Der Ronaldo-Haarschnitt: Ein Schulverweis und seine Geschichte

Der brasilianische Fußballspieler Ronaldo sorgte bei der WM 2002 mit einer kuriosen Frisur für Aufsehen. Ein englischer Schüler ließ sich die legendäre Frisur des Brasilianers Ronaldo von der WM 2002 stehen.

Ronaldo mit seiner legendären Frisur bei der WM 2002

Die Schule schickte den 12-Jährigen daraufhin wieder nach Hause, weil die Frisur gegen die Schulordnung verstoßen würde. Der brasilianische Mittelstürmer ließ sich über der Stirn ein Haardreieck stehen, während der restliche Kopf kahlrasiert war.

Der Fan und sein Idol

Der 12-jährige Alfie Ransom ist laut seiner Mutter Emma ein großer Fan der brasilianischen Fußball-Legende. Zur WM in Katar wollte der Junge seine Bewunderung für „Il Fenomeno“ wohl besonders zum Ausdruck bringen und ließ sich die kuriose Frisur stehen. Alfie und seine Freunde waren begeistert von der neuen Haarpracht.

Der Schulverweis

Die Schulleitung der Sirius West Academy in Hull schien das jedoch anders zu sehen. Am Mittwochmorgen erhielt Emma Ransom einen Anruf der Schule. Darin wurde sie darüber informiert, dass Alfie nach Hause geschickt wurde, weil er gegen die Hausregeln der Schule verstoßen hätte. An der Academy müssen die Schüler eine Uniform tragen und auch die Frisur scheint einen Teil der Hausordnung darzustellen. Alfie dürfe die Schule erst wieder besuchen, wenn seine Haare komplett abrasiert würden.

Die Diskussionen

Die Aktion löste in England heftige Diskussionen aus. Viele sind der Meinung, dass die Schüler darin eingeschränkt werden, ihre eigene Identität auszuleben. Alfie habe sich mit der Frisur „sehr glücklich und selbstbewusst“ gefühlt.

Die wahre Geschichte hinter Ronaldos Frisur

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Ronaldo selbst wollte mit der Frisur damals übrigens von einer Verletzung ablenken, die er sich während des Turniers zugezogen hatte. Nachahmeraktionen wie die von Alfie schien er bereits zu befürchten.

Dafür bat der 44-Jährige nun im Interview mit "Sports Illustrated" um Verzeihung: "Ich entschuldige mich bei allen Müttern, die zusehen mussten, wie ihre Kinder den gleichen Haarschnitt bekamen."Mittlerweile finde er die Frisur auch "schrecklich", meint der WM-Torschützenkönig von 2002.

Für den außergewöhnlichen Haarschnitt gab es jedoch einen Grund, wie Ronaldo verriet. Vor dem Halbfinale hatte sich der Brasilianer eine Muskelverletzung zugezogen. Um den Fragen der heimischen Medien aus dem Weg zu gehen, wollte er diese von der Verletzung ablenken.

"Deshalb habe ich mir die Haare geschnitten", erklärte Ronaldo: "Ich sah meine Teamkollegen und fragte: 'Gefällt es euch?' Sie meinten: 'Nein, das ist schrecklich, rasiere sie ganz ab!' Aber die Journalisten sahen meine Frisur und vergaßen die Verletzung."

Ronaldo erzielt das 1:0 für Brasilien im WM-Finale 2002

Am darauffolgenden Tag schoß der Stürmer die Brasilianer gegen die Türkei ins Endspiel (1:0). Es ist nur ein kleines Dreieck am Haaransatz und doch versetzte es die Sportwelt 2002 in Aufruhr. Zu keiner Frisur gibt es wohl so kontroverse Meinungen. Die einen urteilten "hässlich", "schlimm" oder "lächerlich" oder waren sogar sauer, während hunderttausende Kinder weltweit genau mit diesem Wunsch zum Friseur rannten.

Ronaldo: Mehr als nur eine Frisur

Abgesehen von diesem kuriosen Haarschnitt zeigt es jedoch eine Sache ganz deutlich: Ronaldo Názario war um die Jahrtausendwende der absolute Fußball-Weltstar. "Er war ein Popstar", fasst sein ehemaliger Mitspieler und guter Freund Roberto Carlos die Zeit ab 1994 in der Dazn-Dokumentation "The Phenomenon: Der Aufstieg, Fall und die Wiedergeburt" zusammen, die ab Samstag, 22. Oktober auf der Streamingplattform abrufbar ist.

Nike-Sponsorenvertrag, eigener Schuh beim Sportartikelhersteller, Werbedeals, Magazincover auf der ganzen Welt und kreischende Fans, wo auch immer er auftaucht. Was Cristiano Ronaldo und Lionel Messi heute sind, war der brasilianische Angreifer schon vor über 20 Jahren: ein globaler Fußballstar, für den die Superlative fehlen.

"Noch heute habe ich ein Flughafen-Trauma und das liegt vermutlich an diesen Trips", erinnert sich der heute 46-Jährige mit seinem ikonischen Grinsen an die Menschenmassen an den Flughäfen zurück. In der neuen, eineinhalbstündigen Doku beleuchten Ronaldo, Familienangehörige und ehemalige Mit- und Gegenspieler alle Facetten von Ronaldos Leben rund um die Nullerjahre als er der größte Star im Fußball war und die brasilianische Nationalmannschaft zum WM-Sieg 2002 führte.

tags: #ronaldo #dreieck #frisur

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