Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Menschen jeden Alters betreffen kann. Ein leichter Haarausfall von bis zu 100 Haaren pro Tag gilt noch als normal. Fallen täglich mehr als 100 Haare aus, spricht man von krankhaftem Haarausfall (Alopezie). Solch starker Haarausfall sollte untersucht und behandelt werden.
Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß. Die meisten denken, Haarverlust betrifft eher Menschen im gesetzten Alter. Doch Haarausfall kann schon mit 18 Jahren beginnen, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Gerade bei jungen Heranwachsenden, bei denen sich das Selbstwertgefühl erst noch entwickeln muss, bedeutet die Ausdünnung der Haarpracht ein emotionales Trauma.
In diesem Artikel werden die verschiedenen Ursachen, Arten und Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall detailliert erläutert, um Betroffenen ein besseres Verständnis und wirksame Lösungsansätze zu bieten.
Haarausfall kann unterschiedliche Ursachen haben. Unterschieden wird bei Haarausfall in vier grundlegende Formen der Alopezie: erblich bedingter Haarausfall, stressbedingter Haarausfall, diffuser Haarausfall und kreisrunder Haarausfall. An den zugrundeliegenden Haarausfall Ursachen und Symptomen können diese voneinander abgegrenzt werden.
Frauen leiden häufig auch unter Haarausfall aufgrund einer Veränderung im Hormonhaushalt. Besteht ein Ungleichgewicht zwischen weiblichem Östrogen und männlichem Testosteron, lassen die männlichen Hormone die Haarfollikel schrumpfen. Die Haarwurzel wird schwach. Bei jüngeren Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS) bedingt sein.
Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit. Durch einen Angriff des Immunsystems werden die Haare in ihrem Wachstum so stark gestört, dass sie ausfallen.
„Die AA ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Immunzellen gegen die Strukturen der Haarwurzel richten und Antikörper bilden. Als Folge der fehlgesteuerten Immunreaktion entzünden sich die Haarwurzeln, wodurch die Haare nicht mehr richtig wachsen und es zum kreisrunden Haarausfall kommt“, erklärt Prof. Dr.
Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen. Verschreibungspflichtige Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können in einigen Fällen dazu führen, dass die Haarwurzeln absterben. Ist dies der Fall, können keine neuen Haare mehr ausgebildet werden. Besonders die Wirkstoffe Metoprolol und Propanolol werden mit dieser Nebenwirkung in Zusammenhang gebracht.
Ein Mangel an Vitaminen oder Nährstoffen kann zu Haarausfall führen. Ein häufiger Grund ist Eisenmangel. Er kommt vor allem bei Menschen vor, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist bei Teenagern wichtig für den gesunden Haarwuchs.
Nährstoffe, die das Haarwachstum unterstützen:
Ein anhaltend hoher Stresspegel oder ein einmaliges schlimmes Ereignis wie ein Unfall, ein Trauma oder eine Operation können ebenfalls plötzlichen Haarausfall verursachen. Der Pathomechanismus ist nicht ganz klar. Es wird vermutet, dass durch die große Menge von Stresshormonen im Organismus Entzündungsreaktionen an den Haarwurzeln ausgelöst werden, die den Haarzyklus stören. Dadurch tritt das Haar frühzeitig in die Ruhephase ein und fällt aus.
Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Dazu zählen schwere Ekzeme der Kopfhaut oder Pilzerkrankungen.
Es gibt eine große Anzahl an Arten starken Haarausfalls. Die 4 häufigsten Arten lassen sich von erfahrenen Ärzten bereits an ihrem typischen Aussehen gut voneinander unterscheiden.
Erblicher Haarausfall (Androgenetische Alopezie) ist die häufigste Ursache von Haarausfall - bei Männern und Frauen. Diese Form von starkem Haarausfall ist die häufigste Art von Haarausfall bei Männern, die aber auch bei Frauen, wenn auch deutlich seltener, vorkommt. Diese Form von Haarausfall lässt sich, wenn auch nicht immer, behandeln.
Im Unterschied zum Haarausfall bei Frauen ist der erblich bedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, die mit Abstand häufigste Form des Haarverlusts bei Männern. Hierbei wird der Haarausfall von Generation zu Generation weitergegeben. Man sieht oft ähnliche Muster des Haarverlusts bei Vätern und Großvätern. Diese gesundheitlich völlig unbedenkliche Art des Haarverlusts läuft in der Regel immer in den gleichen drei Phasen ab:
Diffuser Haarausfall ist eine häufige Form von Haarverlust. Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, chronische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, schwere Infekte wie eine Grippe, Mangelernährung oder eine Chemotherapie.
Die bei Frauen häufigste und insgesamt zweithäufigste Art von starkem Haarausfall ist der diffuse Haarausfall. Er ist an einem diffusen Verteilung dünner, lichter Haare zu erkennen, die sich über den gesamten Kopf, statt auf nur wenige Stellen, verteilen. Davon betroffen sind nicht nur Frauen sondern auch Männer. Seine Auslöser und Ursachen sind vielfältig.
Kreisrunder Haarausfall - auch Alopecia areata genannt - kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten. Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Fallen die Haare komplett aus, sprechen Experten von einer Alopecia areata universalis.
Der kreisrunde Haarausfall ist von den drei häufigsten Arten des Haarausfalls die am wenigsten oft vorkommende Ursache. Bei ihm entstehen auf dem Kopf kleinere und immer runde Stellen, an denen sehr plötzlich das Haar ausfällt. Typisch für diesen schnelle und starken Haarausfall ist, dass er oft zusammen mit Autoimmunerkrankungen wie z. B. auftritt.
„Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. Die Ursache dafür ist noch nicht eindeutig geklärt“, sagt Prof. Dr. Michael Tronnier, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Helios Klinikum Hildesheim.
Formen von Alopecia areata:
Neben den drei häufigsten Formen von Haarausfall gibt es noch eine ganze Reihe seltener Arten, die meistens nur von einem Arzt richtig diagnostiziert und behandelt werden können. Ein Beispiel ist der strahlenbedingte Haarausfall (Alopecia actinica), der nur selten, etwa bei Personen mit sehr hoher radioaktiver Strahlenbelastung auftritt.
Starken Haarausfall erkennt man daran, dass plötzlich mehr als 100 Haare am Tag ausfallen, die sich im Kopfkissen, der Bürste oder dem Abfluss der Dusche befinden, oft noch bevor man die ersten kahlen Stellen am Kopf sieht.
Bei der Untersuchung fragen Ärztin oder Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.
In der Regel reicht bereits das klinische Bild - die typischen runden kahlen Stellen -für die Diagnose des kreisrunden Haarausfalls aus. "Zunächst schaue ich mir die Haare am Kopf, im Gesicht und an Körper an, danach untersuche ich die Kopfhaut genauer.
Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan. Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden.
Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können. Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Allerdings kann das Medikament Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden und Haarwuchs im Gesicht verursachen.
Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.
Jakunkinase (JAK) Inhibitoren können als Entzündungshemmer entzündliche Prozesse unterdrücken, wodurch es wieder zum Haarwachstum kommen kann. Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia areata. Zunächst wurde der Wirkstoff 2020 als Mittel gegen rheumatoide Arthritis zugelassen. Im Juni 2022 erweitere die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung um die Behandlung der Alopecia areata bei Erwachsenen. Krankenkassen sind allerdings bisher nicht verpflichtet, die noch hohen Behandlungskosten zu übernehmen.
Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.
Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, wie Frauen dünne Haare pflegen und kaschieren können. Mittlerweile haben sich einige Friseurinnen und Friseure darauf spezialisiert. Beim Fönen - und auch bei starker Sonneneinstrahlung - ein Hitzeschutzspray auftragen. Für mehr Volumen Haarspray und Styling-Schaum für den Haaransatz verwenden.
Mit dem richtigen Haarschnitt und einem schonenden Styling können Sie das dünne Haar voluminöser und voller aussehen lassen. Lassen Sie sich von Ihrem Friseur dementsprechend beraten, wie ein Haarschnitt gut zur Gesichtsform passt und die kahlen Stellen kaschiert werden können.
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Zwar hat der kreisrunde Haarausfall keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung, dennoch ist die psychische Gesundheit oft sehr erheblich beeinträchtigt.
Ein starker Haarausfall kann gerade bei jungen Frauen das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen. Sollten auch Sie darunter leiden, lassen Sie den Kopf nicht hängen.
Gerade für die heutige Jugend sind Aussehen und Äußerlichkeiten von großer Bedeutung, gerade man in den sozialen Netzwerken unterwegs ist. Daher kann Haarausfall mit 18 weitreichende Auswirkungen für die Teenager haben. Angefangen mit dem Spott der Mitschüler bis zum Mobbing - der Betroffene wird dadurch psychisch stark belastet. Zudem besteht die Gefahr, dass durch den Stress der ohnehin bestehende Haarausfall noch verstärkt werden kann. Oftmals gehen die betroffenen Teenager nur noch mit einer Cap aus dem Haus, auch beim Dating gibt es häufiger Probleme als bei Gleichaltrigen mit vollem und gesundem Haar.
In diesem Artikel haben wir Ihnen die Ursachen gezeigt, wie Sie mit einigen Maßnahmen einem Haarausfall mit 18 vorbeugen und stoppen können. Sollten die Kopfhaare trotzdem in jungen Jahren ausfallen, kann man mit unseren Tipps die kahlen Stellen vorerst kaschieren.
Um den Haarausfall aufzuhalten, müssen Sie Ihre Haare sehr sorgfältig behandeln:
Haarausfall ist ein komplexes Problem mit vielfältigen Ursachen und Erscheinungsformen. Eine frühzeitige Diagnose und individuell abgestimmte Behandlung sind entscheidend, um den Verlauf zu verlangsamen oder zu stoppen. Neben medizinischen Maßnahmen spielen auch die richtige Pflege, eine ausgewogene Ernährung und der Umgang mit Stress eine wichtige Rolle. Betroffene sollten sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die bestmögliche Therapie zu finden und die psychische Belastung zu bewältigen.
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