Die Mimik deiner Katze ist zwar anatomisch bedingt nicht so ausdrucksstark wie bei uns Menschen, dennoch lohnt es sich sehr, genauer hinzuschauen. Auch die Ohren und Augen sind bei einer Katze natürlich immens wichtig. Den Schnurrhaaren kommt jedoch eine besondere Funktion zu und sie sichern als eines der empfindlichsten Organe das Überleben einer Katze. Auch der Kommunikation dienen sie natürlich, denn sonst würden wir sie in einem Artikel über Körpersprache nicht erwähnen.
Tatsächlich lassen sich die Schnurrhaare als Meisterwerke der Natur bezeichnen. Mit dem Schnurren haben sie allerdings nicht viel zu tun.
Schnurrhaare sind ein auffälliges Merkmal von Katzen. Die langen Haare rund um die Schnauze der Katze wirken ein bisschen wie ein Schnurrbart. Doch sie erfüllen einen konkreten Zweck. Wir gehen der Frage nach, warum Katzen Schnurrhaare haben. Die Schnurrhaare der Katze, auch Vibrissen genannt, sind Teil des Tastsinns, des sensorischen Systems, der Samtpfote. Deshalb werden sie auch als Tasthaare oder Sinushaare bezeichnet.
Das Besondere an den Schnurrhaaren ist ihre einzigartige Wurzel. Diese Wurzel, auch Haarbalg genannt, hat zahlreiche Nervenenden. Die Nerven reagieren sehr sensibel auf Luftströmungen, Luftwirbel und damit Druckveränderungen in der direkten Umgebung des Vierbeiners. Kommen die Haare in Bewegung, wird ein Impuls an das Gehirn der Katze geleitet.
Das ist besonders hilfreich, da Katzen eher zu den weitsichtigen Lebewesen gehören: Dinge in der Nähe sind für sie nur schwer erkennbar. Sie erkennen Gegenstände, ihre Größe und Position mit den Schnurrhaaren.
Katze mit gut sichtbaren Schnurrhaaren.
Aufmerksame Katzenbeobachter wissen, dass Schnurrhaare um die Katzennase herum wachsen. Doch das ist nicht die einzige Stelle, an der sich die Vibrissen befinden. Diese Schnurrhaare wachsen links und rechts von der Nase bzw. dem Maul des Stubentigers. Insgesamt sind es um die 24 Stück: ca. 12 links und 12 rechts. Sie werden auch Makrovibrissen genannt und erinnern viele an einen Schnurrbart.
Es gibt noch mehr Schnurrhaare im Gesicht der Katze: Die sog. genalen Vibrissen sind an den Wangen der Katze angesiedelt - pro Wange ungefähr 6 Schnurrhaare. Sie übernehmen die Funktion eines Gefahrendetektors, indem sie die Katze auf Gegenstände in ihrer Umgebung hinweisen. So kann die Katze rechtzeitig Dingen ausweichen - und sich vor Verletzungen schützen.
Die subraorbitalen Vibrissen, die über den Augen wachsen, sind Sensoren, die der Katze sagen, ob sich etwas vor oder nah an ihrem Gesicht befindet. Damit übernehmen diese Schnurrhaare eine Schutzfunktion: Verletzungen am Auge durch externe Einflüsse wird vorgebeugt.
Das war noch nicht alles: Die Stubentiger haben auch Tasthaare am Kinn, der Oberlippe und der Rückseite der Vorderbeine, in der Nähe der Pfoten.
Die Schnurrhaare der Katzen übernehmen wichtige sensorische Funktionen, dienen den Tieren zur Orientierung und als Schutz.
Die Schnurrhaare sind nicht nur an der Nase, sondern auch über den Augen und an den Wangen zu finden.
Die Schnurrhaare Deiner Katze sind kleine Wunderwerke der Schöpfung. Diese Borstenhaare, auch Vibrissen, Sinus-, Fühl- oder Tasthaare genannt, sind eine hochspezialisierte Form der Haare. Sie gehören nicht zum eigentlichen Haarkleid der Katze, sondern sind Teil eines Sinnesorgans mit dem die Mieze fühlt, spürt und tastet.
Ohne ihre Schnurrhaare könnten Fellnasen nicht ihren Job machen: Lauern, Jagen oder sich mitteilen.
Eine Katze hat diese „Fühler“, um sich zu orientieren: Mit den Schnurrhaaren tastet sie ihre Umgebung ab und erhält ein ganz genaues Bild, was um sie herum vorgeht. Und das nicht nur rein optisch - nein, sie erfühlt mit ihren Tasthaaren alles, was sie umgibt, und das sogar, wenn es um sie herum stockdunkel ist!
Mit dieser speziellen Behaarung tastet sie ihre Umwelt ab, das ist gewissermaßen ihr Navi, das ihr mitteilt, wo sich ihr Ziel befindet und wie es beschaffen ist.
Die Schnurrhaare gehören mit den Rezeptoren zu den Tastorganen der Katze. In ihnen steckt der Tastsinn. Sie sind von Nervenbahnen umgeben und sehr feinfühlig: die Katze spürt den kleinsten Hauch, die geringste Erschütterung. Jeder Reiz wird sofort an das Katzengehirn weitergeleitet und umgesetzt.
Katzen können ihre Schnurrhaare bewegen und nutzen sie zum Beispiel für eine bessere Wahrnehmung. Du siehst: Die Schnurrhaare Deiner Katze sind wahre Funktionskünstler. Aber der wichtigste Zweck ist die sensorische Wahrnehmung.
Auf weite Entfernungen können Katzen prima sehen. Auf kurze Distanzen verlassen sich Katzen jedoch lieber auf ihre Tasthaare an Pfoten und Schnauze. Alles, was näher als etwa 30 Zentimeter an den Augen Deiner Samtpfote ist, kann sie nicht deutlich erkennen. Mit den empfindlichen Schnurrhaaren erkennt die Katze hingegen Beschaffenheit und Größe von allem, was ihr vor der Nase sitzt. So entgeht ihr keine Beute! Sei es Maus oder Spielzeug.
Die Schnurrhaare helfen der Katze, sich in ihrer Umgebung zu orientieren.
Verstehst Du die Katzensprache und das Verhalten Deiner Katze? Weißt Du immer, was sie Dir mitteilen will? Wenn Du weißt, was für Botschaften hinter Mimik, Schwanz-, Ohrenstellung und den Vibrissen stecken, kannst Du sie besser verstehen.
Wenn Du weißt, was die Stellung der Schnurrhaare bei Fellnasen aussagt, kannst Du die Körpersprache Deiner Katze besser deuten: ist sie gerade ganz angespannt oder eher komplett entspannt? Der „Schnurrbart“ Deiner Katze lässt nämlich Rückschlüsse auf ihren Gemütszustand zu.
Katzen nutzen Schnurrhaare nicht nur zur Orientierung, sondern auch zur Kommunikation: Indem sie ihre Schnurrhaare anlegen oder aufstellen, können sie unterschiedliche Gefühle kommunizieren. Wenn Deine Katze Ihre feinen Antennen nach vorne richtet, steht das zum Beispiel für Erregung. Wenn die Schnurrhaare locker zur Seite gerichtet sind, bedeutet das im Gegenteil Ruhe und Zufriedenheit. Sie sind ein wichtiger Teil der Körpersprache Deines Stubentigers. Wenn Du die Signale richtig deuten kannst, können Dir die Schnurrhaare also so einiges über die Laune Deiner Katze verraten.
So deutest Du die Stimmung Deiner Katze anhand ihrer Schnurrhaare:
Hier eine Tabelle, die die verschiedenen Stellungen der Schnurrhaare und ihre Bedeutung zusammenfasst:
| Stellung der Schnurrhaare | Bedeutung |
|---|---|
| Nach hinten gelegt | Angst |
| Weit aufgefächert | Anspannung (positiv oder negativ) |
| Normal zur Seite gerichtet | Entspannung, Wohlbefinden |
Die Stellung der Schnurrhaare kann viel über die Stimmung der Katze verraten.
Verfilztes Katzenfell oder klackernde Katzenkrallen erfordern Aufmerksamkeit und Pflege durch Katzenbesitzer. Doch Vorsicht: Bei Schnurrhaaren ist weniger Pflege einfach mehr.
Übrigens musst Du Dir keine Sorgen machen, wenn Deine Katze mal ein oder zwei ihrer Schnurrhaare verliert. Das ist ganz normal und kann auch durch einen Kampf mit einer anderen Katze oder auch durch ganz normale Wachstumsphasen des Haares entstehen. Die Schnurrhaare wachsen wieder nach. Solltest Du jedoch einen rapiden Anstieg an „Schnurrhaarausfall“ entdecken, dann können Allergien oder Infektionen dahinterstecken. Das solltest Du dann zur Sicherheit beim Tierarzt abklären lassen. Abschneiden oder stutzen darfst Du die Schnurrhaare Deiner Katze aber niemals! Deine Katze verliert damit einen großen Teil ihrer Orientierungsfähigkeit. Vor allem bei Freigängern kann das richtig gefährlich werden. Sie können sich ängstlich und desorientiert fühlen.
Beobachtest Du manchmal, dass Deine Katze ihr Futter oder Wasser nicht direkt aus dem Napf zu sich nimmt, sondern es mit der Pfote erst einmal herausangelt? Wenn der angebotene Napfzu schmal oder tief ist, kann es sein, dass die Ränder an den Schnurrhaaren reiben. Das ist sehr unangenehm für Deine Katze, da die Schnurrhaare sehr sensibel und druckempfindlich sind. Das Reiben der Napfwand an den Schnurrhaaren kann für Deine Katze sogar so unangenehm sein, dass sie Futter und Trinken komplett verweigert.
Achte deshalb unbedingt darauf, einen ausreichend breiten und flachen Napf zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollte sowohl der Wasser- als auch der Futternapf möglichst voll gefüllt sein, damit sich Deine Samtpfote nicht allzu tief hineinbeugen muss.
Übrigens: Auch eine Reinigung der Schnurrhaare Deiner Katze ist nicht nötig. Das bekommt Deine Fellnase ganz allein hin.
Die Schnurrhaare unserer Katzen sehen nicht nur süß aus: Sie haben auch viele verschiedene Funktionen. Sie sind ein wichtiger Teil des Orientierungssinns und auch der Körpersprache. Ohne sie wären Katzen nicht die eleganten Jäger, die wir kennen und lieben.
tags: #schnurrbart #katzen #funktion
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