Roy Black Perücke kaufen: Eine Reise in die Welt des Schlagers und der Krawatten

In den 70er Jahren war die Welt des Schlagers von Frohsinn und einer Rückbesinnung auf Natur und Frieden geprägt. Die 70er Jahre Kleidung ist bis heute eng mit der damaligen Musik verbunden.

Schlaghosen, Fransenweste und Rüschenhemd sind ebenso unverzichtbare Kleidungsstücke der 70er Jahre Kleidung bei einer entsprechenden Mottoparty, wie eine Perücke, übergroße Brille oder Flower Power Motive am Kostüm.

Das Outfit der 70er Jahre erforderte auch üppiges Brusthaar - wobei Toupets durchaus erlaubt waren. Auch auffällige Frisuren in Form von Afro & Co. durften nicht fehlen.

Doch was haben Willy Brandt, Roy Black, Günther Jauch, Michel Friedmann und Hape Kerkeling gemeinsam? Sie alle waren mal „Krawattenmann des Jahres“.

Der erste „Krawattenmann des Jahres“ hieß Hans-Joachim Kulenkampff. Das war 1965. Damals war die Krawattenwelt scheinbar noch in Ordnung. Mit Ausnahme derjenigen, die einer körperlichen Arbeit nachgingen, trug jeder Mann Krawatte.

Noch auf den ersten Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg trugen die Studenten selbstverständlich Anzug und Schlips. Doch das änderte sich bald.

Schon die Kampagne um den Krawattenmann war letztlich der Ausdruck einer Verunsicherung. Immerhin waren die 60er Jahre das Jahrzehnt der Emanzipation von bürgerlichen Konventionen und damit der Anfang vom Ende der Krawatte - lange vor „68“.

Wo, wann oder wie genau der erste Schlips getragen wurde, ist schwer zu rekonstruieren. Sicher ist nur, dass es Ende des 19. Jahrhunderts gewesen sein muss. Und vieles spricht dafür, dass er eine Erfindung des angelsächsischen Kulturraumes ist.

Vielleicht waren es dann tatsächlich Oxforder Studenten, die den modernen Schlips erfanden, als sie sich die bunten Collegebänder ihrer Strohhüte um den Hals knoteten und die Idee so großartig fanden, dass sie sofort beim nächsten Schneider entsprechende Seidenstreifen bestellten. Im Laufe der 1880er Jahre entstand dann der direkte Vorläufer unseres heutigen Binders, der „Macclesfield tie“, benannt nach dem Zentrum für Rohseideverarbeitung in England.

Den letzten Evolutionsschritt tat der Langbinder schließlich 1925. Da kam der New Yorker Schneider Jesse Langsdorf auf die Idee, die Krawatten nicht einfach irgendwie aus dem Stoff zu schnippeln, sondern diagonal gegen die Laufrichtung.

Das ermöglichte eine bessere Verarbeitung, einen schöneren Knoten und längere Haltbarkeit. Möglicherweise liegt hier auch die Ursache für das seltsame Phänomen, dass europäische Krawattenstreifen von links unten nach rechts oben verlaufen, amerikanische aber häufig umgekehrt, also von unten rechts nach links oben: offensichtlich werden in den Staaten die Seidenstoffe „von links“ zugeschnitten, was dann zu dem beschriebenen Effekt führt.

Wie dem auch sei: Das gute alte Streifenmuster erinnert daran, dass die Krawatte ihren Ursprung in der angelsächsischen Clubkultur hat. Immerhin hält der größte Hersteller solcher Krawatten, die Firma P.L. Sells, über 10.000 Muster bereit.

Doch nicht nur die Briten haben eine große Krawattentradition. Traditionsbewusste und berühmte Zentren der Krawattenkultur liegen in Paris, Rom, Neapel und - Krefeld. Schließlich entwickelte sich sie Stadt am Niederrhein im 18. Jahrhundert zu einem Zentrum der Seidenproduktion.

Wenn es ein Land gibt, das für Schönheit, Eleganz und modischen Esprit steht, dann ist das wohl Italien. Kein Wunder, dass dort Krawattenhersteller beheimatet sind, die als die besten der Welt gelten. Allen voran das Unternehmen „Marinella“ aus Neapel, dessen Kundenliste sich wie ein „Who’s Who“ der internationalen Polit-, Wirtschafts- und Showprominenz liest.

Am Place Vendôme in Paris findet man den Tempel gallischer Binderkultur: das Haus „Charvet“. Hier kulminiert alles: Stoffauswahl, Verarbeitungsqualität, Tradition, Würde, Exklusivität.

Für den etwas weniger distinguierten Herren bietet Paris allerdings auch das Pendant am Hals zu der dicken Rolex am Handgelenk: Schlipse von „Hermès“. Doch alles Lästern hilft nichts: die Krawatten aus der Rue du Faubourg Saint-Honoré gehören immer noch zu dem Besten und mitunter sogar Geschmackvollsten, was man so kaufen kann.

Das vielleicht britischste aller britischen Traditionshäuser stammt aparter Weise aus Irland: „Atkinsons“. Modisches Tamtam wird man hier vergeblich finden, stattdessen die klassischen Regimentals. Und selbstredend kauft der Prince of Wales hier.

Einen Kontrapunkt zu „Atkinsons“ bietet „Drake’s“, mein heimlicher Favorit. Insbesondere die Modelle aus Cashmere sind schon rein optisch zum niederknien - und eine aparte Alternative zur Seidenkrawatte. Aber auch in diesem Segment bietet „Drake’s“ eine wunderbar ausgewogene Kollektion, dezent modisch, mit der Tradition spielend und dabei hoch modern. Dass „Drake’s“ zudem die Stangenware für „Marinella“ produziert, sollte für sich sprechen.

Fein, könnte man an dieser Stelle sagen. Aber sind Krawatten denn überhaupt noch modern? Keine Frage, was immer die Branche äußern mag: die Krawatte ist auf dem Rückzug, spätestens seit die Politikergeneration Clinton, Blair und Schröder meinte, der Oben-ohne-Look strahle irgendwie Progressivität und Jugendlichkeit aus. Auch der berüchtigte Casual Friday und der Wegfall von Kleidungskonventionen in der „New Economy“ machen wenig Hoffnung.

Nein, die Zeichen der Zeit stehen auf Bequemlichkeit, Schlichtheit und Sportlichkeit. Und Krawatten sind all das genau nicht. In hundert Jahren, wage ich zu prognostizieren, wird die Krawatte genau so fern sein, wie uns heute die gepuderte Perücke.

Doch bis dahin haben wir ja noch ein bisschen Zeit. Und die sollte Mann nutzen. Offene Hemdkragen zum Anzug sehen nicht jugendlich aus, sondern trostlos. Eine Krawatte hingegen bietet auf einfache Art zahllose Möglichkeiten, die eigene Persönlichkeit und jeweilige Stimmung zum Ausdruck zu bringen. Kunstwerke wie die von „Ascot“, „Marinella“, „Charvet“ oder „Drake’s“ sind Schmuckstücke, die dem Mann mehr Haltung, mehr Format und ja: mehr Männlichkeit verleihen.

Wichtig ist allerdings, dass man die Krawatte nicht aus Zwang trägt, weil es sich so gehört oder so verlangt wird. Männern, die Schlipse nur aus Pflichtbewusstsein oder Konvention tragen, sieht man das schnell an.

Es gibt Parallelen zu Roy Black, der vor acht Jahren allein in einer bayerischen Fischerhütte starb. Offizieller Befund: Herzversagen, Sohn Thorsten sprach von Selbstmord. Berichte über Alkohol-Exzesse und Depressionen waren dem Tod Roy Blacks vorausgegangen. Der Sänger verabscheute die Schlager, mit denen er identifiziert wurde.

Ähnliches wird nun auch von Gildo berichtet - doch das Publikum verlangte von beiden Stars die immer gleichen alten Hits.

Zumindest öffentlich ging Alexander Ludwig Hirtreiter, wie der Sänger mit bürgerlichem Namen hieß, nie auf Distanz zum schön-schmalzigen Schlagerstar und Frauenschwarm Rex Gildo, als der er 1960 mit »Sieben Wochen nach Bombay« bekannt wurde.

Doch Gildo wollte unbedingt ins Showgeschäft. Er überzeugte schließlich seinen Vater und machte eine Schauspiel-Ausbildung an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule. Außerdem nahm er jahrelang Tanz- und Gesangsunterricht.

Gerüchte, er sei homosexuell und führe mit seiner Kusine Marion eine Scheinehe, haben Gildo seine Karriere lang verfolgt - er selbst hielt strikt am Image des sanften Heteros fest. Der Abschied vom »Hossa, hossa« singenden Sonnyboy hätte vermutlich das Karriere-Aus bedeutet.

Einmal habe Gildo erzählt, seine Fans wollten Texte auf Grönemeyer- oder Westernhagen-Niveau hören. Als ihm dann anspruchsvollere Lieder vorgelegt wurden, habe er einen Rückzieher gemacht: Der Stoff passe nicht zu ihm.

In der Hörerhitparade des SWR 4 zum Beispiel liegt sein »Fiesta Mexicana« auf Platz 213. Die Veranstaltung wurde abgesagt.

Wenn jüngere Zuhörer sich über Gildo lustig machten, erzählt Schulte, habe der gesagt: »Lass doch denen ihren Spaß. Die finden eben AC/DC gut.«

Trendvideo: Die 70’s – vom Hippiekleid bis Glamrock

Offenbar hat Rex Gildo die rosarote Brille am Ende doch abgenommen.

tags: #Roy #Black #Perücke #kaufen

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