Dreadlocks sind mehr als nur eine Haarstruktur, sie sind Ausdruck einer tiefen Identifikation und können eine spezielle ästhetische Faszination ausüben. Als leidenschaftlicher Ästhetik-Virtuose, sind sie meine Kunst und meine Leidenschaft. Aber wie gelangen wir zu perfekten Dreadlocks und welche Pflegetipps gibt es zu beachten? Und wie unterscheiden sie sich von anderen Frisuren wie etwa dem Afro? Diese und weitere Fragen werde ich in den folgenden Absätzen klären.
Natürlich ist Dreadlocks als Hairstyling kein neues Phänomen. Tatsächlich hat diese Frisur eine ziemlich lange Geschichte, die bis in die alten Zivilisationen zurückreicht. Aber was bedeutet der Begriff eigentlich und woher kommt er?
Der Begriff „Dreadlocks“ stammt ursprünglich aus der jamaikanischen Rastafari-Kultur und bedeutet so viel wie „Furcht einflößende Locken“. Die Dreadlocks, wie wir sie heute kennen, sind einer der bekanntesten Ausdrücke dieses Gedankenguts und definieren sich durch verfilzte, miteinander verknüpfte Haarsträhnen. Aber ihr Ursprung geht weiter zurück.
Dreadlocks werden auch Rastazöpfe oder Rastahaare genannt. Andere Begriffe sind Dreads, Dreadz, Dread Locks, Natty oder Nappy Locks. Wobei Dreadlocks im eigentlichen Sinne verfilzte Haare sind - die Haare werden dafür Strähne für Strähne absichtlich verfilzt. Rastazöpfe, auch Braids genannt, werden hingegen geflochten. Ein großer Unterschied also.
Der Begriff Dreadlocks ist eine Kombination zweier englischer Begriffe: einmal „dread”, was so viel bedeutet wie furchterregend und „lock” für Locken. Dreadlocks sind ein Statement - ein modisches Statement.
Dreadlocks gibt es schon seit Hunderten von Jahren. Schon die alten Ägypter trugen Dreadlocks, was eigentlich verfilzte Haarbüschel sind. Diese Haarpracht wird gern mit Rastafari auf Jamaika, mit Bob Marley und Reggae Musik in Verbindung gebracht. Die Rastafari Bewegung hat ihren Ursprung in den 1930er Jahren. Rastafaris tragen Dreadlocks übrigens vorwiegend aus religiösen Gründen. Damals rebellierten sie gegen die europäische Dominanz in Afrika. Sie glaubten anscheinend an die Kraft und Stärke von ungeschnittenen, unbehandelten Haaren.
Menschen, die sich heute für Dreadlocks entscheiden, tragen diese Frisur als Symbol für Rebellion. Man rebelliert gegen akzeptierte Normen wie Aussehen oder Lebensweisen. Der Haartrend erfreut sich einer wachsenden Fangemeinde. Aber nicht immer sind Dreadlocks das Mittel der Wahl, um zu rebellieren. Immer wieder gibt es Diskussionen rund um den Standpunkt, dass Dreadlocks zur „schwarzen Kultur“ gehören. Im Sinne der allseits gelobten Vielfalt und Individualität sollte jeder Dreadlocks tragen, der Lust darauf hat. Übrigens lassen sich sowohl Männer Dreadlocks machen als auch Frauen. Denn Dreadlocks sehen bei Frauen genauso cool aus wie bei Männern. Dreadlock-Frisuren sind sozusagen unisex.
Dies vorab: Rasta-Zöpfe sind pflegeleichter als Dreadlocks. Und sie lassen sich leichter wieder entfernen. Auch wenn beide auf den ersten Blick ähnlich aussehen, gibt es gravierende Unterschiede zwischen Dreadlocks und Rastalocken.
Bei kultivierten Dreadlocks werden die Haare Strähne für Strähne verfilzt. Mithilfe einer Häkelnadel entsteht ein gleichmäßiges, fransenloses Dreadlock-Ergebnis. Ideal dafür sind dicke, krause Haare. Bei dünneren, feineren Haaren kann man sein Haar durch Echthaar verdichten lassen. Wer seine Dreadlocks irgendwann wieder loswerden will, muss sein eigenes Haar in den allermeisten Fällen abschneiden.
Rastalocken sind eigentlich keine Locken. Rastas oder auch Braids genannt, bestehen nämlich aus vielen kleinen Zöpfen. Sie sind aus Kunsthaar und superfein. Ihr Durchmesser liegt zwischen 0,5 cm bis 2 cm. Diese filigranen Kunsthaarzöpfe werden ins eigene Haar eingeflochten und die Spitzen mit heißem Wasser oder Feuerzeug versiegelt. Die Zöpfe lassen sich einfach wieder aus dem Eigenhaar lösen.
Nun, da wir den Ursprung und die Bedeutung der Dreadlocks kennen, tauchen wir tiefer in die verschiedenen Arten dieser einzigartigen Frisur ein.
Jede dieser Varianten hat ihre eigenen Besonderheiten und bevorzugten Haartypen. Die Wahl der Art hängt von deinem individuellen Stil, deiner Haarstruktur und deinen Pflegepräferenzen ab. Es ist wichtig zu betonen, dass unabhängig vom Typ, Dreadlocks Unterhalt und sorgfältige Pflege benötigen, um gesund und schön zu bleiben.
Nun, dass wir die verschiedenen Arten von Dreadlocks und ihre Besonderheiten kennengelernt haben, werfen wir einen Blick darauf, wie man sie selber herstellen kann. Es gibt verschiedene Methoden, um Dreadlocks zu erstellen:
Unabhängig von der Methode, die du wählst, erfordert die Herstellung von Dreadlocks viel Geduld und häufig auch ein wenig Übung.
Unabhängig von der gewählten Methode ist es immer wichtig, die Spitzen des Dreads fest zu verschließen, sodass die einzelnen Strähnchen nicht miteinander verwachsen können. Regelmäßiges Nacharbeiten und -filzen ist die beste Voraussetzung für schöne Dreadlocks. So sollten etwa herausstehende Härchen mit einer Häkelnadel wieder in den Dread genäht werden.
Wer unerfahren ist kann bei Dreadlocks viel falsch machen. Es fängt schon bei einer ordentlichen und typgerechten Haaraufteilung an. Diese ist wichtig, auch wie sie später fallen. Die Haare sind trocken und spröde und neigen zu Spliss und Abbrechen. Durch falsche Produkte oder falsche Anwendung werden, das die Dreadlocks später abbrechen. Also hättest du es besser von einem erfahrenen Profi hätte machen lassen. Die Mindesthaarlänge für Dreadlocks beträgt zwischen 10 bis 15 cm.
Auf die Pflege kommt es an: Obwohl die Dreadlocks relativ wartungsarm sind, sollte man sie regelmäßig reinigen, um überschüssige Öle zu entfernen und das Haar gesund zu halten.
Mit diesen Pflegetipps solltest du in der Lage sein, deine Dreadlocks lange Zeit gesund und schön zu halten. Aber denk daran, dass jeder Mensch und jedes Haar individuell ist. Es kann sein, dass du etwas experimentieren musst, um herauszufinden, welche Pflegeroutine am besten für deine Dreadlocks funktioniert.
Viele übliche Haarpflegeprodukte sind für Dreadlocks nicht geeignet, da sie Rückstände hinterlassen können, die die Struktur der Dreads zerstören. Bei der täglichen Pflege von Dreadlocks ist es wichtig, sie nicht zu oft zu waschen. Einmal pro Woche reicht meistens aus. Ein spezielles Dreadlock-Shampoo, das wenige Rückstände hinterlässt, ist empfehlenswert. Nach dem Waschen sollten die Dreadlocks gut getrocknet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Für die Pflege von Dreadlocks sind spezielle Shampoos und Conditioner wichtig, die die Haarstruktur stärken können. Styling-Produkte wie Bienenwachs und Kokosöl helfen, die Form zu erhalten und fliegende Haare unter Kontrolle zu bringen.
Tipps für die Langzeitpflege von Dreadlocks beinhalten regelmäßiges Waschen und Trocknen, um Schimmelbildung zu verhindern. Es ist wichtig, spezielle Produkte für Dreadlocks zu verwenden, die das Haar nicht beschweren oder Rückstände hinterlassen.
Dreadlocks müssen am Ansatz regelmäßig nachgedreaded, also restauriert werden - ansonsten fransen sie aus. Das Haarewaschen an sich ist aufwendiger als normal. Dreads Fans verwenden gern Olivenseife oder Kernseife. Silikonhaltige Shampoos eignen sich nicht zum Waschen von Dreadlocks, da das Haar dann zu glatt wird und nicht verfilzen bzw. verfilzt werden kann. Besser sind also milde Shampoos. Damit schäumt man die Dreads ein und wäscht das Shampoo supergründlich aus.
Rastas schimmeln eher nicht, da das ja künstliches Haar ist, das jederzeit wieder entfernt werden kann. Anders schaut es bei Dreadlocks aus. Abgesehen davon, dass sie nicht nur gewaschen und alle paar Monate per Tiefenreinigung gesäubert werden sollten, müssen die Dreads möglichst schnell getrocknet werden. Andernfalls entwickeln sie gern einen unangenehmen Geruch und können wirklich schimmeln. Sie sollten also nicht zu oft zu lang im feuchten Zustand sein.
Nein! Auch wenn es so aussieht. Wie oben bereits beschrieben, geht es bei der Entscheidung nicht nur darum, ob man sich Dreadlocks machen lassen will. Es geht auch darum, ob man bereit ist, mehr Zeit als gewöhnlich in sein Haar zu investieren. Das Styling fällt zwar weg, aber das Waschen und das regelmäßige Nachdreaden braucht eine gewisse Akribie.
Apropos Pflege: Wer seine Haare liebt, sollte eher nicht auf Dread-Zöpfe setzen. Denn das eine ist die Pflege der Frisur, das andere ist die Folge des Tragens von Dreads. Die Haare verfilzen oder werden verfilzt. Damit das Ganze hält, wird die Oberfläche angeraut. Das führt natürlich zu Haarschäden.
Nun, wo wir die Kunst und Wissenschaft der Schaffung und Pflege von Dreadlocks besprochen haben, lassen Sie uns einen Blick auf einige Styling-Tipps werfen, um Ihre Dreadlocks in Szene zu setzen.
Mit diesen Styling-Ideen können Sie die Vielseitigkeit der Dreadlocks voll ausnutzen und Ihren persönlichen Stil ausdrücken. Beachten Sie jedoch immer, dass das Styling nie auf Kosten der Pflege gehen darf, um die Gesundheit Ihrer Dreadlocks zu gewährleisten.
Für Dreadlocks gibt es zahlreiche Styling-Optionen. Du kannst sie offen tragen oder zu einem Pferdeschwanz zusammenbinden. Auch Hochstecken oder Flechten ist möglich. Accessoires wie Haarbänder, Clips oder Perlen fügen Variationen ein. Sogar ein Undercut oder Shaved Sides lassen sich mit Dreadlocks kombinieren.
Für die meisten Frisuren, die wir dir präsentieren, brauchst du nur ein Haarband oder, noch besser, eine der Spiralbinder von DreadLab. Diese Spiralbinder bestehen aus cruelty-free Wolle und einem biegsamen Draht und passen sich damit jeder Frisur an und schonen zusätzlich dein Haar. Spiralbinder sind in der Dreadlocks-Community als das beste Tool zum Binden von Dreadlocks bekannt.
Besorgen dir also einen 30, 40 oder 50 cm langen Spiralbinder, je nach Dicke und Anzahl deiner Dreads.
Hier siehst du einige Ideen, wie du deine Spiralbinder tragen kannst: das Kreuzmuster, die Schlange und den Wickel.
Lange Dreadlocks können ohne Zubehör gebunden werden. Auch wenn du dein Haarband oder deinen Spiralbinder zu Hause vergessen hast, kannst du ein paar Dreadlocks von deinen Schläfen nehmen und einen einfachen Knoten mit ihnen auf deinem Hinterkopf machen.
Häufige Probleme bei Dreadlocks sind Trockenheit, Schuppenbildung, und Verfilzungen. Trockenheit kannst du vermeiden, indem du die Locken regelmäßig mit pflegenden Ölen nährst. Schuppenbildung kannst du reduzieren, indem du ein feuchtigkeitsspendendes Shampoo verwendest.
Bei all den Informationen rund um Dreadlocks, können häufig gestellte Fragen auftreten.
Ich hoffe, dass diese Antworten auf häufig gestellte Fragen dazu beitragen, einige der Unklarheiten rund um Dreadlocks zu klären.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Mindestlänge für Dreadlocks | ca. 15cm |
| Dauer der Entstehung | Variiert je nach Haartyp und Methode |
| Kann man Dreadlocks auskämmen? | Ja, aber zeitaufwendig |
| Schädlich für das Haar? | Nicht unbedingt, hängt von der Pflege ab |
| Wie oft waschen? | Im Allgemeinen einmal pro Woche |
Eine wichtige Frage für viele ist: Was mache ich, wenn ich die Dreads einmal nicht mehr haben möchte? Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, denn auch hier kommt es immer auf die Haare an.
Je nachdem wie gut die Haare an den Ansätzen von allein nachfilzen, kann man entscheiden welche Methoden man anwendet, um sie zu entfernen. Generell kann man sagen, je dünner und lockiger das Haar umso besser filzt es von allein nach. Es gibt aber auch Ausnahmen.
So können wir Euch hier nicht sagen, was für Euch die beste Methode ist, denn dazu müssen wir uns die Dreads/Haare anschauen und Euch beraten.
Neu erstellte Dreads kann man meist mehrere Monate unter Verwendung von viel Spülung oder Olivenöl aufkämmen. Man benötigt dazu starke Finger, Geduld, Spülung und einen Kamm mit Eisenzinken (eine Gabel eignet sich dafür hervorragend).
Je nachdem wie gut Eure Haare gefilzt sind, dauert es um einen Dread wieder “aufzufriemeln“. Denn es ist kein einfaches Aufkämmen, sondern man muss mit der Gabel vorsichtig die Haare von unten her aus dem Dread ziehen. Wenn man zu grob vorgeht, reißen zu viele Haare ab. Dass man dabei aber immer wieder lose Haare in der Gabel hat, ist völlig normal. Lasst Euch davon nicht abschrecken. Beim Gesamtergebnis fällt es später fast nicht auf. Die Haare sind dadurch nur ganz leicht “ausgedünnt“.
Wie viele Haare man bei diesem Vorgang verliert, hängt auch wieder von der Dicke und allgemeinen Strapazierfähigkeit der Haare ab und wie gesund Dein Haar ist. Je dicker Eure Haare sind und je seltener ihr sie gefärbt oder gebleicht habt, desto weniger Haare werden beim Aufkämmen abreißen.
Wenn man alles aufgekämmt hat, sollte man seinen Haaren eine gute Haarkur gönnen und diese eine Weile einziehen lassen.
Bei einigen Menschen filzt der Ansatz nicht gut von allein nach. Bei solchen Haaren reicht es, wenn man ab dem Zeitpunkt, wo man die Dreads loswerden möchte, mit normalem Shampoo und Spülung wäscht. Dadurch hindert man die nachwachsenden Haare am Filzen und muss so nur noch warten, bis die gewünschte Länge herausgewachsen ist und die Dreads dann abschneiden.
Je nachdem wie lange man es mit den rausgewachsenen Ansätzen aushält, kann man dann eine Frisur mit kurzen oder leicht längeren Haaren tragen.
Das Aufkämmen unter Verwendung von Spülung oder Olivenöl ist vereinzelt auch nach mehreren Jahren möglich. Voraussetzung dafür ist, dass man dicke starke Haare hat, viel Geduld und starke Finger. Auch sollten die Haare nicht oft gefärbt oder gebleicht worden sein.
Oft sind die Haare dann aber so “wuschelig“ und kaputt nach dem Aufkämmen, wenn die Dreads schon mehrere Jahre alt waren, dass sich die stundenlange Mühe selten lohnt.
tags: #schöne #dreadlocks #frisuren #anleitung
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.