Ja, du hast richtig gelesen: Haare waschen mit Roggenmehl ist eine natürliche und effektive Methode, die immer beliebter wird. Viele Menschen entscheiden sich dafür, um Plastik zu vermeiden oder Kopfhautirritationen in den Griff zu bekommen. In diesem Artikel erfährst du, warum Roggenmehl eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung in deinem Badezimmer sein könnte und wie gut es sich für das Leben im Wohnmobil eignet.
Heutzutage leiden knapp 10% der Menschen an Kontaktallergien und sind somit gezwungen, zu möglichst sensitiven Produkten zu greifen. Wie bereits in meinem Artikel über Duftstoffe erklärt, sind eben jene oftmals verantwortlich für diverse Hautprobleme. Zum Glück bieten zahlreiche (Naturkosmetik-)Hersteller Produkte ohne Duftstoffe an. Auch Alkohol, aggressive Tenside und Silikone, werden zunehmend gemieden.
Bei besonders sensibler Kopfhaut oder einer Unverträglichkeit, muss deshalb eine Alternative her, die in keiner Weise reizend ist, Kopfhaut und Haare aber dennoch gründlich von überschüssigem Talg und Schmutz befreit. Ich habe selbst eine etwas zickige Kopfhaut, die hin und wieder mit Schuppen reagiert. Deshalb setze ich schon seit Jahren auf Produkte, die mit milden Tensiden reinigen und ohne viel Schnickschnack auskommen. Noch sanfter ist es allerdings, auf alternative Haarwaschmethoden zu setzen, in denen keinerlei Zusätze enthalten sind.
Roggenmehl ist eine der wenigen Mehlsorten, die zur Haarwäsche geeignet ist. Bei Weizenmehl ist beispielsweise der Gluten-Anteil höher, wodurch das Mehl viel stärker in euren Haaren kleben bleiben würde. Der Vorteil an Roggenmehl besteht außerdem darin, dass es voll mit Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren ist, wodurch ihr euren Haaren gleichzeitig etwas Gutes tut. Unter anderem ist Vitamin B5 enthalten, das entzündungshemmend und feuchtigkeitsbindend wirkt und für empfindliche Haut bestens geeignet ist. Die Haarwäsche mit Roggenmehl ist also gleichzeitig eine Art Haarkur - ganz ohne Beschweren eurer Längen.
Des Weiteren wird Roggenmehl in großen Mengen in Deutschland produziert, wandert somit nicht um die halbe Welt und ist zudem preiswert.
Roggenmehl enthält nur eine einzige Zutat, nämlich Roggen. Dieser wird in Deutschland angebaut, hat dadurch kurze Transportwege und ist sehr günstig. Die Verarbeitung beschränkt sich auf das Mahlen. Er wird in Papiertüten oder unverpackt verkauft. Diese tolle Ökobilanz können andere Shampoo-Alternativen nicht schlagen.
Aber muss man sich nur deswegen jetzt Mehl auf den Kopf klatschen? Natürlich springt auch für dich und deinen Kopf was dabei heraus: Roggenmehl bindet nämlich das Sebum. Sebum entsteht durch die Talgdrüsen auf der Kopfhaut und hat die Aufgabe, unsere Haare zu pflegen und zu schützen. Zu viel Sebum lässt unsere Haare jedoch fettig aussehen und das ist der Grund, wieso wir Haare regelmäßig waschen möchten.
Roggenmehl bindet Sebum auf sehr sanfte Art. Das bedeutet: Das Sebum wird mit Roggenmehl nicht komplett entfernt, sondern nur so weit, dass unsere Haare eben nicht fettig aussehen. Unsere Haare werden mit Roggen nicht „quietschsauber“, aber das sollen sie auch nicht sein. Sie sind so sauber, dass sie gut aussehen, neutral riechen und trotzdem durch das restliche Sebum gepflegt und geschützt sind.
Der pH-Wert von Roggen entspricht dem unserer Kopfhaut. Das sorgt dafür, dass beim Haarewaschen alles im Gleichgewicht bleibt und sich die Haare anschließend schön weich anfühlen. Durch die sanfte Reinigung wird die Talgproduktion verlangsamt, sodass man langfristig viel seltener Haare waschen muss.
Roggenmehl hat einen PH-Wert von 5,5 - was dem der Haut entspricht. In Indien wird für Haut- und Haarpflege Kichererbsenmehl eingesetzt, was sich demnach wohl ebenfalls hervorragend eignen soll. Aufgrund des hohen Gluten-Anteils, sollte aber in jedem Fall auf Weizenmehl verzichtet werden.
Roggenmehl ist eine natürliche und milde Alternative zum Waschen mit Tensiden. Also eine No-Poo-Variante. Die enthaltene Stärke im Roggenmehl kann wirklich die Haare sauber machen.
Dass die Haare sauber werden, ist die Hauptsache. Außerdem fühlen sie sich weich, genährt und einfach gesund an. Außerdem sind sie deutlich voluminöser. Nach einigen Anwendungen hatte ich allerdings ein wenig fliegende Haare. Dem entgegen wirke ich mit einer sauren Rinse. Dazu vermische ich einen Liter Wasser mit zwei Esslöffeln Apfelessig und gebe die Flüssigkeit nach der Roggenmehl-Haarwäsche über meinen Kopf. Einen Unterschied merke ich danach deutlich.
Somit stellt diese Variante mit Sicherheit die natürlichste und gesündeste Haarwäsche dar. So kommen auch Menschen, die Tenside, Duftstoffe, Alkohol, Silikone und Co. nicht vertragen oder meiden möchten, auf ihre Kosten. Die Haare werden sauber (wenn auch nicht ganz so sauber wie bei zweimaligem Shampoonieren mit Shampoo), sie werden mit wichtigen Nährstoffen versorgt und glänzen im Anschluss richtig schön. Letzteres kann mit Hilfe einer sauren Rinse sogar noch verstärkt werden.
Ob das Haarewaschen mit Roggenmehl bei dir funktioniert, hängt ein bisschen davon ab, wie du deine Haare bisher gewaschen hast. Wenn du bisher silikonhaltige Shampoos verwendest, dann muss zuerst mal die Silikon-Versiegelung von deinem Kopf runter. Das schafft die milde Waschkraft des Roggens nicht. Du kannst entweder für einige Zeit ein Naturkosmetik-Shampoo nutzen oder deine Haare mit Natron vom Silikon befreien. Wenn du das nicht tust, wirst du mit dem Ergebnis deiner Roggenmehl-Wäsche wahrscheinlich enttäuscht sein.
Wenn du bereits milde Shampoos oder andere Alternativen nutzt, kannst du Roggenmehl ohne weitere Vorbereitungsmaßnahmen anwenden.
Es gibt online diverse Rezepte für die Herstellung der Roggenmehl-Pampe zum Haarewaschen. Manche kommen mit feinem, andere mit grobem Mehl besser zurecht. Manche mischen viel, andere wenig Wasser dazu. Manche verwenden den angerührten Brei sofort, andere lassen ihn eine Weile stehen. Da musst du dich einfach herantasten!
Ich mische ungefähr zwei Esslöffel feines Mehl mit so viel Wasser, damit es eine Shampoo-ähnliche Konsistenz bekommt und verwende es sofort.
Für mein überschulterlanges Haar verwende ich etwa drei gehäufte Esslöffel Mehl, die ich mit etwas Wasser vermische und mit Hilfe einer Gabel gut miteinander verrühre, bis eine gelartige Konsistenz entsteht. Ich habe gehört, dass man das Mehl vorab sieben oder mehrere Stunden quellen lassen soll, damit sich alles gut miteinander verbindet und nachher keine Klümpchen im Haar zurückbleiben. Ich habe es sowohl mit als auch ohne diese Tipps versucht, konnte aber keinen merklichen Unterschied feststellen. Bei jeder Anwendung habe ich mein Haar einfach gründlich ausgespült, sodass bisher nichts im Haar zurück geblieben ist. Ich kann euch also empfehlen, die Prozedur nicht durch unnötige Vorbereitungen in die Länge zu ziehen.
Die Mischung sollte nicht zu fest sein, eher etwas flüssig. Denn dann kannst du sie besser auf dem Kopf verteilen. Ich habe das Roggenmehl und das Wasser in eine Schüssel gegeben und die Zutaten gut mit einem Schneebesen miteinander verrührt. Danach habe ich immer den pH-Wert der Mischung kontrolliert. Bei mir hatte die Mischung oft einen pH-Wert von 6 - 6,5. Daher habe ich immer noch etwas Zitronensaft hinzugeben, um den pH-Wert auf einen für die Kopfhaut freundlichen Wert von 5,5 zu senken.
Anfangs hatte ich die Schwierigkeit, dass ich die Haare unter meinem Deckhaar nicht gut mit dem Mehl benetzt bzw. diese dabei verknotet habe, sodass diese bei der ersten Anwendung nicht 100% sauber wurden.
Gib den Roggenbrei auf deine nassen Haare. Die Masse musst du ein bisschen sorgsamer auf der Kopfhaut verteilen als Shampoo. Am besten funktioniert es, wenn du einzelne Haar-Partien Stück für Stück abtrennst und dazwischen die Masse einmassierst. Auf die gleiche Art spülst du dann auch alles wieder aus: Stück für Stück. So einfach!
Die Paste, die beim ersten Versuch etwas zu dickflüssig geworden ist, gebe ich etappenweise auf mein nasses Haar. Zu dünnflüssig sollte sie allerdings auch nicht werden. Auch auf Schaum dürft ihr nicht hoffen. Ich teile mir einzelne Partien ab und gebe etwas von dem „Roggen-Shampoo“ auf meine Kopfhaut und auch etwas in die Längen. Ich habe versucht, es in meine Kopfhaut einzumassieren, aber besonders gut klappt das nicht.
Beim Verteilen achte darauf, alles nur auf die Kopfhaut zu geben. Du kannst die Pampe direkt auf den Kopf gegeben und deine Haare damit waschen. Du kannst die Mischung aber auch erstmal 1 - 2 Stunden oder über Nacht stehen lassen.
Bei der Einwirkzeit habe ich etwas herumprobiert. Optimalerweise bleibt das Gemisch 5-10 Minuten im Haar. Ich habe alles zwischen zwei Minuten (in der Dusche) und 20 Minuten (in der Badewanne) ausprobiert, konnte beim Ergebnis allerdings keinen merklichen Unterschied feststellen.
Das Ausspülen klappt besser als gedacht. Trotzdem habe ich meine Haare extra lange ausgespült, um keinen Mehl-Schleier zu riskieren. Wasserverschwendung lässt grüßen. Da sich das Mehl zusammen mit Wasser schnell verflüchtigt, hatte ich bisher nicht das Gefühl, dass dadurch der Abfluss verstopft wird.
Keine Haarmaske. Keine Kur. Keine anderen Produkte. Falls du noch Silikone in deiner Haarpflege verwendest, solltest du auch unbedingt eine Tiefenreinigung davor machen.
Kleiner Tipp am Rande: Beim Ausspülen auch die Ohren schön sauber machen.
Ich habe jahrelang meine Haare ausschließlich mit Roggenmehl gewaschen und war sehr zufrieden mit dieser natürlichen Methode. Seitdem wir im Wohnmobil leben, musste ich aber feststellen, das die Methode sich dafür nur bedingt eignet.
Voraussetzung ist, dass wir an einem bebadbaren Süßwasser-Gewässer stehen. Dort läuft es dann wie folgt ab:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Natürliche Inhaltsstoffe | Kann zeitaufwendig sein |
| Umweltfreundlich | Benötigt mehr Wasser |
| Günstig | Nicht immer ideale Kämmbarkeit |
| Pflegt die Haare | Erfordert etwas Übung |
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