Schaut man sich alte Fotos aus der Kindheit an, stellt man sich häufig die Frage: Warum sahen meine Haare früher eigentlich so ganz anders aus als jetzt? Vielleicht war man früher ein richtiger Lockenkopf und hat heute glattes Haar. Wo damals eine dichte Löwenmähne war, kann man heute nur noch ausgedünntes Haupthaar sehen. Als Kind war man strohblond und nun bewegt sich der Farbton zwischen dunkelbraun und schwarz. Woran liegt es, dass sich die Haare im Laufe der Jahre so verändern?
Der Hamburger Spezialist für Haarerkrankungen Dr. Frank-Matthias Schaart, Facharzt für Dermatologie in Hamburg sowie Gründungs-Mitglied der European Hair Research Society (EHRS) erklärt: "Im Laufe des Lebens kann sich die Haarstruktur aus ganz unterschiedlichen Gründen ändern. Da können sowohl hormonelle oder genetische Gründe als auch veränderte Ernährung oder Pflege eine Rolle spielen."
Eine Änderung der Haarstruktur im Laufe des Lebens kann mit einer Änderung all dieser Faktoren entweder einzeln oder in Kombination ausgelöst werden.
An einen Sieben-Jahres-Zyklus - wie ihn das Sprichwort verheißt - glaubt Schaart allerdings nicht: "Es gibt in der Regel drei Abschnitte im Leben eines Menschen, in denen die Haare möglichen Änderungen unterliegen können. Diese Phasen sind die Pubertät, die Wechseljahre und dann noch einmal das fortgeschrittene Alter zwischen Mitte und Anfang siebzig. In diesen Zeiträumen können die Haare sich verändern und ausdünnen."
Mit zunehmendem Alter werden primär bei der Frau die Haare dünner und feiner, was an einer Verschiebung des Gleichgewichtes zwischen weiblichen und männlichen Hormonen liegt. Der immer stärker werdende Einfluss der männlichen Hormone (insbesondere in und nach den Wechseljahren) führt zu einer zunehmenden „Miniaturisierung“ der einzelnen Haarwurzeln und damit zu einem dünneren und feineren Nachwachsen der Haare. Natürlich spielen auch die anderen äußerlichen und inneren Faktoren mit zunehmendem Lebensalter eine steigende Rolle bezüglich der Haarstruktur.
Je schonender mit den Haaren umgegangen wird, desto länger bleibt eine normale, gesunde Haarstruktur erhalten.
Mehrere Faktoren können die Beschaffenheit und das Aussehen Ihrer Haare beeinflussen. Hier sind einige der häufigsten Gründe:
Veränderungen in Ihrer Haarstruktur, von Vergröberung und vermehrtem Kräuseln bis hin zu Schlappheit und Ausdünnung, können die Art und Weise sein, wie Ihr Haar signalisiert, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Tabelle: Mögliche Ursachen und Auswirkungen auf die Haarstruktur
| Ursache | Auswirkung auf die Haarstruktur |
|---|---|
| Hormonelle Veränderungen | Veränderte Talgproduktion, Haarausfall, Trockenheit, fehlendes Volumen |
| Genetische Faktoren | Früheres Ergrauen |
| Äußere Einflüsse | Beschädigung der Haarstruktur |
| Ernährungsmangel | Trockenes, sprödes Haar, Haarausfall |
| Stress | Erschöpfung der Haarfollikel, beeinträchtigte Regeneration |
| Schilddrüsenerkrankungen | Haarausfall, trockenes, brüchiges Haar |
| Alter | Graue Haare, verlangsamtes Haarwachstum |
Gerade der Verlust von Haaren ist sowohl für Frauen als auch für Männer ein belastendes Thema. Ob dünner werdendes Haar (Miniaturisierung), Haarverlust (Effluvium) oder Haarlosigkeit (Alopezie) - für die Betroffenen geht diese Veränderung nicht selten mit Ärger, Frust und psychischen Problemen einher.
Meistens sind die Ursachen für eine derartige Erkrankung oder Störung des Haarwachstums leicht zu diagnostizieren. Schaart empfiehlt gegebenenfalls eine Untersuchung mittels eines computergesteuerten Verfahrens. Hierbei kann unter anderem der genaue Zustand der Haarwurzeln analysiert und die Haardichte bestimmt werden.
Gekoppelt mit einem Bluttest kann man so oft herausfinden, welche Ursachen der Haarausfall hat: "Am häufigsten sind mit Sicherheit hormonell oder erblich bedingte Gründe. Auch Störungen der Schilddrüsenhormone, Eisen- oder Zinkmangel, Blutzuckererkrankungen, chronische Entzündungen im Körper, Stress oder die Einnahme von Medikamenten können zu Haarausfall oder Ausdünnung führen."
Viele Menschen haben aber auch schon mit den gewöhnlichen "Bad hair days" zu kämpfen. Wieso glänzen meine Locken nicht? Aus welchem Grund hält die Frisur nicht? Warum hängen meine Haare nach einem Tag nur noch wie pomadige Spaghetti herunter?
Das teuerste Pflegeprodukt hilft nichts, wenn man nicht ein paar Grundregeln für gesundes und somit kraftvolles Haar beachtet, weiß Schaart: "Ganz wichtig: nicht zu häufig die Haare waschen. Zwei bis drei Mal in der Woche reicht vollkommen aus. Tägliches Haare waschen ist eindeutig zu viel. Man sollte außerdem keine aggressiven Shampoos benutzen und nicht zu heiß föhnen. Auch Dauerwellen, Färbungen und Tönungen können das Haar auf Dauer schädigen; wenn, dann am besten mit natürlichen Substanzen arbeiten. Auch ein regelmäßiges Massieren der Kopfhaut ist gut, da die Durchblutung dadurch angeregt wird."
Um Ihr Haar gesund zu erhalten, ist es wichtig, dass Sie eine angemessene Haarpflegeroutine einhalten.
Aber wichtig ist natürlich auch die richtige Pflege. Und dazu zählt ein schonendes Shampoo. Viele der angepriesenen Haarwaschmittel sind mit Silikonen versetzt. Richtig gelesen: Silikone. Das ist der Wirkstoff, den man normalerweise benutzt, um Fenster abzudichten. Aber auch in der Haarpflege erfreuen sich die so genannten Polysiloxane größter Beliebtheit.
Und ähnlich wie bei der Fensterisolierung arbeiten Silikone auch am Haar - sie dichten das Haar nach außen hin ab, umgeben es mit einem glatten Film, machen es dadurch leichter kämmbar und vermeintlich geschmeidiger. Das Problem ist das gleiche wie im Handwerkeralltag: Silikone versiegeln die Haarpracht (und im Übrigen auch die Kopfhaut!) und man bekommt sie nur schwer wieder ab!
Das bedeutet, dass bei jeder Wäsche noch eine Silikonschicht auf das Haar gelangt und damit auch mögliche Haarschäden verdeckt werden. Ergebnis: schweres Haar, fehlendes Volumen und Strähnen. Um die nicht wasserlöslichen Silikone zu entfernen, benötigt man wiederum aggressive Shampoos mit Tensiden und so eröffnet man einen endlosen Kreislauf von Reparatur-Haarwaschmitteln, die nichts weiter machen als das Haar unnötig zu strapazieren. Des Weiteren stehen Silikone im Verdacht, Allergien auszulösen. Deswegen sollte man beim Shampoo-Kauf unbedingt auf Produkte ohne Silikone achten.
Sie gehören zum Leben dazu: graue Haare. Während die einen bereits in ihren Zwanzigern die ersten silbernen Strähnen entdecken, bleiben andere bis in ihre Fünfziger von diesem natürlichen Alterungsprozess verschont. Doch haben Sie sich schon einmal gefragt, warum das so ist? Warum ergrauen manche Menschen früher als andere? Und was sind überhaupt die Ursachen für das Ergrauen unserer Haare?
Unsere Haarfarbe ist nicht nur ein ästhetisches Merkmal, sondern auch ein faszinierendes Ergebnis biologischer Prozesse und genetischer Faktoren. Die Farbe unseres Haares wird durch Pigmente bestimmt, die Melanine genannt werden. Diese Melanine werden von spezialisierten Zellen, den Melanozyten, produziert, die sich in den Haarfollikeln befinden. Es gibt zwei Haupttypen von Melanin: Eumelanin, das für schwarze und braune Haare verantwortlich ist, und Phäomelanin, das für rote und blonde Haare verantwortlich ist.
Wie bereits erwähnt, beginnt das Ergrauen, wenn die Melanozyten aufhören, Melanin zu produzieren. Mit der Zeit verlieren diese Zellen ihre Fähigkeit, effizient zu arbeiten, was zu einem Rückgang der Melaninproduktion führt.
Eine der wichtigsten altersbedingten Veränderungen der Haare ist das Grauwerden! Dieses beginnt normalerweise im 4. Lebensjahrzehnt bei Männern und bei Frauen; jedoch gibt es Menschen, die bereits mit Anfang 20 beginnen, grau zu werden. Das Ergrauen betrifft nicht nur die Kopfhaare.
Ursache hierfür ist eine verringerte Produktion von Melanosomen („Pigmentkörperchen“) durch die pigmentproduzierenden Zellen der Haarwurzel, die sog. „Melanozyten“.
Die meisten Menschen bekommen ihre ersten grauen Haare zwischen dem 30. und 40.
Die Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter, und das Ergrauen der Haare ist keine Ausnahme. Wie bereits erwähnt, gibt es aktuelle Studien, die sich mit den Mechanismen des Ergrauens befassen, insbesondere mit der Rolle von Stress, Mitochondrien und Melanozyten.
Die laufende Forschung lässt auf neue Entdeckungen hoffen, die zu wirksameren Behandlungen gegen das Ergrauen führen könnten. Auch wenn es noch in weiter Ferne liegt, den Prozess des Ergrauens vollständig aufzuhalten, so besteht doch die Hoffnung, dass zukünftige Behandlungen den Prozess verlangsamen oder sogar umkehren können.
Ein weiterer Forschungsansatz besteht darin, Haare aus Operationspräparaten der Kopfhaut zu isolieren (ist einfach möglich) oder mit aus der Kopfhaut gezupften Haaren zu arbeiten und hieraus verschiedene Zellpopulationen im Reagenzglas anzuzüchten (Keratinozyten der Wurzelscheide, dermale Fibroblasten aus der Haarwurzel, Melanozyten aus der Haarwurzel, sog. Bulbuszellen oder Stammzellen des Haares). Aus einer Kombination dieser Zellen versucht man, im Reagenzglas ein neues Haar zusammenzubauen, um Haare sozusagen zu vervielfältigen.
Ziel ist es, aus wenigen isolierten Haaren des Menschen im Reagenzglas viele Haare zu produzieren, um diese Haare dann zurück zu transplantieren! Bisher ist nur möglich, Haare aus dem Hinterkopf zu entnehmen und in kahle Stellen im Vorderkopf einzupflanzen. Hier hätte man die Möglichkeit, aus wenigen Originalhaaren eine Vielzahl von Haaren zu bilden und damit die Haardichte auf der Kopfhaut deutlich zu erhöhen.
tags: #Haarstrukturänderung #Ursachen
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