Weitere Schelle montieren, Fallrohr durchstecken, zuschrauben.
Tipp: Insbesondere dort, wo ein Element der Kastenrinne auf das andere trifft, ist Stabilität ein Muss. Diese Verbindungsstellen sollten Sie unbedingt mit einem Klebstoff für Dachrinnen versehen. Fix all Crystal von Soudal (ca. 6 Euro für 130 g) bietet sich hier an: Der Kleb- und Dichtstoff auf Hybridpolymerbasis ist leicht zu verarbeiten, transparent und schimmelbeständig.
Damit das Trapezblech mit jedem Schindeldach mithalten kann, wird es nun noch mit Ortgangbrettern, einem Firstblech und Abschlusskappen für die Ortgangbretter versehen.
Ortgangblech auf Ortgangbrett bis zur Kastenrinne anlegen, mit einer Schmiege die Aussparung dafür anzeichnen. Auch hier erweist die Blechschere einen guten Dienst. Aussparung ausschneiden, durch Anlegen prüfen und entgraten. Ortgangblech ausrichten, mithilfe einer Schmiege eine Linie entlang des Stoßes der beiden Ortgangbretter anzeichnen.
Für die anderen Ortgangbleche wiederholen und diese mit der Tauchkreissäge und einem Aluminiumsägeblatt zusägen. Entgraten, anlegen, Einklinkungen für die Anschlussprofile anzeichnen und ausschneiden. Ortgangblech unter Anschlussprofil schieben. Danach die Ortgangbleche im oberen Bereich, nur dort, wo die Abschlusskappen aufgesetzt werden (siehe Schritt 10), an die Ortgangbretter nageln.
Positionen für die Schrauben anzeichnen und vorbohren. Hier mit Spenglerschrauben im Farbton Anthrazit festschrauben.
Das Firstblech auf den First legen und die Positionen für die Dach- und Fassadenbauschrauben anzeichnen. Diese sollten in der Mitte der Falz des darunter hervorstehenden Blechs montiert werden. Das Firstblech auf beiden Seiten mit mehreren Schrauben fixieren. Einen weiteren Zuschnitt montieren, bis der First vollständig bedeckt ist.
Mit dieser ausführlichen Anleitung können Sie Ihr eigenes Gartenhaus aus Wellblech bauen. Beachten Sie die notwendigen Vorbereitungen und Sicherheitsvorkehrungen, und schon bald können Sie Ihren neuen Gartenraum genießen.
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