Schlangen faszinieren die Menschen seit jeher. Nicht nur in fernen und exotischen Ländern, auch in Deutschland gibt es Schlangen. Weltweit gibt es rund 3000 Schlangenarten. In Deutschland sind die sonnenliebenden Reptilien inzwischen sehr selten geworden.
Durch die Zerstörung von natürlichem Lebensraum geht die Zahl der in Deutschland heimischen Schlangen weiter zurück. Sie alle sind für gesunde Menschen nicht lebensgefährlich - sorgen aber beim Zusammentreffen trotzdem oft für einen unbegründeten Schreck. Treffen Sie auf eine Schlange, sollten Sie sich einfach ruhig verhalten und das Tier nicht bedrohen oder anfassen.
Im Bereich der Reptilien wird eine Zucht, die das Aussehen des Tieres verändert, als „Morphenzucht“ bezeichnet. Das veränderte Aussehen entsteht in der Regel zufällig, nämlich durch Mutationen. Züchter:innen wählen gezielt jene Tiere aus, mit denen sie züchten und neue Farben und Formen kreieren wollen.
Schlangen in spektakulären Farben und Echsen ohne Schuppen werden immer beliebter. Doch diese Tiere haben häufig Probleme mit ihrer Thermoregulation, dem Wasserhaushalt, der Kommunikation mit Artgenossen, der Fortbewegung und dem Schutz vor UV-Licht.
Dabei ist die Zucht von Reptilien sehr lukrativ, weshalb seltene Farbvarianten Preise bis in den fünfstelligen Bereich erzielen. Aber dies Schlangen oder Echsen sind nicht nur besonders, sie weisen auch häufig Missbildungen und Gendefekte auf, mit denen sie leben müssen. Und auch die Tierheime spüren den Anstieg von missgebildeten Reptilien aus den sogenannten Morphenzuchten.
Für Tiere mit einem außergewöhnlichen Aussehen können Züchter:innen häufig ein Vielfaches des üblichen Preises verlangen - Wohl und Gesundheit der Tiere spielen dabei keine Rolle. Reptilien und andere exotische Tiere können in Terrarien im Wohnzimmer niemals artgerecht gehalten werden.
Viele Halter:innen verfügen nicht über das erforderliche Fachwissen zur Haltung der anspruchsvollen Tiere, die in der Folge oftmals erkranken und sterben. Häufig werden sie auch einfach ausgesetzt, weil die unerwartet hohen Kosten der Tierhaltung den Menschen über den Kopf wachsen.
Auf Reptilienbörsen oder im Zoohandel werden für jede „Rasse“ einer Tierart teilweise mehrere hundert sogenannte Morphenzuchten angeboten, die sich in Form, Farbe und Beschuppung unterscheiden. Die bekanntesten „Morphenzuchten“ von Reptilien weisen eine veränderte Färbung, Zeichnung, Größe und Beschuppung auf. Gerade bei Reptilien haben diese Ausprägungen in ihrer natürlichen Form jedoch wichtige Funktionen, etwa zur Kommunikation, zur Thermoregulation, zur Tarnung, zum mechanischen Schutz und zum Schutz vor UV-Strahlung.
Bei den folgenden „Morphenzuchten“ handelt es sich um Qualzuchten, die den betroffenen Reptilien enormes Leid zufügen.
Die bundesweite vorkommende Schlange ist an der schwarz-braunen Zickzackmusterung auf dem Rücken zu erkennen. Kreuzottern gehören zur Familie der Vipern. Mit ihrem Gift betäuben die bis zu 85 Zentimeter langen Schlangen ihre Beutetiere wie Mäuse, junge Vögel, Frösche oder Eidechsen. Das Viperngift bringt das Blut des Opfers zum Gerinnen - ist aber für gesunde Menschen ungefährlich, da die Kreuzotter nur einen sehr begrenzten Giftvorrat hat.
Kreuzottern sind lebendgebärend, da ihr Nachwuchs schon während der Geburt aus dem Ei schlüpft und sofort auf sich gestellt ist.
Die Ringelnatter gilt als die am häufigsten in Deutschland vorkommende Schlangenart. Die grau-schwarz gemustert Schlange mit weiß-gefleckter Unterseite kann sehr gut schwimmen und lebt mit Vorliebe an Gewässern oder in Feuchtgebieten. Ringelnattern können zwei Meter lang werden.
Das Weibchen legt einmal im Jahr bis zu 50 Eier. Sie ernähren sich von Amphibien, Fischen und kleinen Säugetieren. Die scheue Schlange flüchtet bei Gefahr.
Lange Zeit wurde die Barrenringelnatter als Unterart der Ringelnatter gesehen. Erst 2017 fanden Forschende anhand der Genetik heraus, dass die Barrenringelnatter eine eigene Schlangenart ist.
Barrenringelnattern leben westlich des Rheins. Im Gegensatz zur Ringelnatter sind ihre halbmondförmigen Nackenflecken blasser oder fehlen ganz.
Ebenso wie die Ringelnatter hält sich die Würfelnatter gern am Gewässer auf - verbringt im Unterschied zur Ringelnatter aber viel Zeit unter Wasser. In Deutschland wird die Würfelnatter rund einen Meter lang.
Im Gegensatz zur Ringelnatter legt die Würfelnatter statt bis zu 50 Eiern einmal jährlich nur 25 Eier.
Die bis 80 Zentimeter lange Schlingnatter liebt trockene, sandige und sonnige Orte. Anzutreffen ist diese Schlangenart deshalb oft auf Waldlichtungen oder an Berghängen. Die Schlingnatter ist lebendgebärend und bringt im Spätsommer bis zu 15 Junge zur Welt.
Wegen ihre dunklen Kopf- und Rückenzeichnung wird die Schlingnatter oft für eine Giftschlange gehalten und mit der Kreuzotter verwechselt - sie ist aber nicht giftig.
Die Aspisviper kommt in Deutschland nur noch im Südschwarzwald vor. Die gut 90 Zentimeter lange Schlange liebt Berglandschaften mit trockenen und sonnigen Hügeln. Sie zählt zu den Giftschlangen und verfügt über ein stärkeres Gift als die Kreuzotter - ist aber im Normalfall für Menschen nicht lebensgefährlich.
Trotzdem wird empfohlen, bei einem Biss die Wunde nicht auszusaugen, sondern sich ruhig zu verhalten, damit sich das Schlangengift nicht im Körper verteilt und einen Arzt zu rufen.
Als Symbol der Heilkunst im bekannten Äskulapstab hat es die Äskulapnatter zu einiger Bekanntheit gebracht. Die Männchen werden bis zu 1,60 Meter lang. Die Weibchen bleiben etwas kleiner.
Die Schlange frisst nicht nur Kleinsäuger, Eidechsen und Vögel, sondern auch deren Eier. Die Äskulapnatter liebt steinige Regionen mit Büschen und lichte Waldgebiete. Sie legt im Frühjahr bis zu zehn Eier und kann farblich von gelbbraun über olivfarben bis graubraun und grauschwarz reichen.
Sie gleitet über den Erdboden, schlängelt mit der Zunge und gibt ihr Bestes, um wie eine Schlange auszusehen - die Blindschleiche. Mit Erfolg tut sie das in der Tat, denn viele Menschen meinen, die Blindschleiche sei eine Schlange. Tatsächlich zählt sie aber zu den Echsen.
Die Blindschleiche ist auf keinen Lebensraum spezialisiert, mag dichte Laubwälder ebenso wie Moorränder, Parks oder Heidegebiete - verbunden mit einer gewissen Bodenfeuchte. Blind ist die Blindschleiche übrigens keineswegs.
Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die in Deutschland heimischen Schlangenarten:
| Art | Merkmale | Lebensraum |
|---|---|---|
| Kreuzotter | Zickzackmuster auf dem Rücken, bis 85 cm lang, Giftschlange | Heide- und Moorgebiete, Gebirgsregionen |
| Ringelnatter | Grau-schwarz gemustert, bis 2 Meter lang, ungiftig | Gewässer, Feuchtgebiete |
| Barrenringelnatter | Ähnlich der Ringelnatter, aber mit blasseren Nackenflecken, ungiftig | Westlich des Rheins |
| Würfelnatter | Bis 1 Meter lang, verbringt viel Zeit unter Wasser, ungiftig | Gewässer |
| Schlingnatter | Bis 80 cm lang, oft mit Kreuzotter verwechselt, ungiftig | Trockene, sandige, sonnige Orte |
| Aspisviper | Bis 90 cm lang, Giftschlange | Südlicher Schwarzwald, Berglandschaften |
| Äskulapnatter | Bis 1,60 Meter lang, ungiftig | Steinige Regionen, lichte Waldgebiete |
Es ist ein warmer Sommertag im Juli, die Sonne scheint, ein leichter Wind weht - ein perfekter Tag, um einen Ausflug in die Natur zu unternehmen. Ein Mäusebussard kreist hoch oben im blauen Himmel. Zauneidechsen huschen über den Weg oder wärmen sich den Bauch auf flachen Steinen am Wegesrand.
Unbemerkt von den Wanderern, versteckt unter dem Heidekraut, beobachtet ein weiterer Bewohner dieser Gegend das Geschehen. Sieht man genauer hin, kann man den grau-braunen Rücken mit den dunklen Flecken erkennen, die sich über den schlanken Körper ziehen. Die Schlingnatter ist nach der Ringelnatter die am weitesten verbreitete Schlange in Deutschland, gehört aber gleichzeitig zu den unbekanntesten unter den heimischen Kriechtieren.
Denn die schlanke Natter ist durch ihre Zeichnung perfekt getarnt und verschmilzt so regelrecht mit der Umgebung.
Auch bei Gefahr setzt sie eher auf Tarnung und Flucht, statt auf Angriff. Die Schlingnatter ist eine langsame, aber sehr elegante, geschmeidige Schlange und bewegt sich im Unterholz nahezu geräuschlos fort, so dass sie potenziellen Feinden oft unbemerkt entkommen kann.
Nur wenn sie sich eingeengt fühlt und keine Fluchtmöglichkeit sieht, geht sie zum Angriff über. Dabei rollt sie sich zusammen und richtet den Oberkörper auf. Aus dieser Position kann sie sehr schnell zubeißen.
Wird der Angreifer auch dadurch nicht abgeschreckt, kann die Schlingnatter, wie andere Nattern auch, ein stinkendes Sekret aus den Analdrüsen absondern, das den Fressfeinden gehörig den Appetit verdirbt.
Tagsüber hält sich die Schlingnatter oft in Verstecken wie Felsspalten oder Mäuselöchern auf. Als wechselwarmes Tier ist sie wie alle Reptilien auf die Sonnenwärme angewiesen, um ihren Köper auf „Betriebstemperatur“ zu bringen. Aber auch beim Wärmetanken achtet sie auf ihre Deckung und bevorzugt das indirekte Sonnenbaden, zum Beispiel unter aufgewärmten Steinen.
Bekommen Spaziergänger doch einmal eine Schlingnatter zu Gesicht, erkennen sie diese oft nicht, sondern verwechseln sie mit der Kreuzotter. Vor allem wenn sich die Schlange bewegt, werden die dunklen, in Reihen angeordneten Flecken der Schlingnatter für das durchgehende Zickzackband der Kreuzotter gehalten.
Unterscheiden lassen sich die beiden Schlangen aber auch durch einen Blick in deren Augen. Die Schlingnatter hat runde Pupillen, während die Kreuzotter, wie alle Vipern, zu denen sie gehört, senkrecht geschlitzte Pupillen aufweist.
Außerdem hat die Schlingnatter im Gegensatz zu der Kreuzotter ungekielte Schuppen, weswegen sie auch Glattnatter genannt wird. Und während die Kreuzotter zu den Giftschlangen gehört, ist der Biss der ungiftigen Natter für den Menschen völlig ungefährlich und hinterlässt oft nicht mehr als ein paar Kratzer.
Mit 60 bis 70 Zentimetern Länge ist die Schlingnatter nur etwa halb so groß wie die Ringelnatter und damit die kleinste heimische Schlangenart. Die Paarungszeit beginnt im April nach der Winterruhe.
Dabei tragen die Männchen erbitterte Ringkämpfe aus. Anders als bei der verwandten Äskulapnatter, bei der die Kämpfe meist harmlos ausgehen, kommt es bei den Schlingnatterrivalen zu Bissen, die dem Kontrahenten ernsthafte Verletzungen zufügen können.
Auch das Weibchen muss sich während des Paarungsaktes oft Bisse des liebestollen Männchens in Kopf und Nacken gefallen lassen. Nach einer Tragzeit von etwa vier bis fünf Monaten bringt das Weibchen drei bis fünfzehn Junge zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt voll entwickelt und befreien sich schon während des Geburtsvorgangs oder direkt danach aus den dünnen, durchsichtigen Eihüllen.
Die Jungschlangen ernähren sich zunächst hauptsächlich von Insekten. Die ausgewachsenen Schlangen dagegen bevorzugen Reptilien: Eidechsen, Blindschleichen oder junge Schlangen, auch die der eigenen Art.
Ergänzt wird der Speiseplan gelegentlich durch junge Mäuse, Vögel oder Amphibien. Die Schlingnatter gehört zu den Würgeschlangen. Während kleinere Beutetiere manchmal lebend geschluckt werden, umschlingt die „kleine Boa“ größere Beute mit ihrem Körper und erstickt diese, indem sie sie durch ihre Muskelkraft am Atmen hindert - daher der Name Schlingnatter.
Die Schlingnatter bevorzugt strukturreiche Lebensräume, in denen sich offene und niedrigbewachsene Standorte abwechseln. In Norddeutschland findet sie diese vor allem in Heidelandschaften, trockenen Hochmooren oder an Waldrändern, während sich in Süddeutschland Hanglagen mit Trockenrasen oder Weinberge anbieten. Aber auch vom Menschen geschaffenes Gelände wie Bahndämme oder Steinbrüche dienen der Schlingnatter als Revier.
Obwohl die Schlingnatter in Europa und Deutschland noch weit verbreitet ist, geht ihr Bestand zurück. Auf der nationalen „Roten Liste“ wird sie mit Stufe 3 als „gefährdet“ geführt.
Durch die Verwechslung mit der Kreuzotter wurde die Schlingnatter jahrhundertelang verfolgt und getötet - noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vom Staat ein Kopfgeld pro erschlagener Giftschlange in Deutschland bezahlt.
Auch heute fallen Giftschlangen oder die, die für solche gehalten werden, gelegentlich der Angst vieler Menschen vor Schlangen zum Opfer. Die weit größere Gefährdung geht allerdings von der fortschreitenden Zerstörung und Zerschneidung der Lebensräume aus. Strukturreiche Landschaften werden intensiviert, Randstreifen werden gemäht, Trockenmauern und Hecken beseitigt.
Schlangen gibt es nicht nur in der Wüste - auch bei uns in Deutschland sind einige Schlangenarten heimisch.
Wenn du Schlangen beobachten willst, musst du besonders gut schleichen können. Schlangen haben nämlich einen sehr empfindlichen Tastsinn und spüren jeden deiner Schritte an den Schwingungen des Bodens. Bevor du sie zu Gesicht bekommst, schlängeln sie sich blitzschnell ins Gebüsch.
Das Wichtigste zuerst: Wie alle Reptilien sind Schlangen "wechselwarm". Das bedeutet, dass sie ihre Körpertemperatur nicht selbstständig regulieren können. Wenn sie morgens wach werden, sind sie zuerst steif und unbeweglich. Deshalb legen sie sich in die Sonne, um ihren Körper auf Touren zu bringen.
Wieso ist das so wichtig? Weil du jetzt schon weißt, wann und wo du Schlangen am besten beobachten kannst - nämlich an einem Sommermorgen an warmen, sonnigen und trockenen Plätzen. Das kann ein Steinhaufen im Garten sein, eine alte Sandgrube oder ein verlassener Steinbruch. Hier hast du gute Chancen, eine Schlange zu beobachten.
Es gibt auch Schlangen, die nach dem Aufwärmen gerne ins Wasser gehen - wie zum Beispiel die Ringelnatter. Sie geht in Teichen und Seen auf Fisch- und Froschfang. Dabei kann man sie gut beobachten, denn beim Schwimmen streckt sie ihren Kopf aus dem Wasser.
In Deutschland sind zwei Giftschlangen heimisch: Die Kreuzotter und die Aspisviper. Weil die Aspisviper es gerne schön warm hat, kommt sie nur in einigen warmen Regionen in Süddeutschland vor.
Die Kreuzotter dagegen ist nicht so zimperlich. Für sie darf es auch etwas kühler sein. Deshalb kannst du sie überall in Deutschland antreffen. Sogar weiter im Norden gibt es Kreuzottern - in Norwegen und Schweden sind sie sogar recht häufig.
Solange du sie nicht anfasst - nein! Unsere heimischen Giftschlangen sind nicht aggressiv, im Gegenteil: Sie gehen den Menschen aus dem Weg. Es ist für Naturdetektive schwierig genug, sie überhaupt jemals zu Gesicht zu bekommen.
Wenn du aber doch einmal eine treffen solltest, dann bleib einfach stehen und beobachte sie. Sobald sie dich bemerkt hat, wird sie sich blitzschnell zurückziehen und im Gebüsch verschwinden.
Leider sind fast alle Reptilienarten im dicht besiedelten Deutschland gefährdet. Ihre Lebensräume werden vernichtet, zum Beispiel indem Trockenmauern abgerissen und Totholz-Haufen weggeräumt werden.
Viele von ihnen kommen auf der Straße ums Leben, andere werden einfach getötet, weil manche Menschen Schlangen nicht mögen oder Angst vor ihnen haben.
Insbesondere diejenigen Arten, die in Süddeutschland ihr nördlichstes Verbreitungsgebiet haben, vermehren sich nur an sehr wenigen Standorten und sind deshalb schon von Natur aus stark gefährdet.
Eine Äskulapnatter in ihrem natürlichen Lebensraum.
Schlingnatter in ihrem natürlichen Lebensraum.
Wie bei vielen anderen Tierarten ist auch bei Reptilien die vermutlich bekannteste Farbvariante der Albinismus. Diese Mutation bewirkt eine Aufhellung der Haut, die zur Folge hat, dass die Tiere empfindlicher auf UV-Strahlung und Sonneneinstrahlung reagieren. Tumorbildungen sind dabei keine Seltenheit.
Besonders kritisch ist diese Ausprägung für tagaktive Reptilien, die sich gerne in der Sonne aufhalten, um sich zu wärmen, und dabei einen lebensbedrohlichen Sonnenbrand bekommen können. Generell können Farbmutationen bei Reptilien zu Verhaltensänderungen, neurologischen Störungen und morphologischen Mutationen führen.
Beispiele für Qualzuchten:
Bei einer veränderten Zeichnung bleibt das vorhandene Farbspektrum der natürlichen ursprünglichen Form nahezu unverändert. Die Musterung verändert sich dabei allerdings erheblich. Weitere Probleme, die mit den Zeichnungsvarianten einhergehen, sind beispielsweise schlechtere Wundheilung, erhöhte Verletzungsgefahr, stärkere Aggressivität und verminderte Immunkompetenz.
Diese Zuchtform wird unter Fachleuten auch als „Scaleless“ bezeichnet. Die Tiere haben entweder gar keine Schuppen mehr oder nur noch vereinzelt am Rücken oder Bauch. Leider wissen viele Menschen jedoch nicht, dass es sich hierbei um eine besonders schwere Form der Qualzucht handelt.
Für Schlangen sind besonders die Schuppen am Bauch enorm wichtig, denn sie stellen kleine Widerhaken dar, mit denen sich die Tiere beim Kriechen fortbewegen. Infolge der Schuppenlosigkeit sind die Schlangen nun nicht nur anfälliger für Verletzungen, sondern haben auch keinen Schutz vor UV-Strahlung mehr. Daneben werden auch die Thermoregulation und Häutung der Tiere negativ beeinflusst.
Viele schuppenlose Schlangen können sich nicht mehr selbst häuten und sind hierzu auf menschliche Hilfe angewiesen. Die Reptilien sind nicht länger in der Lage, sich arttypisch zu verhalten und zu bewegen, was ein Leben voller Leid bedeutet.
Weitere Beispiele für Qualzuchten:
Die hier dargestellten Tierarten, Rassen, Erkrankungen und Symptome haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind vielmehr Beispiele für das Leiden unserer „Haustiere“.
Kaufen Sie niemals Reptilien bei Züchter:innen oder im Zoohandel - denn dort geht es nicht um das Wohl der Tiere, sondern allein um den Profit, den man mit der „Ware“ Tier machen kann. Sollten Sie sich nach reiflicher Überlegung und mit der nötigen Fachkenntnis dazu entscheiden, ein Reptil bei sich aufzunehmen, dann wenden Sie sich bitte an ein örtliches Tierheim oder einen Tierschutzverein.
Der große Bereich der Qualzuchten ist bei den Säugetieren bereits gut erforscht, das Wissen hierzu wächst stetig. Die Morphenzucht und damit die Qualzucht der Reptilien und auch Amphibien ist jedoch noch weitgehend unerforscht und es liegen wenig wissenschaftlich fundierte Studien vor.
Bekannt ist, dass Mutationen und Gendefekte bei anderen Tierarten immer weitere Probleme mit sich bringen. So ist auch der Gedanke bei den Reptilien und es wird demnach davon ausgegangen, dass zusätzliche Probleme auftreten.
Tumore können durch fehlenden UV-Schutz entstehen, lichtempfindliche Augen zu Blindheit, fehlende Schuppen zu einer schlechten Wundheilung sowie ein reduziertes Sehvermögen und eine verschlechterte Kommunikation mit Artgenossen zu erhöhter Aggressivität führen.
Nur wenige gesundheitliche Probleme, die bei einigen bekannten Farbmorphen auftreten, sind bis jetzt bekannt. Dazu zählen neurologische Symptome beim Leopardgecko und bei den Farbvarianten „Bumblebee“, „Spider“ und „Jungle Jaguar“ der Königs- und Teppichpythons. Aber auch das erhöhte Verletzungsrisiko der Zuchtform Silkback der Bartagamen und von schuppenlosen Schlangen ist bekannt.
Auch im Bereich der Reptilien und Amphibien wird Qualzucht zu einem immer größeren Thema, bei dem es noch sehr viel Forschung und Aufklärung bedarf, damit auch hier weniger Tiere unter den Folgen leiden müssen.
Scaleless Kornnatter mit fehlenden Schuppen.
tags: #Schlange #ohne #Schuppen #Arten
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