Roggenmehl Shampoo: Natürliche Haarpflege leicht gemacht

Immer mehr Menschen suchen nach natürlichen Alternativen zu herkömmlichen Shampoos, um der Beauty-Industrie den Rücken zu kehren und auf zweifelhafte Inhaltsstoffe wie Silikone und Mikroplastik zu verzichten. Ein Shampoo aus Roggenmehl bietet hier eine natürliche Alternative.

Roggenmehl ist eine der wenigen Mehlsorten, die zur Haarwäsche geeignet ist. Anders als beispielsweise Weizenmehl beinhaltet Roggenmehl kaum Gluten und verklebt daher nicht. Die Reinigungskraft kommt dabei vor allem durch die Stärke, die ein milder Emulgator ist und Wasser mit Fetten verbindet.

In diesem Artikel erfährst du, wieso Roggenmehl eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung in deinem Badezimmer sein könnte und wie gut sie sich für das Leben im Wohnmobil eignet.

Roggenmehl ist eine natürliche und kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Shampoos.

Warum Roggenmehl als Shampoo verwenden?

Es gibt viele gute Gründe, kein Shampoo zu benutzen. Viele Shampoos enthalten Silikone, die Haare und Kopfhaut schädigen und außerdem im Verdacht stehen, Allergien auszulösen. Aber auch andere Zusatzstoffe sind enthalten. Ich persönlich verzichte zudem aufgrund der Umweltverschmutzung auf Shampoo. Shampoo wird ziemlich ausnahmslos in Plastikflaschen verkauft.

Vorteile von Roggenmehl Shampoo:

  • Natürliche und schonende Reinigung ohne Tenside
  • Frei von Silikonen, Mikroplastik und anderen schädlichen Inhaltsstoffen
  • Umweltfreundlich und nachhaltig
  • Preisgünstig und leicht verfügbar
  • Pflegt die Haare mit Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren

Haare waschen mit Roggenmehl - so funktioniert es! ♥ baumfrei.de

Welche Mehlsorte ist die Richtige?

Je nach Haarstruktur gibt es verschiedene Sorten, die tendenziell etwas besser geeignet sein sollen. Für feines und glattes Haar empfiehlt es sich auf Roggenmehl Typ 1150 zurückzugreifen. Bei dickerem, lockigem Haar bist du wahrscheinlich mit Roggenvollkornmehl besser bedient. Aber hier gilt, probiere dich durch unterschiedliche Sorten, auch gerne von verschiedenen Anbietern. Die Wirkung kann immer etwas unterschiedlich sein.

Die Magischen Eigenschaften von Roggenmehl für deine Haare

Roggenmehl enthält nur eine einzige Zutat, nämlich Roggen. Dieser wird in Deutschland angebaut, hat dadurch kurze Transportwege und ist sehr günstig. Die Verarbeitung beschränkt sich auf das Mahlen. Er wird in Papiertüten oder unverpackt verkauft. Diese tolle Ökobilanz können andere Shampoo-Alternativen nicht schlagen.

Roggenmehl bindet nämlich das Sebum. Sebum entsteht durch die Talgdrüsen auf der Kopfhaut und hat die Aufgabe, unsere Haare zu pflegen und zu schützen. Zu viel Sebum lässt unsere Haare jedoch fettig aussehen und das ist der Grund, wieso wir Haare regelmäßig waschen möchten.

Der pH-Wert von Roggen entspricht dem unserer Kopfhaut. Das sorgt dafür, dass beim Haarewaschen alles im Gleichgewicht bleibt und sich die Haare anschließend schön weich anfühlen. Durch die sanfte Reinigung wird die Talgproduktion verlangsamt, sodass man langfristig viel seltener Haare waschen muss.

Anwendung von Roggenmehl Shampoo

Die Herstellung ist denkbar einfach. Du nimmst, je nach Haarlänge, ein paar Teelöffel Roggenmehl und fügst so viel Wasser hinzu, dass eine cremige, lumpenfreie und nicht zu feste Masse entsteht. Ich nehme meistens gute 3 TL Mehl und mische das so lange mit Wasser, bis es die Konsistenz von etwas dickflüssigerem Pfannkuchen-Teig hat.

Zutaten:

  • Roggenmehl (Type 1150 oder Vollkorn)
  • Lauwarmes Wasser oder Kräutertee

Zubereitung:

  1. Das Roggenvollkornmehl mit lauwarmen Wasser oder Tee in einer kleinen Schüssel anrühren: 50g Mehl mit 150-200ml Flüssigkeit zu einer joghurtartigen Konsistenz verrühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind.
  2. Jetzt lässt man diese Roggenmehlpampe am besten 1-2 Stunden lang ruhen. Es entwickelt sich der Kleber, die Masse wird noch pflegender und sanfter für die Haare und die Kopfhaut.

Anwendungsschritte:

  1. Das Haar gründlich mit lauwarmem Wasser anfeuchten.
  2. Das Roggenmehlshampoo am besten kopfüber über dem Waschbecken/ der Badewanne/ Duschwanne auf dem gesamten Haaransatz auftragen und gut einmassieren. Dazu mit den Fingerspitzen in die Schüssel dippen und direkt ins Haar einmassieren. Eine kleine Extraportion Roggenmehlshampoo hilft dabei, besonders fettige Bereiche schön sauber zu bekommen z.B. im Bereich der Stirnlinie und Schläfen.
  3. Für das Roggenmehl-Shampoo als Haarmaske Duschhaube, Mütze, Haarturban überstülpen und einwirken lassen. Sonst einfach gut einarbeiten wie richtiges Shampoo.
  4. Danach sehr, sehr gründlich ausspülen. Im Haar verbleibende Reste können sonst jucken und sich unangenehm anfühlen.
  5. Das Haar gründlich ausspülen, entweder unter der Dusche oder in mehreren Spülgangen im Waschbecken.

Auftragen und Einmassieren des Roggenmehl Shampoos.

Erfahrungen mit Roggenmehl Shampoo

Ich habe festgestellt, dass wenn man von herkömmlichen Shampoos weg möchte und vielleicht sogar Richtung No-Poo tendiert, sprich gar kein Shampoo mehr nutzen möchte, ist regelmäßiges Bürsten das A und O. So wird der produzierte Talg gleichmäßig in den Haaren verteilt und verhindert einen schnell fettig aussehenden Haaransatz.

Viele Anwender berichten von weichen, voluminösen und glänzenden Haaren nach der Anwendung von Roggenmehl Shampoo. Es kann jedoch einige Zeit dauern, bis sich die Kopfhaut an die neue Pflege gewöhnt hat. In dieser Zeit können die Haare schneller fettig werden oder sich klebrig anfühlen.

Tipps für die Umstellung:

  • Haare vor der ersten Anwendung mit einem silikonfreien Shampoo waschen, um Rückstände zu entfernen.
  • Roggenmehl Shampoo gut in die Kopfhaut einmassieren.
  • Haare gründlich ausspülen, um Mehlreste zu vermeiden.
  • Bei Bedarf eine saure Rinse mit Apfelessig verwenden, um Kalkablagerungen zu entfernen und den Glanz zu verstärken.

Meine Haarwasch-Routine auf Reisen

Roggenmehl ist für mich die beste Methode zum Haarewaschen - solange man eine reguläre Dusche zur Verfügung hat. Seit unserer Reise wasche ich mit Roggenmehl nur noch, wenn ich wirklich Zeit und Lust dafür habe oder wenn wir mal eine öffentliche Dusche finden. Ansonsten nutze ich ein festes Shampoo. Da ich meine Haare nur alle ein bis zwei Wochen waschen muss, hält das vermutlich noch ewig.

Was tun bei Problemen?

Bei hartem Wasser kann es offenbar zu schuppenähnlichen Rückständen nach dem Auswaschen führen, weil sich wahrscheinlich etwas im Roggenmehl mit dem Kalk im Wasser verbindet. Zum Abschluss gönne ich meinem durch das Färben doch wirklich strapaziertem Haar eine Spülung. Ich mache mir eine sogenannte saure Rinse aus Apfelessig (gibt es in Bioläden standardmäßig in Mehrweg-Pfandflaschen) und Wasser. Säure schließt die Schuppenschicht des Haares, wodurch das Haar sich weniger spröde anfühlt.

Fazit

Das Haare waschen mit Roggenmehl ist eine sehr effektive und pflegende Alternative zum konventionellen Shampoo. Der zeitliche Mehraufwand, eine regelmäßige Anwendung und etwas Geduld lohnt sich. Es ist zwar zu Beginn etwas komisch, sich ‘Teig’ in die Haare einzumassieren und man braucht einige Versuche und entsprechend etwas Geduld, um die richtige Mischung für sich und seinen Haartyp zu finden - aber es klappt!

Probiere dich hier einfach durch. Und falls Roggenmehl für dich nicht funktioniert, versuch eine andere Alternative.

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