Deutsche Schauspielerinnen mit dunklen Haaren: Eine Liste bekannter Gesichter

Es ist wohl der Traum vieler deutscher Filmstars, auch jenseits des eigenen Landes bekannt zu sein. Die Stars der Branche, so scheint es, leben ein glamouröses Leben. Auf viele Jugendliche übt der Beruf des Filmschauspielers eine große Anziehungskraft aus.

Inzwischen stehen mehr Frauen öffentlich zu ihrer natürlichen Farbe. Graue Haare bei Frauen galten lange als Makel. Auch immer mehr Promi-Frauen werden grau. Um diesen Gedanken zu unterstützen, setzen Frauen jetzt ein Zeichen. Auf Instagram posten sie stolz Fotos ihrer grauen Strähnen (etwa über den Account "grombre").

Doch wer sind die bekanntesten deutschen Schauspielerinnen mit dunklen Haaren, die auf den Bildschirmen in Deutschland omnipräsent sind - ob in Serien oder Filmen? Manche der Frauen haben sogar in Hollywood Karriere gemacht.

Die Galionsfigur unter den deutschen Schauspielerinnen, die es geschafft haben, zum globalen Mythos aufzusteigen, ist sicherlich Marlene Dietrich. Nach ihr, der Weltbürgerin, die es vorzog, nicht mehr in ihre alte Heimat zurückzukehren, gab es keinen weiblichen Star aus Deutschland, der eine ähnliche Zugkraft entwickelte.

Wo es Regisseuren wie Roland Emmerich und Wolfgang Petersen gelang, in Hollywood, dem Herz der Unterhaltungsindustrie, Karriere zu machen, blieb dies vielversprechenden Schauspielerinnen schon wegen der Sprachbarriere verwehrt. Doch im Zeitalter globalen Zusammenwachsens und internationaler Koproduktionen gibt es immer mehr Charaktergesichter, die nicht nur in Berlin, sondern auch in Paris, New York und Los Angeles erkannt und angehimmelt werden.

Hier ist eine Auswahl von Schauspielerinnen, die in Deutschland und international für Furore gesorgt haben:

Marlene Dietrich

Marlene Dietrich

1929 suchte Regisseur Josef von Sternberg für den deutschen UFA-Film Der blaue Engel eine Hauptdarstellerin. Obwohl er die 1901 in Berlin geborene Marlene Dietrich anfangs für eine „alberne Gans“ hielt, engagierte er das einstige Revuegirl für die Rolle der Tänzerin Lola Lola. Der blaue Engel war die Geburt eines Mythos: Nach dem weltweiten Erfolg des Films folgte die Schauspielerin Sternberg nach Hollywood und ließ sich von ihrem Mentor in glamourösen Inszenierungen zur erotischen Göttin stilisieren.

In Filmen wie Marokko (Josef von Sternberg, 1930), Shanghai-Express (Josef von Sternberg, 1932) und Der große Bluff (George Marshall, 1939) verkörperte sie ein bisher ungewohntes Frauenbild: halb ruchlose femme fatale, halb Rebellin, bewaffnet mit unwiderstehlicher Nonchalance. Auch im wahren Leben hatte die Stilikone und Gegnerin des Nationalsozialismus, die Hosenanzüge trug und Liebschaften beiderlei Geschlechts pflegte, ein unkonventionelles Image.

Im Nachkriegsdeutschland jedoch wurde die einstige Emigrantin, die eine zweite Weltkarriere als Sängerin machte, lange als „Verräterin“ angefeindet. Dietrich, der größte deutsche Weltstar, wandte sich von Deutschland ab und zog sich nach Paris zurück, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1992 lebte.

Hildegard Knef

Kaum eine weibliche Showgröße der letzten Jahrzehnte wurde vom großen Publikum so verehrt und zugleich gehasst wie „die Knef“. Bereits 1951 verursachte die junge Berlinerin in Willi Forsts Melodram Die Sünderin mit wenigen Sekunden Nacktheit einen großen Skandal in der prüden Nachkriegszeit.

Schon zuvor hatte die 1925 geborene UFA-Nachwuchsdarstellerin Furore gemacht, als sie gleich nach der NS-Zeit im Drama Die Mörder sind unter uns (Wolfgang Staudte, 1946) glänzte und von Hollywood-Studios unter Vertrag genommen wurde. In den USA gelang der Schönheit mit dem spröden Sex-Appeal eine beachtliche Karriere, gekrönt von der Ninotschka-Rolle im Broadway-Musical Silk Stockings. Als „beste Sängerin der Welt ohne Stimme“, so wurde sie von Ella Fitzgerald genannt, füllte das Multitalent in der alten Heimat mit selbst geschriebenen Chansons wie Für mich soll’s rote Rosen regnen die Konzertsäle.

Hanna Schygulla

Die eigenwillige Künstlerin steht wie keine andere für die rebellischste Phase des deutschen Films. Im Jahr 1943 in Schlesien geboren und in München aufgewachsen, war Schygulla die Muse von Regie-Legende Rainer Werner Fassbinder, der mit seiner Radikalität „Opas Kino“ der Nachkriegszeit hinwegfegte. In zwölf Jahren wirkte sie in 23 seiner Filme mit, darunter Lili Marleen (1980) und Die Ehe der Maria Braun (1978), die ihr den internationalen Durchbruch verschafften.

Nach Fassbinders frühem Tod stieg die introvertierte Künstlerin und Wahlpariserin zur bevorzugten Darstellerin europäischer Autorenfilmer wie Andrzej Wajda, Carlos Saura, Jean-Luc Godard und Ettore Scola auf. Ihre lasziv wirkende Ausstrahlung beflügelte auch ihre zweite, ebenso erfolgreiche Karriere als Chansonsängerin.

Marianne Sägebrecht

Marianne Sägebrecht

Eine bayerische Hausfrau im Lodenkostüm, die in der Wüste von Arizona strandet, begeisterte 1987 das US-amerikanische Arthouse-Publikum. Die Komödie Out of Rosenheim (Percy Adlon 1987) präsentierte mit Marianne Sägebrecht eine Heldin mit, wie die New York Times schrieb, „unbeschreiblichem Charisma“. Die 1945 in Starnberg geborene Gärtnertochter wird seither auch in Los Angeles oder Paris auf der Straße erkannt.

Mit Auftritten in den US-Komödien Mond über Parador (Paul Mazursky, 1988) und Der Rosenkrieg (Danny deVito, 1989) oder mit Michel Piccoli im Liebesdrama Martha und ich (Jirí Weiss, 1990) bestätigte sie ihren Status als Ausnahme-Darstellerin. „Ein Film muss gut gewürzt sein. Und ich bin der Knoblauch“, so Sägebrecht. Die ausgebildete Arzthelferin betrieb eine legendäre Münchner Künstlerkneipe, und arbeitete nebenbei im Kabarett und Theater, bevor sie von Regisseur Percy Adlon entdeckt und mit seiner skurrilen Liebeskomödie Zuckerbaby (1985) bekannt wurde.

Barbara Sukowa

Wie viele in der Nachkriegszeit geborene Stars feierte auch die Bremer Kaufmannstochter Barbara Sukowa, Jahrgang 1950, ihren Durchbruch mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder. Als opferbereite „Mieze“ in seiner gefeierten Serie Berlin Alexanderplatz (1980) und mit dem Drama Lola (1981) empfahl sie sich für große, tragische Frauenrollen.

Als Muse von Autorenfilmerin Margarethe von Trotta verkörperte sie in Die bleierne Zeit (1981) die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, in Rosa Luxemburg (1986) die gleichnamige deutsch-polnische Sozialistin, die philosophische Theoretikerin Hannah Arendt (2012) und in Vision - Aus dem Leben von Hildegard von Bingen (2009) gar eine Heilige. Doch der dreifachen Mutter und Ehefrau des Multimediakünstlers Robert Longo gelang in New York eine zweite Karriere.

Nastassja Kinski

Nastassja Kinski

1977 verliebte sich ganz Deutschland in eine Sechzehnjährige mit Schmollmund und grünen Augen, die in der Tatort-Folge Reifezeugnis (Wolfgang Peterson) eine unglücklich verliebte Schülerin spielte. Nastassja Kinski entwickelte sich zur international begehrten Darstellerin und drehte unter anderem mit Francis Ford Coppola, Roman Polanski und Paul Schrader.

Ihren größten Erfolg feierte „Nasti“ 1985 in Paris Texas von Wim Wenders, der die Zwölfjährige in einer Münchner Disco entdeckt und sie mit einer ersten kleinen Rolle auf den Geschmack der Schauspielerei gebracht hatte. Mit ihrer Gänsehaut erzeugenden Sensitivität und Sinnlichkeit verlieh sie Wenders deutsch-amerikanischen Roadmovie romantisches Flair. Doch ihr Image einer verführerischen Lolita stand der Tochter des Schauspielers Klaus Kinski, die 1961 in West-Berlin geboren wurde, oft im Wege.

Franka Potente

LOLA RENNT Trailer German Deutsch (1998)

Als tätowierte Punk-Göre mit feuerrotem Haar wurde Franka Potente 1998 in Lola rennt von Tom Tykwer zur Sensation. Dieser ästhetisch experimentierfreudige Berlin-Film, dessen Heldin in drei Varianten derselben Geschichte durch die Stadt rennt, um 100.000 DM aufzutreiben und ihrem Liebsten das Leben zu retten, machte Potente zum Aushängeschild eines neuen deutschen Kinos.

In den USA stieg der Kultfilm nach Das Boot (Wolfgang Petersen, 1980) zum größten deutschen Kassenhit auf und verschaffte Potente Rollen an der Seite von Stars wie Johnny Depp in Blow (Ted Demme, 2001) und Matt Damon in der Bourne-Actionreihe. Doch es war nicht die Arbeit, die Potente dazu bewog, nach Los Angeles umzuziehen, sondern die Liebe. Die Schauspielerin teilt ihre Zeit zwischen ihrer Familie in L.A. und ihren vielen Auftritten in US-amerikanischen und deutschen Kinofilmen und Serien.

Christiane Paul

Christiane Paul

Die 1974 in der damaligen DDR in Ostberlin geborene Schauspielerin studierte, parallel zu ihren ersten Schritten vor der Kamera, Medizin. Erst nach ihrer Doktorarbeit 2004 entschied sie sich gänzlich für die Schauspielerei. Da war die fröhlich wirkende Frau mit dem Julia-Roberts-Mund längst eines der beliebtesten und bekanntesten Gesichter des deutschen Films und Fernsehens.

Ihren Durchbruch erlebte die Darstellerin im Jahr 1997 mit der Berlin-Komödie Das Leben ist eine Baustelle (Wolfgang Becker), in der sie eine Straßenmusikerin spielt. Christiane Paul, die mit den renommiertesten zeitgenössischen Regisseuren wie Theo Angelopoulos in The Dust of Time (2008), Fatih Akin in Im Juli (2000) und Dennis Gansel in Die Welle (2008) drehte, ist bekannt für ihre Ausstrahlung der „jungen Frau von nebenan“.

Diane Kruger

Wohl nur Wenige hätten der jungen Frau, die wie viele Starmodels auf die Leinwand wechselte, eine solide Filmkarriere vorhergesagt. Von einer prominenten Filmkritikerin wurde Diane Kruger einmal abgekanzelt als „zu schön, um jemals eine Rolle mit Tiefgang zu spielen“.

Doch mit derselben Leichtfüßigkeit, mit der sich die ausgebildete Balletttänzerin einst auf den Laufstegen bewegte, bewegt sie sich seit vielen Jahren zwischen US-amerikanischen, französischen und deutschen Drehorten - und zwischen Blockbustern und Charakterrollen. 1976 im ländlichen Niedersachsen unter dem Namen Heidkrüger geboren, ging sie mit 16 Jahren nach Paris, um zu modeln. Als sie 2004 als schöne Helena im Historienepos Troja (Wolfgang Petersen, 2004) den internationalen Durchbruch feierte, war sie in Frankreich bereits eine anerkannte Darstellerin.

Alexandra Maria Lara

Alexandra Maria Lara

Im Grunde ist diese Schauspielerin eine Emigrantin, denn geboren wurde sie 1978 im rumänischen Bukarest. Auf der Flucht vor dem Ceauşescu-Regime kam sie mit ihrer Familie 1983 nach Deutschland. Seien es Dramen von Autorenfilmerin Doris Dörrie wie Der Fischer und seine Frau (2005), Komödien oder Kinderfilme: Bei ihrem Vater, der in Rumänien einst ein Theaterstar war, lernte sie ihr Handwerk; schnell und mühelos etablierte sich die Schauspielerin in der A-Liga des deutschen Kinos.

Ihr internationaler Durchbruch war die Rolle von Hitlers Sekretärin Traudl Junge in Der Untergang (Oliver Hirschbiegel, 2004). Unbemerkt vom heimischen Publikum entwickelte sich der skandalfreie Star, der auch in die Jury der Cannes-Filmfestspiele berufen wurde, zur erfolgreichen Schauspielerin im Ausland.

Weitere bekannte deutsche Schauspielerinnen mit dunklen Haaren sind:

  • Heike Makatsch
  • Maria Furtwängler
  • Nora Tschirner
  • Veronica Ferres
  • Sandra Hüller
  • Nina Hoss
  • Karoline Herfurth
  • Iris Berben
  • Marie Bäumer
  • Katja Riemann
  • Jessica Schwarz
  • Julia Jentsch
  • Andrea Sawatzki

Diese Schauspielerinnen haben durch ihre vielfältigen Rollen und schauspielerischen Leistungen das deutsche Kino und Fernsehen geprägt und teilweise auch international Anerkennung gefunden.

tags: #schauspielerinnen #deutschland #dunkle #haare #liste

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen