Rosmarinöl für die Haare: Anwendung, Wirkung und Rezepte

Rosmarin, der immergrüne buschige Strauch, der so herrlich aromatisch duftet, ist den meisten aus der Küche bekannt. Doch neuerdings findet das klassische Gewürz noch eine andere Anwendungsform in der Haarpflege.

Die sozialen Medien sind voll davon: Rosmarinöl gegen Haarausfall und für gesunde Haare. Wenn Sie viel auf den sozialen Medien unterwegs sind, dann sind Sie vielleicht bereits über den neuesten Haarpflege-Trend gestolpert: Rosmarinöl oder Rosmarinwasser für die Haare als natürliches Mittel zur Förderung des Haarwachstums und Stärkung des Haares. Doch was steckt wirklich hinter diesem Trend? In diesem Artikel erfahren Sie, welche Wirkung Rosmarinöl auf Haare und Kopfhaut hat und wie Sie Rosmarinöl richtig anwenden. Außerdem geben wir Ihnen Rezepte an die Hand, mit denen Sie Rosmarinöl und Rosmarinwasser ganz einfach selbst herstellen können.

Die Wirkung von Rosmarinöl auf Haare und Kopfhaut

Rosmarin verfügt über einige Eigenschaften und Inhaltsstoffe, die Ihre Haare stärken und das Haarwachstum fördern können. Die kosmetische Verwendung von Rosmarin ist tatsächlich nicht neu: Schon im antiken Rom war Rosmarin als Heilpflanze bekannt und wurde unter anderem gezielt gegen Haarausfall eingesetzt.

Rosmarinöl enthält eine Bandbreite an Inhaltsstoffen. Damit die Konzentration wohltuender sekundärer und primärer Pflanzenstoffe hoch ist, solltest du auf qualitativ hochwertige Präparate aus biologischem Anbau setzen. So enthält Rosmarin Carnosolsäure, welche antioxidative und antimikrobielle Eigenschaften aufweist. Inhaltsstoffe wie Glykolsäure, Bitterstoffe, Flavonoide, Saponine und Gerbstoffe schützen zudem die Kopfhaut und können sich positiv auf ein schnelleres Haarwachstum auswirken. Eine regelmäßige Anwendung des Öls reguliert zudem die Talgproduktion der Kopfhaut, was gegen schnell fettende Haare hilft.

Rosmarinöl gegen Haarausfall

Eine gereizte oder entzündete Kopfhaut sowie Schuppen zählen zu den häufigen Ursachen von Haarausfall. Die antiseptischen Eigenschaften des Rosmarinöls können dabei helfen, die Entzündungen der Kopfhaut zu lindern und lästige Schuppen loszuwerden. Bei reaktivem Haarausfall, also solcher, der durch äußere Faktoren wie Stress, Müdigkeit oder Eisenmangel hervorgerufen wird, kann Rosmarin ebenfalls Abhilfe schaffen.

Bei Männern ist der Haarausfall nicht selten genetisch bedingt. Rosmarinöl kann nachweislich dabei helfen, das Haarwachstum von Männern anzuregen und damit gegen Haarausfall vorzugehen. Rosmarinöl könnte ggf. die Haare vor freien Radikalen schützen, Entzündungen bekämpfen und die Durchblutung und somit den Nährstoffwechsel anregen.

Es gibt kleinere Untersuchungen, die sich mit diesem Thema befassen. Eine Studie aus dem Jahr 2015 [1] hat etwa untersucht, wie sich Haarausfall bei androgenetischer Alopezie mit herkömmlichen Minoxidil-Präparaten im Vergleich zu Rosmarinöl behandeln ließ. Hier haben die Forscher festgestellt, dass der Gebrauch von Minoxidil ähnliche Ergebnisse erzielen konnte, wie das Rosmarinöl in der Vergleichsgruppe. Es könnte also tatsächlich sein, dass Rosmarinöl gegen Haarausfall hilft.

Beachten Sie: Leiden Sie an ernsthaften Erkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis, sollten Sie nicht als Erstes zum Rosmarinöl greifen, sondern sich zunächst an einen Arzt wenden. Auch wenn die Ursache für Ihren Haarausfall nicht bekannt ist, sprechen Sie am besten als Erstes mit einem Experten.

Rosmarin-Haaröl selber machen

Haarwachstum stärken mit Rosmarinöl

Eine intakte Kopfhaut ist die Grundvoraussetzung für gesunde Haare. Massieren Sie Ihre Kopfhaut regelmäßig mit Rosmarinöl, so wird die Durchblutung gefördert. Dazu trägt der Inhaltsstoff Cineol bei, ein ätherisches Öl, das anregend für die Durchblutung der Haut wirkt. Dies ist wichtig, damit die Haarfollikel mit Nährstoffen versorgt werden, was wiederum das Haarwachstum anregen kann.

Rosmarinöl selber machen - so geht's

Rosmarinöl oder Rosmarinextrakt müssen Sie nicht unbedingt kaufen. Wir verraten Ihnen, wie Sie Rosmarinöl ganz einfach selbst herstellen können.

Rezept für Rosmarinöl

Zutaten:

  • 3-4 getrocknete Rosmarinzweige
  • 100 ml Öl Deiner Wahl (Olivenöl, Jojobaöl, Kokosöl, Pfefferminzöl oder Rizinusöl)
  • Einmachglas (ca. 200 ml. Fassungsvermögen)
  • Tee- oder Kaffeefilter
  • Dunkle Glasflasche (z.B. Seifenspender oder eine Pipetten-Flasche)

Anleitung:

  1. Spülen Sie das Einmachglas mit kochendem Wasser aus, um Keime abzutöten und trocknen Sie es anschließend mit einem sauberen Tuch.
  2. Hacken Sie die getrockneten Rosmarinzweige in kleine Stücke und füllen Sie sie in das Einmachglas.
  3. Übergießen Sie den Rosmarin nun mit dem Öl, bis dieser vollständig bedeckt ist und verschließen Sie das Glas anschließend.
  4. Setzen Sie ein Wasserbad auf und stellen Sie das Einmachglas hinein. Das Glas sollte für mindestens eine Stunde in dem Wasserbad bleiben. Achten Sie darauf, dass die Wassertemperatur nicht über 60 Grad steigt, damit die Wirkstoffe erhalten bleiben.
  5. Gießen Sie das fertige Rosmarinöl durch den Tee- oder Kaffeefilter und füllen Sie es in die dunkle Glasflasche ab.

Rezept für Rosmarinwasser

Sie haben gerade kein geeignetes Träger-Öl zur Hand? Rosmarinwasser könnte eine gute Alternative zum Rosmarinöl sein. Da Rosmarinwasser die Haare weniger fettig aussehen lässt, ist es zudem noch etwas einfacher, es spontan in den Alltag zu integrieren. Auch bei empfindlicher Kopfhaut empfiehlt es sich, eher zu dem milderen Rosmarinwasser zu greifen.

Zutaten:

  • 500 ml Wasser
  • 2 EL getrockneter Rosmarin
  • Sprühflasche

Anleitung:

  1. Geben Sie das Wasser und den Rosmarin in einen Topf und lassen Sie das Ganze für etwa 30 Minuten köcheln.
  2. Lassen Sie das Wasser vollständig abkühlen.
  3. Geben Sie den Sud anschließend durch ein Sieb und gießen Sie es in die saubere Sprühflasche.

Das perfekte Träger-Öl auswählen: die Wirkung verschiedener Öle auf Kopfhaut & Haare

Die Wahl des richtigen Trägeröls kann die Wirkung von Rosmarinöl verstärken. Hier eine Übersicht verschiedener Öle und ihrer Vorteile:

Öl Wirkung
Olivenöl Spendet Feuchtigkeit, lindert Trockenheit und Juckreiz, antibakterielle Eigenschaften können gegen Schuppen helfen, beruhigt die Kopfhaut dank entzündungshemmender Eigenschaften.
Kokosöl Spendet Feuchtigkeit, antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, Schutz vor UV-Strahlung und Hitze, steigert die Durchblutung und kann das Haarwachstum fördern.
Jojobaöl Stärkt Elastizität des Haares und verhindert Haarbruch, lindert Juckreiz und kann gegen Schuppen helfen, reguliert Talkproduktion und reduziert damit fettige Haare.
Rizinusöl Beruhigt gereizte und sensible Kopfhaut, spendet Feuchtigkeit, fördert das Haarwachstum.
Pfefferminzöl Kühlt und erfrischt, antibakterielle und antimykotische Eigenschaften, verleiht dem Haar mehr Glanz, fördert Haarwachstum.

So wenden Sie Rosmarinöl für Haare und Kopfhaut richtig an

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Rosmarinöl in Ihre Haarpflege-Routine integrieren können. Wichtig ist, dass Sie das Rosmarinöl regelmäßig und über einen längeren Zeitraum anwenden, mindestens über 6 Monate. Je nach Präferenz und erwünschter Wirkung können Sie zwischen folgenden Anwendungsmöglichkeiten wählen:

Rosmarinöl als Kopfhautmaske vor der Haarwäsche oder über Nacht

Verreiben Sie etwa 10 Tropfen des Öls zwischen den Händen oder tragen Sie es direkt auf die Kopfhaut auf. Verteilen Sie das Haaröl gleichmäßig auf Ihrer Kopfhaut und massieren Sie es sanft auf Ihrem gesamten Kopf ein. Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit. Lassen Sie das Rosmarinöl anschließend für etwa 20 Minuten einwirken und spülen Sie es dann gründlich aus. Alternativ können Sie das Rosmarinöl auch kurz vor dem Schlafengehen in die Kopfhaut einmassieren und über Nacht einwirken lassen. So können die natürlichen Inhaltsstoffe ihre Wirkung voll entfalten.

Diese Art der Anwendung sollten Sie 1-2 Mal in der Woche durchführen.

Rosmarinöl mit Shampoo oder Conditioner mischen

Wenn Sie kein Fan von dem Gefühl leicht öliger Haare sind, können Sie das Rosmarinöl auch als Shampoo-Zusatz anwenden. Geben Sie 4-5 Tropfen des Öls in Ihr Shampoo oder in Ihren Conditioner und lassen Sie diese Mischung für etwa 2 Minuten einwirken, bevor Sie sie auswaschen.

Als Shampoo-Zusatz empfiehlt es sich, das Rosmarinöl 3-mal in der Woche anzuwenden.

Weitere Anwendungstipps für Rosmarinöl

  1. Rosmarinöl gegen Haarausfall: Es kommt auf die Ursache an

    Ob Sie mit Rosmarinöl erfolgreich gegen Haarausfall vorgehen können, hängt in erster Linie davon ab, wie es überhaupt zu dem Haarausfall kommt, denn dafür gibt es verschiedenste Ursachen. Damit Rosmarinöl bei Haarausfall helfen kann, müssen die Haarwurzeln noch intakt sein. Bei starkem Haarausfall sollten Sie am besten professionellen Rat einholen.

  2. Machen Sie einen Allergietest

    Wie bei allen Wirkstoffen kann auch Rosmarinöl unter Umständen eine allergische Reaktion hervorrufen. Bevor Sie das Öl auf der gesamten Kopfhaut anwenden, sollten Sie zunächst einige Tropfen an einer unauffälligen Stelle verreiben. Wenn nach 24 Stunden keine Nebenwirkungen wie Hautreizungen auftreten, vertragen Sie das Öl gut.

  3. Haben Sie Geduld

    Auch wenn es oft als solches angepriesen wird - Rosmarinöl ist kein Wundermittel, das Ihnen bereits nach 2 Anwendungen volles Haar verleiht. Es kann bis zu sechs Monate dauern, bis eine Wirkung eintritt. Haarwachstum braucht Zeit.

  4. Wenden Sie Rosmarinöl nur verdünnt an

    Das reine ätherische Rosmarinöl ist sehr potent. Eine pure Anwendung kann zu Hautreizungen und Unverträglichkeiten führen. Sie sollten es daher unbedingt verdünnen, indem Sie es zum Beispiel mit Jojobaöl oder Kokosöl vermischen.

Erfahrungen mit Rosmarinöl für die Haare & Studienlage

Die Erfahrungsberichte zur Anwendung von Rosmarinöl für die Haare fallen bislang äußerst positiv aus: Regelmäßig ein paar Tropfen auf die Kopfhaut und schon können Sie sich an Ihrer neuen Haarpracht erfreuen.

Es gibt bereits mehrere wissenschaftliche Studien, bei denen positive Effekte von Rosmarinöl auf das Haarwachstum festgestellt werden konnten. So wurde bereits in einer Studie getestet, inwiefern ätherische Öle, wie Rosmarin- oder Lavendelöl, bei kreisrundem Haarausfall helfen können. Nach 7 Monaten konnten im Vorher-Nachher-Vergleich bei vielen der Versuchspersonen signifikante Verbesserungen festgestellt werden.

In einer Studie von 2015 wurde an einer Gruppe von 100 Männern die Wirkung von Rosmarinöl im Vergleich zu Minoxidil, einem gängigen Mittel gegen Haarausfall, getestet. Die Männer litten an veranlagungsbedingtem Haarausfall. Nach der Studienlaufzeit von 6 Monaten konnte bei beiden Versuchsgruppen eine signifikant höhere Haardichte festgestellt werden. Die Gruppe, die das chemische Mittel verwendet hat, hatte jedoch mit juckender Kopfhaut zu kämpfen, während Nebenwirkungen beim Rosmarinöl ausblieben.

Auf den sozialen Medien gibt es zudem tausende von Erfahrungsberichten, die von der positiven Wirkung von Rosmarinöl auf das Haarwachstum zeugen. Eindrückliche Vorher-Nachher-Bilder zeigen, wie mit Rosmarinöl Haarausfall bekämpft und das Haarwachstum angeregt werden konnte.

Die regelmäßige Anwendung von Rosmarinöl auf den Haaren kann zu Nebenwirkungen führen. Hautreaktionen können bspw. eintreten, wobei du dieser Nebenwirkung schnell und einfach mit einem kleinen Hauttest vorbeugen kannst. Aufpassen solltest du darauf, dass Rosmarinöl nicht in deine Augen oder Schleimhäute gelangt, da dort starke Irritationen auftreten können. In der oben erwähnten Studie aus dem Jahr 2015 wurde beobachtet, dass eine juckende Kopfhaut beim Gebrauch von Rosmarinöl öfter eingetreten ist, als bei einer Vergleichsgruppe, welche keinerlei Mittel verwendet hat. Mit dieser Nebenwirkung solltest du also ggf.

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