Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ unterhalb des Kehlkopfes, das wichtige Hormone produziert. Diese Hormone beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen, darunter Stoffwechsel, Energieverbrauch und Haarwachstum. Störungen der Schilddrüsenfunktion können daher vielfältige Auswirkungen haben, wie Haarausfall und Gewichtszunahme.
Die Schilddrüse bildet Hormone, die sehr viele Vorgänge im Körper steuern. Die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) beeinflussen den Stoffwechsel im menschlichen Körper. Sie sind unerlässlich für viele Stoffwechselprozesse und das Körperwachstum.
Das Haarwachstum wird in den Haarfollikeln gesteuert, diese haben einen natürlichen Kreislauf. Wird dieser Kreislauf durch zu wenige oder zu viele Hormone aus der Schilddrüse gestört, kommt es zu Veränderungen im Haarwachstum bzw. einem Ausfall von Haaren.
Wenn die Haarfollikel durch zu wenige oder zu viele Hormone fehlgesteuert werden, ist ihr Wachstum fehlgeleitet. Dadurch erlangen die Haare keine ausreichende Stabilität und werden zu fein, matt und brüchig. Zudem erreichen sie nicht ihre gewohnte Länge und fallen zu früh oder direkt aus.
Wenn die Schilddrüse (Thyreoidea) zu wenige Hormone herstellt, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion. Der Fachbegriff hierfür lautet Hypothyreose. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion bildet die Schilddrüse zu wenige Hormone.
Bei den meisten Menschen wird eine Schilddrüsenunterfunktion durch eine chronische Entzündung der Schilddrüse verursacht (zum Beispiel Hashimoto-Thyreoiditis). Die Unterfunktion lässt sich durch Tabletten mit Schilddrüsenhormonen ausgleichen, die man täglich einnimmt.
Bei Erwachsenen liegt die Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion in den meisten Fällen in einer chronische Schilddrüsenentzündung. Bei Männern ist diese Erkrankung deutlich weniger ausgeprägt als bei Frauen - häufig im mittleren Alter.
Auch nach einer Entbindung kommt es bei Frauen relativ häufig zu einer temporären Unterfunktion der Schilddrüse, die sich allerdings oft von selbst wieder zurückbildet. Nach der Geburt tritt dies bei etwa vier bis zehn Frauen von 100 auf.
Wenn Schilddrüsenhormone fehlen, verlangsamt sich der Stoffwechsel. Dies kann viele Körperfunktionen betreffen und ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen. So kann zum Beispiel die körperliche Leistungsfähigkeit abnehmen.
Die Symptome der Erkrankung treten meist schleichend auf und sind eher unspezifisch. So klagen Betroffene zum Beispiel über Schwäche, Müdigkeit und schnelle Erschöpfung. Auch ein niedriger Puls und Kurzatmigkeit können auftreten, ebenso wie Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme und Verstopfungen. Die Haut kann kühl und trocken werden.
Die Haare können trocken oder brüchig werden und es kann sogar zu Haarausfall kommen. Auch psychische Beschwerden wie Depressivität, Antriebsarmut, Teilnahmslosigkeit oder Konzentrations- und Gedächtnisstörungen können durch die Erkrankung hervorgerufen werden.
Die Ärztin oder der Arzt fragt zunächst nach Beschwerden und tastet die Schilddrüse ab. Weil viele Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion auch andere Ursachen haben können, werden Bluttests gemacht, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können.
Dabei werden die Werte der Schilddrüsenhormone („Schilddrüsenwerte“) gemessen. Dazu gehören zum einen die Schilddrüsenhormone selbst. Wichtig ist aber auch ein weiteres Hormon, das TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon). Es wird nicht in der Schilddrüse, sondern in der Hirnanhangdrüse produziert. Das TSH regt die Schilddrüse an, Hormone zu bilden.
Ein erhöhter TSH-Wert im Blut kann ein Anzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Denn sobald die Schilddrüse schwächer wird, reagiert die Hirnanhangdrüse darauf: Sie erhöht die TSH-Produktion, um die Schilddrüse stärker anzuregen. Bei einer ausgeprägten Schilddrüsenunterfunktion reicht das aber nicht mehr aus: Dann gibt die Schilddrüse zu wenige Hormone ins Blut ab.
Die Behandlung einer symptomatischen Hypothyreose erfolgt durch die Substitution mit L-Thyroxin (Levothyroxin). Es entspricht dem körpereigenen Schilddrüsenhormon T4. Im Blut und den meisten Körperzellen wird es in T3 umgewandelt. Das ist die biologisch deutlich aktivere und wirksamere Form der beiden Schilddrüsenhormone.
Das fehlende Schilddrüsenhormon Thyroxin wird durch ein Medikament ersetzt, das im Körper in das Hormon umgewandelt wird. Der Wirkstoff wird auch als Levothyroxin oder L-Thyroxin bezeichnet. Das Medikament bringt die Hormonwerte in den normalen Bereich. Dadurch verschwinden die Beschwerden in der Regel vollständig.
Bis sich der Hormonspiegel im Körper eingependelt hat, dauert es etwa 2 bis 3 Monate. L-Thyroxin wird einmal am Tag eingenommen. Es wird empfohlen, die Tablette eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser einzunehmen. Nebenwirkungen treten bei richtiger Dosierung praktisch nicht auf. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Eine zu hohe Dosis kann zu Nervosität führen. Deshalb wird die Dosierung in den ersten Wochen regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache der Schilddrüsenunterfunktion. Dabei bildet das Immunsystem irrtümlicherweise Antikörper gegen spezifische Bestandteile der Schilddrüse: zum einen gegen das Enzym Thyreoperoxidase, das auf der Außenwand der Schilddrüsenzellen sitzt (Anti-TPO-Antikörper), zum anderen gegen Thyreoglobulin, ein Vorläuferprotein der Schilddrüsenhormone (Anti-Tg-Antikörper). Das Immunsystem greift dadurch die eigenen Körperzellen an.
Zu Beginn ist Hashimoto-Thyreoiditis meist asymptomatisch. Das liegt daran, dass es einige Zeit dauert, bis die Schilddrüsenzellen durch die chronische Entzündung unwiederbringlich zerstört sind und so keine Hormone mehr produzieren können. Ein für die Erkrankung typisches Phänomen ist jedoch, dass es zu Beginn vorübergehend auch zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen kann.
Entgegengesetzt zu einer Unterfunktion, können die beiden Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) auch im Überfluss produziert und ausgeschüttet werden. Dann ist von einer “Hyperthyreose” die Rede. Auch eine erhöhte Zufuhr von Schilddrüsenhormonen in Form von Medikamenten (Thyreotoxicosis factitia) kann die Überfunktion verantwortlich sein.
In den meisten Fällen kann eine medikamentöse Behandlung die Schilddrüsenüberfunktion erfolgreich regulieren. In schwereren Fällen muss eine Operation durchgeführt werden.
Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind: Schwitzen, Herzrasen, hoher Blutdruck (Hypertonie), Gewichtsabnahme, Durchfall, gesteigerte Angst, Rast-und Ruhelosigkeit („immer auf der Überholspur“), zitternde Hände, Muskelschwäche, Muskelzittern, Schlaflosigkeit, Nervosität und Heißhunger.
Symptome wie Schwitzen werden bei Frauen in den Wechseljahren dabei nicht selten irrtümlicherweise als Wechseljahrsbeschwerden eingestuft. Daher sollte auch bei derartigen, scheinbar typischen Beschwerden anderer Herkunft immer auch eine Schilddrüsendiagnostik erfolgen, um eine Hashimoto-Thyreoiditis auszuschließen.
Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse führen häufig zu diffusem Haarausfall. Die Schilddrüsenhormone regulieren den Stoffwechsel der Haarfollikel und sind für gesundes Haarwachstum unverzichtbar. Bei Störungen gerät der Haarzyklus aus dem Gleichgewicht, was zu verstärktem Haarverlust führt.
Die Diagnose der Schilddrüsenüber oder -unterfunktion ist oft nicht einfach. Denn es können sehr viele Symptome zusammentreffen, die einzeln betrachtet ebenfalls auf andere Erkrankungen hinweisen können.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu Gewichtszunahme führen. Schilddrüsenhormone erhöhen den Sauerstoffverbrauch sowie den Energieumsatz der Mitochondrien und somit den Grundumsatz der Zelle. Umgekehrt führt eine Schilddrüsenunterfunktion zu den gegenteiligen Effekten, d.h. einer Verminderung der basalen Thermogenese und des Grundumsatzes, so dass bei unveränderter Kalorienaufnahme eine Gewichtszunahme erfolgt.
Einer Schilddrüsenunterfunktion kann man nicht vorbeugen - mit einer Ausnahme: Eine ausreichende Versorgung mit Jod verhindert eine jodmangelbedingte Unterfunktion. Fachleute empfehlen deshalb, bei der Ernährung auf eine ausreichende Jodzufuhr zu achten. Dazu reicht es, wenn täglich Milch, Milchprodukte oder Eier und öfter mal Meeresfisch auf dem Speiseplan stehen. Außerdem wird empfohlen, jodiertes Speisesalz zu verwenden.
Auch manche Nahrungsergänzungsmittel enthalten Jod. Die tägliche Einnahme solcher Mittel kann aber problematisch sein, wenn sie mehr als 100 µg Jod enthalten: Wer dauerhaft zu viel Jod zu sich nimmt, erhöht das Risiko für eine Schilddrüsenüberfunktion. Eine Überdosierung durch Lebensmittel ist aber kaum möglich.
Haarausfall & Schilddrüse: Überfunktion bzw. Schilddrüsenerkrankungen können erheblichen Einfluss auf das Haarwachstum haben. Eine Blutuntersuchung klärt, ob eine Schilddrüsenfunktionsstörung vorliegt und behandelt werden muss.
Zunächst gilt es die Ursache für die Fehlfunktion zu finden und zu beheben. Je nach Ursache ist hierfür ein medizinischen Eingriff erforderlich oder die Einnahme von Medikamenten. Oftmals setzt das Haarwachstum dann wieder von selbst ein bzw. es normalisiert sich.
Falls die Erkrankung lange zurückliegt bzw. die regenerative PRP Behandlung versäumt wurde, entstehen kahle Stellen, welche mittels einer Haartransplantation behandelt werden müssen.
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