Raupe ohne Haare bestimmen: Ein umfassender Leitfaden

Schmetterlinge zählen zu den beliebtesten Insekten überhaupt. Doch ohne Raupe gibt es sie nicht. Raupen haben mächtig Appetit, aber nicht alle Raupenarten im Garten sind schädlich. Es gibt zahlreiche Raupenarten, die sich nicht nur in Farbe und Struktur unterscheiden, sondern auch im Schadbild. Das Problem vieler Gartenbesitzer ist jedoch, dass die meisten Raupenarten einen großen Appetit haben und die Gartenpflanzen kahlfressen. Einige Raupenarten sind sogar gefährlich für den Menschen.

Nicht jede Raupe richtet Schaden an Zierpflanzen, Gemüse oder Obststräuchern und -bäumen an. Es gibt eine ganze Reihe Raupenarten, die absolut unschädlich sind. Als Beispiele nennen die Experten die Raupen der Schmetterlingsarten Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Landkärtchen und Admiral. Alle vier Raupenarten ernähren sich bevorzugt von Brennnesseln. Gegen sie müsse man deshalb nichts weiter unternehmen.

Auch ein paar angefressene Blätter an Bäumen und Sträuchern seien keine Katastrophe, finden die Gartenexperten. "Die Gehölze könnten sogar einen Kahlfraß überstehen und treiben dann im Juni neu aus." Je nach ästhetischem Empfinden solle man kleinere Fraßschäden deshalb tolerieren. Ziel kann es nie sein, einen absolut raupenfreien Garten zu haben, sondern einen lebendigen Garten, in dem sich die Schäden durch Raupen in akzeptablen Grenzen halten.

Wenn sich Raupen jedoch über das angebaute Obst und Gemüse oder das Blumenbeet hermachen, möchten viele Gartenbesitzer die kleinen Insekten gerne bekämpfen. Das gilt besonders für Raupen des Pflaumen- und des Apfelwicklers oder die Kohlweißlingsraupe. Sie kosten dem Hobbygärtner teilweise die Ernte. Doch auch wenn reine Zierpflanzen stark heimgesucht werden, überschreitet das Ausmaß der Schäden häufig die Toleranzschwelle des Gartenliebhabers. Der eingeschleppte Buchsbaumzünsler etwa hat hierzulande keine natürlichen Fressfeinde und breitet sich vor allem in Gärten mit vielen Buchsbäumen oder einer kompletten Einfassung mit einer Buchbaumhecke schnell zur Plage aus.

Auch ganze Bäume können Raupen zum Opfer fallen. Die Raupen von Blausieb oder Weidenbohrer etwa fressen im Stamm unterschiedlicher Laubbäume. Während der Weidenbohrer Birn- und Apfelbäume sowie unterschiedliche Weidenarten bevorzugt, ist der Blausieb weniger wählerisch. Seine Raupen wurden schon in über 150 verschiedenen Laubbäumen gefunden.

Für die Raupen gilt noch mehr als bei den Eiern, dass man den Tagfalter über die Raupe fast immer eindeutig bestimmen kann. Manchmal kann die Tagfalterart über die Zucht der Raupe leichter bestimmt werden. Während z.B. der Hufeisenklee-Gelbling und der Weißklee-Gelbling durch äußere Merkmale nicht eindeutig unterscheidbar sind, können ihre Raupen sehr einfach unterschieden werden. Auch bei den Kohlweißlingen unterscheiden sich die Raupen deutlicher als die Falter.

Je nach Gartengestaltung und -nutzung fürchten sich Gartenbesitzer am allermeisten vor der grünen Raupe des Buchsbaumzünslers, die ganze Bauerngärten vernichten kann, oder vor Kohlweißling und Gemüseeule, die den Gemüsegarten im Nullkommanichts in eine traurige Stätte der Verwüstung verwandeln.

Um festzustellen, ob eine grüne Raupe giftig oder schädlich ist, muss man sie zunächst einmal bestimmen: Welche Merkmale hat sie (z. B. Größe, Form, Muster)? Hat sie besondere Verhaltensweisen oder Bewegungsarten, die auffällig sind?

Folgende Merkmale sollten Sie beim ‘grüne Raupe‘ Bestimmen besonders beachten:

  • Raupen bestimmen nach Farben: Hellgrün, Dunkelgrün, Kombination verschiedener Farben (z. B. Kopf oder Unterseite andersfarbig)
  • Zeichnung: Streifen, Punkte in verschiedenen Farben
  • Behaarung: haarige, leicht behaarte oder ganz „nackte“ Raupe ohne Haare
  • Auswüchse: Hörner, Höcker oder Analhörner („Stachel“)
  • Größe: große grüne Raupe, kleine grüne Raupe …

Auch wann die Raupen sich zeigen, ist charakteristisch - wobei Verschiebungen durch den Klimawandel möglich sind. Die meisten grünen Raupen finden sich zwischen März und Oktober im heimischen Garten, je nach Art treten sie in einer oder mehreren Generationen auf. Bei spätem Wintereinbruch können grüne Raupen sogar noch im Dezember gesichtet werden. Im Januar und Februar wurden bislang noch keine grünen Raupen in Gärten gesichtet.

Je nachdem, was „Ihre“ grüne Raupe im Garten frisst, nimmt sie Pflanzengifte in sich auf - das ist zum Beispiel beim Buchsbaumzünsler oder bei einigen Weißlingen der Fall. Dadurch schützen sich die Larven vor Fraßfeinden. Insgesamt sind grüne Raupen selten für Menschen giftig oder gefährlich. Auf eine giftige Raupe können z. B. die Farben Blau, Rot oder Schwarz als Warnfarben hinweisen, außerdem eine sehr dichte, lange Behaarung (Allergiegefahr), die Bildung umfangreicher Gespinste und großer Raupen-Ansammlungen. Eine Raupe mit „Stachel“ ist nicht zwangsläufig giftig.

Im Folgenden stellen wir Ihnen 9 besonders wichtige und häufige grüne Raupen vor: mit Stachel, ohne Stachel, mit und ohne Haare, in unterschiedlichen Größen - und Sie erfahren, was die grünen Raupen fressen. Zum besseren Bestimmen haben wir die Raupen nach Größe sortiert. Beginnen wir mit den kleinen grünen Raupen.

Kleine grüne Raupen

Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata)

Schädling!

Größe: 2-2,5 cm

Auftreten: April bis Juni, eine Generation

Aussehen: Schlank, helles Mattgrün, hellgelbe Streifen auf dem Rücken und an der Seite, dunkelgrüne Rückenlinie. Typisch schiebende, bucklige Fortbewegung; frisch geschlüpfte Raupen lassen sich an selbst gesponnenen Fäden vom Wind wegtragen („grüne Raupe hängt vom Baum“)

Nahrung: Laubbäume und Obstbäume, auch Obststräucher

Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)

Schädling!

Größe: bis 2,5 cm

Auftreten: Mai bis Oktober, drei und mehr Generationen

Aussehen: mattgrün, feiner gelber Streifen mit Punkten an der Seite, haarig

Nahrung: Kohl, Rauke, Raps, Wiesenschaumkraut, sonstige Kreuzblütler

Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

Größe: 2,5-3 cm

Auftreten: Mai bis Juni, eine Generation

Aussehen: schlanke, längliche Form, Oberseite blaugrün, Seiten cremeweiß, Unterseite dunkelgrün, haarig

Nahrung: Wiesenschaumkraut, Knoblauchrauke, sonstige Kreuzblütler

Mittlere grüne Raupen

Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)

Größe: 3-3,5 cm

Auftreten: April bis Juni, meist eine Generation

Aussehen: mattgrün mit vielen kleinen dunkelgrünen Punkten, feiner weißlicher Längsstreifen über den Beinchen, keine Behaarung

Nahrung: Faulbaum, bestimmte Kreuzdornarten

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Größe: 4-4,5 cm

Auftreten: ab Mitte April bis September, zwei bis drei Generationen

Aussehen: intensiv grün mit schwarzen Querstreifen, mit orangeroten Punkten, keine Behaarung

Nahrung: Dill, Möhre, Petersilie, Pastinake, Liebstöckel

Schwalbenschwanz Raupen

Die Raupen der Ritterfalter sind besonders eindrucksvoll. Manche sind nach dem Schlüpfen sehr ähnlich (z.B. Schwalbenschwanz und Segelfalter), entwickeln dann aber ganz charakteristische Farben und Zeichnungen.

Das folgende Bild zeigt den Schwalbenschwanz-Baum.

Gemüseeule (Lacanobia oleracea)

Schädling!

Größe: bis 4,5 cm

Auftreten: August bis Mitte Oktober, zwei Generationen

Aussehen: Grün, manchmal auch braun oder grau, mit schwarzen Warzen und weißen Punkten, gelblich-weiße Seitenlinie. Im späteren Stadium eher grünbraun, keine Behaarung.

Nahrung: u. a. Kohl, Tomate, Salat, Erbse, Johannisbeere, Paprika, Gartenhortensie

Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)

Schädling!

Größe: bis 5 cm

Auftreten: Mitte März bis Anfang April (Fraßbeginn ab 7 °C Außentemperatur), zwei bis drei Folgegenerationen

Aussehen: Gelb- bis dunkelgrün, schwarze und weiße Streifen sowie kleine schwarze Punkte, aus denen weiße Borsten herausragen, schwarzer Kopf. Sehr gut getarnt, versteckte Lebensweise.

Nahrung: Buchsbaum

Weitere Informationen zum Buchsbaumzünsler.

Die Raupe der Gespinstmotte kann Gehölze komplett kahl fressen und richtet gerade bei Obstbäumen einen großen Schaden an. Bei einem starken Befall wird der ganze Baum mit weißen Gespinsten überzogen.

Große grüne Raupen

Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata)

Größe: 7-8 cm

Auftreten: Juni bis September, meist eine Generation

Aussehen: Große grüne Raupe mit Stachel. Blau- oder gelbgrün, gelbe Schrägstreifen an der Seite, zahlreiche feine weiße Punkte, roter (später bläulicher) Stachel am Hinterleib, keine Behaarung.

Nahrung: Weiden, Pappeln, selten Birken, Apfelbäume, Obstbäume

Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri)

Größe: 9-10 cm

Auftreten: Juli bis September, ein bis zwei Generationen

Aussehen: Große grüne Raupe mit Stachel, leuchtend grün mit sieben seitlichen, weiß-lila bis weiß-rosafarbenen Schrägstreifen, daneben kleine gelbe Punkte; Höcker und gelb-schwarzes Analhorn („Stachel“). Bei Gefahr richtet sich die grüne Raupe s-förmig auf. Sie sieht giftig aus, ist es aber nicht!

Nahrung: Liguster, Flieder, Eschen, Johannis- und Himbeere, Apfelbaum, Spiersträucher

Das Bild zeigt die erwachsene Raupe. Eiche, .... Sehr auffällig gezeichnete Raupe. - Vorsicht! gesellig am Stamm sitzend.

Bekämpfung von Raupen

Am schonendsten ist es, die grünen Raupen bei Befall rechtzeitig abzusammeln. Fördern Sie auch Nützlinge und Fraßfeinde der schädlichen Arten, zum Beispiel, indem Sie Meisen und Schlupfwespen im Garten ein Zuhause bieten. Umweltschonend ist auch das Absprühen der grünen Raupen mit einem starken Wasserstrahl.

Lediglich der Buchsbaumzünsler widersteht leider den meisten sanften Methoden - hier kann der Hochdruckreiniger oder ein starker Rückschnitt die rettende Maßnahme sein. Da Insektizide gegen den Zünsler nur begrenzt wirksam und nicht von Dauer sind, ist von ihrem Einsatz eher abzuraten.

Bei grünen Raupen am Buchsbaum - dem gefährlichen Buchsbaumzünsler - sollen Sie überlegen, statt des Buchsbaums resistente Alternativpflanzen zu setzen. Besonders bewährt hat sich der Zwergrhododendron Bloombux, der in Aussehen, Schnittverträglichkeit und Pflegeleichtigkeit dem Buchsbaum nicht nur gleichkommt, sondern sogar übertrifft.

Raupen sammeln: Die wohl schonendste, aber auch aufwendigste Methode: Raupen von den Blättern pflücken. Da diese oft nachts futtern, ist eine Taschenlampe hilfreich.

Raupen natürlich bekämpfen: Mit einem Bakterium können Raupen des Buchsbaumzünslers, des Kohlweißlings und weitere natürlich bekämpfen, wie etwa in SUBSTRAL® Naturen® Bio Zünsler & Raupenfrei XenTari. Achten Sie auf eine vollständige Benetzung der Pflanze. Auch Mittel auf der Basis von Neem sind erfolgreich bei Raupen, wie etwa SUBSTRAL® Naturen® Bio Schädlingsfrei Neem.

Raupen chemisch bekämpfen: Spritzungen mit einem geeigneten Insektizid können langanhaltenden Schutz bieten. Gegen Buchsbaumzünsler-Raupen und Co. können Sie auf Zierpflanzen z. B. SUBSTRAL® Celaflor® Schädlingsfrei CAREO Konzentrat für Zierpflanzen einsetzen.

Weitere Raupenarten und ihre Erkennungsmerkmale

Es lassen sich längst nicht alle Raupen bestimmen. Auch junge Raupenstadien sind optisch oft schwer zu erkennen. Die Klopfprobe hilft: Halten Sie ein weißes Blatt Papier unter Blätter und Äste und klopfen Sie darauf.

Die Raupen der Weißlinge sind schlanker als die der Ritterfalterraupen. Viele haben eine grüne Färbung, manche sind bunt (Baumweißling, Reseda-Weißling und Großer Kohlweißling). Die meisten haben keine Dornen und sind nur wenig behaart. Ausnahme ist auch hier der bunte und stark behaarte Baumweißling. Die Raupen der Weißlinge im engeren Sinn fressen mit Ausnahme des Baumweißlings an Kreuzblütlern (Brassicaceae).

Die Raupen der Bläulinge werden oft als "asselartig" beschrieben. Sie haben alle eine ähnliche Form, sind aber unterschiedlich gezeichnet und unterschiedlich gefärbt. Auch die Raupen der Bläulinge sind oft grünlich. Sie leben sehr versteckt, meist an den verschiedenen Schmetterlingsblütlern, einer Unterfamilie der Leguminosen. Viele Raupen der Bläulinge leben in Symbiosen mit Ameisen.

Die Raupen der Feuerfalter sind als Unterfamilie der Bläulinge ebenfalls asselartig.

Die Raupen der ebenfalls zur Familie der Bläulinge zählenden Zipfelfalter sind auch asselartig. Sie leben an Sträuchern, vor allem an Schlehen, manche aber auch auf den Blättern und an den Blüten von Bäumen (z.B. Eichen oder Ulmen).

Die Raupen der Scheckenfalter leben in Gemeinschaftsgespinsten am Boden in denen sie als halberwachsene Raupen (L3) auch zusammen überwintern. Nach der Überwinterung beginnen sie sich bald zu vereinzeln.

Die Raupen der Edelfalter verfügen oft über Stacheln oder Dornen. Trotz der unterschiedlichen Farben und Zeichnungen sind die längliche Form und der Kopf bei den meisten Arten ähnlich. Bei zwei Arten variieren die Farben innerhalb der gleichen Art sehr stark (Admiral, Distelfalter).

Die Raupen der Schillerfalter leben solitär auf den Blättern von Pappeln und Weiden. Nach der ersten Häutung ähneln sie mit ihren "Hörnern" den Nacktschnecken.

Die Raupen der Eisvögel haben sehr spezifische Strategien gegen kleine Fressfeinde entwickelt. Sie verlängern mit ihren Kotballen und Gespinstfäden die an beiden Seiten abgefressene Mittelrippe ihres Fraßblattes. Während der Ruhephasen sitzen sie an der Spitze der Kotrippen und können Angriffe so besser abwehren.

Die Raupen der Augenfalter sind oft behaart und leben an Gräsern. Die jungen Raupen fressen am Tage. Viele Augenfalterraupen überwintern solitär in der Streuschicht am Boden.

Schmetterlinge legen ihre Eier oft auf ganz spezifischen Pflanzen ab.

Aber was fressen Raupen, nachdem sie schlüpfen? Viele Raupenarten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert.

Raupen bestimmen und erkennen ist sehr wichtig, denn nicht alle schaden Ihren Pflanzen oder Ihrer Ernte.

Die schädlichsten Raupen fressen entweder komplette Pflanzenteile runter oder lassen nur ein Skelett übrig. Beim Auftreten der ersten Fraßspuren oder Erkennen erster Jungraupen an den Blättern sollten Sie bei bekannten Schädlingen unverzüglich mit den empfohlenen Produkten behandeln. Aber auch andere Maßnahmen können helfen.

tags: #Raupe #ohne #Haare #bestimmen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen