Die deutsche Schlagerlegende Rex Gildo ist die Geschichte einer sagenhaften Karriere und die eines einsamen Mannes, der sich selbst eine Legende webte, aus der er nicht mehr herauskam. Am Beginn seiner Karriere hat er sich selbst eine Legende erschaffen.
Rex Gildo war über 26 Jahre Deutschlands beständigster Schlagerstar. Er verkaufte in 40 Jahren über 25 Millionen Schallplatten und drehte über 30 Spielfilme. Sein "Hossa, Hossa" wurde zum Markenzeichen. Auf der anderen Seite ist es die Geschichte eines einsamen Mannes, der sich selbst eine Legende gewoben hatte, aus der er nicht mehr herauskam. Eine tragische Figur mit einem tragischen Ende.
Die Geschichte seiner Herkunft, die bis heute immer wieder in den Medien reproduziert wird, ist frei erfunden. Der Film der HR-Autorin Ulrike Bremer erzählt die wahre Geschichte des Mannes, der sich mit seinem Künstlernamen zur Kunstfigur machte, hinter der seine Identität immer mehr verschwand. Als "Rex Gildo" hatte er den Erfolg, von dem er als Ludwig Franz Hirtreiter geträumt hatte. Für diesen Traum gab er seine Persönlichkeit immer mehr auf.
Heute, zehn Jahre nach seinem Tod, versuchen seine treuen Freunde die Legendenbildung aufrecht zu erhalten. Eine Freundin, die ihm und seinem jugendlichen Liebhaber in den letzten Jahren sehr nahe stand, will nichts von Homosexualität wissen, nichts von Perücken und nichts von Alkohol. Seine Kollegen aus der Schlagerbranche sind da offener.
Freimütig gibt Costa Cordalis Auskunft über seinen Freund Rex, der die Frauen, die ihn so anschmachteten satt hatte, der Männer liebte und daran zerbrach, dass er nach der einen großen Liebe keinen adäquaten Mann mehr gefunden hatte. Cornelia Froboess erinnert an die unschuldige Zeit der 50er, als sie mit Rex Gildo in zahlreichen Filmen auftrat und auf Tourneen sang. Sie seien wie Bruder und Schwester gewesen.
Ralph Siegel berichtet über den ersten Manager von Rex, der zugleich dessen erste Liebe war und für seinen Schützling geschickt das Image des Schwiegermutter-Schwarms aufzubauen wusste. Rex musste sogar heiraten, seine Cousine erklärte sich dazu bereit. Selbst als sie schon getrennt waren und einen bösen Rosenkrieg führten, posierten beide lächelnd gemeinsam für Home-Storys.
Auch Gitte, die dänische Sängerin, sollte zu Rex' Image beitragen. Ihr Duett "Gehen sie aus im Stadtpark die Laternen" war das erfolgreichste. Im deutschen Film der 60er spielten sie immer wieder das Liebespaar und wurden dann auch von der Plattenfirma privat als "Traum"-Paar "geoutet".
Rex' Stern ging Mitte der 80er Jahre langsam unter. Sein vorwiegend weibliches Publikum war mit ihm gealtert, doch er wollte weiterhin in der Pose des vitalen Schönlings bleiben. Zeitweise konnte er Image und Ich nicht mehr auseinanderhalten.
Am 18. November 1972 trat Rex Gildo (1936-1999) erstmals in der DDR auf, und zwar in der TV-Show Ein Kessel Buntes. Die Aufklärung erfolgte nun - für mich nach Jahren und Jahrzehnten - auf den Fuß, Rex trug nämlich eine Perücke.
Regisseur Rosa von Praunheim, der das Biopic Rex Gildo - Der letzte Tanz mit sichtbar wenig (materiellem) Aufwand produzierte und auch für das Drehbuch mitzeichnete, lässt das viel zu kurze Leben des von ihm Behandelten in einer für ihn typisch handwerklichen Mischung aus Archivaufnahmen, Interviews mit Zeitzeugen und nachgestellten Spielszenen Revue passieren; im Filmvorspann heißt es daher: "Frei erzählt nach wahren Begebenheiten".
Ja und Praunheim hätte sich womöglich nie für die Geschichte dieses Mannes, der an der Verheimlichung, aber nicht an der Leugnung seiner Homosexualität zeitlebens laborierte oder sogar litt, interessiert, hätte es Gildos Schwulen-Problematik nicht gegeben. Er begründet diesen sexuellen Abverdrängtheitsmechanismus "seines" Stars mit jener piefig-prüden und für damalige westdeutsche Verhältnisse unaufgeklärten Zeit, in der der Gildo leben und Karriere machen musste, und obgleich er gegen Ende seines Lebens - und nachdem er seine Liebes-Stütze Fred Miekley, welcher 11 Jahre vor ihm starb, verlor - die Münchner Schwulenszene hin und wieder frequentiert haben soll.
Die womöglich letzten Minuten des unter Alkohol und Drogen sichtlich gealterten Schlagerstars (verkörpert von Kai Schumann) - und nachdem er sich Florian Korty (einen ihn vormals angehimmelten habenden jugendlichen Fan und späteren Chauffeur und Privatsekretär) gönnte - gipfeln, wie in der journalistisch überlieferten Vorlage, in Gildo's Fenstersturz, welchen der Selbstmörder nicht überlebte.
Als Rahmenhandlung dient dem Praunheim übrigens ein Damen-vom-Grill-Trio mit Christiane Ziehl, Eva-Maria Kurz und Monika Hanser, die am Grabstein "ihres" Rex partout nicht wahrzuhaben bereit sind, dass ihr Traumidol halt nicht auf Frauen, sondern mehr auf Männer stand; am Ende geben sie dann allerdings ihren absurden Widerstand zu Ehren des Verblich'nen auf.
Heino sagte über Rex Gildo: "Der einzige in meinem Bereich, der eine Weile in Mode war, aber dann mit der Mode nicht mitgewachsen ist, war mein lieber Kollege Rex Gildo. Ihm fehlte das Umfeld. Er dachte, mit 60 Jahren sei er noch derselbe wie mit 30."
Noch am Ende seiner Karriere, als er in Möbelmärkten auftrat, wollte das Publikum immer wieder dieses Lied hören. Doch der Star war in Wirklichkeit eine tragische Figur - so jedenfalls die These des Gildo-Porträts von Ulrike Bremer, das die ARD am Montag in ihrer Reihe "Legenden" zeigt.
Rex Gildo stürzte sich aus dem zweiten Stock eines Wohnhauses - ob in vollem Bewusstsein oder berauscht, wird wohl für immer offen bleiben. Und die Geschichte seiner Herkunft, immer wieder reproduziert, ist ebenso frei erfunden wie sein Geburtsdatum, der Geburtsort, die Ausbildung zum Sänger bei den Regensburger Domspatzen, dann zum Schauspieler an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule - dies ergab jedenfalls Bremers Recherche.
Der Film, so die ARD, erzähle die wahre Geschichte des Mannes, der als Rex Gildo den Erfolg hatte, von dem er als Ludwig Franz Hirtreiter geträumt hatte. Am Ende, so Bremers Fazit, habe er nicht mehr anders gekonnt, als mit Perücke und viel Make-up den ewig jungen Frauenschwarm zu geben, den "Sexy Rexy" auch noch mit 63 Jahren.
Heute, zehn Jahre nach seinem Tod, versuchen seine Freunde die Legendenbildung aufrecht zu erhalten. Eine Freundin, die ihm und seinem jugendlichen Liebhaber nahe stand, will nichts von Homosexualität wissen, nichts von Perücken und nichts von Alkohol. Für sie war Rex ein Gehetzter der Medien. Kollegen aus der Schlagerbranche sind da offener.
Dass Rex Gildo eine Perücke trug, war ein offenes Geheimnis. Doch Perücken sind wieder voll im Trend. Und immer schon wurde mit Perücken Haarausfall kaschiert. Dass inzwischen wieder viele moderne, modebewusste und damit auch junge Frauen gern Perücken tragen, hat einen guten Grund: Es macht einfach Spaß, schnell und einfach das Aussehen zu unterstreichen oder zu verändern. Früher war es anders: Zunächst trugen vor allem Männer Perücken, oft als Zeichen der Macht.
Und um stigmatisierenden, krankheitsbedingten Haarausfall etwa durch Syphilis zu verdecken. Oder um in den kalten Räumen im Winter den Kopf zu wärmen. Das Haar ist nicht nur in unserer Kultur und Zeit wichtig als Zeichen von Gesundheit, Schönheit, Kraft und Wohlhabenheit. Auch früher widmeten Menschen ihren Haaren viel Aufmerksamkeit.
Bekannt ist, dass bereits um 1350 vor unserer Zeitrechnung Menschen in Ägypten ihr Haar färbten, verlängerten und stylten. Die Forscher entdeckten Mumien von ganz gewöhnlichen Menschen, die ihre grauen Haare orange-rot gefärbt hatten. Vermutlich hatten sie dazu Henna benutzt. Die Archäologen fanden auch Mumien mit komplexen Haarverlängerungen (Extensionen). Menschen jener Zeit legten glatte Haare in Locken oder flochten Zöpfe zu kunstvollen Frisuren. Selbst Kinder trugen schon solche Frisuren.
Richtig in Mode kamen Perücken dann im Barock ab etwa 1575. Diese Epoche steht für Üppigkeit und Prachtentfaltung. Damals trugen Adlige die sogenannten Allongeperücken. Allonge ist französisch und heißt übersetzt Verlängerung oder Anhängsel. Als Trendsetter gilt der französische „Sonnenkönig“ Ludwig XIV (1638-1715), der damit sein zunehmend schütter werdendes Haar kaschierte. Nun griffen auch andere Adlige zu solchen Perücken.
Allongeperücken bestanden aus Tierhaaren, vor allem Pferdehaar, oder aus Pflanzenfasern (Flachs, Hanf). Es gab sie in vielen Farben, von weiß über grau zu hell- und dunkelbraun. Zunächst bevorzugten Perückenträger dunklere Farben, später helle. Und es wurde gepudert - allerdings war das nur dem Adel erlaubt. Wer sich daran nicht hielt, musste eine Puder-Strafsteuer bezahlen. Allongeperücken kennen wir auch heute noch, zum Beispiel aus Filmen oder Reportagen.
Besonders orthodoxe jüdische Frauen tragen ständig Perücken, Schaitel oder Sheytl genannt. Denn nach religiösen Vorschriften müssen verheiratete, verwitwete oder geschiedene Frauen ihr eigenes Haar vollständig bedecken.
Und dann entdeckten Frauen vor fast 60 Jahren die Perücke als Alltags- und Modegegenstand wieder. Außerdem gab es nun Kunsthaare, die so hochwertig waren, dass sie kaum noch von Echthaar unterschieden werden konnten. Und solche Perücken waren pflegeleicht. So legten sich Frauen eine oder mehrere Perücken zu - um schnell schick und gepflegt auch dann auszusehen, wenn die Zeit für einen Friseurbesuch nicht reichte.
Schließlich griffen auch zunehmend Männer zu Haarteilen, um Haarverlust zu kaschieren. Zum Beispiel auch der berühmte James-Bond-Darsteller Sean Connery oder der bekannte Schlagersänger Rex Gildo.
Wer kennt nicht den Superstar des Tennis, Andre Agassi? Selbst, wer sich nicht für Tennis interessiert, kommt in den Medien kaum an dem Ehemann von Steffi Graf vorbei. Wussten Sie, dass Agassi schon als ganz junger Mann eine Halbglatze hatte? Ein typischer Fall von erblich bedingtem Haarausfall! Damit wollte sich der junge Tennisstar aber nicht abfinden - und trug eine Perücke. Diese Vokuhila-Frisur (vorne kurz, hinten lang) entsprach ganz der damaligen Mode. Agassi befestigte seine Zweitfrisur unter anderem mit einem trendigen Stirnband.
Und dann kam der schicksalhafte Abend im Hotel vor dem Endspiel der French Open 1990 gegen Andrés Gómez. Agassi hatte offenbar seine Perücke mit einer falschen Pflegelotion behandelt - und die Frisur fiel komplett in sich zusammen! Seine große Sorge war: Wie konnte er verbergen, dass er eine Halbglatze hatte? Er musste also unbedingt seine Perücke auch am nächsten Tag im Endspiel tragen. Agassi brauchte viele Haar- und Stecknadeln, um die ruinierte Frisur halbwegs zu richten. Aber er konnte einfach nicht aufhören, dauernd an das Desaster zu denken, wie er in seiner Autobiografie „Open“ erzählt. Was, wenn er während des Endspiels mitten auf dem Tennisplatz die Perücke verlöre?
Wie er selbst sagt, waren solche Gedanken Gift für seine Konzentration - und folgerichtig verlor er das Endspiel gegen Gómez in vier Sätzen! Die Lehre daraus: Nicht nur bei den eigenen Haaren, auch bei Perücken ist es ganz wichtig, die richtigen Pflegeprodukte zu benutzen! Auch, wenn man kein Tennisstar ist!
Da viele Menschen Perücken aus medizinischen oder kosmetischen Gründen brauchen oder aus modischen Gründen wollen, entwickelte Friseurmeister Ulrich Degenhardt seinen Perücken-Fachversand und gründete 1973 die Firma Lofty Zweitfrisuren GmbH. So entstanden auch die Marken Lofty, trendhair und Degenhardt Haarcollection.
Lofty Perücken sind zeitlos-moderne Zweitfrisuren in toller Qualität zu günstigen Preisen. Perücken der Marke trendhair sind spritzige, grandiose Looks für selbstbewusste Powerfrauen. Alle Perücken sind aus weichen, federleichten Kunsthaaren hergestellt. Das Besondere: Alle Frisuren sind absolut pflegeleicht - durch den Memory-Effekt der Kunsthaare. So springen die Haarfasern auch nach dem Waschen von selbst wieder in ihre vorgegebene Frisurenform zurück.
Seit etlichen Jahren tragen auch ganz junge Frauen wieder gerne Perücken- frech und selbstbewusst im Alltag oder zu Events. Manchmal tragen sie Perücken, die wie eigenes Haar aussehen. Und immer öfter auch ganz bewusste Perücken, die sofort als solche zu erkennen sind.
Kilian Berger (als Rex Gildo) und Ben Becker (als Fred Miekley).„Rex Gildo - Der letzte Tanz“ ist ein Dokudrama von Rosa von Praunheim, das die tragische Geschichte des deutschen Schlagerstars erzählt. Dabei wird auch der Zeitgeist der westdeutschen Nachkriegsrepublik spürbar. Mit ungewohnten szenischen Umsetzungen werden neue Formen innerhalb des erfolgreichen Genres Dokudrama ausprobiert.
Seinen letzten öffentlichen Auftritt hat Rex Gildo am 23. Oktober 1999 in Bad Vilbel in einem Möbelhaus. Am selben Abend stürzt er sich aus einem Fenster im zweiten Stock seiner Münchner Wohnung. Drei Tage später stirbt er an seinen inneren Verletzungen. Er wird auf dem Münchner Ostfriedhof an der Seite seines ehemaligen Managers und früheren Lebensgefährten Fred Miekley bestattet.
Das Leben des Schlagerstars Rex Gildo ist geprägt von glücklichen und von tragischen Umständen. Seine Lebensgeschichte erzählt jedoch viel von dem Land, in dem er seine Erfolge feierte. Alexander Ludwig Hirtreiter, so sein bürgerlicher Name, konnte seine Talente in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit entfalten. Mit allen Möglichkeiten, die das Showbusiness bereithielt, und mit allem Tribut, der einer Öffentlichkeit zu entrichten war, die ihre Stars lange nur in den Grenzen eines konservativ-kleinbürgerlichen Mainstreams zu dulden pflegte.
Je mehr sich die (west)deutsche Gesellschaft davon emanzipierte, desto mehr blieb Gildo in seiner Rolle als der ewige Frauenschwarm gefangen - dies ist seine Tragik. 40 Jahre lang hat Rex Gildo der Öffentlichkeit die immer gleiche perfekte Oberfläche präsentiert: blaugrüne Augen, braune Haut, schwarze Haare, elegante Anzüge, Zahnpasta-Lächeln. So war er angetreten, als er in den Sechzigern und Siebzigern mit „Das Ende der Liebe“, „Fiesta Mexicana“ oder „Speedy Gonzales“ berühmt wurde, so wollte ihn sein Publikum sehen, wenn er in den 1980er- und 1990er-Jahren in Fernsehshows, bei Stadtfesten und Kaufhauseröffnungen sang. Der Sunnyboy, den die Frauen liebten.
Das war der öffentliche Rex Gildo. Den anderen, den privaten Rex Gildo, versteckte er ängstlich vor seinen Fans und am Ende sogar vor sich selbst.
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