Olivia Apps, Kapitänin der kanadischen Nationalmannschaft im 7er-Rugby, hat ihr Land zu einem überraschenden Erfolg bei den Olympischen Spielen geführt. Sie schaffte es mit ihrem Team bis ins Finale und gewann die Silbermedaille. Doch neben ihren sportlichen Leistungen erregte sie auch aus einem anderen Grund Aufmerksamkeit: Sie setzt sich öffentlich für mehr Bewusstsein für Alopecia areata ein, eine Krankheit, die zu Haarausfall führt.
Apps leidet seit ihrer Kindheit an Alopecia areata, einer Autoimmunerkrankung, die umgangssprachlich auch als „kreisrunder Haarausfall“ bezeichnet wird. Bei dieser Erkrankung kommt es zu Haarverlust, der meist in umschriebenen, ovalen oder kreisrunden Bereichen auf der Kopfhaut auftritt und auch Augenbrauen und Wimpern betreffen kann. Es ist dieselbe Krankheit, unter der auch Schiedsrichter-Legende Pierluigi Collina leidet.
Apps manifestierte sich die Krankheit, als sie sieben Jahre alt war. Sie sagte vor einigen Tagen zu CNBC: „Ich habe meine Haare in jungen Jahren verloren, und das war für mich wahrscheinlich eine gute Zeit.“ Sie erklärt: „Ich glaube, wenn ich in der High School oder in meinen 20ern wäre, hätte ich ganz andere Herausforderungen zu bewältigen. Aber als ich jünger war, habe ich schnell verstanden, was es heißt, sich in seiner eigenen Haut wohlzufühlen.“
Apps versuchte in ihrer Kindheit, eine Perücke zu tragen, fühlte sich dadurch jedoch unsicher. „Zu Hause, bei meinen Freunden und Schwestern, habe ich mich ohne Haare wohlgefühlt und nicht weiter darüber nachgedacht. Aber wenn ich dann in die Schule ging und das Gefühl hatte, ich müsste etwas bedecken oder verstecken, dann habe ich mich nicht gut gefühlt“, spricht die 25-Jährige offen über die Herausforderungen, die mit ihrer Krankheit einherkamen.
Apps lernte so bereits in jungen Jahren, mit Alopecia zu leben und die Meinungen anderer Leute auszublenden: „Obwohl ich erst sieben Jahre alt war, wusste ich, dass es etwas sehr Starkes hat, wenn man einfach sagen kann `Hey, so bin ich, und es ist mir eigentlich egal, was andere denken.‘“
Die öffentliche Wahrnehmung von Alopecia sei noch verbesserungswürdig, findet die Rugbyspielerin. Sie werde häufig gefragt, ob sie eine Chemotherapie durchlaufe oder sie ihren Kopf rasiere. „Ich denke, dass sich viele Menschen - vor allem Frauen, aber auch Männer - mit einer Glatze nicht wohlfühlen“, sagt Apps. Man sehe „nicht viele Frauen ohne Haare.“ Das führe dazu, dass nicht viel Bewusstsein über die Erkrankung bestehe.
Alopecia Areata auf dem Kopf eines Patienten
Auch andere Sportlerinnen und Sportler sind von Alopecia areata betroffen. Ein bekanntes Beispiel ist die englische Rugby-Spielerin Heather Fisher. Sie trägt die Glatze nicht, weil sie das für ein Fashion-Statement hält, sondern weil sie eine Krankheit dazu zwingt - Alopecia areata, eine bestimmte Form des Haarausfalls. Bei der Rugby-Weltmeisterschaft 2010 gingen ihr plötzlich die Haare büschelweise aus. Sie fand sich hässlich, schämte sich, so in die Öffentlichkeit zu gehen. Sie sei auch schon in verschiedenen Ländern aus Frauentoiletten herausgeworfen worden.
„Da gibt es lustige Geschichten zu erzählen, aber ich bin einfach ein Mensch, und den Körperbau habe ich, weil ich Sport mache.“ Sie spielt nicht nur Rugby. Sport war immer etwas, mit dem sie gegen etwas ankämpfte: In ihrer Jugend litt sie an Magersucht, und sie muss auch heute noch aufpassen, dass sie nicht in alte Muster zurückfällt. „Ich hatte immer schon diese Sturheit in mir“, sagt sie.
Apps und Fisher sind Beispiele dafür, wie Sportlerinnen mit Alopecia areata umgehen. Sie zeigen, dass man trotz der Erkrankung erfolgreich sein und ein selbstbewusstes Leben führen kann. Ihr Engagement trägt dazu bei, das Bewusstsein für Alopecia areata zu erhöhen und Betroffenen Mut zu machen.
Androgenetische Alopezie - Ursachen, Symptome und Behandlung | dermanostic Hautlexikon
Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Haarfollikel angreift. Dies führt zu entzündungsbedingtem Haarausfall, der meist in kreisrunden oder ovalen Bereichen auftritt. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, betrifft jedoch häufiger Kinder und junge Erwachsene. Die Ursachen von Alopecia areata sind noch nicht vollständig geklärt, es wird jedoch vermutet, dass genetische Faktoren und Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.
Es gibt keine Heilung für Alopecia areata, aber es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Haarwachstum fördern können. Dazu gehören:
Die Behandlung von Alopecia areata ist oft langwierig und nicht immer erfolgreich. Viele Betroffene lernen jedoch, mit der Erkrankung zu leben und sie als Teil ihrer Identität zu akzeptieren.
Apps setzt sich dafür ein, dass Alopecia areata in der Öffentlichkeit offener thematisiert wird. Sie möchte anderen Betroffenen Mut machen und zeigen, dass man trotz der Erkrankung ein erfülltes Leben führen kann.
Sie habe in ihrer Kindheit versucht eine Perücke zu tragen, sich dadurch jedoch unsicher gefühlt.
Alopecia Areata auf dem Bart
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