Haare haben nicht nur eine physiologische Bedeutung, indem sie vor ultraviolettem Sonnenlicht schützen, sondern auch eine psychologische, da sie Jugendlichkeit und Schönheit symbolisieren. Daher ist es verständlich, dass Betroffene von Haarausfall ärztlichen Rat suchen.
Die ehrliche und ernüchternde Erkenntnis zu Alopecia Areata ist leider, dass es derzeit keine Heilung gibt.
Obwohl die Krankheit weltweit bekannt ist und enorme Anstrengungen unternommen werden, die Ursachen zu erforschen, wurde noch keine Therapie gefunden, die die Krankheit ursächlich heilen kann.
Es gibt Symptomtherapien, unter denen es zu einer teilweisen oder sogar vollständigen Wiederbehaarung kommen kann.
Sehr häufig kommt es nach Absetzen der Therapien jedoch erneut zum Haarausfall.
Autoimmunerkrankungen wie die Alopecia areata (AA), der kreisrunde Haarausfall, kann man bis heute nicht heilen.
Aber es gibt in Deutschland zugelassene moderne Medikamente, mit denen Symptome gelindert werden können.
Viele Hautärzte raten daher ihren Patienten zunächst abzuwarten.
Für viele Betroffene unverständlich und nur schwer durchführbar.
Gerade bei betroffenen Kindern fällt es den Eltern schwer, abzuwarten und dem Haarverlust lediglich tatenlos zuzusehen.
Hierbei kommen vielleicht jedoch Selbstheilungskräfte in Gang, die sonst unterdrückt werden würden.
Immerhin liegt die Spontanheilungsrate (also, erneutes Haarwachstum ohne vorherige Therapie) bei 75-80% - und ist damit genauso hoch wie unter den bekannten Therapie-Ansätzen!
Da bei 60 bis 80% der Patienten mit gering ausgeprägter Alopecia areata eine Besserung oder eine Abheilung der kahlen Areale innerhalb weniger Monate zu erwarten ist, sollte eine Therapie besonders sorgfältig nach Nutzen-Risiko Erwägungen ausgewählt werden.
Bisher gibt es für die Alopecia areata (AA) keine Standardtherapie.
Es wird aufgrund der bisherigen Erfahrungen im Umgang mit der AA vor allem das folgende allgemeine Vorgehen empfohlen:
Dithranol ist ein Wirkstoff, der üblicherweise in der Therapie der Schuppenflechte eingesetzt wird.
Die Einnahme von Zink und die Anwendung von Kortisonpräparaten sind bei kurzfristiger Anwendung unter ärztlicher Kontrolle sehr nebenwirkungsarm.
Eine Kortisonbehandlung in Tablettenform als Puls- oder Langzeittherapie führt zwar relativ häufig zu Haarwachstum, die Haare fallen aber nach Absetzen der Behandlung meist wieder aus.
Eine Haartransplantation macht bei der AA keinen Sinn, da der Entzündungsvorgang auch vor den transplantierten Haaren nicht Halt machen würde und diese somit erneut ausfallen würden.
Es kursieren zahlreiche Gerüchte über wirksame "Hausmittel" in der Behandlung der AA.
Dies rührt daher, dass die gering ausgeprägte Alopecia areata in vielen Fällen von selbst wieder abheilt (Spontanheilung).
Die Art der Frisur hat keinen Einfluss auf den Heilungsverlauf.
Weder Dauerwelle noch Färbungen und Tönungen oder die Häufigkeit der Haarwäsche verstärken eine Alopecia areata.
Bei geringem Befund kann daher eine geschickte Frisur, ggf. unter Verwendung von Haarspangen, Haarsprays oder volumenschaffenden Haarkuren sinnvoll sein.
Bei ganz ausgeprägtem Befund und hohem seelischen Leidensdruck entscheiden sich manche Patienten zum vorübergehenden Tragen von Zweithaar in Form eines Haarteiles oder einer Perücke.
Aus medizinischer Sicht ist nichts dagegen einzuwenden, da das eigene Haar davon nicht beeinträchtigt wird.
In welcher Höhe ein Anteil der Kosten von einer Krankenkasse übernommen wird, ist im Einzelfall mit der Kasse zu klären.
Das erforderliche ärztliche Attest wird der behandelnde Arzt ausstellen.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) trifft Männer und Frauen gleichermassen.
Alle Altersgruppen können betroffen sein, auch Kinder.
Alopecia areata ist keine seltene Krankheit: Etwa 1 - 2 Prozent der Bevölkerung erhält diese Diagnose im Laufe des Lebens.
Auch wenn der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) nur selten direkt vererbt wird, scheinen Erbfaktoren eine Rolle zu spielen.
Es wurden verschiedene Gene ermittelt, die bei der Entstehung des kreisrunden Haarausfalls beteiligt sind oder sein könnten.
Vermutlich ist der kreisrunde Haarausfall eine Autoimmunerkrankung.
Damit ist gemeint, dass sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet.
Offenbar greifen bestimmte weisse Blutkörperchen (T-Lymphozyten) die Wurzeln der Haare an.
Als gesichert gilt: Kreisrunder Haarausfall wird weder von Mangelernährung noch von Hormonen hervorgerufen.
Meist entsteht beim kreisrunden Haarausfall auf der Kopfhaut ein haarloser Fleck mit einem Durchmesser von 1-2 Zentimetern.
Oft folgen weitere kahle Stellen.
Die befallenen Flecken sind nicht immer exakt kreisförmig oder rund, aber deutlich von ihrer behaarten Umgebung abgegrenzt.
Bei der Mehrzahl der Betroffenen bilden sich nicht mehr als zwei haarlose Stellen.
Der Verlauf des kreisrunden Haarausfalls (Alopecia areata) lässt sich nicht vorhersagen.
Es gibt Betroffene, bei denen die Alopezie nach sechs bis zwölf Monaten von selbst verschwindet und nie wiederkommt.
Bei anderen Patienten wachsen die verlorenen Haare ebenfalls nach, doch irgendwann tritt der kreisrunde Haarausfall erneut auf.
Und wieder andere erleben gar keine Besserung, nicht einmal vorübergehend.
Auch ein chronischer Verlauf des kreisrunden Haarausfalls hat keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung.
Der Austausch mit Gleichbetroffenen kann bei der Bewältigung einer Krankheit eine grosse Unterstützung sein.
Da die Entstehungsmechanismen für den kreisrunden Haarausfall nicht genau bekannt sind, kann er nicht geheilt werden.
Dennoch stehen verschiedene Arzneistoffe gegen die Symptome zur Verfügung.
Die Alopecia areata (AA) ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden Haarausfall gegenzeichnet ist.
Die Alopecia areata ist nach dem anlagenbedingten Haarausfall die zweithäufigste Ursache für Haarausfall
Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben an einer AA zu erkranken, beträgt 2 % (Lebenszeitinzidenz)
Der häufigste Typ ist die umschriebene Alopecia areata.
Seltener auftretende Typen sind Ophiasis -Typ, Alopecia totalis und Alopecia universalis, mit Prävalenzen von 0,02%, 0,08% und 0,03%
Die AA betrifft die Geschlechter gleichermaßen und tritt in allen Altersgruppen und ethnischen Gruppen auf
Bei 40 % der Patienten tritt die AA das erste Mal vor dem 20. Lebensjahr auf - bei ca. 85% zeigt sich die AA bis zum 40.
Die genaue Ursache der AA ist noch nicht vollständig geklärt, doch ist es allgemein anerkannt, dass der Kollaps des Immunprivilegs des Haarfollikels eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Krankheit spielt
Der Entzündungsprozess der Erkrankung wird über das Einwandern von Immunzellen in und um den Haarfollikel vermittelt.
Dadurch kommt es zu einem Bienenschwarm-ähnlichen Infiltrat.
Daran sind Lymphozyten wie T-Zellen und NK-Zellen sowie Mastzellen und dendritische Zellen beteiligt
Die Entzündungsreaktion ist auch über Botenstoffe (Zytokine) vermittelt.
Entscheidende Zytokine bei AA sind Interferon-γ-, Interleukin-2- und Interleukin-15
Das Aufflammen einer AA führt zu einer deutlich verkürzten Anagen (Wachstums)-Phase des Haarwachstumszyklus
Es wird vermutet, dass auch genetische Faktoren einen Einfluss haben.
Die Alopecia areata zeigt ein sehr breites klinisches Bild.
Der Haarverlust kann alle behaarten Bereiche des Kopfes und Körpers betreffen.
Bei einer Alopecia areata zeigen sich hier in meisten Fällen die typischen kreisrunden haarlosen Areale an der Kopfhaut.
Sie kann sich aber auch durch teilweisen oder kompletten Verlust der Augenbrauen, Wimpern oder Barthaare, oder auch an anderen behaarten Arealen zeigen.
Die Hautoberfläche ist unauffällig.
Die klinische Untersuchung gemeinsam mit der Dermatoskopie der Kopfhaut sind die wichtigsten Schritte und, in meisten Fällen, ausreichend um die Diagnose Alopecia areata zu stellen.
Sehr hilfreicher Test zur Einschätzung der Aktivität der Alopecia areata, aber auch zum Ausschluss anderer Haarerkrankungen, so wie der Trichotillomanie.
Der Test wird am Randbereich der haarlosen Areale sowie an klinisch unauffälligen Haaren durchgeführt.
Hierbei wird ein dickes Haarbüschel (ca. 20-50 Haare) zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger am Haaransatz nahe der Kopfhaut fest gefasst, und dann fest, aber nicht gewaltsam von der Kopfhaut weggezogen.
Wenn mehr als 10 % der erfassten Haare zwischen den Fingern am Ende verbleiben, gilt dies als positiver Zupftest und deutet auf aktiven Haarausfall hin.
Für einen gültigen Test sollten die Haare mindestens einen Tag lang nicht gewaschen werden.
Das „Severity of Alopecia Tool’’ oder der sog. SALT Score ist ein sehr hilfreiches, visuelles Mittel zur Bestimmung des prozentualen Kopfhaarausfalls bei Alopecia areata.
Die AA kann zusammen mit verschiedenen anderen Erkrankungen und Zuständen auftreten.
Die Alopecia areata ist eine Erkrankung mit einem stark variablen Verlauf.
Einmaliges Auftreten, lange freie Intervalle und immer wieder neues Auftreten einzelner oder mehrerer Herde können sich abwechseln.
Jahrelange keine neuen Herde und Remissionen über mehrere Jahre können ebenso auftreten.
Faktoren, die mit einer schlechten Prognose assoziiert sind, sindein Auftreten im jungen Alter ein ausgeprägter Haarverlust wie z.B.
Aufgrund der hohen Sichtbarkeit, des unvorhersehbaren klinischen Verlaufs der Erkrankung und des derzeitigen Mangels anhaltend erfolgreicher Therapien ist die AA für viele Betroffene eine große emotionale Belastung.
Auch wenn die Krankheit in jedem Alter eine Herausforderung sein kann, sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig für ein hohes Maß psychischer Belastung ebenso wie für Mobbing durch und soziale Isolation von Gleichaltrigen.
Das therapeutische Vorgehen ist bei jedem Patienten unterschiedlich und abhängig von individuellen Faktoren wie der Ausprägung der Erkrankung und Nebenerkrankungen.
Bitte beachten Sie, dass die Informationen auf dieser Seite keine Beratung bei einem Arzt ersetzen.
Wir bitten Sie, sich an Ihren behandelnden Arzt oder Ärztin zu wenden, um die passende Therapie für Sie zu finden.
Die derzeitig eingesetzten Therapien zielen vor allem auf das Unterdrücken des Entzündungsprozesses ab und bekämpfen nicht die eigentliche Ursache der Krankheit.
Im Folgenden werden einige der gängigen Therapieansätze für Alopecia Areata detaillierter beschrieben:
Derzeit geht eine Welle neuer Presseberichte zu möglichen Heilungschancen der Alopecia Areata durch sogenannte „JAK-Inhibitoren“ durch die Medien sowie das Internet (Beispiel: WELT-Artikel).
In verschiedenen Studien zeigten die JAKi bei moderater bis schwerer AA, dass die Therapie erfolgreich zu einem Nachwachsen der Haare führt.
Für die Behandlung der schweren Alopecia areata stehen mit den Januskinase-Inhibitoren Baricitinib (für Erwachsene) sowie Ritlecitinib (ab dem Alter von zwölf Jahren) neue, zugelassene Therapieoptionen zur Verfügung.
Allerdings muss die Behandlung als Dauermedikation stattfinden, sonst kommt es zu einem erneuten Haarausfall.
Es ist nur ein vorübergehender Effekt.
Wie bei nahezu allen Medikamenten zeigen die klinischen Studien und der Praxisalltag, dass es auch sogenannte Non-Responder gibt, also Menschen, bei denen es nicht zu der erwarteten positiven Wirkung kommt.
Mitte 2022 hat die EU-Kommission einen ersten JAK-Inhibitor (Wirkstoff Baricitinib) für die Behandlung einer schweren Alopecia areata zugelassen.
Baricitinib ist ein neuartiger Wirkstoff, der das Immunsystem beeinflusst und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.
Bislang sind zwei Januskinase (JAK) Inhibitoren für die Behandlung der schweren AA zugelassen.
Aktuell laufen weitere Studien mit weiteren JAK-Inhibitoren (Ruxolitinib, Upadacitinib) bzw.
Von dieser Behandlung gegen Haarverlust rät der Experte ab
Seit einiger Zeit gibt es auch immer wieder Berichte über sogenannte JAK-Inhibitoren, die gegen den kreisrunden Haarausfall helfen sollen.
Sie wirken direkt auf das Immunsystem, beziehungsweise die Immunzellen.
“Diese Stoffe haben allerdings erhebliche und bedenkliche Nebenwirkungen”, warnt Lutz.
Er rät davon ab, JAK-Inhibitoren bei Alopecia areata anzuwenden.
“Die möglichen Nebenwirkungen stehen dabei in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Kaum ein Mittel verkörpert den Einstieg in die medikamentöse Therapie der Alopecia Areata so sehr, wie Kortison.
Vielfach werden bei kleinen Herden von kreisrundem Haarausfall, oftmals zu Beginn der Erkrankung, kortisonhaltige Medikamente in Form von Lösungen oder Cremes eingesetzt.
Die Wirkung äußerlich aufgebrachter Glukokortikoid-Präparate ist bei der Alopecia Areata allerdings wegen eingeschränkter Eindringtiefe in die Haut sehr begrenzt.
Zusätzlich gibt es auch noch die Kortison-Injektionen in die Kopfhaut, sowie intravenöse Infusion (Pulstherapie).
Einige Ärzte arbeiten mit Kortison, das sie in die Kopfhaut injizieren.
Letztlich muss jeder Patient probieren, womit er die besten Erfahrungen macht.
Professor Lutz setzt auf eine starke Kortison-Creme und eine Kortison-Lösung zur äußerlichen Behandlung in Kombination mit einer innerlichen Zinktherapie.
“Ich habe verschiedene Therapien ausprobiert”, sagt er.
“Für mich hat sich das als der effektivste und nebenwirkungsärmste Ansatz erwiesen.”
Hierbei wird ein stark bis sehr stark wirksames Kortikosteroid (Klasse III/IV) im Bereich der Haarausfallherde an der Kopfhaut angewendet.
Hier wird mit einer dünnen Nadel eine bestimmte Menge eines Kortisonpräparates (Triamcinolonacetonid Kristallsuspension) in die Kopfhaut eingespritzt.
Die Unterspritzung erfolgt in der Hautebene (intrakutan), nicht ins Unterhautgewebe.
Während jeder Sitzung erfolgen mehrere Injektionen an den Rand der Haarausfallsbereiche.
Die Dauer der Behandlung wird abhängig von Wirksamkeit und Verträglichkeit vom behandelnden Arzt nach Rücksprache mit dem Patienten festgelegt.
In der Regel erfolgen ca. 3-5 Unterspritzungen alle 4-8 Wochen.
Bei gutem Ansprechen und Verträglichkeit können weitere Sitzungen erfolgen.
Die systemische Therapie mit Kortison erfolgt meistens in Form einer oralen Prednisolon-Stoßtherapie, d.h. tägliche ca. einwöchige orale Einnahme von Kortikosteroiden jeweils unterbrochen durch einnahmefreie Intervalle.
Die gesamte Dauer der Therapie beträgt mindestens 3 Monate, diese soll jedoch vom behandelnden Arzt entsprechend des Ansprechens und des Auftretens von den Nebenwirkungen angepasst werden.
Es ist wichtig, dass der Patient über die bekannten, möglichen Nebenwirkungen einer systemischen Kortison-Therapie von dem behandelnden Arzt aufgeklärt und überwacht wird.
Das wirksamste Therapieverfahren (Evidenzlevel 2) ist die topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon oder Quadratsäure-Dibutylester (23).
Die topische Immuntherapie besteht im wiederholten Auftragen eines speziellen Kontaktallergens am Kopf.
Hierdurch wird ein allergisches Kontaktekzem erzeugt und unterhalten.
In der so behandelten Kopfhaut wird neues Haarwachstum angeregt.
Beide Substanzen stellen derzeit keine zugelassenen Medikamente dar und benötigen eine aufwendige Behandlung.
Daher sollte diese Methode generell nur bei ausgedehnten und schwerwiegenden Formen der Alopecia Areata - aus formalen arzneimittelrechtlichen Gründen derzeit aber nicht bei Kindern - angewendet werden.
Die äußerliche Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon (DCP) wird insbesondere bei größerer Ausdehnung der AA (ab 20 bis 30%) vor allem in Haarsprechstunden von (Universitäts-)Hautkliniken und einigen Hautarztpraxen eingesetzt.
Diphenylcyclopropenon (DCP) erzeugt auf der Kopfhaut eine allergische Reaktion.
Die Zink-Therapie beruht auf der Erkenntnis, dass es sich bei der Alopecia Areata um eine Störung des Immunsystems handelt.
Aufgrund einer „Fehlinformation“ des Immunsystems versucht der Organismus, die Haarwurzel mit einer Entzündung zu zerstören.
Das dem Körper zugeführte Zink wirkt als Immunstimulator und sorgt über komplizierte biochemische Reaktionen für einen Ausgleich eines Zell-Missverhältnisses im Immunsystem, das mit dem Auftreten der „Fehlinformation“ in Zusammenhang zu stehen scheint.
Die Anwendung von Zink als potenziellem Immunmodulator kann aufgrund des geringen Nebenwirkungsrisikos vor allem bei Kindern erwogen werden.
Professor Lutz setzt auf eine starke Kortison-Creme und eine Kortison-Lösung zur äußerlichen Behandlung in Kombination mit einer innerlichen Zinktherapie.
“Ich habe verschiedene Therapien ausprobiert”, sagt er.
“Für mich hat sich das als der effektivste und nebenwirkungsärmste Ansatz erwiesen.”
Zink Supplementierung: Zink hilft die Immunantwort zu modulieren, und könnte bei Zink-Mangel hilfreich sein.
Aber die verfügbaren Daten sind noch widersprüchlich, und kommen von kleinen Studien und Fallberichten.
Thymuspeptide, wie sie in Thymuskin® eingesetzt werden, regen die Zellen des Immunsystems zur Differenzierung und Vermehrung an.
Diese Stimulation setzt an den Zellen Botenstoffe frei, die modulierend auf das gesamte Netzwerk des Immunsystems wirken.
Aufgrund von Erfahrungen aus Anwendungsbeobachtungen an mehreren deutschen Haut- und Universitätskliniken wurde Thymuskin® auch bei Patienten mit Alopecia Totalis und Universalis eingesetzt.
In 65% der Fälle setzte nach 9 bis 12 Monaten (bei täglicher Anwendung als Haarshampoo) ein sichtbares Haarwachstum am Kopf und / oder Körper ein.
Die Effektivität dieses Therapie-Ansatzes übersteigt somit nicht die Spontan-Heilungsrate und ist daher leider ebenfalls nicht gesichert.
Die Lichtbehandlung mit UV-Strahlen wird schon länger in verschiedenen Formen bei der AA eingesetzt.
Zur sogenannten "Turbantherapie" mit UV-Licht wurde im Februar 2001 von der Universitäts-Hautklinik Ulm eine Studie an einem kleinen Patientenkollektiv veröffentlicht.
In letzter Zeit gibt es vor allem Berichte über einen günstigen Einfluss des 308 nm Excimer-Laser (UVB-Wellenlängenbereich).
Zur Behandlung des kreisrunden Haarausfalls mittels Gentherapie werden immer wieder wissenschaftliche Studien durchgeführt.
Bisher allerdings noch ohne konkrete Ergebnisse für die Therapie der AA.
Im Bereich der komplementären Heilverfahren bietet insbesondere die traditionelle chinesische Medizin (TCM) einen interessanten Ansatz.
Die TCM vereint vor allem die Bereiche der Akupunktur und der chinesischen Kräuterheilkunde.
Berichte über gute Einzelerfahrungen von gering bis mittelgrasig ausgeprägten Fällen der AA liegen uns hier z.B. von Prof. Emil Iliev von der Universität Sofia in Bulgarien sowie von Dr. Johannes Greten von der Deutschen Gesellschaft für TCM (DGTCM) vor.
Die folgende Tabelle fasst die verschiedenen Therapieansätze und ihre Evidenz zusammen:
| Therapieansatz | Beschreibung | Evidenz |
|---|---|---|
| JAK-Inhibitoren | Moderne Medikamente zur Linderung der Symptome | Studien zeigen erfolgreiches Nachwachsen der Haare |
| Kortison | Medikamente in Form von Lösungen, Cremes oder Injektionen | Begrenzte Wirksamkeit bei äußerlicher Anwendung |
| Topische Immuntherapie | Wiederholtes Auftragen eines speziellen Kontaktallergens | Wirksamstes Therapieverfahren (Evidenzlevel 2) |
| Zink-Therapie | Zink wirkt als Immunstimulator | Unterstützende Wirkung bei Zink-Mangel |
tags: #Reiztherapie #kreisrunder #Haarausfall #Studien
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