Haartransplantationen erfreuen sich wachsender Beliebtheit als Lösung gegen Haarausfall. Nicht nur "Normalbürger", sondern auch zahlreiche Prominente unterziehen sich diesem Eingriff. Doch was genau passiert bei einer Haartransplantation, und welche Risiken sind damit verbunden?
Generell kommt eine Haartransplantation "für alle Frauen und Männer, die unter Haarverlust der behaarten Kopfhaut leiden" infrage. Vorher sollte auf jeden Fall eine medizinische Untersuchung und Beratung bei einem Haarchirurgen stattfinden. Nur ein Spezialist kann abschätzen, ob eine Operation sinnvoll ist oder nicht. Bei der fachärztlichen Analyse wird dann ein Konzept erstellt, wie das Haar trotz weiterführendem Haarausfall voll aussieht. Grundsätzlich ist auch bei einer Vollglatze eine Transplantation möglich.
Es gibt nur wenige Fälle, in denen eine Haartransplantation ungeeignet ist. Wichtig ist, dass die Haarwurzeln in diesem Bereich genetisch auf Weiterwachsen programmiert sind. Und das ist die Voraussetzung für eine kosmetisch Erfolg versprechende Neuverteilung.
Haarausfall - ob erblich-, hormonell- oder krankheitsbedingt - kann Betroffene psychisch stark belasten. Oft geht der Haarverlust mit einem mangelnden Selbstbewusstsein und starker Verunsicherung einher.
Bei einer Haartransplantation werden die aktiven Follikel aus Bereichen mit dichtem Haar entnommen und an kahle Stellen am Ober- und Vorderkopf verpflanzt. Dafür wird meist auf den Haarkranz am Hinterkopf zurückgegriffen, da die Haarwurzeln hier auf Weiterwachsen programmiert sind und optisch mit dem restlichen Kopfhaar übereinstimmen.
Die Technik einer Haartransplantation fußt auf einem einfachen Prinzip: bei den meisten Männern und Frauen, die unter Haarverlust leiden, ist der Haarwuchs am Hinterkopf in der Regel nicht von Haarausfall betroffen.
Es gibt zwei Hauptmethoden der Haartransplantation:
Einzelne Haarwurzeln werden direkt mit einer Hohlnadel vom Hinterkopf entnommen. Letztere Methode ist mittlerweile am weitesten verbreitet, da sie weniger Risiken als die Entnahme eines ganzen Hautstreifens mit sich bringt.
Vor der Operation wird der gesamte Haarkranzbereich rasiert. Dann wird die Haut um die Haarwurzelgruppen herum mithilfe von Hohlnadeln durchtrennt, um die Haargruppen im Anschluss freilegen und herausziehen zu können. Zum Einsetzen der Haare werden die Haare in die gestanzten Stellen platziert. Sie wachsen von selbst ein und müssen nicht fixiert werden. Die Entnahmestelle muss bei der FUE meist nicht genäht werden, die hinterlassenen Wunden verheilen von selbst.
Unter örtlicher Betäubung können pro Eingriff etwa 500 bis 2000 Transplantate verpflanzt werden. Oft sind mehrere Operationen erforderlich, bis eine ausreichende Haardichte erreicht und beispielsweise Geheimratsecken aufgefüllt oder ein zurückgewichener Haaransatz nach vorne gelagert wurden.
Etwa drei bis vier Monate nach dem Eingriff beginnt das Haarwachstum - zunächst als Flaum. Im Laufe der Monate wird der Haarwuchs dann immer dichter.
Bei hormonell bedingtem Haarausfall des Mannes wird ein Mindestalter von 30 bis 35 Jahren empfohlen, sodass der Haarausfall bereits weitgehend zum Stillstand gekommen ist.
Wie jeder operative Eingriff birgt auch eine Haartransplantation gewisse Risiken:
Besteht die Gefahr einer Infektion? Keime und Bakterien neigen dazu, sich in schlecht durchbluteten Bereichen anzusiedeln.
Patienten, die sich für eine Haartransplantation entscheiden, sollten sich darüber im Klaren sein, dass die verpflanzten Transplantate nicht den endgültigen Haarwuchs ausmachen. Vielmehr ist es vollkommen normal, dass die Grafts nach einigen Wochen wieder ausfallen. Dabei handelt es sich um das sogenannte Shedding, das durch den vorübergehenden Nähr- und Sauerstoffmangel verursacht wird, dem die Haarfollikel im Zeitraum zwischen der Entnahme und dem Einsetzen ausgesetzt sind.
Dadurch geht die Haarwurzel in eine Ruhephase über und die verpflanzten Haare fallen wieder aus. Da die eigentlichen Haarfollikel selbst jedoch bereits angewachsen sind, produzieren sie nach etwa zwei bis drei Monaten wieder neue Haare. Das Shedding ist nicht mit einem Shock Loss der Haare zu verwechseln, bei dem es sich tatsächlich um einen unerwünschten Haarausfall handelt.
Auch eine sehr ausgeprägte androgenetische Alopezie entwickelt selten eine Vollglatze, häufig bleibt beim Mann zumindest am Hinterkopf ein breites Areal von Haaren stehen. Die Haarwurzeln sind in diesem Bereich genetisch auf Weiterwachsen programmiert.
Unschön sind kosmetische Mängel durch nachlässiges (wirre Wuchsrichtung) oder verfrühtes Verpflanzen bei zu jungen Personen: Werden sichere Haarteile in lichte Kopfflächen gesetzt, in denen der Ausfall der Resthaare noch nicht aufgehört hat, bleiben die verpflanzten Areale als buschige Inseln auf der sich weiter ausdehnenden Kahlfläche zurück.
Bedenklich sind Transplantationen, wenn abzusehen ist, dass ein Halbglatzenträger zur Vollglatze neigt - die verpflanzten Haare würden unweigerlich ausfallen.
Je nach Umfang betragen die Kosten für eine Haartransplantation zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Im Ausland sind die Kosten erheblich niedriger.
Viele Patienten, die sich mit dem Thema Haartransplantation beschäftigen, stellen sich früher oder später die Frage, ob sich eine Behandlung im Ausland - insbesondere in der Türkei - lohnt. Allerdings sollte bei einer Entscheidung für oder gegen eine Haartransplantation nicht allein der Preis ausschlaggebend sein.
Kostenübersicht für Haartransplantationen:
| Leistung | Kosten (ungefähre Angaben) |
|---|---|
| Haartransplantation in Deutschland | 3.000 - 10.000 Euro |
| Haartransplantation im Ausland (z.B. Türkei) | Deutlich günstiger |
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Wichtiger als die für die Transplantation genutzte Technik dürften Erfahrung und Seriosität der operierenden Chirurgen und Institute sein. Vor der Behandlung muss ein ausführliches Gespräch stattfinden, müssen Risiken aufgezeigt und Vorerkrankungen, die einen Erfolg verhindern könnten, geklärt werden.
Egal in welchem Land - wer als Patientin oder Patient auf Nummer sicher gehen will, sollte nach Chirurgen suchen, die sich in einem offiziellen Verband organisiert haben. "Der Operateur sollte eine Approbation haben, Facharzt sein und vorwiegend diesen Eingriff durchführen", rät Neidel.
Auch die Stiftung Warentest rät zur Wahl eines seriösen Chirurgen und Instituts. Denn werden die Haare bei jungen Menschen zu früh verpflanzt und der Haarausfall ist noch nicht abgeschlossen, können die verpflanzten Areale zu buschigen Inseln auf der sich weiter ausdehnenden kahlen Fläche werden.
Rund um Haartransplantationen gibt es viele Mythen - von unbegrenzten Grafts bis zu angeblich großen Gefahren. Unser Faktencheck basiert auf aktuellen Studien und der langjährigen Erfahrung von Experten:
Neben der Haartransplantation gibt es auch andere Möglichkeiten, um Haarausfall zu behandeln:
Eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung ist ein guter Anfang zur Prävention gegen Haarausfall. Studien dazu bilden jedoch kein eindeutiges Bild ab, heißt es bei der International Society of Hair Restoration Surgery (ISHRS).
Die richtige Schlafposition nach einer Haartransplantation ist entscheidend für den Behandlungserfolg.
Schlafen Sie in den ersten Wochen auf einem Nackenhörnchen, damit der Kopf nicht direkt auf dem Kissen liegt. Verzichten Sie für etwa vier Wochen auf sportliche Aktivitäten, die den Blutdruck erhöhen.
Achte bei der Wahl der Klinik auf Seriosität und Qualität. Eine professionelle Durchführung in einer spezialisierten Klinik minimiert die Wahrscheinlichkeit der Risiken deutlich.
tags: #risiken #haartransplantation
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