Viele Frauen greifen während der Schwangerschaft vermehrt auf Kosmetikprodukte zurück, um Hautprobleme wie Akne zu behandeln oder ihr Aussehen zu verbessern. Ein Inhaltsstoff, der dabei häufig vorkommt, ist Salicylsäure. Doch ist die Anwendung von Salicylsäure in der Schwangerschaft sicher? Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen und Erkenntnisse rund um die Verwendung von Salicylsäure-haltigen Shampoos und anderen Produkten während der Schwangerschaft.
Salicylsäure ist eine Beta-Hydroxysäure (BHA), die in vielen Kosmetikprodukten enthalten ist. Sie wird oft zur Behandlung von Hautunreinheiten, Akne, fettiger Haut, Mitessern und Pickeln eingesetzt. Salicylsäure wirkt peelend, indem sie die Haut von abgestorbenen Hautschüppchen befreit. Sie ist auch bekannt als BHA oder Beta-Hydroxysäure.
Chemische Peelings entschuppen eine verdickte Hautoberfläche, indem sie in die Hautschichten eindringen und die oberste Hautschicht sanft abschälen. Auch bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Reibeisenhaut kann Salicylsäure zu einer Verbesserung des Hautbilds beitragen. Es gewinnt ihren Glow zurück und erscheint ebenmäßig und rosig.
In der Schwangerschaft kannst du Salicylsäure verwenden, aber nur unter bestimmten Umständen. Verwende Cremes oder andere Anwendung mit Salicylsäure nicht großflächig. Du kannst sie in der Schwangerschaft in geringer Konzentration (maximal zwei Prozent) anwenden. Bei einer gering dosierten Waschlotion, die du (mehrmals die Woche) im Gesicht verwendest, musst du dir also keine Gedanken machen. Auf höheren Konzentrationen solltest du jedoch komplett verzichten.
Es fehlen Studien, um genau bestimmen zu können, ab wann die übermäßige Verwendung Probleme bei Ungeborenen auslösen könnte. Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel solltest du deshalb darauf verzichten. Es könnte Herz und Nieren deines Babys schädigen.
Mediziner:innen sind sich in ihren Empfehlungen allerdings einig, welche auf das Wohl des Ungeborenen abzielen. Dabei unterscheiden sie die Konzentrationen der Salicylsäure, das erste und zweite Schwangerschaftsdrittel und das letzte Trimester.
Ärztinnen und Ärzte beruhigen Frauen, die Salicylsäure unwissentlich im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel angewendet haben. Lag die Konzentration nicht höher als bei zwei Prozent und wurde sie kleinflächig, beispielsweise im Gesicht aufgetragen, besteht keine Gefahr für die Entwicklung des Kindes. Nur bei höher-prozentigen Salicylsäuren empfehlen Expert:innen, diese während der gesamten Schwangerschaft nicht anzuwenden. Freiverkäufliche Produkte übersteigen jedoch nahezu nie die zwei Prozent.
Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist bekannt, dass Wirkstoffe, die die Produktion der eigenen Prostaglandine (Gewebshormone) hemmen, das Herz und die Nieren des Babys schädigen können. Salicylsäure gehört zu diesen Wirkstoffen. Im letzten Trimester kann sie über die Haut aufgenommen, zum Ungeborenen gelangen. Daher können hohe Dosen von Salicylsäure ab der 30. Schwangerschaftswoche (SSW) laut Expert:innen zum vorzeitigen Verschluss der kindlichen Kreislaufverbindung führen.
Mediziner:innen legen daher nahe, zur Sicherheit des Babys vom Gebrauch hochprozentiger Salicylsäure abzusehen. Am besten während der gesamten Schwangerschaft und bis zur Geburt, um ein mögliches, bisher aber noch nicht erforschtes Risiko auszuschließen. Hochprozentige Salicylsäure wird beispielsweise bei einigen kosmetischen Gesichtsbehandlungen eingesetzt. Unterrichte deine Kosmetikerin daher gegebenenfalls vor einer Anwendung.
In der Stillzeit sollte Salicylsäure nicht im Bereich der Brust aufgetragen werden, um den Kontakt mit dem Säugling zu vermeiden. Die Salicylsäure könnte über die Haut in den Blutkreislauf des Kindes gelangen.
Dr. weist darauf hin, dass die kurzzeitige und kleinflächige Anwendung von abwaschbaren, salicylhaltigen Produkten mit einer zweiprozentigen Formulierung, wie einer Waschlotion, keine Gefahr darstellt.
Wenn Salicylsäure vor der Schwangerschaft ein fester Bestandteil deiner Hautpflege war, könnte eine dieser Alternativen für dich interessant sein. Probiere es doch mal mit einem chemischen Peeling wie Glykolsäure oder Milchsäure (AHA). Diese Produkte sind in der Schwangerschaft unbedenklich, sicher und auch nach einer langsamen Eingewöhnung für eine empfindliche Haut geeignet.
Verwendest du mehrere Produkte, in denen Salicylsäure enthalten ist, solltest du diese auswechseln. Bei Hornhautsalben, Peelings und Co. gibt es viele andere Möglichkeiten. Sprich hierzu mit deinem behandelndem Arzt oder deiner Ärztin. Bei der Kosmetik setzt du auf Inhaltsstoffe, die deine Haut mit Feuchtigkeit versorgt und den pH-Wert aufrechterhält. So neigst du weniger zu Akne, auch wenn sich deine Hormone aufgrund der Schwangerschaft umstellen. Niancinamid wird bei starker Akne eingesetzt. Sie hemmt die Talkproduktion. Gleiches gilt für Vitamin C, das ebenfalls unbedenklich ist. Falls du ein Peeling verwenden möchtest, kann Milchsäure die sichere Wahl für dich sein. Ein selbstgemachtes Peeling hilft dir ebenfalls, abgestorbene Hautschuppen zu entfernen.Hier sind einige natürliche und nachhaltige Alternativen, die du in Betracht ziehen kannst:
Grundsätzlich gilt: Um Produkte mit chemischen Lichtschutzfaktoren, Nanopartikeln, synthetischen Farbstoffen, Konservierungsstoffen, Emulgatoren, Silikonen oder Weichmachern solltest du in der Schwangerschaft einen Bogen machen. Wirf lieber einen Blick auf vegane Naturkosmetik oder spezielle Schwangerschafts-Produkte. Um ganz sicher zu gehen, kannst du dir deine Schönheitskosmetika aber auch selbst mixen. Inspirationen findest du hier!
Neben Salicylsäure gibt es weitere Inhaltsstoffe in Kosmetika, die während der Schwangerschaft vermieden werden sollten:
Viele Schwangere leiden unter Pickeln und Pusteln. Viele entsprechende Cremes basieren allerdings auf Salicylsäuren oder Retinol. Die Sicherheit der Anwendung von Salicylsäure bei Schwangeren ist nicht ausreichend untersucht. Im letzten Schwangerschaftsdrittel ist die Anwendung sogar streng verboten, denn die enthaltenen Substanzen hemmen die körpereigene Produktion von Prostaglandinen und schädigen so Herz und Nieren des Ungeborenen.
Zur Therapie einer schweren Akne werden häufig synthetischen Vitamin-A-Säuren, die Retinoide (Tretinoin bzw. Isotretinoin) eingesetzt. Diese rezeptpflichtigen Medikamente können schwere Schäden beim Ungeborenen bewirken, daher ist eine Behandlung auch schon bei Kinderwunsch, und selbstverständlich auch in der Schwangerschaft ausdrücklich verboten.
Hier sind einige allgemeine Tipps, die dir helfen können, deine Haut während der Schwangerschaft gesund zu halten:
Wahre Schönheit kommt von innen. Für Schwangere gilt das allemal. Denn ein liebevolles Lächeln auf den Lippen kündigt nicht nur häufig das kommende Familienglück an. Das verstärkt ausgeschüttete Hormon Östrogen sorgt zudem für volles, glänzendes Haar und eine glatte, rosige Haut.
| Schwangerschaftsdrittel | Konzentration der Salicylsäure | Anwendung | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Erstes und zweites Trimester | Bis zu 2% | Kleinflächig (z.B. Gesicht) | Keine Gefahr für die kindliche Entwicklung |
| Gesamte Schwangerschaft | Höher als 2% | - | Nicht anwenden |
| Letztes Trimester (ab 30. SSW) | Alle Konzentrationen | - | Gebrauch vermeiden, um Herz und Nieren des Babys zu schützen |
| Stillzeit | Alle Konzentrationen | Bereich der Brust | Nicht auftragen, um Kontakt mit dem Säugling zu vermeiden |
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