Wer träumt nicht von gesunden, kräftigen Haaren mit viel Glanz und Volumen? Schöne Haare gehören für viele Menschen zu einem gepflegten Äußeren einfach dazu. Der Haarpflege kommt bei der täglichen Schönheitsroutine daher eine besondere Bedeutung zu. Dabei geht es aber längst nicht mehr nur um die Reinigung der Haare. Von Haarpflegeprodukten der heutigen Generation wird auch erwartet, dass sie Haare und Kopfhaut zusätzlich pflegen und zu deren Gesunderhaltung beitragen. Mit Hilfe von Wirkstoffen und Substanzen sollen Probleme wie gereizte Kopfhaut, zu fettige oder zu trockene Haare beseitigt werden.
1,5 Jahre OHNE Shampoo: #NoPoo & water only - meine Erfahrungen & Tipps
Was bedeutet "No Poo"?
„No Poo“ ist die Abkürzung von „No Shampoo“ und verspricht schöne und gepflegte Haare ganz ohne Shampoo und Co. Stattdessen sollen die Haare nur mit Wasser oder mit natürlichen Produkten wie beispielsweise Roggenmehl gewaschen werden. Manche Anhänger der „No Poo“-Bewegung verzichten sogar ganz aufs Waschen und bürsten die Haare nur. Das Fett aus dem Haaransatz soll so in den Haarlängen verteilt werden und die Haare pflegen. Dahinter steckt die Überzeugung, dass Inhaltsstoffe in den Shampoos die Haare immer schneller nachfetten lassen würden. Durch den Verzicht auf die Verwendung von Haarpflegeprodukten, würde sich die Talgproduktion der Kopfhaut hingegen von selbst wieder regulieren.
Die Grundlagen der No-Poo-Methode
Bei No Poo gibt es unterschiedliche Methoden. Die radikalste: Das Haar wird ausschließlich mit Wasser gewaschen. Die Idee: Das Wasser allein sorgt dafür, dass Staub und Umweltschmutz sowie überschüssiger Talg abgewaschen werden. So verbleibt genau die richtige Menge Talg auf dem Kopf - und dieser Talg wird dann mittels Bürsten mit Naturborsten in die Spitzen der Haare transportiert. Da die Kopfhaut nicht von irgendwelchen Mitteln durcheinandergebracht wird, stabilisiert sich der pH-Wert irgendwann von allein.Viele No-Poo-Verfechter:innen setzen statt auf reines Wasser auf natürliche Alternativen ohne Chemie beim Waschen. Diese sollen die Kopfhaut ebenfalls gut reinigen, ohne sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dazu gehören zum Beispiel Roggenmehl, Heilerde, Natron oder natürliche Seifen aus Öl. Aus diesen Zutaten kann man sich auch ein flüssiges Shampoo je nach Haartyp herstellen.
Weniger radikale Methoden
Mit Roggenmehl & Co. muss man nicht komplett auf reinigende Stoffe verzichten. Um den Haaren natürlich mehr Glanz zu verleihen, kann man auch auf Apfelessig setzen. Diesen sollte man allerdings nur auf die Längen geben, um die Kopfhaut nicht zu reizen. Auch eine natürliche Haarmaske mit Kokosöl kann kaputtes Haar wieder reparieren.
Für wen ist Haarewaschen ohne Shampoo geeignet?
Da gibt es klare Ausnahmen: Wenn du unter Ekzemen oder Hautkrankheiten leidest, solltest du lieber medizinische Shampoos verwenden, natürlich in Absprache mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Auch wenn nicht ganz klar ist, warum deine Kopfhaut juckt, stark schuppt oder extrem fettet, solltest du das erst abklären lassen. Ansonsten gibt es keine Einschränkungen. Außer die, dass man erst einmal durchhalten muss.
Die Umstellungsphase überwinden
Gerade der Beginn mit der neuen Haarpflege-Routine fällt vielen schwer. Die Kopfhaut normalisiert sich erst nach gewisser Zeit, ähnlich wie bei der Umstellung von herkömmlichem Shampoo auf Naturkosmetikshampoo. Die Kopfhaut und das Haar müssen das erste Mal ohne weich machende Silikone und chemische Reinigungsmittel auskommen - dazu kommt, dass keine Haarpflege-Produkte mit Duft und Schaum mehr im Spiel sind. Allein der Verzicht darauf lässt viele verzweifeln.
Haare ohne Shampoo richtig waschen: Eine Anleitung
- Wassertemperatur einstellen: Generell sollte das Wasser nicht zu heiß oder kalt sein, denn dann wird die Kopfhaut gereizt. Am besten auf lauwarmes Wasser setzen.
- Haare nass machen: Anschließend die Haare mit Wasser befeuchten und von oben nach unten mit der Brause durchspülen. Dabei den gesamten Kopf berücksichtigen.
- Optional: Kopfhaut reinigen: Schuppen und überschüssiges Fett lassen sich von der Kopfhaut mit einer Bürste lösen - am besten in kreisenden Bewegungen den Kopf sanft abrubbeln. Wenn du nicht auf reinigende Mittel verzichten möchtest, kommen jetzt die Alternativen zum Einsatz. Beispiel: Roggenmehl. Es hat mit 5,5 den gleichen pH-Wert wie die Kopfhaut und eignet sich besonders gut, um die natürliche Talgproduktion nicht zu stören. Mische mit Wasser und dem Roggenmehl einen Brei an und massiere diesen auf die Kopfhaut ein.
- Haare ausspülen: Anschließend das überschüssige Fett und die Schuppen mit lauwarmem Wasser ausspülen.
- Haare auskämmen: Sind die Haare nach dem Waschen trocken, am besten täglich mit Naturborsten kämmen, um den Talg in den Längen zu verteilen. Dafür eignen sich zum Beispiel Wildschweinborsten, eine vegane Alternative sind z.B. Bürsten mit Agavenfasern.
Jeder professionelle Friseur wird auf deinen Wunsch eingehen, die Haare nur mit Wasser zu waschen. Einfach bei der Terminvereinbarung kurz absprechen oder gleich einen Naturfriseur aufsuchen. Man kann auch ein mildes Shampoo selbst mitbringen. Die letzte Alternative: Haare selber schneiden.
Natürliche Alternativen zum Shampoo
Viele No-Poo-Verfechter:innen setzen statt auf reines Wasser auf natürliche Alternativen ohne Chemie beim Waschen. Diese sollen die Kopfhaut ebenfalls gut reinigen, ohne sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Hier sind einige der gängigsten Alternativen:*
Roggenmehl: Roggenmehl kann man entweder als Korn oder schon gemahlen kaufen. Wichtig ist, dass das Mehl möglichst fein ist, sonst bilden sich Klumpen im Haar. Bei der Anwendung etwa 4-5 EL Roggenmehl mit Wasser vermengen und ins Haar geben. Danach wie normales Shampoo ausspülen. Wichtig ist, dass du kein anderes Mehl verwendest - Roggenmehl eignet sich deshalb, weil es wenig Gluten enthält und somit in der Verbindung mit Wasser nicht teigig wird. Besonders gut ist Vollkorn-Roggenmehl, denn es enthält viele Mineralien, Aminosäuren und Vitamine.*
Heilerde: Heilerden werden genauso angewendet wie Lavaerden. Der einzige Unterschied: Sie kommen in verschiedenen Varianten und Farben vor. So enthält rote Heilerde einen höheren Eisenanteil, die grüne Erde mehr Mineralstoffe - diese eignet sich gut für den Umstieg aus das shampoo-freie Haarewaschen, da sie die Talgproduktion besser ausgleichen soll. Weiße Heilerde soll gut für feines Haar und empfindliche Kopfhaut sein.*
Lavaerde: Die beige-braune Lavaerde hat nichts mit Lava zu tun, sondern ist Tonerde, meist aus Nordafrika. Für schulterlange Haare brauchst du etwa drei Esslöffel Lavaerde, die du mit der doppelten Menge kochendem Wasser mischt - die Konsistenz sollte eher flüssig sein. In Verbindung mit Wasser quillt Lavaerde auf und entwickelt eine gelähnliche Konsistenz. Das Gute an Lavaerde: Sie saugt Schmutz und Fett zwar auf, die Haare und die Kopfhaut sollen aber nie vollständig entfettet werden - die natürliche Schutzschicht der Haare bleibt erhalten, die Talgdrüsen werden geschont.*
Natron: Natron ist ein natürlicher Fettlöser und eignet sich daher gut für die No-Poo-Methode. Zum Haarewaschen mit Natron geben Sie je nach Haarlänge einen bis vier Teelöffel Natron in 200 bis 400 Milliliter lauwarmes Wasser. Geben Sie die Mischung unter der Dusche ins nasse Haar und massieren sie gut ein. Anschließend sorgfältig auswaschen.*
Apfelessig: Apfelessig macht die Haare weich und glänzend. Dafür den Essig einfach in dem Verhältnis 1 zu 10 mit Wasser mischen, in die Haare geben und dann (wichtig!) eiskalt ausspülen. Das kalte Wasser soll den Haarschaft schließen und somit für eine glatte Oberfläche sorgen. Apfelessig als „saure Rinse“ neutralisiert den PH-Wert der Kopfhaut.
| Alternative | Beschreibung | Vorteile | Nachteile || :------------ | :---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | :----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | :---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- || Roggenmehl | Vermengt mit Wasser, reinigt sanft und spendet Nährstoffe. | Enthält Mineralien, Aminosäuren und Vitamine; wenig Gluten. | Kann klumpen, wenn nicht fein genug gemahlen. || Heilerde | Tonerde in verschiedenen Farben (rot, grün, weiß), wirkt ausgleichend auf die Talgproduktion. | Passt sich verschiedenen Haartypen an; rote Heilerde ist eisenreich, grüne mineralstoffreich. | Unterschiedliche Varianten erfordern eventuell Experimentieren, um die richtige zu finden. || Lavaerde | Tonerde aus Nordafrika, saugt Schmutz und Fett auf, ohne vollständig zu entfetten. | Schont die natürliche Schutzschicht der Haare; Talgdrüsen werden geschont. | - || Natron | Natürlicher Fettlöser, wird mit Wasser gemischt und auf die Kopfhaut aufgetragen. | Einfache Anwendung; effektive Reinigung. | Kann bei trockener Kopfhaut austrocknend wirken; kann gefärbtes Haar ausbleichen. || Apfelessig | Wird mit Wasser verdünnt als saure Rinse verwendet, um den pH-Wert der Kopfhaut zu neutralisieren. | Macht Haare weich und glänzend; neutralisiert den pH-Wert der Kopfhaut. | Starker Geruch kann abschreckend sein; sollte immer verdünnt verwendet werden. |Tipps für die No-Poo-Methode
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Regelmäßig bürsten: Das Bürsten entwirrt die Haare und pflegt sie gleichermaßen: Kämmen Sie Ihre Haare regelmäßig, um Schmutz auszubürsten und den Talg zu verteilen. Eine Bürste mit Naturborsten eignet sich dafür besonders gut. Arbeiten Sie sich von der Spitze zum Haaransatz - so vermeiden Sie Haarbruch. Am besten kämmen Sie glatte Haare im trockenen Zustand, nass sind sie empfindlicher. Lockiges Haar lässt sich dagegen besser nass entwirren.*
Fettiger Ansatz: So kaschieren Sie ihn: Gerade in der Umstellungsphase zum Haare-ohne-Shampoo-waschen ist der Ansatz fettig. Doch auch wenn Ihnen das unangenehm sein sollte: Trockenshampoo ist bei der No-Poo-Methode tabu. Alternativ kaschieren Sie das strähnige Haar beispielsweise folgendermaßen: Haare geschlossen tragen (strenger Zopf oder lässiger Dutt), Flechtfrisuren, Hut, Mütze oder Haarband, Natron auf den Haaransatz auftragen und sorgfältig ausbürsten.
Die No-Poo-Methode ist eine interessante Alternative zur herkömmlichen Haarwäsche mit Shampoo. Sie erfordert etwas Geduld und Experimentierfreude, kann aber zu gesünderem und glänzenderem Haar führen. Wichtig ist, die Bedürfnisse der eigenen Kopfhaut zu berücksichtigen und gegebenenfalls einen Arzt oder Dermatologen zu konsultieren.
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