Aufziehbare Rasierer: Eine Fußnote der Rasiergeschichte

Das Stadtmuseum Gütersloh präsentierte kürzlich eine Kuriosität aus seinem Magazin: einen Trockenrasierer zum Aufziehen der Marke "Accura", hergestellt von der Schweizer Firma Thorens. Dieses Gerät ist ein Beispiel für eine kurzlebige Innovation aus den 1950er Jahren.

Ein Thorens Riviera Aufzieh-Rasierer. Quelle: Wikipedia

Der aufziehbare Rasierer: Eine kurze Blütezeit

In den 50er Jahren, als die Gesellschaft mobiler wurde, versuchten viele Industriezweige, neue Märkte zu erschließen. Thorens setzte darauf, dass es eine größere Nachfrage nach Trockenrasierern geben müsste, die unabhängig vom Stromnetz funktionieren. Einige Konkurrenzprodukte benötigten zwar keinen Stecker, waren aber dennoch auf Autobatterien oder ähnliches angewiesen.

Die Hersteller und die Werbung hatten die Vision von weltoffenen Männern, die sich immer und überall rasieren konnten. Sie versprachen sich zahlreiche Abnehmer unter Reisenden, Pendlern und Sportlern. Es war nicht so, dass Trockenrasierer per se unbeliebt gewesen wären, ganz im Gegenteil.

Frühe Entwicklungen und Statussymbol

Die ersten Entwürfe für einen mechanisch angetriebenen Rasierer datieren zurück ins 18. Jahrhundert. 1847 wurde dann in Deutschland ein erstes, funktionsfähiges Modell patentiert. Von dort war es bis zum aufziehbaren Rasierapparat mit Federwerk noch ein langer Weg, doch der Trend war deutlich erkennbar.

Trockenrasierer waren eine Art Statussymbol, denn in den 50ern waren sie noch teuer und nicht in jedem Haushalt zu finden. Sie waren meist weniger zeitaufwendig und einfach in ihrer Handhabung, was die Hersteller dazu bewogen haben mag, das eigentlich schon gut funktionierende System noch einfacher und bequemer machen zu wollen.

Das Scheitern der Innovation

Allerdings zeigt der Lauf der kurzen Geschichte der aufziehbaren Rasierer, dass dieser Schuss nach hinten losging. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Geräte nicht immer halten konnten, was die Werbung versprach. Das ständige Aufziehen während der Rasur war den Männern zu lästig und auch die Umdrehungszahlen, die die Scherköpfe auf diesem Wege zustande brachten, waren zu gering für eine zufriedenstellende Rasur.

Der aufziehbare Trockenrasierer blieb also bestenfalls eine Fußnote in der Geschichte der Rasur, denn schon 1960 erschien das letzte Modell dieser Gattung - bevor sie dann klammheimlich aus den Regalen der Händler und somit von der Bildfläche verschwanden.

Heutige Relevanz

Heute findet man sie noch auf Ebay oder eben im Museum, während es vereinzelt Stimmen gibt, die den Gebrauch solcher Geräte in unserer Zeit zum Wohle der Umwelt begrüßen würden. Ob es zu einem Revival von "Accura" u. Co. kommt, bleibt abzuwarten.

Alternative Antriebstechniken und Kuriositäten

Die Idee, Geräte mechanisch anzutreiben, ist nicht neu. Hier sind einige Beispiele für andere Anwendungen von Aufziehmechanismen:

  • Unterseeboote: Bereits im 11. Jahrhundert gab es ein Tauchboot, dessen Schaufelräder wie eine Uhr durch Armkraft aufgezogen wurden.
  • Fahrzeuge: Im 19. Jahrhundert wurden Patente für federgetriebene Fahrzeuge angemeldet. Ein Gymnasiast in Philadelphia soll ein solches Fahrzeug gebaut haben.
  • Generatoren: Es gibt Geräte, die durch Aufziehen Strom erzeugen, um Handys oder iPods zu betreiben.

Auch heute noch gibt es innovative Ansätze, mechanische Energie zu nutzen. So gibt es beispielsweise ein Gerät, das durch Ziehen an einem Seilzug Strom erzeugt, oder eine Lampe, die durch Aufziehen betrieben wird.

Unsere neuste Innovation ist da – der BaByliss X-Blade

Systemrasierer als Alternative

Einige Benutzer bevorzugen Systemrasierer für eine sanfte, gründliche und schnelle Rasur. Obwohl die heutigen Griffstücke oft billiger wirken als frühere Varianten, hat dies keinen Einfluss auf die Qualität der Rasur. Es gibt jedoch auch Benutzer, die einen Unterschied zwischen alten Metallgriffen und modernen Plastikgriffen feststellen.

Einmal-Rasierer und Nachhaltigkeit

Einmal-Rasierer sind eine weitere Option, die jedoch aus ökologischer Sicht problematisch sein kann. AMPri, ein Unternehmen, das Einwegprodukte herstellt, legt Wert auf soziale und nachhaltige Praktiken und arbeitet eng mit seinen Produktionsstätten zusammen, um gute Arbeitsbedingungen und umweltfreundliche Technologien zu gewährleisten.

Weitere Produkte für die Rasur und Pflege

Neben Rasierern gibt es eine Vielzahl weiterer Produkte für die Rasur und Pflege:

  • Schutzbrillen: Zum Schutz der Augen bei mechanischen Arbeiten.
  • Stechhilfen: Für die sanfte Blutgewinnung bei Diabetikern.
  • Skalpellklingen: Für präzise Schnitte im medizinischen Bereich.
  • Instrumentenöle: Zur Pflege von medizinischen Instrumenten.
  • Spritzen und Kanülen: Für Injektionen und andere medizinische Anwendungen.

Diese Produkte tragen dazu bei, die Rasur und Pflege sicherer, komfortabler und effektiver zu gestalten.

Vergleich verschiedener Rasierertypen
Rasierertyp Vorteile Nachteile
Aufziehbarer Rasierer Unabhängig von Strom, umweltfreundlich (potenziell) Geringe Drehzahl, lästiges Aufziehen
Systemrasierer Sanfte, gründliche Rasur Kosten der Klingen, Qualität der Griffstücke kann variieren
Einmal-Rasierer Günstig Umweltschädlich, oft weniger gründliche Rasur
Elektrorasierer Bequem, schnell Abhängig von Strom, kann Hautreizungen verursachen

tags: #rasierer #zum #aufziehen #informationen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen