Rote Haare sind selten und fallen auf. Aber was steckt dahinter, wenn Männer rote Haare oder einen roten Bart haben, obwohl sie keine klassischen Rotschöpfe sind? Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und genetischen Hintergründe dieses Phänomens.
Die Haarfarbe wird durch Pigmente, sogenannte Melanine, bestimmt. Bei Menschen mit weißer Hautfarbe entsteht die Haarfarbe aus einer Mischung von zwei Melanin-Formen: Eumelanin (schwarze Pigmente) und Phäomelanin (rote Pigmente). Dunkelhaarige Menschen haben oft nur Eumelanin in ihren Haaren, während blonde Haare schlicht eine extrem geringe Menge Eumelanin aufweisen. Die Haarzellen von Rothaarigen wiederum weisen fast ausschließlich Phäomelanine auf.
Die Gene bestimmen die exakte Mixtur und das Ergebnis ist schließlich Deine Haarfarbe. Dunkelhaarige besitzen überwiegend Eumelanin, Rotschöpfe fast nur Phäomelanin und blonde Menschen sehr wenig von beiden Pigmenten.
Die DNS enthält nicht nur Informationen darüber, welches Pigment ihr in euch trägt, sondern auch wie viel davon. Wenn von den Eltern Gene vererbt werden, enthalten sie genaue Informationen, welche Farbpigmente produziert werden sollen und wie viele. Dabei können auch alte Gene von den Vorfahren - vielleicht vom rothaarigen Ur-Ur-Großonkel Eddy - eine Rolle spielen.
Die Haarfarbe, so Haak-Bloem, würde nicht nur von den Eltern vererbt. Auch die Großeltern, Urgroßeltern und sogar noch weiter entfernte Ahnen würden dabei eine Rolle spielen. So weit ist das nicht weiter überraschend. Eure Gene entscheiden über eure Haarfarbe.
Vor mehr als einem Jahrzehnt fanden Forscher heraus, dass ein bestimmtes Gen auf Chromosom 16, MC1R, eine große Rolle dabei spielt, ob jemand rote Haare bekommt oder nicht. Dieses Gen stellt ein Protein her, das Phäomelanin in Eumelanin verwandelt.
Wie wird man rothaarig? Das Gen MC1R sorgt dafür, dass das Protein Melanocortin 1 hergestellt wird, das wiederum Pheolmelanine (rote Pigmente) in sogenannte Eumelanine (schwarze Pigmente) umwandelt.
„Erbt eine Person zwei mutierte Versionen des MC1R-Gens, also von jedem Elternteil eines, wird weniger Phäomelanin in Eumelanin verwandelt. Auch der rote Bart, der nicht zur Farbe des Kopfhaars passt, ist auf genau diese Mutation des MC1R-Gens zurückzuführen. Zwei mutierte Gene bedeuten vollständig rote Haare, nur ein mutiertes MC1R-Gen kann dafür verantwortlich sein, dass die roten Haare nur an einzelnen unerwarteten Stellen auftreten - und eben nicht überall gleich.
Wenn jemand zwei abweichende Versionen des MC1R-Gens - von jedem Elternteil eins - erbt, wird weniger „rote Farbe“ in „schwarze Farbe“ umgewandelt. Dann ist man „klassisch rothaarig“, also mit rotem Haar und heller Haut.
Erbt man nur eines dieser abweichenden Gene von einem Elternteil, kann rotes Haar sporadisch auftreten - zum Beispiel im Gesicht -, weil die Geninformationen sich an unterschiedlichen Körperstellen unterschiedlich auswirken.
Es ist also sogar möglich, dass euer Bruder als einziger in der Familie rote Barthaare hat - ohne, dass eure Eltern ein außereheliches Geheimnis hätten. Und solltet ihr unglücklich darüber sein, dass euer roter Bart nicht zu euren schwarzen Haaren passt: An euren Genen könnt ihr nichts ausrichten.
„Grundsätzlich erben Kinder nicht nur die Haarfarbe ihrer Eltern, sondern auch die ihrer Großeltern und noch älterer Vorfahren“, sagt Haak-Bloem. „Es kann also sein, dass durch eine bestimmte Gen-Kombination die Haarfarbe eines entfernten Verwandten wieder durchschlagen kann - zur Überraschung der Eltern.“
Die Gene, die für die Haarfarbe verantwortlich sind, sind so genannte ,unvollständige dominante Erbmerkmale‘. Die für die Haarfarbe verantwortlichen Gene, werden durch die sogenannte unvollständige Dominanz vererbt. Unvollständige Dominanz bedeutet, dass es kein Gen gibt, das dominiert, sondern dass sich alle Gene gegenseitig beeinflussen. Die von den Eltern vererbten Gene werden also vermischt und die Haarfarbe nie eindeutig festgelegt.
Die Gene, die über die Haarfarbe entscheiden, werden durch die sogenannte unvollständige Dominanz vererbt. Das heißt, dass es kein Master-Gen gibt, dass in einer Art Gen-Monarchie die alleinige Entscheidungshoheit über die Haarfarbe hat. Stattdessen sind es mehrere Gene, die in einer Art Gen-Demokratie im Zusammenspiel den sogenannten Phänotyp, was Fachsprache für Erscheinungsbild ist, bestimmen. Und wie das in der Demokratie nun mal so ist, können die Kräfteverhältnisse bei jedem Erbgang variieren. Deshalb kann es sein, das Geschwister unterschiedliche Haarfarben haben.
Einfach gesagt, heißt das, dass Du auch die Haarfarben Deiner Großeltern oder die von noch entfernteren Verwandten erben könntest. Zwei Elternteile mit schwarzen Haaren könnten also ein Kind mit roten Haaren bekommen - auch wenn es nicht sehr wahrscheinlich ist. Hatte einer Deiner Vorfahren einmal rote Haare, könntest Du dieses Gen also ebenfalls in Dir tragen - auch wenn Du selbst eine andere Haarfarbe besitzt.
Bei uns in Deutschland ist Rot die seltenste Haarfarbe. Rote Haare sind für Männer hierzulande also etwas ganz Besonderes.
Rote Haare gelten als geheimnisvoll und mystisch, aber auch als natürlich, jung und frech.
Männer mit roter Mähne wirken schon von Natur aus extravagant und außergewöhnlich. Rote Haare animieren viele Männer dazu, sich auch modisch an Irland und Großbritannien zu orientieren.
Bevor die Stylingphase beginnt, solltest Du einige Punkte über rote Haare beachten. Männer sollten bei der Auswahl des Haarschnitts bedenken, dass rotes Haar recht kräftig und dick ist.
Rote Haare sind auffällig. Männer, die es dezenter mögen, sollten daher auf extravagante Schnitte und besonders voluminöse Frisuren verzichten. Liebst Du dagegen den großen Auftritt? Dann kannst Du mit einem roten Quiff oder Irokesenschnitt sämtliche Blicke auf Dich ziehen.
Rote Haare haben Volumen. Für Männer bedeutet das, dass Kurzhaarfrisuren besonders gut zur Geltung kommen. Rote Haare lieben Bewegung. Männer sollten die lebendige Farbe zu ihrem Vorteil nutzen. Ein ausgeprägter Seitenscheitel oder eine nach hinten gekämmte und fixierte Tolle wirken bei roten Haaren noch dynamischer.
Rote Haare sind ideal für Bärte. Männer, die sich gern einen Bart stylen möchten, dürfen sich freuen: Rote Bärte ziehen die Blicke magisch an.
Es muss nicht gleich der Kilt sein.
Vor allem rothaarige Männer würden negativ beurteilt, bestätigt Ronald Henss, Psychologe an der Universität Saarbrücken. «Man hält sie nicht für intelligent, glaubt sie seien nervöser».
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Seltenheit | Seltenste Haarfarbe in Deutschland |
| Struktur | Kräftig und dick |
| Wahrnehmung | Geheimnisvoll, mystisch, natürlich, jung, frech |
| Styling | Kurzhaarfrisuren kommen gut zur Geltung, ideal für Bärte |
tags: #rote #haare #männer #ursachen
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